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Kantonsverfassungen. Gewährleistung
Vierte Sitzung - Quatrième séance
Donnerstag, 4. Dezember 1997 Jeudi 4 décembre 1997
08.00 h Vorsitz - Présidence: Leuenberger Ernst (S, SO)/Heberlein Trix (R, ZH)
97.041 Kantonsverfassungen (OW, NW, SG). Gewährleistung Constitutions cantonales (OW, NW, SG). Garantie
Botschaft und Beschlussentwurf vom 21. Mai 1997 (BBI III 1157) Message et projet d'arrêté du 21 mai 1997 (FF III 1033) Beschluss des Ständerates vom 2. Oktober 1997 Décision du Conseil des Etats du 2 octobre 1997 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Fankhauser Angeline (S, BL) unterbreitet im Namen der Staatspolitischen Kommission (SPK) den folgenden schriftli- chen Bericht:
Nach Artikel 6 Absatz 1 der Bundesverfassung sind die Kan- tone verpflichtet, für ihre Verfassungen die Gewährleistung des Bundes einzuholen. Nach Absatz 2 des gleichen Artikels gewährleistet der Bund kantonale Verfassungen, wenn sie weder die Bundesverfassung noch das übrige Bundesrecht verletzen, die Ausübung der politischen Rechte nach republi- kanischen Formen sichern, vom Volk angenommen worden sind und revidiert werden können, sofern die absolute Mehr- heit der Bürger es verlangt. Erfüllt eine kantonale Verfassung diese Voraussetzungen, so muss sie gewährleistet werden; erfüllt eine kantonale Verfassungsnorm eine dieser Voraus- setzungen nicht, so darf sie nicht gewährleistet werden. Die vorliegenden Verfassungsänderungen haben zum Ge- genstand:
Obwalden: Gerichtsorganisation;
Nidwalden: Gerichtsorganisation, Gleichstellung von Mann und Frau, kantonale Gewalten und ihre Funktionen;
St. Gallen: Finanzierung des Untergymnasiums der Kan- tonsschule, Abstimmungsverfahren bei Gesamtrevision der Kantonsverfassung, Verfassungsinitiative.
Alle Änderungen entsprechen Artikel 6 Absatz 2 der Bundes- verfassung; sie sind deshalb zu gewährleisten. Der Ständerat hat am 2. Oktober 1997 der Gewährleistung zugestimmt (AB 1997 S 893).
Fankhauser Angeline (S, BL) présente au nom de la Com- mission des institutions politiques (CIP) le rapport écrit sui- vant:
En vertu de l'article 6 alinea 1er de la Constitution federale, les cantons sont tenus de demander à la Confédération la ga- rantie de leur constitution. Selon l'alinéa 2 de ce même arti- cle, la Confédération accorde la garantie, pour autant que ces constitutions soient conformes à la Constitution fédérale et à l'ensemble du droit federal, qu'elles assurent l'exercice des droits politiques selon des formes républicaines, qu'elles aient été acceptées par le peuple et qu'elles puissent être ré- visées lorsque la majorité absolue des citoyens le demande.
Si une disposition constitutionnelle cantonale remplit toutes ces conditions, la garantie fédérale doit lui être accordée; si- non, elle lui est refusee.
En l'espèce, les modifications constitutionnelles ont pour ob- jet:
Unterwald-le-Haut: l'organisation judiciaire;
Unterwald-le-Bas: l'organisation judiciaire, le principe d'égalité entre les hommes et les femmes, les différents pou- voirs cantonaux et leurs fonctions;
Saint-Gall: le financement du degré progymnasial de l'Ecole cantonale, la procédure de vote lors de la révision to- tale de la constitution cantonale, l'initiative constitutionnelle. Toutes ces modifications sont conformes à l'article 6 alinéa 2 de la Constitution fédérale. Aussi la garantie fédérale doit- elle leur être accordée.
Le Conseil des Etats a approuve la garantie le 2 octobre 1997 (BO 1997 E 893).
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, den Beschlussent- wurf anzunehmen.
Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité, d'adopter le projet d'arrêté.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Bundesbeschluss über die Gewährleistung geänderter Kantonsverfassungen Arrêté federal accordant la garantie federale aux cons- titutions cantonales révisées
Detailberatung - Examen de détail
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l'ensemble, nominatif (Ref .: 1310)
Für Annahme des Entwurfes stimmen - Acceptent le projet: Banga, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Berberat, Bezzola, Borel, Brunner Toni, Bühlmann, Burgener, Cavadini Adriano, Christen, Columberg, Comby, Dettling, Dreher, Dünki, Dur- rer, Eberhard, Ehrler, Epiney, Filliez, Fischer-Seengen, Föhn, Fritschi, Gadient, Grendelmeier, Gusset, Hämmerle, Hasler Ernst, Heberlein, Heim, Hollenstein, Imhof, Keller, Kofmel, Kühne, Lauper, Leu, Leuba, Loeb, Loretan Otto, Löt- scher, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Mül- ler Erich, Oehrli, Pini, Ruffy, Sandoz Marcel, Sandoz Suzette, Scherrer Jürg, Scheurer, Schlüer, Schmid Samuel, Seiler Hanspeter, Spielmann, Stamm Luzi, Steffen, Stein- egger, Steiner, Stump, Tschuppert, Vetterli, von Allmen, Weber Agnes, Weyeneth, Widrig, Wittenwiler, Wyss, Ziegler, Zwygart (74)
Entschuldigt/abwesend sind - Sont excusés/absents: Aeppli, Aguet, Alder, Aregger, Bangerter, Baumann Alexan- der, Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Binder, Bircher, Blaser, Blocher, Bonny, Borer, Bortoluzzi, Bosshard, Bührer, Caccia, Carobbio, Cavalli, Chiffelle, Couchepin, David, de Dardel, Deiss, Diener, Dormann, Ducrot, Dupraz, Egerszegi, Eggly, Engelberger, Engler, Eymann, Fankhauser, Fasel,
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
4 décembre 1997
N
2460
Loi sur la circulation routière
Fässler, Fehr Hans, Fehr Lisbeth, Fischer-Hagglingen, Freund, Frey Claude, Frey Walter, Friderici, Giezendanner, Goll, Gonseth, Grobet, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Gross Jost, Grossenbacher, Guisan, Gunter, Gysin Hans Rudolf, Gysin Remo, Haering Binder, Hafner Ursula, Hegetschweiler, Herczog, Hess Otto, Hess Peter, Hochreu- tener, Hubacher, Hubmann, Jans, Jaquet, Jeanprêtre, Jut- zet, Kunz, Lachat, Langenberger, Ledergerber, Leemann, Maitre, Marti Werner, Maspoli, Maury Pasquier, Moser, Müh- lemann, Müller-Hemmi, Nabholz, Nebiker, Ostermann, Pelli, Philipona, Pidoux, Raggenbass, Randegger, Ratti, Rechstei- ner Paul, Rechsteiner Rudolf, Rennwald, Roth, Ruckstuhl, Ruf, Rychen, Schenk, Schmid Odilo, Schmied Walter, Sema- deni, Simon, Speck, Stamm Judith, Steinemann, Strahm, Stucky, Suter, Teuscher, Thanei, Theiler, Thür, Tschäppät, Tschopp, Vallender, Vermot, Vogel, Vollmer, von Felten, Waber, Weigelt, Widmer, Wiederkehr, Zapfl, Zbinden (125)
Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: Leuenberger (1)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
97.073
Strassenverkehrsgesetz. Änderung Loi sur la circulation routière. Modification
Botschaft und Gesetzentwurf vom 29. September 1997 (BBl IV 1223) Message et projet de loi du 29 septembre 1997 (FF IV 1095)
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten
Proposition de la commission Entrer en matière
Seiler Hanspeter (V, BE), Berichterstatter: Vor nicht allzu langer Zeit - es mögen etwa fünf bis sechs Jahre her sein - hatten sich Nationalrat und Ständerat mit einer Änderung des Strassenverkehrsgesetzes befasst und vernünftigerweise eine Anpassung an neue Gegebenheiten vorgenommen. Die Änderung nahm dann noch die Hürde der Volksabstimmung. Auch damals stand wie heute Artikel 9 des Strassenver- kehrsgesetzes im Mittelpunkt der Diskussion.
Erstens geht es hier konkret um eine erneute Änderung der Ausmasse von Gesellschaftswagen, Lastwagen und Anhän- gerzügen. Konkret sollen in Artikel 9 Absätze 2 bis 4, wo die Breite, die Höhe und die Länge dieser Fahrzeugkategorien näher umschrieben sind, Anpassungen vorgenommen wer- den.
Zweitens geht es um eine Kompetenzverschiebung von der Gesetzesstufe auf die Verordnungsstufe.
Wirtschaftliche Überlegungen und die ständige Forderung nach mehr Verkehrssicherheit führten zu einer Änderung der entsprechenden Normen im internationalen, aber ganz spe- ziell im europäischen Raum. Das Höchstmass für die Breite der Cars, der Busse, der Lastwagen und Anhängerzüge soll um 5 Zentimeter auf 2,55 Meter erhöht werden. Das hat ein- leuchtende Gründe:
selbstverständlich schneller beladen, weil die 2,55 Meter links und rechts etwas mehr Spielraum zulassen.
