Proceeding dismissed after withdrawal; costs awarded to applicant

PG110001Obergericht23.01.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant requested an enforceability certificate for an arbitral award, but later withdrew the request. The Zurich Obergericht Verwaltungs-kommission therefore struck the proceeding from the docket as withdrawn. It fixed the court fee at CHF 1,000, charged that amount to the applicant, set it off against the CHF 4,000 advance, and ordered the balance of CHF 3,000 to be refunded. The respondent was not awarded party compensation. The decision states that any appeal to the Federal Supreme Court is governed by the BGG rules cited in the order.

Omnilex-Regeste

Art. 106 Abs. 1 ZPO; costs after withdrawal of the application: where the applicant withdraws the request, the proceeding is to be discontinued as moot and the costs are as a rule borne by the withdrawing applicant. The court may set off the costs against the advance payment and order any surplus refunded. Party compensation is denied absent necessary disbursements. The order is an end decision within the meaning of Art. 90 BGG and, depending on the matter, is challengeable under Art. 72 ff. or Art. 113 ff. BGG, in conjunction with Art. 42 BGG.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: PG110001-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller, Präsident, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. J. Züricher sowie die Gerichts- schreiberin lic. iur. A. Gürber

Beschluss vom 23. Januar 2012

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

vertreten durch lic. iur. X._____,

gegen

B._____, Gesuchsgegnerin

vertreten durch Avocat Y._____

betreffend Vollstreckbarkeitsbescheinigung

Erwägungen: 1. Am 26. Januar 2011 ersuchte die Gesuchstellerin um Ausstellung einer Voll- streckbarkeitsbescheinigung für den Schiedsspruch des Einzelschiedsrichters der Schweizerischen Handelskammern vom 7. Dezember 2010 (act. 1). Der ihr aufer- legte Kostenvorschuss von Fr. 4'000.- wurde innert Frist geleistet (act. 16-18). 2. Mit Verfügung vom 19. April 2011 wurde der Gesuchsgegnerin eine Frist von zwanzig Tagen angesetzt, um in der Schweiz ein Zustellungsdomizil zu bezeich- nen (act. 16). Die Zustellung der Verfügung vom 19. April 2011 erfolgte am 20. Juni 2011 an den Rechtsvertreter der Gesuchsgegnerin (act. 20 und 21). Die Gesuchsgegnerin unterliess es in der Folge, ein Zustellungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen. Damit erfolgen weitere Zustellungen androhungsgemäss durch Publikation (act. 16). 3. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 teilte die Gesuchstellerin mit, dass sie ihren Antrag betreffend Ausstellung einer Vollstreckbarkeitsbescheinigung zu- rückziehe (act. 22). Das vorliegende Verfahren ist deshalb als durch Rückzug er- ledigt abzuschreiben. 4. Ausgangsgemäss sind die Kosten der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss zu ver- rechnen. Mangels notwendiger Auslagen ist der Gesuchsgegnerin keine Partei- entschädigung zuzusprechen. Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.-. 3. Die Kosten werden der Gesuchstellerin auferlegt und mit dem von ihr geleis- teten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.- verrechnet.

  1. Der Restbetrag von Fr. 3'000.- wird der Gesuchstellerin zurückerstattet (Kli- entenkonto ...., IBAN ...., Zahlungszweck "..."). 5. Der Gesuchsgegnerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 6. Schriftliche Mitteilung an: − den Vertreter der Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein), − die Gesuchsgegnerin (durch Publikation im Schweizerischen Handels- amtsblatt). 7. Rechtsmittel: Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Ver- fassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundes- gericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt rund Fr. 246'000.-. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Zürich, 23. Januar 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Gürber

Schlagwörter

arbitrationwithdrawalcostscourt feeparty compensationservice addressenforceability certificate

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the enforcement-certificate proceeding should continue after the applicant withdrew the request

Extrahierter Entscheid

The proceeding was discontinued and closed as resolved by withdrawal.

Extrahierte Begründung

Once the applicant withdrew the application, there was no further need for adjudication, so the matter had to be struck off the docket.

Kernrechtsfrage

How the costs of the withdrawn proceeding should be allocated

Extrahierter Entscheid

Costs were imposed on the applicant and set off against the advance payment; the balance was to be refunded.

Extrahierte Begründung

Because the applicant caused the proceeding to end by withdrawal, the costs followed the event under Art. 106(1) CPC.

Kernrechtsfrage

Whether the respondent was entitled to party compensation

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded to the respondent.

Extrahierte Begründung

The court found no necessary expenses justifying an award of party compensation.

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