1945
Motion des Ständerates (Schüle)
lich ist es eine Frage der Franken, die bezahlt werden müs- sen. Ich muss Ihnen ganz klar sagen, dass die Leute durch die Mehrwertsteuer - wenn Sie später eine solche Umwand- lung vornehmen - bedeutend stärker belastet werden, ob- wohl Sie jetzt vorgeben, sie entlasten zu wollen. Das ist die Konsequenz. Deshalb ist es meines Erachtens nicht richtig. Es ist auch nicht richtig, wenn man sich auf einen Bundesge- richtsentscheid bezieht, der einige Jahre zurückliegt; dieser ist in der Zwischenzeit geändert worden. Das Bundesgericht hat ganz klar entschieden, dass der Gesetzgeber auch auf die Anzahl der Betroffenen Rücksicht nehmen soll. Denn letztlich kann man kein Steuergesetz hundertprozentig ge- recht machen; das ist nicht möglich. Konkubinatspaare sind bis heute immerhin noch nicht die Mehrheit der schweizeri- schen Bevölkerung, sondern es sind etwa 5 oder 6 Prozent. Die meisten Paare sind tatsächlich verheiratet. Wenn Sie die Konkubinatspaare entlasten oder stärker belasten wollen, dann müssen Sie auch sämtliche Alleinstehenden höher be- lasten; anders geht das nicht. Da stossen Sie dann relativ rasch auf Grenzen. Wenn Sie das Ziel erreichen möchten, dann müssen Sie für die Ledigen, für die Unverheirateten, den Steuerbetrag zum Teil um das Zweifache erhöhen. Das ist dann auch nicht möglich.
Der Entwurf zum Bundesgesetz über die direkte Bundes- steuer ist 1983 vom Bundesrat verabschiedet worden. Ich habe im Januar 1984 die zweite Kommissionssitzung erlebt; und im Jahre 1990 sind wir mit der Bearbeitung des Entwur- fes fertig geworden. Gerade die Fragen der Besteuerung der Konkubinatspaare und der Besteuerung der Alleinerziehen- den haben die Kommission sehr intensiv beschäftigt. Am Schluss hat man einen gewissen Kompromiss gefunden. Diesen Kompromiss müssen Sie auch wieder finden. Des- halb bitte ich Sie, hier nicht Entscheidungen zu treffen, die nachher nicht durchzuhalten sind.
Ich bitte Sie, die Motion in ein Postulat umzuwandeln bzw. die Motion abzulehnen.
Abstimmung - Vote Für Überweisung als Motion Für Überweisung als Postulat
73 Stimmen 37 Stimmen
94.3143
Motion des Ständerates (Schüle) Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer Motion du Conseil des Etats (Schüle) Loi federale concernant la taxe sur la valeur ajoutée
Wortlaut der Motion vom 6. Oktober 1994
Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten bis 1996 ein Gesetz über die Mehrwertsteuer vorzulegen, das die Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Systemwechsel berücksichtigt und insbesondere dem Gebot der internatio- nalen Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Wirtschaft Rechnung trägt.
Texte de la motion du 6 octobre 1994
Le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres fé- dérales d'ici à 1996 une loi concernant la taxe sur la valeur ajoutée, loi qui tienne compte des expériences faites lors du changement de système, en particulier de la nécessité de ga- rantir la compétitivité de l'économie suisse.
David Eugen (C, SG) unterbreitet im Namen der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) den folgenden schriftli- chen Bericht:
Beschluss des Ständerates:
Der Ständerat überwies die Motion am 6. Oktober 1994 ohne Diskussion und ohne Opposition.
Der Motionär führte aus, dass die Lösung mit der Kompe- tenzdelegation für die Ausführungsbestimmungen an den Bundesrat aus Zeitgründen gewählt werden musste und ein Provisorium ist. Sie stehe im Widerspruch zum Legalitäts- und Gewaltentrennungsprinzip. Das Parlament habe alles In- teresse daran, dass das befristete Übergangsregime bald ei- ner definitiven Regelung im ordentlichen Gesetzgebungsver- fahren Platz mache. Die vom Bundesrat erlassene und mate- riell bedeutende Verordnung weise in ihrem Entwurf grosse Mängel auf.
Der Bundesrat wünschte sich, dass das Parlament ein sol- ches Gesetz macht. Das Gesetz müsse konsequent sein und ohne Widersprüche, weshalb der Bundesrat die Ausnahmen in der Verordnung auch sehr rigoros handhabt. Diese seien neu in der Verfassung grundsätzlich festgelegt. Er glaube nicht, dass es möglich sei, bis 1996 ein Gesetz über die Mehrwertsteuer vorzulegen. Der Bundesrat sollte auf eine gewisse Erfahrung zurückblicken können. Er sei bereit, die Motion ohne Befristung entgegenzunehmen. Der Initiant erklärte sich bereit, die Befristung «bis 1996» aus dem Motionstext zu streichen.
