2121
Interpellation Nabholz
Gonseth, Graber, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Gros- senbacher, Gysin, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Hess Otto, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jaggi Paul, Jeanprêtre, Keller Anton, Kern, Kühne, Langenberger, Ledergerber, Lee- mann, Lepori Bonetti, Leu Josef, Leuba, Leuenberger Ernst, Loeb François, Mamie, Maspoli, Mauch Ursula, Maurer, Mei- er Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Miesch, Misteli, Moser, Müller, Nabholz, Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Oster- mann, Perey, Philipona, Poncet, Reimann Maximilian, Rohr, Ruckstuhl, Ruf, Ruffy, Rychen, Sandoz, Savary, Schenk, Scherrer Jürg, Schmid Peter, Schweingruber, Segmüller, Seiler Rolf, Stalder, Stamm Luzi, Steiger Hans, Steiner Ru- dolf, Strahm Rudolf, Stucky, Theubet, Thür, Tschäppät Alex- ander, Vetterli, Vollmer, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss William, Zbinden, Züger, Zwygart (119)
Stimmen nicht - Ne votent pas:
Allenspach, Aregger, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Ber- ger, Bezzola, Bircher Peter, Bischof, Blocher, Borer Roland, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Bundi, Caccia, Campono- vo, Caspar-Hutter, Cavadini Adriano, Cincera, Cornaz, Cou- chepin, de Dardel, David, Dreher, Ducret, Duvoisin, Eymann Christoph, Fasel Hugo, von Felten, Fischer-Hägglingen, Fi- scher-Seengen, Friderici Charles, Früh, Giezendanner, Grendelmeier, Haering Binder, Hämmerle, Hegetschweiler, Herczog, Hess Peter, Hildbrand, Jenni Peter, Jöri, Keller Ru- dolf, Leuenberger Moritz, Maeder, Maitre, Marti Werner, Matthey, Mühlemann, Oehler, Pidoux, Pini, Raggenbass, Rechsteiner, Robert, Rohrbasser, Rutishauser, Scherrer Werner, Scheurer Rémy, Schmid Samuel, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Seiler Hanspeter, Sieber, Singei- sen, Spielmann, Spoerry, Stamm Judith, Steffen, Steinegger, Steinemann, Suter, Tschopp, Tschuppert Karl, vakant I, Wanner, Ziegler Jean, Zisyadis (80)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Frey Claude (1)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
94.3100
Interpellation Nabholz Umweltschutz. Koordination der Entscheidverfahren Environnement. Coordination de la procédure de décision
Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1239 - Voir année 1994, page 1239
Nabholz Lili (R, ZH): Mit Beschluss vom 7. April 1993 hat der Bundesrat seiner Verwaltungskontrolle den Auftrag erteilt, ein Projekt zur Koordination der Entscheidverfahren für bo- denbezogene Grossprojekte durchzuführen. Sosehr nun diese Verfahrensvereinfachung und vor allem die Koordina- tion und die Beschleunigung zu begrüssen sind, so sehr hat es mich aber auch beschäftigt, ob nicht mit der damals zur Diskussion stehenden und heute beschlossenen Konzentra- tionsmöglichkeit die Gefahr einer Aushöhlung des materiel- len Umweltrechtes verbunden sein könnte, indem die Um- weltschutzstellen von Bund und Kantonen ausschliesslich ein Anhörungsrecht haben und kein Mitentscheidungsrecht mehr haben. Das war der Anlass meiner Interpellation vom 14. März 1994.
Die Diskussion kommt insofern jetzt etwas zu spät, als der Bundesrat am 13. September 1995 bekanntlich entschieden hat, die Straffung der Verfahren auf Bundesebene durch das sogenannte Konzentrationsmodell - d. h. ohne Zustim- mungserfordernis des Buwal - durchzuführen. Das heisst mit anderen Worten, dass in Fällen, wo auf Bundesebene bisher mehrere Bewilligungen, insbesondere Rodungsbewilligun- gen, erforderlich waren, ein konzentrierter Gesamtentscheid gefällt wird. Dieser Gesamtentscheid wird von einer Leitbe- hörde getroffen. Das ist die Behörde, welche von der Einrei- chung des Gesuches an bis zur Bewilligung im Hauptverfah- ren die Verantwortung trägt. Sie wird abschliessend ent- scheiden können. Das bedeutet, dass dem Buwal im Bereich der Waldrodungen die einzige Bewilligungskompetenz, die diese Behörde hatte, nämlich Rodungsbewilligungen erteilen zu können, entzogen wird. Das Buwal wird nur noch «eine einlässliche Stellungnahme abgeben können». Äussert es sich im konkreten Falle negativ, so soll «ein eingehendes Dif- ferenzbereinigungsverfahren» eingeleitet werden. Damit ist natürlich das Gleichgewicht zwischen Schutz- und Nutzinter- essen nicht mehr gleicherweise gewahrt, wie wenn man über parallele Verfahren in diesem Bereich verfügt.
