N 12 juin 1995
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Constitutions cantonales. Garantie
erschliessung in der Praxis verhindern und das private Er- schliessungsrecht gar nicht erst zum Zuge kommt?
Es ist daher unerlässlich, dass wir das Raumplanungsrecht revidieren und mit Bezug auf das zur haushälterischen Bo- dennutzung besonders wichtige Erschliessungsrecht durch eine Ausnahmeregelung ergänzen, die allerdings sehr ein- geschränkt ausgestaltet sein muss. Gerade diese in der Mo- tion Bisig und mit meinem Motionstext klar formulierten Ein- schränkungen werden sowohl von den Sprechern der Mehr- heit der Kommission wie vor allem vom Bundesrat übergan- gen.
Ich will diese Einschränkungen nochmals klar wiederholen: Für die von uns motionierte Ausnahme braucht es nämlich positiv, dass die Anlage eindeutig Erschliessungscharakter hat und dass sie überdies ebensoklar der haushälterischen Nutzung dienen muss, und negativ, dass sie nicht den übri- gen wichtigen Anliegen der Raumplanung zuwiderlaufen darf.
Sie sehen, dass wir mit unserem Vorstoss - der übrigens nicht gesetzlichen Charakter hat, sondern bloss ein parla- mentarischer Vorstoss ist - nicht einer generelle Öffnung des Raumplanungsrechtes oder gar einer Verwilderung des an sich richtigen Grundsatzes der Trennung zwischen Sied- lungs- und Nichtsiedlungsgebiet Tür und Tor öffnen wollen. Vielmehr sollen Ausnahmen nur unter klaren Voraussetzun gen möglich sein, die notabene allesamt von denjenigen nachzuweisen sind, welche eine Ausnahme beanspruchen wollen. Damit geben wir auch klare Signale an die Recht- sprechung des Bundesgerichtes, welches im Einzelfall die Voraussetzung für die Ausnahmeregelung zu prüfen hat, al- lerdings nicht mehr wie heute a priori jede Ausnahmelösung aus grundsätzlichen Überlegungen ablehnen darf.
Nun wird dieser Vorstoss mit dem Hauptargument bekämpft, die Kantone hätten es in der Hand, durch eine entspre- chende Nutzungsplanung bzw. gar durch besondere Stras- senpläne solche Ausnahmen in der Praxis auf dem planeri- schen Weg zuzulassen. Das ist zwar richtig. Dennoch, Hand aufs Herz, das ist in der Praxis doch weitgehend graue Theo- rie, die gerade in Ausnahmesituationen kaum zum Ziele füh- ren kann.
Wir alle wissen, wie schwierig es ist, solche Planungen um- zusetzen. Sie scheitern recht häufig am tatsächlichen, am politischen oder am rechtlichen Umfeld.
Ich ersuche Sie daher, nicht zuletzt auch mit dem Hinweis auf den OECD-Bericht von 1994, die Motion gutzuheissen. In diesem OECD-Bericht werden nämlich als wesentliche Ursa- che für die hohen Landpreise in unserem Land die rigiden Überbauungsvorschriften sowie die ungenügende Nutzung baureifen Landes genannt. In diesem Zusammenhang wird auch auf die mangelnde Erschliessung verfügbarer Grund- stücke, auf die jahrelangen Bewilligungsverfahren und Pla- nungsprozesse und deren negative Konsequenzen hinge- wiesen.
Mit unserer Motion können Sie dieser fragwürdigen Praxis unter eng begrenzten - ich betone: eng begrenzten - Vor- aussetzungen Abhilfe schaffen oder diese doch mildern.
Ich ersuche Sie um Erheblicherklärung der vom Ständerat bereits überwiesenen Motion Bisig und bitte Sie um Zustim- mung zur Überweisung.
Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion Dagegen
55 Stimmen 73 Stimmen
94.094
Kantonsverfassungen (GL, SO, AI, SG, VS). Gewährleistung
Constitutions cantonales (GL, SO, AI, SG, VS). Garantie
Botschaft und Beschlussentwurf vom 2. November 1994 (BBI 1995 | 969) Message et projet d'arrêté du 2 novembre 1994 (FF 1995 | 957)
Beschluss des Ständerates vom 15. März 1995 Décision du Conseil des Etats du 15 mars 1995
Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspo- litischen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Be- richt:
Nach Artikel 6 Absatz 1 der Bundesverfassung sind die Kan- tone verpflichtet, für ihre Verfassungen die Gewährleistung des Bundes einzuholen. Nach Absatz 2 des gleichen Artikels gewährleistet der Bund kantonale Verfassungen, wenn sie weder die Bundesverfassung noch das übrige Bundesrecht verletzen, die Ausübung der politischen Rechte in republika- nischen Formen sichern, vom Volk angenommen worden sind und revidiert werden können, sofern die absolute Mehr- heit der Bürger es verlangt. Erfüllt eine kantonale Verfassung diese Voraussetzungen, so muss sie gewährleistet werden; erfüllt eine kantonale Verfassung eine dieser Voraussetzun gen nicht, so darf sie nicht gewährleistet werden.
