Agence de coopération culturelle et technique
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E 2 octobre 1995
B. Bundesbeschluss über die Übernahme der Kosten für den baulichen Unterhalt des Centre William Rap- pard (CWR)
B. Arrêté fédéral concernant la prise en charge de l'en- tretien périodique du Centre William Rappard (CWR)
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes
27 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Nationalrat - Au Conseil national
95.032
Agence de coopération culturelle et technique (ACCT). Beitritt
Agence de coopération culturelle et technique (ACCT). Adhésion
Botschaft und Beschlussentwurf vom 3. Mai 1995 (BBI III 609) Message et projet d'arrêté du 3 mai 1995 (FF III 593)
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Iten Andreas (R, ZG), Berichterstatter: Die Agence de co- opération culturelle et technique (ACCT) wurde 1970 im Staate Niger durch Vertreter von 21 Regierungen gegründet. Das Übereinkommen und die Charta, die bei dieser Gelegen- heit unterzeichnet wurden, bilden die völkerrechtliche Grund- lage der ACCT. Das Ziel der Agence besteht darin, die Kultu- ren der Mitgliedstaaten zu fördern und zu verbreiten und ihre gegenseitige kulturelle und technische Zusammenarbeit an- zuregen und zu festigen. Dafür wurde die Agence geschaf- fen, die insgesamt 200 Leute beschäftigt, die Hälfte an ihrem Sitz in Paris. Sie zählt 6 Generaldirektionen und eine Gene- raldelegation. Diese Direktionen befassen sich mit Politik und Planung, Erziehung und Ausbildung, technischer Zusam- menarbeit und wirtschaftlicher Entwicklung, Kultur und Kom- munikation, dem Spezialprogramm für Entwicklung, aber auch mit der juristischen und gerichtlichen Zusammenarbeit. Es geht um die Förderung der Demokratie in den Entwick- lungsländern, aber auch um die Kaderausbildung von Be- rufsleuten. Es werden Experten vermittelt, Erziehung, Bil- dung und entsprechender Studentenaustausch stehen an vorderster Stelle. Die Botschaft gibt einen guten Überblick über Ziele und Aktivitäten.
Die ACCT ist die einzige intergouvernementale Organisation der Frankophonie; es gibt keine ähnliche Organisation, an der Vertreter der anderen schweizerischen Landessprachen teilnehmen könnten. Die Schweiz ist seit 1989 Vollmitglied des Gipfels der Staats- und Regierungschefs, denen die fran- zösische Sprache gemeinsam ist - des sogenannten Franko- phonie-Gipfeltreffens -, aber sie ist nicht Mitglied der Agen- tur, die das Hauptumsetzungsorgan der Beschlüsse des Gip- fels ist. Damit kann die Schweiz bei sehr zentralen Fragen nicht mitreden und nicht gestaltend eingreifen, obwohl sie heute schon bei einzelnen Programmen der Agence enga-
giert ist. Dieser Status wird als Anomalie empfunden. Die Vorlage soll diese beseitigen und die Beziehungen zur Fran- kophonie normalisieren.
Der Beitritt der Schweiz zur Agence hat eine aussen- und eine innenpolitische Dimension: Aussenpolitisch könnte die Schweiz ihren Standpunkt über die Ausrichtung der Zusam- menarbeit der frankophonen Länder und der Frankophonie im allgemeinen besser darstellen. Dazu gehören eigenstän- dige Positionen, die ein gewisses Gegengewicht gegen die Vorherrschaft Frankreichs darstellen. Die ACCT ist in Gebie- ten tätig, die Prioritäten unserer Aussenpolitik entsprechen, so in der Entwicklungszusammenarbeit, bei der Förderung des Rechtsstaates, in Kultur und Erziehung, aber auch in der wirtschaftlichen Partnerschaft.
Die Agence betreibt auch eine multilaterale Fernsehkette, TV5. Die SRG ist daran beteiligt; die Schweiz bezahlt einen Neuntel des Budgets und verfügt demgemäss über einen Neuntel der Sendezeit. Der SRG ist freigestellt, was sie sen- den will. Einmal im Tag werden Nachrichten und Beiträge un- ter dem Titel «Temps présent» gesendet. Die Schweiz wird dadurch in den frankophonen Ländern besser zur Kenntnis genommen.
