Appeal against summons inadmissible absent irreparable harm

PF110056Obergericht11.10.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a summons issued by the single judge in summary proceedings concerning an eviction request brought by his landlord. The appellate court held that a summons is a procedural order and is only appealable if the law allows it or if it causes an irreparable disadvantage. The appellant failed to show any such disadvantage; his objections regarding the validity of the termination could be raised later in an appeal against the merits decision. The appeal was therefore not entertained, and costs were imposed on the appellant. The court also noted that eviction disputes are pecuniary.

Omnilex-Regeste

Art. 319 lit. b ZPO; appealability of procedural summonses and irreparable disadvantage. A summons to a hearing is a procedural order and is generally not immediately appealable unless statute so provides or unless it causes the appellant an irreparable disadvantage. Such disadvantage may be factual but must be substantial; in assessing it, the court balances the appellant’s interest in immediate review against the delay caused by the appeal (consid. 1). A summons or deadline for response is the typical procedural direction that does not ordinarily satisfy this threshold, since objections to jurisdiction or merits may be renewed against the final decision. Eviction disputes are pecuniary within the meaning of Art. 91 Abs. 2 ZPO.

Gesamter Gesetzestext

Art. 319 lit. b Abs. 2 ZPO, Voraussetzungen. Der geltend gemachte Nachteil ist abzuwägen gegen die Verfahrensverzögerung durch die Beschwerde.

Der Beschwerdeführer ist vom Einzelrichter im summarischen Verfahren auf den 12. Oktober 2011 zu einer Verhandlung vorgeladen, an welcher das Ausweisungsbegehren seiner Vermieterin Thema sein wird. Er beschwert sich gegen diese Vorladung.

(aus den Erwägungen:) Die gerichtliche Vorladung ist eine prozessleitende Verfügung. Solche Verfügungen sind mit Beschwerde anfechtbar, wenn es das Gesetz vorsieht, oder wenn durch sie der Beschwerde führenden Partei ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 1 und 2 ZPO). Dieser Nachteil kann nach der Literatur auch tatsächlicher Natur, muss aber erheblich sein - und das Eintreten auf die Beschwerde unter dem Aspekt der Interessen des Beschwerdeführers ist abzuwägen gegen die Verzögerung des Verfahrens, welche mit der Beschwerde verbunden ist (KuKo ZPO-Brunner, Art. 319 N. 12; ZK ZPO-Freiburghaus/Afheldt Art. 319 N. 13 ff.; Blickendorfer, Dike-Komm ZPO, Art. 319 N. 39 ff.). In seiner nicht ganz leicht lesbaren Eingabe argumentiert der Beschwerdeführer damit, dass er im Schlichtungsverfahren (betreffend Gültigkeit der Kündigung) nicht ausreichend angehört worden sei, und er besteht offenbar darauf, dass die Kündigung nicht gültig sei. Warum es ihm einen nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil zufügen könnte, wenn er sich der Verhandlung vor Einzelrichter stellen muss, geht aus seiner Eingabe nicht hervor. Vielmehr ist die Vorladung zu einer mündlichen Verhandlung oder die Fristansetzung zur schriftlichen Beantwortung einer Klage geradezu der typische Fall einer verfahrensleitenden Anordnung, die keinen solchen Nachteil mit sich bringt. Sei es, dass die betreffende Instanz nicht zuständig wäre, dass der Anspruch nicht bestehe oder sich nicht gegen die beklagte Partei richte: all das soll der Vorgeladene dem Gericht vortragen, damit es überhaupt geprüft werden kann. Diese Prüfung kann und soll nicht die Rechtsmittelinstanz vorweg vornehmen und gestützt darauf entscheiden, ob sie das Sachgericht überhaupt prüfen dürfe.

Wenn eine Partei mit einem Standpunkt nicht durchdringt, kann sie ihn mit dem Rechtsmittel gegen den späteren Entscheid in der Sache der oberen Instanz erneut vortragen. Die Situation des Beklagten wird durch die Vorladung oder die Fristansetzung daher nicht erheblich erschwert. Es ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. (...) Damit wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Entgegen seiner Auffassung ist der Streit um die Ausweisung eines Mieters vermögensrechtlich; möglicherweise verwechselt der Beschwerdeführer den Umstand, dass das Begehren nicht auf Zahlung einer Geldsumme geht, mit der Frage, ob es vermögensrechtlich sei (Art. 91 Abs. 2 ZPO; Diggelmann, Dike- Komm ZPO, Art. 91 N. 1 und 42 ff.).

Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 11. Oktober 2011 PF110056-O/U

Schlagwörter

procedural ordersummonsirreparable disadvantageinadmissibilityevictionpecuniary disputecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a procedural summons can be challenged by appeal under Art. 319 lit. b ZPO

Extrahierter Entscheid

A procedural summons is appealable only if the law provides for it or if it causes an irreparable disadvantage within the meaning of Art. 319 lit. b ZPO.

Extrahierte Begründung

A summons is a procedural order. The appellant did not show any substantial factual disadvantage that could not easily be repaired. Requiring a party to attend a hearing is the typical case of a procedural direction and does not normally qualify for immediate appeal, especially because any objections can be raised again in an appeal against the final decision.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant suffered an irreparable disadvantage from the summons

Extrahierter Entscheid

No irreparable disadvantage was shown.

Extrahierte Begründung

The appellant’s arguments concerned the alleged invalidity of the termination and an asserted lack of hearing in conciliation, but he did not explain why attending the hearing would significantly prejudice him. The court weighed the alleged disadvantage against the delay caused by an appeal and found no sufficient basis for immediate review.

Kernrechtsfrage

Whether the eviction dispute is pecuniary for costs purposes

Extrahierter Entscheid

Yes. The eviction dispute is pecuniary.

Extrahierte Begründung

The court held that an eviction request does not cease to be pecuniary merely because no money payment is claimed.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.