Das Beunruhigende an dieser Situation ist, dass das Modell die Fachbehörden nicht nur entmündigt, sondern sie auch marginalisiert. Es geht immerhin um Fachbehörden, welche die Schutzinteressen vertreten. Die einzige ihnen zugestan- dene Kompetenz wird ihnen entzogen, und sie haben nur noch Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. Damit wird das, was der Bundesrat in seiner Antwort auf meine In- terpellation schreibt, nämlich dass das Gleichgewicht zwi- schen Schutz- und Nutzinteressen gewahrt werden soll, de facto aus den Angeln gehoben.
Es besteht aber auch die Gefahr, dass die richtige Anwen- dung des materiellen Rechtes gefährdet ist. Am Schluss ist zu befürchten, dass die Verfahrensvereinfachung effektiv gar nicht erfolgt, sondern sich die zeitlichen Verzögerungen auf einer anderen Ebene ergeben, indem dort mit den Beschwer- deverfahren versucht wird, das zu korrigieren, was im Bewil- ligungsverfahren allenfalls zuwenig gewichtet worden ist. Die Bedenken, die ich in meiner Interpellation anmeldete - die Antworten des Bundesrates zu dieser Interpellation be- friedigten mich nicht voll -, wurden durch den Entscheid des Bundesrates vom letzten Monat eher noch verstärkt. Die in- teressierten Organisationen und Verbände und auch das in- teressierte Publikum werden ein wachsames Auge darauf haben müssen, was nun durch diese Umstellung effektiv passiert. Es ist eine etwas groteske Situation, dass die ein- zige Fachbehörde, die in bezug auf diese Rodungsfragen wirklich die Sachkompetenz hat, hier «ausgehebelt» ist. Wenn man die Nutzerseite damit beauftragt, über den Schutz eines Waldes zu entscheiden, kommt das etwa darauf her- aus, wie wenn man umgekehrt das Buwal damit beauftragen würde, über die Dimension von Staumauern oder die techni- sche Machbarkeit einer Seilbahn zu entscheiden.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je dois simplement corriger certains points de ce qui vient d'être dit. Le souci de Mme Nabholz est que les autorités compétentes soient en mesure de remplir leur fonction. Or, la décision prise par le Conseil fédéral maintient les équilibres entre l'ex- ploitation et la protection de la nature. Elle prévoit effective- ment des moyens de recours qui peuvent, de cas en cas, pro- longer un peu une procédure qui, par ailleurs, aura été rac- courcie, mais surtout, lorsque l'on dit que la seule autorité compétente est écartée de la décision, je pense que ça n'est pas conforme à la volonté exprimée par le Conseil fédéral. Celui-ci a dit que chaque autorité compétente doit être enten- due, doit pouvoir s'exprimer et doit être en mesure de faire valoir son point de vue devant l'autorité qui devra prendre la décision unique.
On a prévu également une procédure spéciale d'élimination des divergences. Il s'agit donc, en l'espèce, de trouver com- ment on peut concilier des avis divergents de l'Office fédéral de l'environnement, des forêts et du paysage, par exemple, et de l'office qui prend la décision. On a même prévu l'hypo-
N 5 octobre 1995
2122
Postulat Leu Josef
thèse où, ces divergences ne pouvant pas être réglées par la discussion entre les intéressés, l'objet serait amené à un plus haut niveau pour procéder à des arbitrages. En plus, les droits de recours existent, non pas pour les offices, mais pour les intéressés. Je pense donc que, du point de vue des crain- tes exprimées, il n'y a pas lieu de se faire trop de souci. La procédure mise en place devrait être bonne.
En outre, je ne pense pas qu'il soit d'usage courant que des décisions prises par une autorité soient contraires au droit matériel. J'imagine quand même que dans l'application du droit matériel toutes les autorités, même si ce ne sont pas celles directement impliquées dans une affaire de protection de l'environnement, doivent appliquer le droit et l'applique- ront correctement.
