N 6 octobre 1995
2240
Interpellation Schmied Walter
95.3305
Interpellation Gadient Arbeitsteilung zwischen Tal- und Bergbauern Paysans de montagne et de plaine. Répartition des tâches
Wortlaut der Interpellation vom 22. Juni 1995
Der Bund zieht sich bekanntlich mit der neuen Agrarpolitik immer mehr aus der Produkteverwertung zurück und über- lässt diese dem Markt. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass die Produktion an den günstigsten Standorten viel interes- santer wird als in Gebieten mit erschwerten Bedingungen. Damit werden die schwierigeren Gebiete immer mehr aus der Produktion verdrängt.
Längerfristig wird jedoch die Berglandwirtschaft ihre wichti- gen Funktionen (Pflege der Landschaft und Besiedlung) nur erfüllen können, wenn neben den unbestrittenen Direktzah- lungen auch ein angemessenes Produktionsvolumen in die- sen Gebieten erhalten bleibt.
Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass darum
die Arbeitsteilung zwischen Tal- und Bergbetrieben unbe- dingt erhalten oder noch ausgebaut werden muss;
die beiden heute noch bestehenden Massnahmen (Zu- satzkontingente und Mastremontenbeiträge) unverändert beibehalten werden sollen?
Dies vor allem auch darum, weil beide Instrumente eindeutig regionalpolitisch motiviert und damit absolut Gatt/WTO-kon- form sind.
Texte de l'interpellation du 22 juin 1995
La Confédération délaisse de toute évidence la commerciali- sation des produits qui, de plus en plus, est gérée par les lois de l'offre et de la demande. Fatalement, cette nouvelle politi- que agricole avantage sensiblement les régions dans les- quelles la production est plus facile, évinçant de plus en plus les régions qui connaissent des conditions de production plus difficiles.
A plus long terme, l'agriculture de montagne ne peut remplir ses tâches (maintien du paysage et occupation du territoire) que si ces régions continuent à assurer un volume de produc- tion approprié, indépendamment des paiements directs qu'elles perçoivent.
Je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes:
N'est-il pas d'avis que la répartition des tâches entre les exploitations de plaine et de montagne doit absolument être maintenue, voire étendue?
Estime-t-il également que les mesures existantes (contin- gents supplémentaires et contributions pour animaux de re- nouvellement destinés à l'engraissement) doivent être main- tenues sans être modifiées?
Ces deux instruments, qui relèvent indubitablement de la politique régionale, sont absolument compatibles avec les Accords du Gatt/OMC.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Bezzola, Binder, Bürgi, Columberg, Darbellay, Engler, Epiney, Eymann Chri- stoph, Frainier, Hari, Hess Otto, Jäggi Paul, Kühne, Leu Josef, Maurer, Müller, Philipona, Reimann Maximilian, Rohr- basser, Ruckstuhl, Rutishauser, Rychen, Savary, Schenk, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Schweingruber, Seiler Hanspeter, Wanner, Weyeneth, Wittenwiler, Wyss William (34)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. September 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 septembre 1995
Für die Landwirtschaft gewinnen Schutzfunktion und dezen- trale Besiedlung gegenüber der Produktion von Nahrungs- mitteln im Berggebiet noch mehr an Gewicht als im Talgebiet. Die Beibehaltung von Produktionsmöglichkeiten bleibt auch im Berggebiet eine wichtige Voraussetzung für Beschäfti- gung und Einkommenssicherung.
Die Nachteile, die diesen Gebieten aus den erschwerten Pro- duktionsbedingungen erwachsen, werden mit Direktzahlun- gen ausgeglichen. Dies ermöglicht es den Bergbetrieben, die Produktion trotz Standortnachteilen aufrechtzuerhalten.
Die Zusatzkontingente schaffen einen wirksamen Anreiz, da- mit die Arbeitsteilung zwischen Berg- und Talgebiet bei der Aufzucht beibehalten wird. Entsprechend beabsichtigt der Bundesrat, diese Massnahmen im Rahmen der neuen Agrar- politik weiterzuführen.
Ein wesentliches Element der Reform der Agrarpolitik be- steht darin, Preisstützung und produktegebundene Beiträge zu reduzieren, um der Tendenz zur Intensivierung der Land- wirtschaft entgegenzuwirken. Diese besteht trotz vergleichs- weise ungünstigen Produktionsbedingungen auch im Berg- gebiet. Die Mastremontenbeiträge sind eine typische Form von produktegebundenen Beiträgen, welche einen Intensi- vierungsanreiz schaffen. Am 5. Dezember 1994 hat der Bun- desrat deshalb beschlossen, die Mastremontenbeiträge nur noch bis Ende 1995 auszurichten. Die Kompensation erfolgt auch im Berggebiet durch die neuen Direktzahlungen nach den Artikeln 31a und 31b des Landwirtschaftsgesetzes, die nicht an die Produktion gebunden sind.
Erklärung der Interpellantin: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellatrice: partiellement satisfaite
95.3323
Interpellation Schmied Walter Monopol der Grossverteiler Monopole des grands distributeurs
Wortlaut der Interpellation vom 23. Juni 1995 Gegen 75 Prozent der von den rund 100 000 Landwirten in unserem Land hergestellten Güter gelangen über zwei Grossverteiler in den Detailverkauf. Die Bevölkerung ist also einer Konzentration ausgesetzt, die man in diesem Ausmass nur in der Schweiz kennt.
Wir stellen dem Bundesrat folgende Fragen:
Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass die Grossverteiler im Begriffe stehen, sich im Detailhandel eine gefährliche Mo- nopolstellung zu verschaffen?
Ist er nicht der Ansicht, dass eine solche Machtkonzentra- tion die Sicherheit des nationalen Verteilernetzes in besorg- niserregendem Ausmass gefährdet? Kann er angesichts ei- ner solchen Situation in einer grösseren Krise die Garantie für eine ausreichende Versorgung der gesamten Bevölke- rung immer noch garantieren (zu denken ist z. B. an eine Streikbewegung in einer Grossverteilerfirma, an eine Erdöl- krise)?
Welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat zu prüfen, um den kleinen Detailhandelsgeschäften des Nahrungsmit- telsektors wieder eine echte Chance zu geben?
Texte de l'interpellation du 23 juin 1995
Près de 75 pour cent des marchandises produites par quel- que 100 000 paysans sont vendues aux consommateurs par l'entremise de deux grands distributeurs. La population est ainsi tributaire d'une concentration que seule la Suisse con-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Gadient Arbeitsteilung zwischen Tal- und Bergbauern Interpellation Gadient Paysans de montagne et de plaine. Répartition des tâches
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1995
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IV
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Herbstsession
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Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
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Nationalrat
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Conseil national
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Consiglio nazionale
Sitzung
13
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Seduta
Geschäftsnummer 95.3305
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Datum
06.10.1995 - 08:00
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2240-2240
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