Normcontainer haben eine Breite von 2,55 Metern; das müssen wir uns bewusst sein. Entscheidend ist dabei nicht die Breite des Fahrgestells - das kann ja auch 2,3 Meter breit sein -, sondern es kommt immer auf den Aufbau an, eben z. B. auf den Container.
Linienbusse des öffentlichen Verkehrs haben schon heute eine Breite von mehr als 2,5 Metern. Dank Ausnahmerege- lungen ist dies möglich und an sich begrüssenswert, weil die Personentransportkapazität des öffentlichen Verkehrs - vor allem der Konzessionierten Transportunternehmungen - da- mit eher vergrössert wird. Diese Ausnahmeregelung ist übri- gens seit genau 27 Tagen in Kraft.
Cars müssen im europäischen Raum einen breiteren Zwi- schengang aufweisen; das ist eine neue Norm, um vor allem erhöhten Sicherheitsbedürfnissen zu genügen. Das erfolgt sinnigerweise nicht zu Lasten des Sitzkomforts, sondern nur durch eine Vergrösserung der gesamten Fahrzeugbreite. Im europäischen Raum gelten diese Masse bereits, und alle Fahrzeug- und Containerhersteller richten sich selbstver- ständlich nach diesen neuen Normen.
Wir könnten zwar auf unseren heute gültigen Massen behar- ren, sie durchzusetzen versuchen und auf eine Gesetzesän- derung verzichten bzw. auf die Vorlage nicht eintreten. Be- denken Sie dabei aber gleichzeitig die daraus entstehenden und zum Teil wirklich grotesken Konsequenzen; ich erwähne drei Beispiele:
Ein erstes Beispiel: Touristen, die in einem 2,55 Meter breiten Car in unser Land einreisen wollen, müssten an der Grenze in einen anderen Bus umsteigen, der z. B. 2,5 Meter breit ist. Im übrigen soll das bereits vorgekommen sein!
Bessere Negativwerbung könnten wir kaum machen, und es würde auch nicht weiter erstaunen, wenn Gäste und Reise- büros vermehrt andere europäische Destinationen aussu- chen und das Tourismusland Schweiz meiden würden.
Ein zweites Beispiel: Wer Guter ins Ausland transportieren oder per Lastkraftwagen aus dem Ausland importieren will, kann dies mit einem 2,55 Meter breiten Fahrzeug nur bis in die Grenzzone tun; wenn er weiterfahren oder im Transit durch die Schweiz fahren will, dann muss er die Ladung auf einen anderen Lastwagen oder Anhängerzug eidgenössi- scher Spezialnorm umladen.
Ein drittes Beispiel: Auf unseren Strassen dürften keine Nor- malcontainer von einer Breite von 2,55 Metern transportiert werden. Wer es notgedrungen dennoch tut, würde sofort ge- gen das Gesetz verstossen.
Übrigens, bedenken Sie: Nirgendwo auf der ganzen Welt werden Container mit einer Breite von 2,5 Metern gebaut. Wir wissen alle, dass die Zukunft dem Containerverkehr ge- hört. Etwas Weltfremderes könnten wir wohl kaum tun, als auf unseren Lösungen zu beharren, und für den Spott müss- ten wir kaum sorgen! Nun wissen wir alle ganz genau, dass in der Schweiz keine Reisecars und keine Container herge- stellt werden; dies geschieht praktisch ausnahmslos im euro- päischen Raum und in Übersee. Es wäre volkswirtschaftlich deshalb auch völlig absurd, die Produktion von Spezialserien nach eidgenössischer Norm zu verlangen.
Zusätzlich soll bei den Massen auch die Maximallänge der Anhängerzüge auf 18,75 Meter erhöht werden. Bisher waren es gemäss Artikel 9 Absatz 4 Litera c 18,35 Meter. Diese Er- höhung ist vor allem technisch begründet: Die Ladefläche wird damit nämlich nicht verlängert und die Transportkapazi- tät überhaupt nicht vergrössert. Länger wird ausschliesslich die Distanz zwischen Lastwagen und Anhänger, also der so- genannte freie Zwischenraum. Man kann also weder bei der kleinen Erhöhung der Breite auf 2,55 Meter noch bei der grössten Maximallänge der Lastenzüge von einem Wettbe- werbsvorteil zugunsten der Strasse sprechen. Das ist zu den Massen zu sagen.
Ich möchte anfügen, dass die Gewichtslimite von 28 Tonnen davon überhaupt nicht betroffen ist, sie bleibt weiterhin unan- getastet.
Um eine rasche Anpassung an künftige internationale Nor- men in diesem Verkehrssektor vornehmen zu können,
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Nationalrat
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Datum 04.12.1997 - 08:00
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