Die vorliegenden Verfassungsänderungen haben zum Ge- genstand:
im Kanton Glarus: Informationsrechte;
im Kanton Solothurn: Besteuerung ausserordentlicher und nicht periodischer Einkünfte;
im Kanton Appenzell Innerrhoden: Gewaltentrennung; Amtszwang; Anzahl der Grossratsmitglieder; Wahl der Land- schreiber und Landweibel;
im Kanton St. Gallen: Aufhebung des Amtszwanges bei Proporzwahlen;
im Kanton Wallis: Volksrechte und öffentliche Gewalt; Un- vereinbarkeiten.
Alle Änderungen entsprechen dem Artikel 6 Absatz 2 der Bundesverfassung; sie sind deshalb zu gewährleisten.
Der Ständerat hat am 15. März 1995 der Gewährleistung zu- gestimmt.
Heberlein Trix (R, ZH) présente au nom de la Commission des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:
En vertu de l'article 6 alinéa 1er de la Constitution fédérale, les cantons sont tenus de demander à la Confédération la garantie de leur constitution. Selon l'alinéa 2 de ce même ar- ticle, la Confédération accorde la garantie, pour autant que ces constitutions soient conformes à la Constitution fédérale et à l'ensemble du droit fédéral, qu'elles assurent l'exercice des droits politiques selon des formes républicaines, qu'elles aient été acceptées par le peuple et qu'elles puissent être ré- visées lorsque la majorité absolue des citoyens le demande. Si une disposition constitutionnelle cantonale remplit toutes ces conditions, la garantie fédérale doit lui être accordée; si- non, elle lui est refusée.
En l'espèce, les modifications constitutionnelles ont pour ob- jet:
dans le canton de Glaris: le droit à l'information;
dans le canton de Soleure: l'impositions des revenus extra- ordinaires et non périodiques;
dans le canton d'Appenzell Rhodes-Intérieures: la sépara- tion des pouvoirs; l'obligation d'accepter une charge offici- elle; le nombre des membres du Grand Conseil; l'élection du chancelier d'Etat et de l'huisser d'Etat;
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Rechtshilfevertrag zwischen der Schweiz und Kanada
dans le canton de Saint-Gall: la suppression de l'obligation d'accepter une charge officielle lors d'élections au scrutin proportionnel;
dans le canton du Valais: les droits populaires et les pou- voirs publics; les incompatibilités.
Toutes ces modifications sont conformes à l'article 6 alinéa 2 de la Constitution fédérale. Aussi la garantie fédérale doit- elle leur être accordée.
Le Conseil des Etats a approuvé la garantie le 15 mars 1995.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig, den Bundesbe- schluss über die Gewährleistung der geänderten Kantons- verfassungen anzunehmen.
Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité, d'adopter l'arrêté fé- déral accordant la garantie fédérale aux constitutions révi- sées de certains cantons.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, par appel nominal (Ref .: 1522)
Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Aguet, Bär, Baumberger, Bäumlin, Bezzola, Binder, Boden- mann, Bonny, Brunner Christiane, Bugnon, Bühlmann, Büh- rer Gerold, Bundi, Bürgi, Caccia, Chevallaz, Columberg, Danuser, Darbellay, de Dardel, Deiss, Dettling, Dormann, Dünki, Eggenberger, Eggly, Engler, Epiney, Eymann Chri- stoph, Fankhauser, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Friderici Charles, Gadient, Gi- ger, Goll, Gonseth, Graber, Grendelmeier, Gros Jean-Mi- chel, Gross Andreas, Gysin, Haering Binder, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Herczog, Hess Otto, Hess Peter, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jäggi Paul, Jenni Peter, Jöri, Kern, Kühne, Leemann, Leu Josef, Leuba, Leu- enberger Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder, Matthey, Mauch Ursula, Maurer, Meier Hans, Meyer Theo, Miesch, Mi- steli, Moser, Mühlemann, Müller, Narbel, Ostermann, Pid- oux, Pini, Raggenbass, Reimann Maximilian, Robert, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Sandoz, Savary, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Schmidhalter, Schnider, Sei- ler Hanspeter, Seiler Rolf, Singeisen, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Strahm Rudolf, Theubet, Vetterli, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wyss William, Zbinden, Züger, Zwygart (111)
Stimmen nicht - Ne votent pas:
Allenspach, Aregger, Aubry, Baumann Ruedi, Baumann Ste- phanie, Béguelin, Berger, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Borel François, Borer Roland, Bortoluzzi, Brügger Cyrill, Camponovo, Carobbio, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Cincera, Comby, Cornaz, Couchepin, David, Diener, Dreher, Ducret, Duvoisin, Fasel, Fehr, von Felten, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Gobet, Grossenbacher, Hämmerle, Hildbrand, Jaeger, Jeanprêtre, Keller Anton, Keller Rudolf, Ledergerber, Lepori Bonetti, Loeb François, Maitre, Mamie, Marti Werner, Maspoli, Mauch Rolf, Meier Samuel, Nabholz, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Perey, Philipona, Pon-
cet, Rechsteiner, Rohrbasser, Rutishauser, Rychen, Schenk, Scherrer Werner, Schmid Samuel, Schmied Walter, Schweingruber, Segmüller, Sieber, Spielmann, Spoerry, Stalder, Stamm Judith, Steiger Hans, Steinegger, Steiner Rudolf, Stucky, Suter, Thür, Tschäppät Alexander, Tschopp, Tschuppert Karl, Wiederkehr, Wittenwiler, Ziegler Jean, Zi- syadis, Zwahlen, vakant I, vakant II (88)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
94.098
Rechtshilfevertrag in Strafsachen und Auslieferungsvertrag zwischen der Schweiz und Kanada. Genehmigung Traité d'extradition et d'entraide judiciaire en matière pénale entre la Suisse et le Canada. Ratification
Botschaft und Beschlussentwurf vom 16. November 1994 (BBI 1995 | 745) Message et projet d'arrêté du 16 novembre 1994 (FF 1995 | 725)
Beschluss des Ständerates vom 15. März 1995 Décision du Conseil des Etats du 15 mars 1995 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der Kommission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftli- chen Bericht:
Ausgangslage
Der neue Auslieferungsvertrag ersetzt den aus dem Jahre 1880 stammenden Vertrag mit Grossbritannien, der den heu- tigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.
Er wird auf alle Delikte gemäss dem Strafrecht beider Länder anwendbar sein, die mit einer Gefängnisstrafe oder einer an- deren die Freiheit beschränkenden Massnahme von minde- stens einem Jahr oder mehr bedroht sind. Er ermöglicht eine wesentliche Vereinfachung des Auslieferungsverfahrens: Für eine Auslieferung muss neu kein Beweisdossier mehr vorgelegt werden; es genügen eine erweiterte Sachverhalts- darstellung und eine rechtliche Qualifikation des Delikts. Eine Beglaubigung der Bundeskanzlei ist nicht mehr erforderlich; es reicht die Unterschrift der zuständigen richterlichen Be- hörde. Neu ist auch die Zulassung der vereinfachten Auslie- ferung.
Der Auslieferungsvertrag lehnt sich stark an das Europäi- sche Auslieferungsübereinkommen an. Die notwendigen Verfahrensvorschriften befinden sich im Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG).
Der Rechtshilfevertrag schliesst eine Lücke, denn bisher gab es für den Rechtshilfeverkehr keine staatsvertragliche Grundlage. Er wird die Einvernahme wichtiger Zeugen auf dem Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei, die Erhe- bung von Beweismitteln, die Zustellung von Schriftstücken, die Aufenthaltsnachforschung und Identifizierung gesuchter Personen sowie deren Überstellung in den anderen Staat zum Zweck ihrer Einvernahme ermöglichen. Er wird auch ganz allgemein den Austausch von Informationen fördern. Wie der Auslieferungsvertrag lehnt sich auch der Rechtshil- fevertrag an das entsprechende europäische Übereinkom- men an, in diesem Fall das Europäische Rechtshilfeüberein- kommen, und an das schweizerische IRSG.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Kantonsverfassungen (GL, SO, AI, SG, VS). Gewährleistung Constitutions cantonales (GL, SO, AI, SG, VS). Garantie
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Jahr
1995
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.094
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
12.06.1995 - 14:30
Date
Data
Seite
1232-1233
Page
Pagina
Ref. No
20 025 737
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