Motion Wyss William
2192
N
6 octobre 1995
Mit Blick auf den Entwurf zu einem neuen Kartellgesetz müs- ste allenfalls die Wettbewerbskommission die in der Motion erwähnten Märkte aufgrund der neuen gesetzlichen Kriterien systematisch untersuchen. Was den Bereich der Landwirt- schaft betrifft, werden die regulierenden Markteingriffe im Rahmen der Agrarreform reduziert, so auch im Brotgetreide- markt. Schliesslich hat der Bundesrat beschlossen, das Aus- fuhrregime für Schrott aus Eisen oder Stahl, welches sich auf das Bundesgesetz über aussenwirtschaftliche Massnahmen abstützt, auf den 1. Juli 1996 aufzuheben.
Die in der Motion dargestellten Probleme werden bereits im Rahmen der Kartellgesetzgebung und der Agrarreform ange- gangen. Andererseits ist die Kartell- bzw. neu die Wettbe- werbskommission für die Beurteilung von kartellähnlichen Absprachen zuständig, d. h., der Bundesrat kann nicht von sich aus alle Kartelle aufheben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
95.3231
Motion Wyss William Übergangskonzept für die neue Milchmarktordnung
Nouvelle réglementation du marché laitier. Formule de transition
Wortlaut der Motion vom 7. Juni 1995 Der Bundesrat wird beauftragt, vor dem Inkrafttreten einer neuen Milchmarktordnung unverzüglich: a. ein gesamtheitliches Übergangskonzept mit den relevan- ten Rahmenbedingungen für alle betroffenen Produktions- und Verwertungsstufen zu schaffen;
b. mögliche Vereinfachungen und Lockerungen im beste- henden, stark bewirtschafteten System rasch einzuleiten. Die Massnahmen sollen sich grundsätzlich an den überge- ordneten Zielsetzungen der schweizerischen Landwirtschaft orientieren.
Texte de la motion du 7 juin 1995
Le Conseil fédéral est chargé de prendre immédiatement les mesures suivantes avant qu'une nouvelle réglementation du marché laitier n'entre en vigueur:
a. élaborer une formule globale de transition tenant compte des conditions-cadres à prendre en considération pour tou- tes les étapes de la production et de la mise en valeur des produits;
b. procéder rapidement à une simplification et à un assou- plissement du système actuel, fortement réglementé.
Ces mesures devront être pour l'essentiel subordonnées aux objectifs supérieurs de notre agriculture.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Binder, Bürgi, Gadient, Hari, Hess Otto, Jaggi Paul, Kühne, Müller, Neuenschwan- der, Rutishauser, Rychen, Schenk, Schmied Walter, Seiler Hanspeter, Weyeneth (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
a. Die bis heute punktuell eingeleiteten Deregulierungsmass- nahmen haben bei den Betroffenen eine grosse Verunsiche- rung und nicht mehr verkraftbare Ertragseinbussen verur- sacht. Der drohende wirtschaftliche Schaden kann nur mit einem geordneten und transparenten Wechsel von der heu-
tigen in eine neue, marktwirtschaftlichere Ordnung aufgehal- ten werden. Massive Preisreduktionen bei gleichbleibenden öffentlich-rechtlichen Aufgaben bei den verbandlichen Ver- wertern können allein mit Strukturverbesserungen nicht auf- gefangen werden. Die Milchproduktion in der Schweiz leistet einen hohen Beitrag zur Erfüllung der standortgebundenen gemeinwirtschaftlichen Leistungen. Die Ursachen in der heu- tigen Verwertungs- und Absatzsituation der Milch sind vielfäl- tiger Natur und sind zu einem wesentlichen Teil durch poli- tische Entscheide und gesamtwirtschaftliche Faktoren her- beigeführt worden (Sparmassnahmen Bund, Wechselkurse, ungenügender Grenzschutz). Die Produzenten haben vielfäl- tige Vorleistungen und Eigenanstrengungen zur Milderung der Situation erbracht. Rascheres Handeln, als es die vorge- sehene neue Milchmarktordnung erlauben würde, ist drin- gend, um die strategischen Ziele der schweizerischen Land- und Milchwirtschaft nicht zu gefährden. Wenn die Agrarpolitik und insbesondere die Milchpolitik einem krassen Wandel un- terzogen sind, gilt es den Vertrauensschutz und die Rechts- sicherheit angemessen zu berücksichtigen.
