Interpellation Vollmer
1622
N
23 juin 1995
Analizzando il caso dal punto di vista della politica universi- taria, nell'ottica di una politica coerente in campo educativo, il Consiglio federale è disposto ad esaminare la possibilità di tenere conto degli interessi della Svizzera italiana nel quadro della nuova legge sulle scuole superiori specializzate.
Le questioni in sospeso relative ai progetti universitari nel Cantone Ticino saranno oggetto di un prossimo colloquio tra la Consigliera federale responsabile del Dipartimento fede- rale dell'interno e una delegazione ticinese.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
95.3021
Interpellation Vollmer Soziale Kompensationen mit der Einführung der Mehrwertsteuer
Introduction de la taxe sur la valeur ajoutée. Compensations sociales
Wortlaut der Interpellation vom 26. Januar 1995
Wie beurteilt der Bundesrat den Tatbestand, dass die un- teren Einkommensschichten die vorgesehenen Steuerlei- stungen zwar sofort erbringen müssen, die vorgesehenen sozialen Kompensationszahlungen in vielen Kantonen, wenn überhaupt angemessen, nur mit grossen Verzögerungen ge- leistet werden?
Hat der Bundesrat eine Übersicht über die in den Kanto- nen vorgesehenen Kompensationen (Verteilung, Höhe, Aus- zahlungszeitpunkt u. a. m.)?
Ist er gewillt, dafür zu sorgen und auf die Kantone entspre- chend einzuwirken, dass die bei der Abstimmung über die neuen Übergangsbestimmungen in der Bundesverfassung vorgesehenen sozialen Kompensationen sozialpolitisch sinnvoll und ohne Verzögerungen geleistet werden?
Texte de l'interpellation du 26 janvier 1995
Que pense le Conseil fédéral du fait que, dans de nom- breux cantons, les personnes de condition économique mo- deste doivent attendre très longtemps la compensation so- ciale prévue pour elles - quand encore les cantons versent un montant convenable -, alors qu'elles-mêmes doivent s'acquitter depuis le premier jour de la taxe sur la valeur ajou- tée?
Le Conseil fédéral dispose-t-il d'un tableau récapitulatif de la compensation sociale prévue par chaque canton (de sa ré- partition, de son montant, quand elle est versée, etc.)?
Est-il disposé à intervenir auprès des cantons pour qu'ils versent sans délai la compensation sociale prévue par les nouvelles dispositions transitoires de la constitution, disposi- tions que nous avons approuvées en votation populaire?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Baumann Stepha- nie, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Brunner Christiane, Bundi, Carobbio, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Fank- hauser, von Felten, Hafner Ursula, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Jöri, Ledergerber, Leemann, Marti Werner, Rechsteiner, Ruffy, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Zbinden (27)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Mit der Einführung der Mehrwertsteuer wurde in Artikel 8 Absatz 4 der Übergangsbestimmungen der Bundesverfas- sung festgelegt, dass 5 Prozent des Mehrwertsteuerertrages als Kompensation den kleineren Einkommen zurückerstattet werden müssen. Mit dieser Kompensation sollen sozialpoli- tisch unerwünschte Auswirkungen korrigiert werden, da die
niedrigeren Einkommen mit der Mehrwertsteuer überpropor- tional belastet werden.
Gestützt auf die erwähnten Vefassungsbestimmungen wer- den den Kantonen mit einem Bundesbeschluss vom 7. Oktober 1994 500 Millionen Franken für Prämienverbilli- gungen zugunsten unterer Einkommensschichten zur Verfü- gung gestellt.
Heute ist folgende Situation festzustellen:
Mit der Einführung der Mehrwertsteuer auf den 1. Januar 1995 werden die unteren Einkommensschichten ab sofort mehr belastet.
Die in der Volksabstimmung über die Mehrwertsteuer in den Vordergrund gestellte soziale Kompensation durch die Verbilligung der Krankenkassenprämien über die Kantone steht noch aus.
