Appeal inadmissible after protected interest lapsed

UE110176Obergericht06.10.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ AG appealed a prosecutor's refusal to open an investigation against B._____. During the appeal proceedings, the company informed the court that the underlying dispute had been resolved because the debt had been paid and the vehicle purchased. The Zurich High Court held that the legally protected interest required under Art. 382(1) StPO had therefore lapsed and refused to enter into the appeal. Because the loss of interest was not the appellant's fault, no court fee was charged, and no compensation was awarded due to the absence of significant inconvenience.

Omnilex-Regeste

Art. 382 Abs. 1 StPO; admissibility of a criminal appeal presupposes a current legally protected interest. If that interest ceases only after the filing of the appeal, the court must declare the remedy inadmissible. Where the appellant is not responsible for the supervening loss of interest, court fees may be waived under Art. 428 Abs. 1 StPO. Compensation under Art. 433 ff. StPO requires significant outlay or inconvenience; absent such circumstances, no compensation is due.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UE110176-O/Ubr

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Wetli

Beschluss vom 6. Oktober 2011

in Sachen

A._____ AG, Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. X._____

gegen

  1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Hermann Götz-Str. 24, 8400 Winterthur, Beschwerdegegner

betreffend Nichtanhandnahme einer Untersuchung

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Un- terland vom 17. August 2011, A-5/2011/4934

Erwägungen: I. Mit Eingabe vom 3. August 2011 erstattete Dr. X._____ namens und auftrags der A._____ AG Strafanzeige gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) wegen Unterschlagung im Sinne von § 246 des deutschen Strafgesetzbuches. Mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 17. August 2011 verfügte die Staatsanwalt- schaft Winterthur / Unterland, dass keine Untersuchung anhand genommen wer- de (Urk. 5). Mit Eingabe vom 31. August 2011 liess die A._____ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen diese Verfügung Beschwerde erheben und sinnge- mäss beantragen, es sei zu überprüfen, ob aufgrund eines Herausgabetitels des Landgerichts C._____ vom 25. August 2011 die Strafverfolgung nach dortigem Recht aufgenommen werden könne (Urk. 2). Mit Eingabe vom 23. September 2011 liess die Beschwerdeführerin geltend machen, der Anlass ihrer Strafanzeige sei entfallen. Der Beschwerdegegner 1 habe ihre Forderung beglichen und das Fahrzeug käuflich erworben (Urk. 6). II. Bei dieser Sachlage ist das für die Beurteilung des Rechtsmittels vorausgesetzte rechtlich geschützte Interesse (Art. 382 Abs. 1 StPO) nachträglich dahingefallen, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. Die Beschwerdeführerin hat das Entfallen des rechtlich geschützten Interesses nicht zu verantworten. Es rechtfertigt sich daher, von der Erhebung einer Ge- richtsgebühr für das Beschwerdeverfahren abzusehen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Mangels erheblicher Umtriebe ist der Beschwerdeführerin keine Entschädigung zuzusprechen (Art. 433 f. StPO). Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  1. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Der Beschwerdeführerin wird keine Entschädigung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an − Rechtsanwältin Dr. X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde- führerin (mit Rückschein) − die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland (gegen Empfangsschein) 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Zürich, 6. Oktober 2011

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. K. Balmer Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Wetli

Schlagwörter

criminal complaintprotected interestinadmissibilitynon-opening ordercourt feescompensationmootness

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the non-opening order remained admissible after the appellant's legally protected interest ceased to exist

Extrahierter Entscheid

No. The legally protected interest required for the appeal had subsequently lapsed, so the court could not entertain the appeal.

Extrahierte Begründung

Under Art. 382(1) StPO, standing to pursue the remedy requires a current legally protected interest. Because the appellant stated that the underlying dispute had been resolved, the interest disappeared after the appeal was filed.

Kernrechtsfrage

Whether court fees should be charged for the appeal proceedings

Extrahierter Entscheid

No. Since the loss of interest was not attributable to the appellant, the court waived the fee.

Extrahierte Begründung

Art. 428(1) StPO permits waiver of court fees where the termination of the proceedings is not the appellant's fault.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to compensation for the appeal proceedings

Extrahierter Entscheid

No compensation was awarded because there were no significant efforts or inconvenience justifying it.

Extrahierte Begründung

The court found no substantial outlay or burden warranting compensation under Art. 433 ff. StPO.

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