b. Es sind auf allen Produktionsstufen (inklusive Verwertung) Deregulierungsmassnahmen einzuleiten, die der Verbesse- rung der Wettbewerbsfähigkeit dienen, z. B. Aufhebung der Ortsreserveregelung in den Dorfkäsereien, zusätzlicher freier Verkauf von Käse ab Dorfkäserei im Rahmen privatrechtli- cher Verträge zwischen Unionskäser und Käsehandelsfir- men, Lockerung der Distanzregelungen für Pachtland, Be- triebs- und Betriebszweiggemeinschaften im Rahmen der Milchkontingentierung.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 18. September 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 septembre 1995
Mit dem 7. Landwirtschaftsbericht aus dem Jahr 1992 wurde eine Neuorientierung der Agrarpolitik eingeleitet, welche den Veränderungen im In- und Ausland Rechnung trägt. In einer ersten Etappe zur Umsetzung dieser neuen Politik beschloss das Parlament, die neuen Artikel 31a und 31b als Rechts- grundlage für nichtprodukteabhängige Direktzahlungen ins Landwirtschaftsgesetz aufzunehmen. Damit wurde die Grundlage geschaffen, um die Preis- und Einkommenspolitik vermehrt zu trennen. Der Bundesrat hat dementsprechend in den Beschlüssen zu den Einkommensbegehren 1993 und 1994 verschiedene administrativ festgelegte Preise gesenkt sowie produktegebundene Beiträge schrittweise abgebaut und zum Teil ganz aufgehoben. Im Gegenzug wurden zwecks Einkommenssicherung in den letzten Jahren die Di- rektzahlungen (insbesondere ergänzende Direktzahlungen) laufend heraufgesetzt. Diese stellen einen soliden Sockel für die Bewältigung der Gatt-bedingten Anpassungen und der Herausforderungen im Zuge von freiheitlicheren Marktord- nungen dar.
Nun steht die 2. Etappe des agrarpolitischen Reformprozes- ses bevor. Im Vordergrund steht die Verbesserung der Wett- bewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und der ihr nachgela- gerten Bereiche durch die Anpassung der bis anhin stark staatlich regulierten Marktordnungen. Der Bundesrat wird die entsprechenden Vorschläge im Winter 1995/96 in die Ver- nehmlassung geben, so dass diese im Verlauf des kommen- den Jahres im Parlament beraten werden können. Die vorge- schlagenen Gesetzesanpassungen führen die 1992 eingelei- tete Reform konsequent und umfassend fort und fügen sich in die Zielrichtung einer nachhaltig produzierenden und wett- bewerbsfähigen Landwirtschaft ein.
Die Umstellung auf eine neue Marktordnung - speziell im heute stark regulierten Bereich Milch - benötigt Zeit. Dies um so mehr, als dabei auch ein Mentalitätswechsel stattfinden muss (mehr Selbstverantwortung der Marktteilnehmer, Ver- besserung der Leistungsfähigkeit). Damit sich die Branche auf die neue Situation einrichten kann, muss für einen konti- nuierlichen Übergang gesorgt werden. Dieser läuft in zwei Phasen ab:
Bereits unter den geltenden gesetzlichen Grundlagen sind auf allen Stufen Liberalisierungsschritte zur Verbesserung der
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Motion Epiney
Wettbewerbsfähigkeit einzuleiten. Dementsprechend wurden bereits verschiedene Massnahmen getroffen, und weitere werden folgen.
Auf Stufe Produktion hat der Bundesrat beispielsweise die geltende Distanzregelung bei Übernahme eines zweiten Be- triebes gelockert, so dass nun eine Kontingentszusammenle- gung über die Distanz von 10 Kilometern möglich ist. Es wird gegenwärtig auch geprüft, ob die geltenden gesetzlichen Be- stimmungen ähnliche Lockerungen bei Flächenänderungen und bei der Bildung von Betriebszweig- und Betriebsgemein- schaften gestatten.
Auf Stufe Verwerter wurden beispielsweise die Bestimmun- gen zur Herstellung neuer Käsesorten und die Regelung der Ortsreserve in den Dorfkäsereien gelockert. Die geltenden gesetzlichen Grundlagen verhindern teilweise weitere Libe- ralisierungsschritte. So würde die gänzliche Aufhebung der erwähnten Ortsreserveregelung (für den Ortsverkauf von der Ablieferungspflicht befreite Käsemenge) gegen das Bundes- gesetz über die Käsevermarktung verstossen. Zudem wür- den die einzelnen Käsefabrikanten - in einem geschützten Markt - nur die lukrativen Inlandverkäufe tätigen, die übrigen, verlustbringenden Geschäfte aber weiterhin der Käseunion überlassen.
Auf Stufe Handel wurde mit der Neueinführung der Vertrags- produktion, der Segmentierung des Angebotes und der Libe- ralisierung der Vorverpackung mehr Rücksicht auf die Markt- bedürfnisse genommen. Gegenwärtig wird als wichtiger Schritt zur Übernahme von mehr Selbstverantwortung ge- prüft, ob der Käse schon beim Kauf ab Käserei ins Eigentum des Händlers übergehen soll und nicht wie bisher erst im Zeitpunkt des Verkaufs an die Wiederverkäufer.
