Legal aid for out-of-court debt settlement

52 II 1224/07Gericht erster Instanz20.08.2007Schuldbetreibungs- und KonkursrechtAbgewiesen

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant sought legal aid to obtain a lawyer’s assistance with an out-of-court debt settlement attempt. The legal officer at Bochum District Court refused the application, and the applicant filed a reminder. The court held that aid could be granted only if the applicant showed, with case-specific certificates, that all relevant debt counseling services had waiting times exceeding six months. Although the court gave notice and almost ten weeks to respond, the applicant supplied neither additional submissions nor evidence. The court therefore dismissed the reminder and denied reimbursement of out-of-court expenses.

Omnilex-Regeste

§ 6(2) BerHG; legal aid for an out-of-court debt settlement attempt: Following the Federal Constitutional Court’s decision of 4 September 2006, aid for a lawyer’s involvement in an out-of-court debt settlement procedure is to be granted only where the applicant specifically substantiates that every counseling service relevant to the individual case has a waiting time exceeding six months. Case-specific certificates are required because counseling services may prioritize urgent cases, allowing them to be handled sooner than the ordinary waiting time. The relevant services are those recognized for purposes of § 305 InsO and available to the applicant at their place of residence. A generalized assertion of delay does not satisfy the substantiation requirement.

Gesamter Gesetzestext

Amtsgericht Bochum — 52 II 1224/07 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2007-08-20

Aktenzeichen: 52 II 1224/07

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2007:0820.52II1224.07.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 52. Abteilung des Amtsgerichts

Normen: §§ 11, 24 a RpflG, 6 Abs. 2 BerHG

Tenor

In dem Beratungshilfeverfahren

hat das Amtsgericht Bochum durch den Richter am Amtsgericht am 20.8.2007

b e s c h l o s s e n:

Die Erinnerung des Antragstellers vom 23.5.2007 gegen den Beschluss des Rechts-pflegers des Amtsgerichts Bochum vom 7.5.2007 wird zurückgewiesen.

Außergerichtliche Auslagen werden nicht erstattet.

Gründe:

Die gemäß §§ 11, 24a RpflG, 6 Abs. 2 BerHG zulässige Erinnerung ist unbegründet.

Der Antragsteller begehrt Beratungshilfe für einen außergerichtlichen Schuldenbe-reinigungsversuch.

Die Frage, ob für die Tätigkeit eines Rechtsanwaltes bei einem außergerichtlichen Einigungsversuch über eine außergerichtliche Schuldenbereinigung Beratungshilfe zu bewilligen ist, war lange umstritten, ist nunmehr aber durch die Entscheidung des BVerfGs vom 4.9.2006 (RPfleger 2007, 206 f) entschieden worden.

In Beachtung der Ausführungen des BVerfG in der og. Entscheidung wird durch die-ses Gericht Beratungshilfe für ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren nur dann noch bewilligt werden, wenn der Antragsteller konkret darlegt und durch die Vorlage entsprechender Bescheinigungen der jeweils in Betracht kommenden Bera-tungsstellen glaubhaft macht, dass bei allen in Betracht kommenden Beratungsstel-len in seinem konkreten Fall eine Wartezeit von mehr als 6 Monaten besteht. Eine solche Bescheinigung für den jeweils konkreten Fall ist erforderlich zur Glaubhaft-machung, weil bei einigen Beratungsstellen wirklich dringende Fälle vorab und damit schneller als der Regelfall bearbeitet werden. Welche Beratungsstellen zur Beratung im jeweiligen Fall konkret in Betracht kommen, ergibt sich aus der Auflistung der an-erkannten Beratungsstellen nach § 305 InsO, die dargestellt wird, sobald unter der Internet-Adresse www.callnrw.de der Unterpunkt „Informationsservice zur Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung“ aufgerufen und der Wohnort des Antragstellers eingegeben wird. Diese Liste kann auch telefonisch unter 0180 3 100 214 (9 ct/Min aus dem deutschen Festnetz) erfragt werden. Im Bedarfsfalle ist auch das Gericht gerne bereit, eine solche Liste auch für den konkreten Einzelfall zur Verfügung zu stellen.

Trotz eines entsprechenden Hinweises des Gerichts an den Prozessbevollmächtig-ten des Antragstellers und der Gewährung einer insgesamt fast zehnwöchigen Stel-lungnahmefrist erfolgte kein ergänzender Vortrag und keine Glaubhaftmachung im Sinne der oben gemachten Ausführungen.

Die Erinnerung war deshalb zurückzuweisen.

Schlagwörter

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Legal aid was not granted because the applicant did not substantiate waits exceeding six months at all suitable debt counseling services.

Following the Federal Constitutional Court’s decision, aid would be granted only if the applicant specifically established that every relevant counseling service had a wait exceeding six months. No such evidence was submitted despite a court notice and an almost ten-week period to respond.

The reminder was dismissed as unfounded.

The applicant neither supplemented the submissions nor provided the required evidence concerning waiting times at relevant counseling services.

Out-of-court expenses were not reimbursed.

The order expressly provided that out-of-court expenses would not be reimbursed.

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