Interpellation von Felten
1659
Der Bundesrat ist sich bewusst, welche Probleme sich bei der Festlegung von Versorgungsgebieten und der Konzes- sionierung von Regionalfernsehveranstaltern ergeben. Lo- kale und regionale Versorgungsgebiete müssen nach dem RTVG publizistisch, kulturell und wirtschaftlich einen grossen inneren Zusammenhang aufweisen und ausserdem ein ge- nügendes Finanzierungspotential bieten. Das bedeutet, dass in jedem regionalen Raum nur eine beschränkte Anzahl von Programmveranstaltern zugelassen werden kann. Unter die- sen Voraussetzungen kann von einem freien Wettbewerb unter Veranstaltern gar nicht die Rede sein.
Im engen Rahmen dieser gesetzlichen Anforderungen gilt es dennoch, eine möglichst grosse Vielfalt von Programmange- boten zuzulassen. In Regionen beispielsweise, welche auf zwei verschiedenen Zentren ausgerichtet sind, schätzt es die Bevölkerung, Programme aus beiden Zentren empfangen zu können. Dies kann durchaus geschehen, ohne dass der eine oder der andere Veranstalter durch diese Konkurrenz wirt- schaftlich übermässig beeinträchtigt wird.
Zur bisherigen Konzessionierungspraxis des EVED im Re- gionalfernsehbereich ist generell zu sagen, dass die Ent- scheide immer auf gründlichen Abklärungen beruht haben und wohlbegründet sind. Die kommunikationsräumliche Ein- heit und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Versorgungs- gebieten wurden in wissenschaftlichen Studien überprüft, sämtliche Gesuche sind in breit angelegten Anhörungen den betroffenen Kantonen und Konkurrenten sowie weiteren in- teressierten Kreisen unterbreitet worden. Der Bundesrat sieht deshalb keinen Anlass für eine Praxisänderung.
Punkte 1, 3-5 - Points 1, 3-5 Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
Punkt 2 - Point 2 Erklärung des Interpellanten: nicht befriedigt Déclaration de l'interpellateur: non satisfait
95.3123
Interpellation von Felten Lokalradiokonzessionen Basel-Stadt/Baselland
Concessions accordées aux radios locales. Région de Bâle-Ville/Bâle-Campagne
Wortlaut der Interpellation vom 16. März 1995 Ich frage den Bundesrat an:
Warum hat der Bundesrat für die Agglomeration und Re- gion Basel nur zwei Konzessionen ausgeschrieben? Welche Interessen standen dahinter?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass - falls die beiden ausgeschriebenen Konzessionen je an Radio Basilisk und an Radio Raurach gehen - es sich faktisch um zwei Konzessio- nen für eine einzige Station eines in weiten Teilen identi- schen Unternehmens handelt, mithin von privatwirtschaftli- cher Konkurrenz, wie sie für andere Regionen postuliert wird, nicht mehr gesprochen werden kann?
Ist der Bundesrat bereit, aufgrund der neuen Sachlage mindestens eine dritte Konzession auszuschreiben, zumal, da eine im Auftrag des Bakom erstellte Studie der Firma Pro- gnos die Lebensfähigkeit eines dritten Privatsenders in der Nordwestschweiz bestätigt?
Texte de l'interpellation du 16 mars 1995 Je pose les questions suivantes au Conseil fédéral:
de diffusion pour l'agglomération et la région bâloises? Quels étaient les intérêts en jeu?
Pense-t-il lui aussi que si l'on octroie ces deux conces- sions à Radio Basilisk et à Radio Raurach, cela reviendra à donner deux concessions à une seule et même station de ra- dio, appartenant à bien des égards à la même société, et que, par conséquent, on ne pourra plus parler de concur- rence relevant de l'économie privée, telle qu'elle doit s'appli- quer dans d'autres régions?
Est-il prêt, compte tenu de la situation nouvelle, à mettre au concours au moins une troisième concession, d'autant plus que l'étude commandée par l'Ofcom à la société Pro- gnos a confirmé la viabilité d'un troisième diffuseur privé dans le Nord-Ouest du pays?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Danuser, de Dardel, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Jori, Leemann, Leuenberger Ernst, Steiger Hans, Strahm Rudolf (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Bundesrat hat am 31. August 1994 entschieden, im Ge- gensatz zu den anderen grossen Schweizer Agglomeratio- nen, im Einzugsgebiet von Basel-Stadt und Baselland nur zwei Lokalradio-Sendekonzessionen auszuschreiben. For- mal ist es offen, ob die zwei bestehenden Veranstalter oder ob neue Bewerber die Konzession erhalten. Praktisch hinge- gen ist klar, dass an die Konzessionierung für die beiden be- stehenden Sender Radio Basilisk und Radio Raurach ge- dacht wird. Der Konzessionierungsentscheid wird im Juli 1995 erwartet.
