No entry into appeal against settlement dismissal

RU160055Obergericht31.08.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich High Court refused to enter into the plaintiff's appeal against the conciliation authority's order striking the labor case off the docket after a settlement. It held that a settlement concluded in conciliation has the effect of a final judgment; the dismissal order is merely declaratory and cannot be appealed. Any challenge to the settlement itself must be brought by revision before the conciliation authority, not by appeal to the appellate court. The court imposed no court fees and denied party compensation.

Omnilex-Regeste

Art. 208 Abs. 2, 241 Abs. 3, 328 Abs. 1 lit. c ZPO; effect and challengeability of a conciliation settlement and the declaratory dismissal order. A settlement concluded in conciliation proceedings has the force of a final judgment and terminates the proceedings immediately. The subsequent order striking the case off the docket is merely declaratory and, as such, is not subject to appeal or complaint; only the cost ruling may be challenged by complaint. The settlement itself may be attacked solely by revision, which must be filed with the authority of first instance. If an appeal is directed only against the settlement content, the appellate court must not enter into the matter (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RU160055-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. F. Rieke Beschluss vom 31. August 2016

i n Sachen

A._____, Kläger und Beschwerdeführer

gegen

B._____, Beklagter und Beschwerdegegner

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Rechtsmittel gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes C._____ vom 11. Juli 2016 (GV.2016.00228 / SB.2016.00281)

Erwägungen: 1. a) Am 3. Juni 2016 ging beim Friedensrichteramt C._____ (Vor- instanz) ein Schlichtungsgesuch für eine arbeitsrechtliche Klage mit einem Streit- wert von Fr. 26'000.-- ei n (Urk. 1). Anlässli ch der Schli chtungsverhandlung vom 8. Juli 2016 schlossen die Parteien eine Vereinbarung (Urk. 15). Mit Verfügung vom 11. Juli 2016 schrieb die Vorinstanz das Verfahren als durch Vergleich erle- digt ab, erhob keine Kosten und belehrte als Rechtsmittel die Berufung innert 30 Tagen (Urk. 16 = Urk. 22). b) Am 11. August 2016 hat der Kläger gegen diese Verfügung ein als Be- rufung bezeichnetes Rechtsmittel erhoben und stellt die Anträge (Urk. 21): "Das Verfahren sei vor dem Bezirksgericht Winterthur fortzuführen. Der Beklagte hat dem Kläger die vollumfänglichen finanziellen Entschädigun- gen zu leisten. Als Pflichtige und Mitunterzeichnerin des Lehrvertrages sei die Mutter des Be- klagten D._____, ... [Adresse], als Nebenklägerin an der Gerichtsverhandlung zuzulassen. Das Verfahren sei zu Lasten und Kostenfolge des Beklagten zu führen." c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich das erhobene Rechtsmittel sogleich als unzulässig erweist, kann auf prozessuale Weiterungen verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1, Art. 322 Abs. 1 ZPO). 2. a) Ein in einem Schlichtungsverfahren geschlossener Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids (Art. 208 Abs. 2 ZPO). Die Schlich- tungsbehörde schreibt ihr Verfahren ab (Art. 241 Abs. 3 ZPO analog). Diese Ab- schreibung ist ein rein deklaratorischer Akt, weil schon der geschlossene Ver- gleich das Schlichtungsverfahren unmittelbar beendet hat. Gegen die Abschrei- bung als solche steht daher eine Berufung oder Beschwerde nicht zur Verfügung (nur der darin enthaltene Entscheid über die Prozesskosten kann mit einer Be- schwerde angefochten werden; Art. 110 ZPO). Der Vergleich selber (ni cht di e Ab- schrei bung) hat, wie erwähnt, die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids und kann dami t nur noch, aber immerhin, mit einer Revision angefochten werden

(Art. 328 Abs. 1 lit. c ZPO), dagegen nicht mit einer Berufung oder Beschwerde (vgl. zum Ganzen: BGE 139 III 133). b) Die Beanstandungen des Klägers betreffen einzig die in der Vereinba- ru ng geregelten Punkte, d.h. ausschliesslich Punkte, welche mit einer Revision geltend gemacht werden könnten. Ein Revisionsgesuch ist jedoch nicht bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen, sondern bei der Vorinstanz (Art. 328 Abs. 1 In- gress ZPO). c) Auf das hierorts eingereichte Rechtsmittel kann nach dem Gesagten nicht eingetreten werden. 3. a) Für Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis mit einem Streitwert von bis zu Fr. 30'000.-- werden grundsätzlich keine Gerichtskosten erhoben (Art. 113 Abs. 2 lit. d, Art. 114 lit. c ZPO); eine Ausnahme besteht bei bös- oder mutwilliger Prozessführung (Art. 115 ZPO). Das Rechtsmittel des Klägers wäre zwar wohl als mutwillig anzusehen gewesen; aufgrund dessen, dass in der ange- fochtenen Verfügung als Rechtsmittel unzutreffenderweise die Berufung an das Obergericht belehrt wurde, ist gleichwohl von einer Kostenerhebung für das Nichteintreten auf dieselbe abzusehen. b) Für das Rechtsmittelverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu- sprechen, dem Kläger zufolge seines Unterliegens, dem Beklagten mangels rele- vanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Auf das Rechtsmittel wird nicht eingetreten. 2. Das zwei ti nstanzli che Verfahren ist kostenlos. 3. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

  1. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage eines Doppels von Urk. 21, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die vori nstanzli chen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine arbeits- rechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 26'000.--. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 31. August 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: mc

Schlagwörter

conciliation settlementinadmissibilityemployment disputerevisioncost exemptionparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether an appeal lies against the conciliation authority's order striking the case as settled after the parties concluded a settlement.

Extrahierter Entscheid

No. The order is merely declaratory; the settlement itself has the effect of a final judgment and cannot be challenged by appeal or complaint.

Extrahierte Begründung

Once a settlement is concluded in conciliation, the proceedings end immediately. The authority's dismissal order only records that fact. Only costs can be challenged by complaint; the settlement itself may be attacked only by revision and only before the first-instance authority.

Kernrechtsfrage

Whether the appellate court could entertain the plaintiff's challenge to the settlement terms as an appeal.

Extrahierter Entscheid

No. The objections concern only matters governed by the settlement and therefore belong, if at all, to revision proceedings before the conciliation authority.

Extrahierte Begründung

The appellant attacks the content of the settlement, not the declaratory dismissal order. A revision request must be filed with the court of first instance, not with the appellate court.

Kernrechtsfrage

Whether court fees should be charged for the second-instance proceedings despite the inadmissibility of the remedy.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged because the dispute was an employment matter below CHF 30,000 and the court exercised discretion not to impose costs despite possible vexatiousness, given the incorrect appeal instruction below.

Extrahierte Begründung

Employment disputes up to CHF 30,000 are generally free of court costs; although the appeal seemed likely frivolous, the incorrect appeal instruction justified waiving costs.

Kernrechtsfrage

Whether party compensation is owed for the second-instance proceedings.

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded to either side.

Extrahierte Begründung

The appellant lost the proceeding, and the respondent incurred no relevant expenses.

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