94.3247
Motion Zisyadis Botschaften des Bundesrates. Wirkungen für die Ärmsten Messages du Conseil fédéral et «effets pour les personnes les plus pauvres»
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1994
Le schéma actuel des messages inclut déjà la possibilité de mentionner, outre les conséquences financières et les effets sur l'état du personnel pour la Confédération, les cantons et les communes, d'autres incidences. La section «Autres ef- fets» permet précisément d'évoquer les répercussions sur la société, les affaires sociales, l'économie, l'écologie, l'aména- gement du territoire et la politique régionale.
L'objectif de la motion peut donc déjà être atteint en vertu du droit actuel, de sorte que, dans les projets pour lesquels un exposé des incidences sur les personnes dans le besoin paraît important, il serait possible d'insérer une section à ce sujet.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat et de le classer étant donné que l'objectif de ce dernier est réalisé.
Le président: M. Zisyadis communique qu'il souhaite main- tenir sa motion.
Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion Dagegen
32 Stimmen 67 Stimmen
Wortlaut der Motion vom 16. Juni 1994 Der Bundesrat wird ersucht, in seine Botschaften an die Bun- desversammlung einen Abschnitt mit dem Titel «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» zu integrieren.
Das Schema zur Gestaltung von Botschaften enthält Ab- schnitte zu den finanziellen und personellen Auswirkungen sowie zu den Auswirkungen auf Kantone und Gemeinden. In dieses Schema könnten auch Auswirkungen anderer Art, zum Beispiel Auswirkungen auf die Umwelt, aufgenommen werden.
Die wachsende Armut und die soziale Ausgrenzung immer weiterer Bevölkerungskreise erfordern eine besondere Auf- merksamkeit. Mit der Aufnahme eines Abschnittes «Positive Auswirkungen für die Bedürftigen» in das Botschaftsschema könnte in den Botschaften des Bundesrates gezeigt werden, welche Rolle einem Gesetz, einem Bundesbeschluss oder einem Entwurf für eine Verfassungsänderung im Kampf ge- gen die Armut zukommt.
Texte de la motion du 16 juin 1994
Le Conseil fédéral est invité dans ses messages à l'Assem- blée fédérale, à intégrer un volet intitulé «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres».
Le schéma pour l'établissement des messages indique les conséquences financières et les effets sur l'état du person- nel, ainsi que sur le plan des cantons et des communes. Ce schéma peut aussi indiquer d'autres conséquences, notam- ment écologiques.
La montée de la pauvreté et de l'exclusion sociale nécessi- tent une attention particulière. En créant automatiquement un volet «Bénéfices retirés par les personnes les plus pauvres», les messages du gouvernement permettront de marquer les effets d'une loi, d'un arrêté ou d'un projet de modification constitutionnelle dans la lutte contre la pauvreté.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Béguelin, Carob- bio, Jeanprêtre, Ruffy, Spielmann, Ziegler Jean (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
94.3267
Postulat Leu Josef Lesbarkeit von amtlichen Texten und Erlassen Textes légaux et administratifs. Lisibilité
Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1994, Seite 1912 - Voir année 1994, page 1912
Leu Josef (C, LU): In meinem Postulat geht es um die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter in der Ge- setzessprache. Es besteht demzufolge durchaus ein Zusam- menhang zum Gleichstellungsgesetz, welches zum Ziel hat, die tatsächlich existierenden Benachteiligungen der Frauen zu beseitigen. In diesem Sinne ist es unbestritten, dass Er- lasse Frauen und Männer gleichermassen ansprechen sol- len. Dies ist ein berechtigtes Anliegen des Leitfadens zur sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter im Deut- schen. Dieser Leitfaden stützt sich auf einen Bericht der Re- daktionskommission vom 22. September 1992, von dem beide Räte in der Herbstsession des gleichen Jahres in zu- stimmendem Sinne Kenntnis genommen haben.
Der vorliegende Leitfaden geht nun aber wesentlich über den zur Kenntnis genommenen Bericht hinaus. Allgemeine Texte der Bundesverwaltung können bezüglich der Vorschläge des Leitfadens nicht mit Rechtstexten verglichen werden. Denn die Sprache von Erlassen hat besonderen Anforderungen zu genügen. Hier muss den Grundsätzen der Klarheit und Prä- zision, der Verständlichkeit, Lesbarkeit und Rechtssicherheit der Vorzug gegeben werden. Die Forderung, die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen grund- sätzlich mit der kreativen Lösung und unter Verzicht auf das generische Maskulinum zu erreichen, lässt sich nicht ohne weiteres verwirklichen, es sei denn auf Kosten anderer An- forderungen, was mit Lesbarkeit, Verständlichkeit usw. be-
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Dans
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1995
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3100
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
05.10.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
2121-2122
Page
Pagina
Ref. No
20 026 144
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