Seit der Ausschreibung ist bekanntgeworden, dass Radio Basilisk und Radio Raurach eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen haben. Damit ist eine neue Situation entstan- den. Nicht nur wollen die beiden Stationen ein in weitesten Bereichen - vor allem in der Information - ein weitestgehend deckungsgleiches Programm verbreiten, sie sind nach den letzten Vereinbarungen nun auch technisch, administrativ sowie organisatorisch und insbesondere kapitalmässig ver- flochten. Es ist wahrscheinlich, dass ein Vertreter von Radio Basilisk im Verwaltungsrat von Radio Raurach Einsitz nimmt. Zumindest bei Radio Raurach ist die «BaZ>> als wichtigste Aktionärin beteiligt. Damit könnte im Bereich der Privatradios - und auch darüber hinaus - ein De-facto-Monopol in der Nordwestschweiz entstehen, und das in einer Region, in der es um die Medienvielfalt ohnehin schon schlecht bestellt ist. Diese höchst bedenkliche Mediensituation bedarf der Klä- rung.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Mai 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mai 1995
Ausschlaggebend für den Verzicht auf eine dritte Lokalradio- konzession in der Nortwestschweiz war der starke Wider- stand beider Basler Regierungen und der bestehenden Nordwestschweizer Lokalradioveranstalter.
Interpellation Cavadini Adriano
1660
N
23 juin 1995
sche Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement. Gegen- wärtig werden dort die eingegangenen Gesuche im ordentli- chen Verfahren geprüft. Es ist Sache des Departementes, die von der Interpellantin angeführten Umstände vor den an- stehenden Konzessionsentscheiden in Betracht zu ziehen. 3. Die Weisungen zur Sendernetzplanung werden vom Bun- desrat unabhängig von der aktuellen Lage von einzelnen tä- tigen Lokalradioveranstaltern getroffen, wie aus der Antwort auf die Frage 1 hervorgeht. Deshalb ergibt sich aus einer or- ganisatorischen oder programmlichen Neuausrichtung eines bestehenden Veranstalters auch keine neue Sachlage, was die Ausdehnung der Versorgungsgebiete oder die Anzahl der zu konzessionierenden Veranstalter in der Region Nord- westschweiz betrifft. Im heutigen Zeitpunkt sieht der Bundes- rat aus diesen Gründen keinen Anlass, seine Weisungen vom 31. August 1994 abzuändern.
Erklärung der Interpellantin: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellatrice: partiellement satisfaite
95.3139
Interpellation Cavadini Adriano Empfang der Tessiner Programme in den übrigen Sprachregionen Interpellanza Cavadini Adriano Ricezione della Radio e della Televisione della Svizzera italiana oltre Gottardo
Interpellation Cavadini Adriano Diffusion des programmes tessinois dans les autres régions linguistiques
Wortlaut der Interpellation vom 22. März 1995 Ich fordere den Bundesrat auf:
den Empfang der Programme der Televisione svizzera di lingua italiana (TSI) sowie der Télévision suisse romande (TSR) in der ganzen Schweiz auch künftig zu garantieren. Für S4 ist nach technischen Lösungen zu suchen, die auf keinen Fall auf Kosten der soeben genannten Programme gehen dürfen;
den Empfang des jeweils ersten Radioprogramms der drei Sprachregionen in der ganzen Schweiz zu garantieren. Was ist seit dem Entscheid von 1994 in dieser Hinsicht gesche- hen, und bis wann soll dieser umgesetzt werden?