Die ACCT und die Frankophonie bilden für uns einen zusätz- lichen internationalen Handlungsrahmen, wo eigene Anlie- gen und Vorschläge vorgebracht werden können. Das war schon bisher teilweise möglich, wird aber durch den Beitritt zur ACCT enorm verbessert. Es wurde in der WBK mit Recht darauf hingewiesen, dass wir alle internationalen Kanäle be- nützen und uns überall integrieren sollten, wo es die innen- politische Lage gestatte; immer unter dem Aspekt, dass Auf- wand und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen müssen.
Herr Staatssekretär Kellenberger, der die Vorlage in der Kommission vertrat, konnte uns trotz einigen kritischen Hin- weisen aus der Kommission über mangelnde Effizienz und fraglichen Mitteleinsatz überzeugen, dass der Nutzen für die Schweiz gegeben ist. Für die Romandie ist es wichtig, dass die frankophone Zusammenarbeit ausgebaut wird. Die Fran- kophonie kann zum Beispiel wichtige Dienste leisten, wenn es darum geht, das internationale Genf zu stärken und zu för- dern. Die Vorlage ist also auch innenpolitisch betrachtet von Bedeutung.
Ein staatspolitisch wichtiger Gedanke soll hier eingebracht werden: Wenn davon die Rede ist, dass mit einer solchen Vorlage der französisch sprechenden Schweiz entgegenge- kommen werde, dann ist das zu korrigieren, denn dies ist eine falsche Betrachtungsweise. Es wird nicht einer Minder- heit ein Geschenk verteilt oder gar «un petit sucre pour les romands» - wie sich Gilles Petitpierre in der WBK aus- drückte -, sondern es erwächst damit der ganzen Schweiz ein Vorteil, sofern wir dazustehen, dass unser Land nur durch seine Sprachenvielfalt das ist, was es ist. Die oft leicht gönnerhaft klingende Wendung, man müsse etwas für die Minderheit tun, sollten wir gerade bei solchen Beschlüssen vergessen, denn was ein Vorteil für eine Sprach- und Wirt- schaftsregion ist, gereicht dem Land als Ganzem zum Be- sten. Unser Vorteil ist die Mehrsprachigkeit. Wir haben damit verschiedene Brücken in die Welt. Über die Brücke der Fran- kophonie und die Mitarbeit in der Agence gelangen wir in den französischen Sprachraum, vergrössern und verbessern die Internationalität und können mit Sympathie von seiten der frankophonen Länder rechnen. Das ist im gegenwärtigen Zeitpunkt der bilateralen Verhandlungen nicht unerheblich. Der Beitritt zur ACCT dient also nicht nur der Romandie, der er ein besonderes Anliegen ist, sondern dem ganzen Land. Da wir ein mehrsprachiges Land sind, müssen wir die Vor- teile nutzen, die sich uns so bieten. Es gehörte schon immer zur Staatskunst der Schweiz - die Geschichte liefert ein- drückliche Beweise -, uns mit dem fremdsprachigen Ausland zu verbünden. Heute, wo die Reichweite grösser geworden ist, können wir die ACCT als gutes Vehikel für weltweite Be- ziehungen vor allem zu den afrikanischen Ländern, aber etwa auch - dies als Beispiel - zu Kanada benützen. Die Reichhaltigkeit der Aktivitäten der ACCT bietet der Schweiz viele zusätzliche Chancen.
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Die 4 Millionen Franken, die die Schweiz mit dem Beitritt auf- zuwenden hat, sind unter verschiedenen Aspekten berechtigt und gut angelegt. Der Betrag wird ab 1996 der Politischen Di- rektion des EDA angelastet. Im Finanzplan 1996 bis 1998 wurde ein Betrag zwischen 4,6 und 4,7 Millionen Franken re- serviert.
Die Botschaft enthält alle einschlägigen Ausführungen zu den finanziellen Auswirkungen des Beitritts. Es kann hier also auf eine detaillierte Darstellung verzichtet werden.