Fachleute in der Bundesverwaltung und in den Kantonen rechnen damit, dass diese Rückerstattung in den «beson- ders aktiven» Kantonen im besten Fall im zweiten Halbjahr 1995 möglich sein wird.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. April 1995
Rapport écrit du Conseil fédéral
du 26 avril 1995
Dennoch unterstreicht er, dass die Kantone über diese sozia- len Kompensationen, die mit der Verlängerung der dringli- chen Bundesbeschlüsse in der Krankenversicherung einge- führt wurden, noch vor der Abstimmung über die Mehrwert- steuer, d. h. noch vor Anfang November 1993, in Kenntnis gesetzt wurden. Die Kantone wurden über die Entwicklung in bezug auf die Verlängerung der dringlichen Bundesbe- schlüsse auf dem laufenden gehalten, über die erst relativ spät definitiv entschieden werden konnte, nämlich im Okto- ber 1994. Angesichts der kurzen Frist und um die Einführung dieses Systems zu erleichtern, hat der Bundesrat dem Parla- ment eine Bestimmung vorgeschlagen, die es den kantona- len Regierungen erlaubt, Übergangsbestimmungen festzule- gen. Die Bestimmung wurde vom Parlament gutgeheissen. Weiter erinnert der Bundesrat daran, dass diese Art von Sub- ventionierung derjenigen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung entspricht, die die Kantone ab 1. Januar 1996 anzuwenden haben. In Anbetracht der sozia- len Konsequenzen, die mit einer Verzögerung der Kompen- sationszahlungen verbunden sein könnten, hofft der Bundes- rat, dass die Kantone diese Verteilung anhand von Prämien- verbilligungen so rasch als möglich durchführen können. Er möchte indessen auch darauf hinweisen, dass gemäss den bisher vorliegenden Erkenntnissen der auf die Einführung der Mehrwertsteuer zurückzuführende Teuerungsanstieg hinter dem ursprünglich befürchteten Ausmass zurückgeblie- ben ist.
2./3. Die Kantone sind zurzeit daran, die notwendigen Be- stimmungen auszuarbeiten. Es ist deshalb noch nicht mög- lich, sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Der Bun- desrat ist darüber hinaus nicht befugt, die Modalitäten dieser Verteilung zu bestimmen. Das Parlament erteilte diese Be- fugnis den Kantonen auf deren Verlangen sowohl für die Übergangsphase als auch für die Zeit nach dem Inkrafttreten des KVG. Doch die Kantone werden, um Bundesbeiträge er- halten zu können, dem BSV unter Anwendung von Artikel 6 der Verordnung über die Beiträge des Bundes zur Prämien- verbilligung in der Krankenversicherung diejenigen Bestim- mungen vorlegen müssen, auf deren Basis sie eine Prämien- verbilligung gewähren.
Der Bundesrat hat so die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Bundesbeiträge, auf die die Kantone Anrecht haben (500 Millionen Franken), auch effektiv an die Versicherten ausbezahlt werden und dem durch die Gesetzgebung ge- setzten Ziel entsprechen. Bei unrechtmässigen Auszahlun-
Interpellation Keller Rudolf
1623
gen der Bundessubventionen würden entsprechende Mass- nahmen ergriffen.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
95.3093
Interpellation Keller Rudolf Unnützer Uno-Sozialgipfel Inutilité du sommet social de l'ONU
Wortlaut der Interpellation vom 6. März 1995 Ich frage den Bundesrat:
Wer beteiligte sich schweizerischerseits an den Vorberei- tungen des «Uno-Sozialgipfels» (Namenliste), und wer ge- hört zur offiziellen Schweizer Delegation (Namenliste)?
Wie viele Stunden und Tage an Vorbereitungen wurden von der Bundesverwaltung und anderen Fachleuten insge- samt geleistet, und was kostet dies den Fiskus?
Gehe ich richtig in der Annahme, dass dieser «Gipfel» - wie auch von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zahlreichen Ländern ausgesagt - in den einzelnen Ländern nichts bewirkt?
Da die Schweiz leider dafür bekannt ist, dass sie im Ge- gensatz zu fast allen anderen Ländern irgendwelche Be- schlüsse oder Resolutionen solcher Konferenzen ausführt, frage ich mich ernsthaft, ob sich unsere Regierung Änderun- gen ihrer Sozialpolitik von irgendwelchen Uno-Gewaltigen, die unsere sozialen Probleme nicht kennen, aufdrängen lässt. Was könnten das für Vorschläge sein? Wenn dem nicht so ist, warum nimmt die Schweiz dann überhaupt an diesem Palaver teil?
Soll dieser «Gipfel» - was wirklich der Gipfel wäre - auch Auswirkungen auf unsere Ausländerpolitik zeitigen, nach- dem darüber geredet worden ist, dass sich unser Land über- legen müsse, wie die vielen - und immer mehr werdenden - Ausländer besser zu integrieren seien? Wäre es nicht sozial- verträglicher, wenn die Schweiz statt dessen den Ausländer- bestand und die immer unerträglicher werdende Überfrem- dung endlich reduzieren würde?
Texte de l'interpellation du 6 mars 1995
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivan- tes:
Qui, du côté suisse, a participé aux préparatifs du Sommet mondial pour le développement social (je veux une liste de noms), et de qui se compose la délégation officielle de la Suisse (je désire ici encore des noms)?
Combien de jours et d'heures l'administration fédérale et d'autres experts ont-ils consacrés au total à cette prépara- tion, et quel en est le coût pour le fisc?
Ai-je raison de penser, comme les participants des autres pays sont nombreux à l'affirmer, que ce «sommet» ne profi- tera à aucun des pays?