Zusammenfassend lässt sich feststellen:
Ein Übergangskonzept für die Umsetzung der neuen Milch- marktordnung ist vorbereitet. Der Bundesrat wird sich dazu im einzelnen im Rahmen der Vernehmlassung zur 2. Etappe der Agrarreform äussern.
Gestützt auf die heute geltende Gesetzgebung wurden be- reits Liberalisierungsmassnahmen getroffen, und weitere werden folgen.
Den übergeordneten Zielsetzungen für die Landwirtschaft wird auch während der Übergangszeit Rechnung getragen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
95.3141
Motion Epiney Aufwertung der Wasserkraft Valorisation de l'énergie hydroélectrique
Wortlaut der Motion vom 22. März 1995
Ich fordere den Bundesrat auf, im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte einen Entwurf zu unterbreiten, der folgende Punkte berück- sichtigt:
die Erhöhung des Wasserzinsmaximums;
eine Abstufung des Wasserzinsmaximums aufgrund der Kapazität der jeweiligen Anlage, mittels eines Speicherbek- kens Spitzenenergie zu produzieren;
eine Kompetenzdelegation an den Bundesrat mit dem Ziel, den Elektrizitätsmarkt schrittweise zu liberalisieren und als Folge davon das von den eidgenössischen Räten festgelegte Wasserzinsmaximum mittelfristig aufzuheben.
Texte de la motion du 22 mars 1995
Le Conseil fédéral est invité à proposer, dans le cadre de la révision de la loi fédérale sur l'utilisation des forces hydrauli- ques, des modifications portant sur:
une augmentation du montant maximal de la redevance; 2. une differentiation du montant maximal de la redevance selon la capacité d'un aménagement à fournir une énergie de pointe grâce au bassin d'accumulation;
une délégation de compétences au Conseil fédéral afin de libéraliser progressivement le marché de l'électricité et, par conséquent, de supprimer à moyen terme le montant maxi- mal de la redevance fixée par les Chambres fédérales.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Caccia, Cavadini Adriano, Comby, Darbellay, Dettling, Hildbrand, Lepori Bonetti, Ma- mie, Schmidhalter, Zwahlen (10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Produire du courant électrique d'origine hydraulique repré- sente une activité coutumière dans ce pays, berceau des bar- rages d'accumulation pour l'énergie d'hiver.
Mais produire ne suffit pas, encore faut-il être capable de transporter et de commercialiser aux meilleures conditions le courant.
L'industrie électrique suisse n'a pas attendu l'adhésion à l'Union européenne pour prendre la direction du réseau élec- trique européen qui est interconnecté depuis de nombreuses années.
Le prix de l'énergie est donc fixé depuis longtemps en fonc- tion d'un marché très vaste fait d'échanges d'excédents. La fixation artificielle du montant des redevances dues aux col- lectivités apparaît dès lors comme un anachronisme qu'il convient de corriger selon le principe de la libre entreprise.
Tant l'augmentation des redevances que la différenciation de prix entre énergie de pointe issue des aménagements hydro- électriques et énergie en ruban d'origine essentiellement nu- cléaire se justifient pleinement en particulier pour les motifs suivants.
Sur le plan légal, l'adoption des articles 24bis alinéa 6 et 24octies alinéa 1er de la Constitution fédérale tout comme l'introduction des débits résiduels dans les cours d'eau ou la législation sur la protection de l'environnement appellent une valorisation de cette énergie propre, sûre et renouvelable, ainsi qu'un traitement particulier.
Sur le plan économique, le montant maximal des redevan- ces n'a pas subi d'adaptation depuis 1985 et surtout n'a ja- mais suivi - et de loin pas - le cours des salaires et du niveau de vie. En augmentant par exemple de 54 à 80 francs le kilo- watt, comme le proposent les cantons alpins, on ne renchérit le prix du kilowattheure que de 3 pour cent, soit environ 0,44 centime pour des recettes de l'ordre de 270 millions de francs (y compris le supplément pour qualité).
Au niveau énergétique, en stockant en été l'eau néces- saire pour produire en hiver du courant de pointe en fonction de la demande, les cantons alpins facilitent l'échange du courant en ruban produit par les centrales nucléaires suis- ses.
Avec l'abondance sur le marché du courant continu, le sec- teur électrique indigène ne pourrait guère s'introduire sur le marché européen à la lumière des coûts helvétiques. L'éner- gie nucléaire tire donc un profit évident de pouvoir échanger de l'énergie de pointe, rare et chère, contre de l'énergie en ruban en suffisance sur le marché.
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1995
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Herbstsession
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Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3231
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Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1995 - 08:00
Date
Data
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20 026 176
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