Immerhin ist interessant, dass TV5 rund 5 Millionen Franken kostet, wovon die SRG 4 Millionen Franken trägt; 1 Million Franken figurieren im Budget des EVED. Auch die Kantone beteiligen sich mit 78 000 Franken an der Frankophonie.
Herr Cavadini Jean war als Präsident der Erziehungsdirekto- renkonferenz vier Mal bei Gipfeltreffen dabei. Er konnte in der Kommission einige kritische Hinweise anbringen und uns aus eigener Erfahrung informieren.
Die Frankophonie wird stark von Frankreich dominiert; es kann seine politischen Vorstellungen dort einbringen. Es ist deshalb gut, wenn auch Länder wie die Schweiz mit dabei sind. Weil das Konsensprinzip gilt, kann Frankreich weder die Schweiz noch andere Länder überfahren. Als Vollmitglied bei der ACCT steigen die Möglichkeiten der Schweiz, bei po- litischen Fragen Einfluss zu nehmen. Für die Schweiz selbst ist die Frankophonie kein politisches Instrument, sondern ein Instrument der Zusammenarbeit auf der Basis der gemeinsa- men französischen Sprache. Die Schweiz schliesst politische Stellungnahmen nicht aus, aber sie müssen im Zentrum der eigenen Anliegen sein.
Ich fasse zusammen:
Die Schweiz muss in der aktuellen Situation der internatio- nalen Verhandlungen jede Möglichkeit ergreifen, den Hand- lungsrahmen zu erweitern.
Über die ACCT erhält sie Einfluss und Ausstrahlung in die frankophonen Länder.
Auch wenn der Beitritt vor allem ein Anliegen der welschen Kantone ist, so dient er doch der ganzen Schweiz.
Ich beantrage im Nahmen der einstimmigen WBK die An- nahme des Beschlussentwurfes und die gleichzeitige Ab- schreibung der auf der Titelseite aufgeführten Postulate Roth und Comby.
Cavadini Jean (L, NE): L'excellent rapport de notre président de la commission me dispense de plusieurs commentaires que j'aurais certainement apportés, et je me limiterai à quel- ques remarques.
La Confédération suisse est un pays francophone, comme elle est un pays germanophone ou italophone. Cette consta- tation pose la question de notre appartenance à la franco- phonie dont la seule organisation intergouvernementale est l'Agence de coopération culturelle et technique (ACCT), créée il y a d'ailleurs 25 ans. Après avoir hésité sur la forme à donner à notre adhésion, le Conseil fédéral franchit le pas et propose d'approuver l'adhésion de la Suisse à l'ACCT. Nous approuvons cette démarche qui conclut une réflexion de près de dix ans. Nous souhaitons donc nous limiter à trois remarques:
mes audiovisuels ou à des problèmes de communication. Voilà pour la signification extérieure de notre politique.
En conséquence, nous souscrivons à ce projet qui ne consti- tue pas un avantage qui serait consenti, en l'occurrence à la Suisse romande, à une partie du pays, mais bien un engage- ment pris par une nation dans une organisation internationale dont elle peut aussi tirer certains avantages.
Cotti Flavio, conseiller fédéral: Le rapport de M. Iten Andreas était complet et je ne voudrais pas répéter ce qu'il a dit de ma- nière très précise et convaincante. Mais qu'il me soit tout de même permis de rappeler que l'ACCT est la seule organisa- tion intergouvernementale de la francophonie. Elle a pour but de développer une activité de coopération multilatérale entre les très nombreux pays membres dans des domaines tels que la langue, la culture, la communication, l'Etat de droit, la formation, l'éducation, donc des domaines qui intéressent de manière directe la Suisse et sa politique étrangère. Il était tout de même assez étrange de constater que la Suisse, qui participe à part entière aux sommets de la francophonie de- puis plusieurs années, ne fasse pas partie de cette structure qui soutient la francophonie et ses projets, sur le plan logisti- que, de manière stable et durable.
