Interpellation Zbinden
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Interpellation Zbinden Musikfernsehsender MTV. Empfangshindernisse Chaîne musicale MTV. Arrêt de la diffusion par câble
Wortlaut der Interpellation vom 21. Juni 1995
Der amerikanische Musikfernsehsender MTV (Viacom) ist - das zeigen Umfragen auf - für die Jugendlichen einer der at- traktivsten Programmanbieter in unserem Lande. Seine Sen- dungen sind - was bei uns eher rar ist - witzig, schräg, skurril und geistreich.
Nun tragen sich die Kabelbetreiber mit der Absicht, diesen Sender aus ihrem Angebot zu streichen und durch einen ent- sprechenden deutschen Sender zu ersetzen (Viva). Denn MTV verlangt in Zukunft pro empfangenden Haushalt eine Gebühr (5 Rp./Mt.), die den Kabelbetreibern rund 1,3 Millio- nen Franken pro Jahr an Kosten bringt. Viva hingegen ist gratis. Die Umrüstung für den Satellitenempfang ist für die Jugendlichen recht teuer.
Auch wenn viele Erwachsene kaum einen Zugang zu diesem Sender finden: Für die zeitgenössische Kultur der Jugendli- chen ist er von Bedeutung. In diesem Sinne ist er auch ein Stück weit von öffentlichem Interesse: im Sinne von Minder- heitskulturen.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Bundesrat:
Welche Bedeutung schreibt der Bundesrat diesem Sender im Hinblick auf die Kultur der Jugendlichen zu (16- bis 24jährige TV-Zuschauer und -Zuschauerinnen)?
Wie beurteilt er die Massnahmen der Kabelbetreiber aus minderheitspolitischer Sicht?
Sieht er Möglichkeiten, in irgendeiner Weise diesen Sen- der für die Jugendlichen zu erhalten (Stichworte: Jugend- und Kulturförderung/Vorsprache bei Kabelbetreibern)?
Was meint der Bundesrat letztlich zur zunehmenden Kom- merzialisierung der Kulturangebote generell?
Texte de l'interpellation du 21 juin 1995
La chaîne musicale américaine MTV (Viacom) est l'une des chaînes de télévision les plus appréciées des jeunes Suis- ses, plusieurs sondages le prouvent. Ses émissions sont vi- vantes, cocasses, burlesques et pleines d'esprit, ce qui est plutôt rare dans notre pays!
Or, les exploitants de réseaux câblés envisagent d'abandon- ner la diffusion de MTV et de la remplacer par une chaîne al- lemande (Viva) spécialisée dans le même type de program- mes. Cette décision s'explique par le fait que MTV compte percevoir désormais auprès de chaque ménage une taxe de 5 centimes par mois qui entraînera une charge financière d'environ 1,3 million de francs par an pour les exploitants de réseaux câblés. Viva, en revanche, est gratuite. Mais il faut savoir que les changements d'installation à effectuer pour la réception par satellite sont très coûteux pour les jeunes. Même si les programmes proposés par MTV sont d'un accès difficile pour de nombreux adultes, ils sont en prise sur le mode de vie des jeunes et présentent à ce titre un intérêt cul- turel indéniable. De par la contribution qu'elle apporte à la culture des minorités, cette chaîne sert, d'une certaine façon, l'intérêt public.
Au vu de ce qui précède, j'invite le Conseil fédéral à répondre aux questions suivantes:
Quelle importance accorde-t-il à cette chaîne, eu égard à l'intérêt qu'elle présente pour la culture des jeunes (téléspec- tateurs de 16 à 24 ans)?
Quelle incidence ont, à son avis, les mesures prises par les exploitants de réseaux câblés, considérées du point de vue de l'intérêt des minorités?
Le Conseil fédéral voit-il un moyen de maintenir, d'une ma- nière ou d'une autre, la diffusion de cette chaîne auprès des
jeunes (possibilités d'action: mesures relevant de l'aide à la jeunesse ou de l'aide à la culture; démarches auprès des ex- ploitants de réseaux câblés)?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 23. August 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 août 1995
MTV hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz und weltweit ein festes Stammpublikum unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgebaut. Damit entspricht der Sender einem Bedürfnis dieser Altersgruppe und prägt mit seiner Machart die Vermittlung moderner Musik. In diesem Marktsegment werden zusehends auch andere Veranstalter tätig
Die Kabelnetzbetreiber sind - abgesehen von hier nicht re- levanten Ausnahmen nach den Artikeln 42 und 47 des Ra- dio- und Fernsehgesetzes (RTVG) - in der Gestaltung ihrer Programmpalette weitgehend frei. Insbesondere kann einem Kabelnetzbetreiber nach geltendem Recht nicht vorgeschrie- ben werden, welche ausländischen Programme weiterzuver- breiten sind, sofern diese nicht terrestrisch verbreitet werden und unverschlüsselt sind. Die Beziehungen zwischen den Programmveranstaltern und den Kabelnetzbetreibern sind privatrechtlicher Natur und unterliegen der Privatautonomie. Über die Bedürfnisse der Konsumenten hat sich der Betrei- ber selber ins Bild zu setzen. Die Handels- und Gewerbefrei- heit verbietet hier staatliche Eingriffe ohne gesetzliche Grundlagen. Eine solche fehlt im RTVG zur Erreichung des in der Interpellation anvisierten Ziels.
Wie erwähnt lässt das RTVG den Behörden keinen Spiel- raum für Interventionen zugunsten eines ausländischen ver- schlüsselten Programms. Vielmehr liegt es an den Konsu- menten, den Kabelnetzbetreibern darzutun, dass die Auf- schaltung eines bestimmten Senders einem echten Bedürf- nis entspricht. Zudem ist festzuhalten, dass MTV den Betrieb nicht aufgegeben hat und auch durch Private direkt ab Satel- lit empfangen werden kann. Im weiteren ersetzen die Ka- belnetze das Programm durch einen ähnlichen - europäi- schen - Sender.
Die Globalisierung und Liberalisierung der Medienmärkte und allgemein die Verknappung der Mittel setzen die Kultur- angebote zweifellos unter einen gewissen kommerziellen Druck. Damit geht auch eine Veränderung des Kulturbegriffs und dessen Inhalts einher. Diese Entwicklung ist nicht bloss negativ zu werten.
Das RTVG geht von einem Leistungs- und Kulturauftrag der elektronischen Medien und insbesondere der SRG aus. Ge- rade die SRG ist angesichts der Gebührenfinanzierung den Marktmechanismen nicht schutzlos ausgesetzt und vermag in ihrer Rolle als Service public eigene Akzente zu setzen und Entwicklungen zu beeinflussen.
Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1995
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.3287
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.10.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
2249-2249
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