Appeal against provisional debt enforcement dismissal

RT110074Obergericht22.08.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court dismissed the debtor's appeal against a district court decision granting the creditor provisional legal opening for CHF 5,010 plus interest and collection costs. The appellant had also challenged the refusal of free legal counsel in the first instance. The court held that the appeal did not satisfy the mandatory reasoning requirement because it merely referred back to earlier submissions without addressing the lower court's reasons or identifying defects. As a result, the appeal was manifestly unfounded and no response from the respondent or comments from the lower court were required. The court also denied appellate legal aid because no fresh request had been filed and the appeal was hopeless. Costs of CHF 200 were imposed on the appellant; no compensation was awarded to the respondent.

Omnilex-Regeste

Art. 321 Abs. 1 ZPO; requirements of appellate reasoning in the complaint procedure: the appellant must, in the appeal itself, engage with the challenged decision and identify the alleged defects and supporting evidence; mere references to prior pleadings are insufficient. Such a deficiency is not curable under Art. 132 ZPO. Where the appeal is manifestly unfounded, the court may dispense with an exchange of submissions (Arts. 322, 324 ZPO). Legal aid in appeal proceedings must be requested anew under Art. 119 Abs. 5 ZPO; absent a request, it cannot be granted, and in any event is excluded for hopeless appeals (Art. 117 lit. b ZPO). Costs follow the outcome (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT110074-O/U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. D. Scher- rer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner Urteil vom 22. August 2011

in Sachen

A._____, Beklagter und Beschwerdeführer

gegen

B._____, Kläger und Beschwerdegegner

vertreten durch X._____ AG

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil und eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 5. April 2011 (EB110064)

Erwägungen: 1. Mit Verfügung vom 5. April 2011 wurde dem Beklagten und Beschwerde- führer (fortan Beklagter) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. Sodann wur- de sein Begehren um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes abge- wiesen (Urk. 27 S. 13 Dispositivziffern 1 und 2). Mit Urteil vom gleichen Tag erteil- te die Vorinstanz dem Kläger und Beschwerdegegner (fortan Kläger) in der Be- treibung Nr. ... des Betreibungsamtes Y._____ (Zahlungsbefehl vom tt.mm.2010) gestützt auf den Mietvertrag vom 29.September 2009 (Urk. 2/2) provisorische Rechtsöffnung für Fr. 5'010.– (Mietzins für Januar bis März 2010) nebst Zinsen zu 5 % seit 1. März 2010 und die Betreibungskosten (Urk. 27 S. 14 Dispositivziffer 1). 2. Mit fristgerechter Eingabe vom 16. Mai 2011 erhob der Beklagte Be- schwerde, mit welcher er die Aufhebung der erteilten provisorischen Rechtsöff- nung beantragte sowie die Verweigerung der Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das erstinstanzliche Verfahren anfocht (Urk. 6). 3. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensicht- lich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 4. a) Eine Beschwerde im Sinne von Art. 319 ff. ZPO muss schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz eingereicht werden (Art. 321 Abs. 1 ZPO). Der Beklagte setzt sich in seiner Beschwerdeschrift nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. Er verweist einzig auf seine vor Erstinstanz gemachten Ausführungen (Urk. 26a-b). Dies ist keine genügende Begründung im Sinne von Art. 321 Abs. 1 ZPO. Der Beklagte hätte zumindest darlegen müssen, an welchen Mängeln die angefochtenen Entscheide leiden. Ferner wären die angerufenen Beweismittel zu benennen gewesen. Blosse Verweise auf Vorakten sind unzu- reichend (vgl. Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), Zürich/Basel/Genf

2010, Art. 321 N 15). Der vorliegende Mangel der ungenügenden Begründung kann auch nicht im Sinne von Art. 132 ZPO verbessert werden. b) Damit erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet. Es kann daher davon abgesehen werden, eine Beschwerdeantwort des Klägers oder eine Stellungnahme der Vorinstanz einzuholen (Art. 322 ZPO, Art. 324 ZPO). Die Beschwerde ist abzuweisen. 5. Im Rechtsmittelverfahren ist die unentgeltliche Rechtspflege neu zu bean- tragen (Art. 119 Abs. 5 ZPO). Der Beklagte unterliess dies vorliegend, weshalb ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann. Zu erwähnen bleibt, dass ihm diese ohnehin nicht gewährt worden wäre, da seine Beschwerde wie aufgezeigt von vorneherein aussichtslos war (vgl. dazu Art. 117 lit. b ZPO). 6. a) Die zweitinstanzliche Spruchgebühr ist ausgangsgemäss dem Beklag- ten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für deren Bemessung gelangt gemäss Praxis der Kammer die Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbe- treibung und Konkurs (GebV SchKG; SR 281.35) zur Anwendung (Art. 16 SchKG; ZR 110 (2011) Nr. 28). Die Spruchgebühr ist gestützt auf Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 200.– festzusetzen. b) Mangels Umtrieben ist dem Kläger für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Spruchgebühr wird festgesetzt auf Fr. 200.–. 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beklagten auferlegt. 4. Dem Kläger wird für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuge- sprochen.

  1. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage von Ko- pien der Urk. 26a-b, sowie an das Bezirksgericht Uster, je gegen Empfangs- schein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 5'010.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 22. August 2011

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: js

Schlagwörter

legal openingappeal reasoningsummary proceedingslegal aidappellate costsdebt enforcement

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the provisional legal opening decision was sufficiently reasoned under Art. 321(1) ZPO.

Extrahierter Entscheid

The appeal was not sufficiently reasoned because it merely referred to prior submissions and did not engage with the lower court's reasoning or identify defects and evidence.

Extrahierte Begründung

A written appeal must specifically address the challenged decision; bare references to prior records are insufficient and the defect cannot be cured under Art. 132 ZPO.

Kernrechtsfrage

Whether the refusal to appoint free counsel in the first-instance proceedings should be overturned.

Extrahierter Entscheid

The challenge to the refusal was not successful; the appeal failed for lack of proper reasoning and the request was in any event hopeless.

Extrahierte Begründung

In appellate proceedings, legal aid must be requested anew; no such request was filed, and the appeal was manifestly without prospects of success.

Kernrechtsfrage

Allocation of appellate costs and compensation.

Extrahierter Entscheid

The appellate fee was set at CHF 200 and charged to the appellant; the respondent received no compensation because no compensable effort was shown.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome, and no disbursement/effort by the respondent justified compensation.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.