Erwägungen der Kommission
An ihrer Sitzung vom 21. Februar 1995 lehnte die WAK mit 15 zu 1 Stimmen zuerst die Überweisung des Begehrens als Motion, dann mit 11 zu 7 Stimmen auch die Überweisung als Postulat ab.
In der Diskussion wurde festgestellt, dass der Auftrag an den Bundesrat für die Schaffung eines Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer nicht zweckmässig sei, wenn gleichzeitig das Parlament daran sei, ein solches auszuarbeiten. Die WAK hatte am 10. Januar 1995 die Einsetzung einer Sub- kommission beschlossen, nachdem der Nationalrat am 15. Dezember 1994 der parlamentarischen Initiative Dettling (93.461) Folge gegeben hatte. Die Subkommission hat den Auftrag, ein Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer auszuar- beiten. Als der Initiant seine Motion einreichte, war die Initia- tive noch nicht behandelt.
David Eugen (C, SG) présente au nom de la Commission de l'économie et des redevances (CER) le rapport écrit suivant:
Décision du Conseil des Etats:
Le Conseil des Etats a transmis la motion le 6 octobre 1994, à l'unanimité et sans en avoir délibéré.
L'auteur de la motion a commencé par rappeler que la solu- tion de l'ordonnance, rendue possible au moyen d'une délé- gation de compétence au Conseil fédéral, ne constituait qu'une solution de fortune qui avait à l'époque été dictée par l'urgence. Deux arguments, a-t-il poursuivi, plaident aujourd'hui en faveur d'une loi: d'abord, le principe de la lé- galité et le principe de la séparation des pouvoirs exigent tous deux pour être respectés qu'à la réglementation provisoire actuellement en vigueur soit substitué au plus vite un texte avalisé par le Parlement; ensuite, l'ordonnance du Conseil fédéral contient un certain nombre d'erreurs qu'il importe d'autant plus de corriger qu'il s'agit d'un texte dont l'impor- tance est loin d'être négligeable.
Le Conseil fédéral a pour sa part déclaré qu'il préférerait que la mise sur pied de la loi incombe au Parlement. Insistant sur la cohérence que devrait nécessairement revêtir le texte, il a rappelé que c'est précisément ce souci de rigueur qui l'avait conduit à faire dans l'ordonnance un usage aussi restrictif que possible des exceptions et dérogations, dont le cadre a d'ailleurs été arrêté ultérieurement dans la constitution. Ex- primant par ailleurs son scepticisme quant à la faisabilité d'une telle loi d'ici à 1996, et ajoutant qu'un délai plus long lui permettrait en outre de dresser un bilan plus complet de la
Motion du Conseil des Etats (CdF-CE 94.073)
1946
N
27 septembre 1995
mise en oeuvre du texte actuel, il s'est déclaré prêt à accep- ter la motion à la condition qu'il n'y soit pas fait mention d'un délai impératif. Cette considération a amené l'auteur du texte à supprimer la référence initiale à l'année 1996.
Considérations de la commission
Réunie le 21 février 1995, la CER a rejeté par 15 voix contre 1 une proposition visant à transmettre au Conseil fédéral le texte sous forme de motion, puis par 11 voix contre 7, une proposition visant à le transmettre sous forme de postulat. Ce rejet s'explique notamment par le fait que plusieurs parle- mentaires ont considéré qu'il ne serait guère logique de con- fier au Conseil fédéral le soin de préparer un projet de loi sur la TVA alors même que le Parlement lui-même était en train de travailler à un tel projet: le 10 janvier 1995, en effet, le Conseil national ayant décidé le 15 décembre 1994 de don- ner suite à l'initiative parlementaire Dettling (93.461), la CER avait chargé une sous-commission de rédiger un texte en ce sens. Il faut toutefois préciser que la motion a été déposée avant que l'initiative précitée ait été examinée.
Antrag der Kommission Ablehnung der Motion, auch als Postulat Proposition de la commission Rejeter la motion, même sous forme de postulat
Abgelehnt - Rejeté
95.3073
Motion des Ständerates (FK-SR 94.073) Neues Sanierungsprogramm 1996 Motion du Conseil des Etats (CdF-CE 94.073) Nouveau programme d'assainissement 1996
Wortlaut der Motion vom 9. März 1995
Der Bundesrat wird beauftragt, bis Mitte 1996 ein neues Sa- nierungsprogramm vorzulegen, das folgende Anforderungen erfüllt:
Erfassung und Überprüfung aller künftigen Einnahmen und Ausgaben, insbesondere auch jener für die Sanierung der SBB und die Verselbständigung der Pensionskasse des Bun- des, im Rahmen der Finanzplanung. Das Defizit ist dabei in einer konjunkturellen und einer strukturellen Komponente zu veranschlagen.
Berichterstattung über die mutmassliche Entwicklung der Mehrwertsteuererträge aufgrund der Eingänge 1995.