Cette anomalie se révèle d'autant plus étrange qu'un seul pays, le Cap-Vert, reste à l'heure actuelle en dehors de l'ACCT. La Belgique n'en fait pas partie, mais la commu- nauté française de Belgique en fait partie. Je reprends les af- firmations de MM. Iten Andreas et Cavadini Jean: pour nous, ce n'est pas la Suisse romande ou quelques cantons de la Suisse romande qui font partie ou feront partie de l'ACCT, c'est la Suisse toute entière. Cet élément marque notre réa- lité qui veut être - vous l'avez dit, Monsieur Cavadini - celle d'un pays germanophone, francophone et italophone de ma- nière égale et à part entière. Que la pratique, surtout quant à la langue italienne, soit encore bien éloignée des voeux, des espoirs et des discours du 1er août, ça va de soi, mais il n'en reste pas moins que la volonté politique existe et que le mes- sage ne fait que la prolonger. Ce n'est donc pas une partie du pays ou une culture qui présente ici le plaidoyer d'adhé- sion, mais la Suisse toute entière, en tant que pays franco- phone.
La participation à l'ACCT n'a pas seulement une dimension culturelle. Elle n'est pas qu'un reflet de cette volonté de mul- ticulturalisme qui existe dans notre pays. Nous avons un in- térêt politique certain à être présent là où quelques dizaines de pays discutent - bien sûr sur la base du principe de l'una- nimité, mais de manière ouverte avec tout de même un point commun qui est la langue et la culture françaises - des pro- blèmes internationaux. Le fait de rester hors de ces discus- sions nous met dans une situation objectivement difficile à défendre, le fait d'y participer représente une occasion de dialogues et d'ouvertures ultérieures pour la Suisse.
Sur la base de ce que nous avons dit il y a quelques minutes, je rappelle aussi le rôle essentiel - et j'en viens maintenant à des intérêts tout à fait concrets et immédiats qui ne sont pas la raison déterminante du projet du Conseil fédéral, mais son corollaire important -, le rôle traditionnel, que joue la franco- phonie dans la tutelle et la défense de la Genève internatio- nale. Il ne fait aucun doute que si nous avons pu gagner plu- sieurs batailles à Genève c'est parce que Genève est LA grande ville internationale de langue française, et il y a là une solidarité nécessaire et utile - et je dirais même, pour ceux qui admirent la francophonie, naturelle - envers la Genève internationale.
C'est une raison de plus qui nous pousse à adhérer à l'ACCT, en pleine connaissance de cause et en sachant que nous fai- sons ici un pas tout à fait conforme à nos intérêts matériels et pas seulement à nos idéaux, même si nous plaçons nos idéaux au-dessus des intérêts matériels.
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E 2 octobre 1995
Le mérite du projet du Conseil fédéral revient à deux postu- lats, présentés il y a trois ans déjà par M. Comby, conseiller national, et par M. Roth, votre ancien collègue. Nous avons ensuite suivi de très près, en dialoguant avec ces deux par- lementaires, dans une situation financière qui n'était pas fa- cile, les voies possibles pour arriver au projet d'aujourd'hui. Il s'agit simplement maintenant de donner corps à une pro- messe tout à fait conforme à la réalité et à la nature profonde de notre pays. C'est la raison pour laquelle nous sommes très reconnais- sants à votre commission qui a accepté à l'unanimité le projet du Conseil fédéral.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über den Beitritt der Schweiz zur Agence de coopération culturelle et technique Arrêté fédéral sur l'adhésion de la Suisse à l'Agence de coopération culturelle et technique
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1-3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1-3 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 2 Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe
35 Stimmen
(Einstimmigkeit)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht La majorité qualifiée est acquise
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes
35 Stimmen
(Einstimmigkeit)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse gemäss Brief an die eidgenössischen Räte Proposition du Conseil fédéral Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales
Angenommen - Adopté
An den Nationalrat - Au Conseil national
Schluss der Sitzung um 18.15 Uhr La séance est levée à 18 h 15
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Agence de coopération culturelle et technique (ACCT). Beitritt Agence de coopération culturelle et technique (ACCT). Adhésion
In
Dans
In
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Jahr
1995
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 95.032
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
02.10.1995 - 17:15
Date
Data
Seite
966-968
Page
Pagina
Ref. No
20 026 360
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