Appeal dismissed as moot after lower decision was set aside

LQ090054Obergericht18.01.2012Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Court of Appeal dealt with a recourse by the claimant’s appointed lawyer against the amount of process compensation fixed by the District Court. After the challenged district decision had already been fully set aside in related proceedings, the present recourse lost its subject matter. The Chamber therefore wrote the proceeding off as moot, charged no second-instance court fee, and awarded no process compensation, relying on § 66 Abs. 2 ZPO/ZH for the cost allocation in such a situation.

Omnilex-Regeste

§ 66 Abs. 2 ZPO/ZH; mootness of an appeal after full annulment of the contested decision. Where the challenged lower-court order is subsequently set aside in full by a final and enforceable appellate decision, the pending appeal against an accessory cost item becomes devoid of subject matter and is to be written off as moot (consid. 10). In such a case the court may place the costs on the state, but the state owes no process compensation. The absence of a substantive dispute precludes further review of the accessory cost complaint once the underlying decision no longer exists.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr. LQ090054-O/U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. D. Scher- rer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. R. Kokotek

Beschluss vom 18. Januar 2012

in Sachen

A._____, Rekurrentin

gegen

B._____, Kläger und Rekursgegner

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

betreffend Prozessentschädigung

Rekurs gegen eine Verfügung der Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 23. Juni 2009 (FE050952)

Erwägungen: 1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung in Kraft ge- treten. Für Rechtsmittelverfahren, die vor diesem Zeitpunkt eingeleitet wurden, ist das bisherige Recht weiterhin anwendbar (Art. 404 ZPO). Das Rekursverfahren untersteht daher den bisherigen Verfahrensvorschriften der kantonalzürcheri- schen Zivilprozessordnung. 2. Der Kläger machte mit Einreichung einer vom 6. Juni 2005 datierenden Wei- sung des Friedensrichteramtes C._____ am 30. Juni 2005 ein Scheidungsverfah- ren vor Vorinstanz anhängig (Vi Urk. 1). 3. Mit Verfügung vom 23. Juni 2009 trat die Vorinstanz auf die Scheidungskla- ge nicht ein, gewährte dem Kläger die unentgeltliche Rechtspflege und verpflich- tete ihn, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beklagten eine Prozessent- schädigung von Fr. 3'500.– (zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,6%) zu bezahlen (Urk. 3). 4. Am 23. Juni 2009 erhob der Kläger fristgerecht Rekurs und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung vom 23. Juni 2009 sei aufzuheben und der Prozess sei zur Anhandnahme und Durchführung des Scheidungsverfahrens an die Vo- rinstanz zurückzuweisen (Urk. 2 S. 2 in Proz. Nr. LQ090053). Für diesen Rekurs wurde das Rekursverfahren LQ090053 angelegt. 5. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beklagten erhob Rekurs gegen die in der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. Juni 2009 zugesprochene Prozessent- schädigung (Dispositiv-Ziffer 7, Urk. 3 S. 22) und verlangte die Zusprechung einer Prozessentschädigung von Fr. 17’468.15 (Urk. 2). Das ist Gegenstand des vorlie- genden Rekursverfahrens. 6. Mit Beschluss der Kammer vom 16. Oktober 2009 wurde das vorliegende Rekursverfahren bis zum Abschluss des Rekursverfahrens LQ090053 sistiert (Urk. 13).

  1. Die Kammer hob mit Beschluss vom 17. Juni 2010 die Verfügung der Vor- derrichterin vom 23. Juni 2009 vollumfänglich auf und wies den Prozess zur An- handnahme und Durchführung des Verfahrens an die Vorinstanz zurück (Urk. 43 in Proz. Nr. LQ090053). 8. Am 20. August 2010 erhob die Beklagte kantonale Nichtigkeitsbeschwerde (Urk. 10 S. 2 Ziff. 3a), welcher der Präsident des Kassationsgerichts die aufschie- bende Wirkung verlieh (Urk. 10 S. 3 Ziff. 3b). 9. Mit Zirkulationsbeschluss vom 16. November 2011 trat das Kassationsge- richt auf die von der Beklagten erhobene Nichtigkeitsbeschwerde nicht ein (Urk. 10). Damit entfiel die der Beschwerde verliehene aufschiebende Wirkung. 10. Mit dem nunmehr rechtskräftigen und vollstreckbaren Beschluss der Kam- mer vom 17. Juni 2010 wurde Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Beschlus- ses aufgehoben, womit das vorliegende Rekursverfahren gegenstandslos wird. 11. Die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Rekursverfahrens ist auf die vollständige Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. Juni 2009 zu- rückzuführen, womit es sich rechtfertigt, die Gerichtskosten für das vorliegende Rekursverfahren auf die Staatskasse zu nehmen; der Staat schuldet in einem sol- chen Fall keine Entschädigung (§ 66 Abs. 2 ZPO/ZH; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 5 zu § 66 ZPO/ZH mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Es wird beschlossen: 1. Das Rekursverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 3. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, sowie an das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, je gegen Empfangsschein.

  2. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt weniger Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH I. Zivilkammer Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. R. Kokotek

versandt am: se

Schlagwörter

mootnessprocess compensationappealcourt costslegal aidannulmentremandcivil procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the awarded process compensation remained justiciable after the lower court decision was fully set aside.

Extrahierter Entscheid

The appeal became moot and was removed from the docket.

Extrahierte Begründung

Because the Chamber’s later final and enforceable decision fully annulled the lower court order, including the contested cost item, there was no remaining subject matter for the appeal.

Kernrechtsfrage

How to allocate court fees and whether any appeal-stage compensation should be awarded.

Extrahierter Entscheid

No second-instance court fee was charged and no process compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

Since mootness resulted from the complete setting aside of the challenged decision, the costs were borne by the state, but the state owed no compensation under § 66 Abs. 2 ZPO/ZH.

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