Vorschläge für echte Sparmassnahmen, die bis zum Jahr 2000 eine Ausgabenreduktion von wenigstens 80 Prozent des strukturellen Defizits, mindestens aber von 2,5 Milliarden Franken durch die Neustrukturierung, den Abbau und den Verzicht von Staatsaufgaben bringen. Dabei sind die Wirkun- gen darzustellen (Lasten- und Kompetenzverschiebungen, neue Belastungen usw.).
Jedes Departement soll zur Erreichung des Sanierungszie- les einen angemessenen Beitrag von in der Regel 3 Prozent des Haushaltvolumens leisten. Zu achten ist dabei unter an- derem auf den Abbau der Normendichte, des Perfektionis- mus, unnötiger Subventionen und auf eine Vereinfachung der Verwaltungsorganisation. Die Budgetierungspraxis und der Finanzausgleich sind umzugestalten (zielorientierte Glo- balbudgets, Konzentration auf den direkten Finanzausgleich) und die ergebnisorientierte Verwaltungsführung zu verstär- ken.
Es ist verfassungsmässig eine institutionelle Schranke vor- zusehen, die die Verschuldung des Bundes stabilisiert bzw. zumindest ab dem Jahr 2001 ein Wachstum der Staatsaus- gaben, das über das Wachstum des BIP hinausgeht, verhin- dert.
Genügen diese Massnahmen nicht, sind Mehreinnahmen vorzuschlagen, eventuell mit stufenmässiger Einführung. Die Mehreinnahmen sind vorwiegend im Bereiche der indirekten Steuern zu suchen und sind auf ihre Wirtschaftsverträglich- keit zu prüfen.
Texte de la motion du 9 mars 1995
Le Conseil fédéral est chargé, d'ici au milieu de 1996, de pré- senter un nouveau programme d'assainissement satisfaisant aux exigences suivantes:
Calculation et réexamen de toutes les recettes futures et les dépenses, en particulier de celles relatives à l'assainisse ment des CFF et à l'autonomie comptable de la Caisse fédé- rale de pension de la Confédération, dans le cadre de la pla- nification financière. Le déficit sera évalué à cet égard en deux composantes, l'une conjoncturelle et l'autre structurelle. - Etablissement d'un rapport sur l'évolution présumée du produit de la taxe sur la valeur ajoutée, en prenant pour base les rentrées de 1995.
Propositions pour de véritables mesures d'économie vi- sant, d'ici l'an 2000, une réduction des dépenses d'au moins 80 pour cent du déficit structurel, mais au minimum 2,5 milliards de francs, en réaménageant, réduisant ou en abandonnant des tâches fédérales. Il y aura lieu de présenter les conséquences des mesures envisagées (transfert de charges et de compétences, charges nouvelles, etc.).
Pour parvenir à l'objectif d'assainissement, chaque dépar- tement doit fournir une contribution raisonnable qui s'élèvera en règle générale à 3 pour cent de l'ensemble du volume du budget. Il conviendra de veiller à cet égard entre autres à éli- miner la densité normative, le perfectionnisme, les subven- tionnements inutiles et à simplifier l'organisation de l'adminis- tration. Il faut transformer la pratique en matière de budgéti- sation et de péréquation financière (budgets globaux ciblés, concentration sur la péréquation financière directe). Enfin, il faut renforcer la gestion des administrations vers un objectif de résultat.
Sur le plan constitutionnel, il y a lieu de prévoir des limita- tions institutionnelles permettant de stabiliser l'endettement de la Confédération en vue d'empêcher, tout au moins dès l'année 2001, une croissance des dépenses étatiques allant au-delà de la croissance du PIB.
Si ces mesures d'assainissement ne suffisent pas, on pro- posera des recettes supplémentaires introduites au besoin graduellement. Les recettes supplémentaires devront être re- cherchées avant tout dans le domaine de la fiscalité indirecte et analysées selon leur impact sur l'économie.
Leuenberger Ernst (S, SO) unterbreitet im Namen der Fi- nanzkommission (FK) den folgenden schriftlichen Bericht:
Der Ständerat hiess am 9. März 1995 die Motion einstimmig gut. Der Bundesrat teilt das Grundanliegen der Motion und beurteilt die Haushaltsanierung unvermindert als prioritäre Aufgabe von Regierung und Parlament. Skeptisch eingestellt ist der Bundesrat indessen gegenüber der Auflage eines vier- ten Sanierungsprogrammes in Folge, das bis Mitte 1996 vor- zulegen wäre.
Der Nationalrat stimmte am 14. März 1995 der Motion der Fi- nanzkommission betreffend Anschlussprogramm zur Besei- tigung des strukturellen Defizits (95.3002) mit 98 zu 51 Stim- men zu. Der Ständerat hat diesen Vorstoss am 15. März 1995 ebenfalls überwiesen.
Erwägungen der Kommission
Die FK-NR ist im Gegensatz zum Ständerat mehrheitlich der Auffassung, dass vorläufig keine punktuellen Sanierungs- massnahmen verlangt werden sollten, sondern dass das Schwergewicht der Haushaltsanierung auf strukturelle Refor- men zu legen ist.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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1995
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Anno
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IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3143
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.09.1995 - 11:00
Date
Data
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