La Suisse étant malheureusement connue pour mettre en oeuvre, contrairement à la quasi-totalité des autres pays, n'importe quelles décisions et résolutions émanant de telles conférences, je me demande sérieusement si notre gouver- nement ne se laisse pas prescrire les modifications de sa po- litique sociale par de quelconques caciques de l'ONU qui ne connaissent pas nos problèmes sociaux. Si tel est le cas, de quelles propositions s'agit-il? Si tel n'est pas le cas, pourquoi la Suisse participe-t-elle à ces discussions oiseuses?
Ce «sommet», s'il en est vraiment un, aura-t-il aussi des incidences sur notre politique étrangère, sachant qu'on a dit que nous devions nous demander comment nous pourrons mieux intégrer des étrangers de plus en plus nombreux? Ne serait-ce pas socialement plus supportable que la Suisse ré-
duise plutôt une fois pour toutes l'effectif des étrangers dont la présence devient de moins en moins tolérable?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Stalder, Steffen (2)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Anfang März findet in Kopenhagen der sogenannte Uno-So- zialgipfel statt. Es ist unbestreitbar, dass es in der Welt viel Not, Hunger und soziale Ungerechtigkeit gibt. Dennoch frage ich mich, was unser Land mit der Teilnahme an dieser «Veranstaltung» erreichen will, nachdem bekanntgeworden ist, dass ausser viel Gerede keine effektiven Auswirkungen dieses «Gipfels» zu erwarten sind. Denn schliesslich geht es ums Geld, das in allen Ländern knapper denn je geworden ist. Es ist nicht zu erwarten, dass sich einzelne Länder von einem solchen Uno-«Gipfel» sagen lassen werden, was sie zu tun haben. Man braucht auch keine spezielle Monsterver- anstaltung, um festzustellen, dass es um vieles auf dieser Welt schlecht bestellt ist! Es fehlt schlicht der politische Wille, Änderungen vorzunehmen. Da frage ich mich, was un- ser Land an einer solch unnützen Palaver-Veranstaltung zu suchen hat. Eine Konferenz, von der schon zum voraus ge- sagt werden kann: Ausser Spesen nichts gewesen! Nur um international grosse und schöne Reden zu schwingen, braucht unser Land nicht mit einer Delegation nach Kopen- hagen zu fahren. Wir benötigen auch keine internen Be- schäftigungsprogramme für unsere - laut offizieller Feststel- lung - bereits überbeschäftigten Fachleute und Spitzen- beamtinnen und -beamten!
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Mai 1995
Rapport écrit du Conseil fédéral
du 24 mai 1995
Die drei Traktanden des Weltsozialgipfels, der Kampf gegen die Armut, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die soziale Eingliederung, sind auch Themen der schweizerischen So- zial- und Wirtschaftspolitik sowie der Politik der Entwick- lungszusammenarbeit. Diese Themen betreffen nebst den Bundesbehörden auch direkt die kantonalen und kommuna- len Behörden sowie die Sozialpartner und den privaten Sek- tor (nichtstaatliche Organisationen).
Jean-François Giovannini, stellvertretender Direktor, EDA/ DEH;
Immita Cornaz, Chefin des Dienstes für soziale Entwick- lungsfragen, EDA/DEH;
Nicole Wyrsch, diplomatische Mitarbeiterin, Sektion Multi- laterale Angelegenheiten, EDA/DEH;
Dominik Langenbacher, stellvertretender Chef der Sektion Vereinte Nationen und internationale Organisationen, EDA/ Politische Direktion *;
Jean-Daniel Vigny, Chef der Sektion für Menschenrechte, EDA/Politische Direktion *;
Claudia Kaufmann, stellvertretende Generalsekretärin, EDI;
Liliane Ortega, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Internatio- nale Angelegenheiten, EDI/Buwal *;
Cyril Malherbe, Adjunkt in der Abteilung Internationale An- gelegenheiten, EDI/BSV;
Michael Braun, wissenschaftlicher Mitarbeiter, EJPD/ BFA *;
Laurence Wiedmer, Entwicklungsdienst, EVD/Bawi;
Jean-Jacques Elmiger, Chef des Dienstes für internatio- nale Angelegenheiten, EVD/Biga.
(* = Das betreffende Amt war an einigen Sitzungen nur durch die interdepartementale Vorbereitungsgruppe vertreten.)
Die am Gipfel teilnehmende Delegation der Schweiz war wie folgt zusammengesetzt:
Ruth Dreifuss, Bundesrätin, EDI, Delegationschefin;
Jean-François Giovannini, stellvertretender Direktor, EDA/ DEH, stellvertretender Delegationschef;
Immita Cornaz, Chefin des Dienstes für soziale Entwick- lungsfragen, EDA/DEH;
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Datum 23.06.1995 - 08:00
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