No entry on appeal for missing appeal statement

SB130384Obergericht04.10.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Higher Court dealt with a criminal appeal against a district court judgment for simple bodily harm. The defendant had timely announced an appeal, but his counsel never filed the required appeal statement after service of the reasoned judgment. The court held that the 20-day period under the CCP had expired unused and therefore refused to enter into the appeal. As a result, the first-instance judgment became final. The appellate court set the second-instance fee at CHF 400 and charged it to the defendant. No procedural compensation was awarded to the private complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 und 3, Art. 428 Abs. 1 StPO; failure to file an appeal statement within the statutory 20-day period after service of the reasoned judgment prevents the appellate court from entering into the appeal. A mere timely notice of appeal is insufficient. Where the appeal is not entertained, the first-instance judgment becomes final; appellate costs are borne by the appellant, and a procedural compensation to the private complainant is excluded absent reimbursable expenses.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB130384-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin Dr. Janssen und Ersatzoberrichter lic. iur. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Leuthard Beschluss vom 4. Oktober 2013

in Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend einfache Körperverletzung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 21. Juni 2013 (GB130027)

Erwägungen: 1. Am 1. Juli 2013 meldete der erbetene Verteidiger namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgemäss Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 21. Juni 2013 an (Urk. 44), reichte her- nach jedoch keine Berufungserklärung ein. 2. Gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO hat die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Ur- teils eine Berufungserklärung einzureichen. Vorliegend wurde das begründete Urteil am 30. August 2013 von der Verteidigung entgegengenommen (Urk. 47/2). Die 20-tägige Frist zur Einreichung der Berufungserklärung lief demnach am 19. September 2013 unbenützt ab. Da innert Frist keine Berufungserklärung ein- ging, ist auf die Berufung des Beschuldigten nicht einzutreten (Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO). 3. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschul- digten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO, ZR 110 Nr. 37 e contrario). Da keine Aufwendungen ersichtlich sind, welche dem Privatkläger im Zusammenhang mit dem Berufungsverfahren entstanden sein könnten, ist ihm keine Prozessentschä- digung auszurichten.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Beschuldigten wird nicht eingetreten. Demzufolge ist das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein- zelgericht, vom 21. Juni 2013 rechtskräftig. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 400.--. 3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden dem Beschuldigten aufer- legt.

  1. Dem Privatkläger wird keine Prozessentschädigung ausgerichtet. 5. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an − den Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − den Vertreter der Privatklägerschaft im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfäl- liger Rechtsmittel an − die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten). 6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be- gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts- gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer

Zürich, 4. Oktober 2013

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. Spiess

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Leuthard

Schlagwörter

appeal statementnon-entrycriminal appealprocedural deadlinecourt costsprivate complainant compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be admitted despite the absence of a timely appeal statement

Extrahierter Entscheid

No. Because no appeal statement was filed within the statutory time limit, the court could not enter into the appeal.

Extrahierte Begründung

Under Art. 399(3) CCP the appellant must file an appeal statement within 20 days of service of the reasoned judgment. That period expired unused.

Kernrechtsfrage

Allocation of costs of the appellate proceedings

Extrahierter Entscheid

The costs of the appellate proceedings were imposed on the defendant.

Extrahierte Begründung

As the appeal was not entertained, the defendant bore the costs of the failed appellate procedure.

Kernrechtsfrage

Whether the private complainant was entitled to procedural compensation

Extrahierter Entscheid

No compensation was awarded because no reimbursable expenses were shown.

Extrahierte Begründung

The file did not reveal any expenses incurred by the private complainant in connection with the appeal.

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