Testo dell'interpellanza del 22 marzo 1995 Chiedo al Consiglio federale:
Texte de l'interpellation du 22 mars 1995 Le Conseil fédéral est prié de:
faire en sorte que les programmes de la TSI et de la TSR puissent être captés sur tout le territoire de la Confédération, aussi à l'avenir, et que des solutions techniques soient re- cherchées pour S4 de manière à ce que cette chaîne ne soit pas diffusée aux dépens de la TSI et de la TSR;
dire ce qui a été fait jusqu'ici et quel sera le calendrier des mesures qui seront encore prises pour assurer la diffusion des trois programmes radiophoniques sur tout le territoire suisse, conformément aux décisions de 1994.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Carobbio, Comby, Philipona, Pini, Schweingruber (5)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
Con l'entrata in servizio di S4 l'Ufficio federale delle comuni- cazioni intende proporre al dipartimento competente una di- versa ridistribuzione delle frequenze per l'irradiazione dei programmi televisivi della SSR. La soluzione allo studio ga- rantirebbe soltanto alla DRS e alla S4 la copertura totale sul territorio della Confederazione, che non verrebbe più assicu- rata alla TSR e TSI. In particolare, si ipotizza che nella Sviz- zera italiana S4 prenda il posto della TSR; la TSI scompari- rebbe nel Giura, nella regione di Basilea e forse anche a Zu- rigo per gli abbonati non collegati via cavo. Queste proposte dovranno essere ratificate dal Consiglio federale. Tali inten- zioni non possono essere accolte. Se si vuole favorire la re- ciproca comprensione tra le diverse regioni e lingue della Svizzera, tutti i programmi delle tre televisioni (DRS, TSR, TSI) devono essere irradiati su tutto il territorio della Confe- derazione. L'entrata in servizio di S4 non deve servire a ri- durre il raggio di azione della TSI e della TSR. Si cerchino in- vece le soluzioni tecniche che consentano a S4 di essere vi- sta dappertutto. Le minoranze non devono essere penaliz- zate dai programmi di S4.
Lo scorso anno il Consiglio federale aveva deciso di garan- tire la ricezione dei primi programmi radiofonici delle tre re- gioni linguistiche su tutto il territorio nazionale. Fino ad oggi non si sono ancora avuti grandi risultati concreti, segnata- mente per i programmi della Radio Svizzera italiana oltre Gottardo.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Mai 1995 Risposta scritta del Consiglio federale del 24 maggio 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 mai 1995
Il Consiglio federale condivide le preoccupazioni dell'autore dell'interpellanza riguardo alla diffusione della TSI e della TSR. Per quanto riguarda l'impiego dei canali televisivi, la legge federale sulla radiotelevisione (LRTV) si fonda sul prin- cipio secondo il quale tutti e tre i programmi televisivi della SSR destinati alle regioni linguistiche sono diffusi su scala nazionale (art. 28 cpv. 1). Solo in casi eccezionali e con una certa riserva è possibile derogare a tale principio, importante dal punto di vista della politica nazionale. Il Dipartimento fe- derale dei trasporti, delle comunicazioni e delle energie (DF- TCE) fissa le condizioni necessarie a questa deroga.
Tuttavia, il Consiglio federale constata che il nuovo pro- gramma della SSR, Schweiz 4/Suisse 4/Svizzera 4 (S4) e il canale sportivo ad esso integrato dispongono di un grado di copertura insufficiente e non possono essere captati dapper- tutto nelle regioni settentrionali e nord-orientali della Sviz- zera, a causa della mancanza di frequenze disponibili. Oc- corre quindi rimediare a questa situazione. S4 svolge infatti un ruolo particolare nell'ambito della funzione esercitata dalla SSR a favore degli scambi linguistici e della coesione nazio- nale.
Il DFTCE, sulla base dei poteri di cui dispone, ha incaricato le PTT di garantire che S4 abbia un tasso di copertura del 99 per cento entro la fine del 1995. Nelle regioni di monta- gna, la diffusione del canale verrà migliorata grazie ad un po- tenziamento della copertura via etere. Laddove esistono grosse lacune di copertura, in particolare nelle regioni setten- trionali e nord-orientali della Svizzera, il DFTCE verifica se è possibile uno scambio tra uno dei programmi esistenti (TSR e TSI) e S4, tenendo conto delle esigenze specifiche dei can- toni e dei telespettatori interessati.
Uno scambio di canali avrebbe come conseguenza la dimi- nuzione dell'1 per cento del tasso di copertura nazionale del programma di lingua francese TSR entro la fine del 1995 (che passa al 98 per cento) e dell'1 per cento al 2 per cento del programma di lingua italiana TSI (che passa al 97 per cento entro lo stesso periodo di tempo). Il Consiglio federale
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1995
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III
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Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3123
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
1659-1660
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Pagina
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20 025 869
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