Reasonable reimbursement of motor-vehicle expert fees

47 C 286/10Gericht erster Instanz25.10.2010ZivilrechtTeilweise gutgeheissen

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The plaintiff sought damages including fees for a vehicle expert's report. The Bochum Local Court held that the recoverable expert fees should be estimated under § 287 ZPO, using the BVSK-HUK-Coburg-Bruderhilfe table as a suitable basis. For repair costs of EUR 1,498.68, it assessed reasonable fees at EUR 351.00 and, after deducting the amount already paid, ordered the defendant to hold the plaintiff harmless for EUR 161.50. The claim for extrajudicial attorney fees failed because the plaintiff's legal-expenses insurer had acquired the recourse claim. The parties' litigation costs were set off against each other.

Omnilex-Regeste

§§ 249(2) BGB, 632 BGB, 287 ZPO; reimbursement of motor-vehicle expert fees. An injured party may generally engage a qualified motor-vehicle expert to assess damage, and need not investigate the accessible market to find the cheapest provider. However, the party bears the risk that fees incurred without further inquiry may later prove excessive. Reasonable remuneration is assessed under § 632 BGB by reference to an applicable fee scale or customary remuneration; a flat fee reasonably tied to the amount of damage is permissible. The court may estimate reasonable expert costs under § 287 ZPO, using a suitable fee table and an allowance for ancillary expenses. Recovery is limited to expenditure appearing appropriate and reasonable from the perspective of a prudent person in the injured party's position.

Gesamter Gesetzestext

Amtsgericht Bochum — 47 C 286/10 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2010-10-25

Aktenzeichen: 47 C 286/10

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2010:1025.47C286.10.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 47. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

I. Die Beklagte wird verurteilt,

den Kläger wegen der Honorarforderung der ...in ... aus der Kostenrechnung 1001127SK-0139 vom 05.02.2010 in Höhe von 161,50 EUR freizustellen.

II. Die Kosten des Rechtsstreits werden gegeneinander aufgehoben.

III. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Entscheidungsgründe:

Die Klage ist teilweise begründet.

Dem Kläger steht ein restlicher Schadensersatzanspruch im Wege der Freistellung im tenorierten Umfang gegen die Beklagte zu.

Unabhängig von der Frage der Aktivlegitimation übersteigt der hier geltend gemachte Betrag die gemäß § 249 Abs. 2 BGB erforderlichen Kosten. Danach ist der Geschädigte grundsätzlich berechtigt, zur Schadensfeststellung einen qualifizierten Kfz-Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen. Der Geschädigte kann jedoch als erforderlichen Aufwand nur die Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen. Zwar ist der Geschädigte grundsätzlich nicht zur Erforschung des ihm zugänglichen Marktes verpflichtet, um einen möglichst preis- günstigen Sachverständigen ausfindig zu machen. Jedoch verbleibt das Risiko bei ihm, wenn er ohne nähere Erkundigung einen Sachverständigen beauftragt, der sich später im Prozess als zu teuer erweist (BGH NJW 2007, 1450). Dabei ist für die Bemessung der Vergütung des Sachverständigen nach § 632 BGB eine eventuell vorliegende Taxe bzw. die übliche Vergütung maßgeblich, wobei eine an der Schadenshöhe orientierte angemessene Pauschalierung grundsätzlich zulässig ist.

Abgesehen davon, dass in anderen Fällen, wie dem vorliegenden, die Einholung eines kostspieligen Sachverständigengutachtens untunlich erscheint, hält es das Gericht vielmehr für geboten, die Höhe der Sachverständigenkosten gemäß § 287 ZPO zu schätzen, wobei die Tabelle über das „Gesprächsergebnis BVSK-HUK-Coburg-Bruderhilfe“ eine geeignete Grundlage bildet, inklusive einer Nebenkostenpauschale bildet. Danach sind bei ermittelten Reparaturkosten von 1498,68 EUR eine Vergütung von 351,00 EUR festzustellen. Danach verbleibt unter Berücksichtigung des bereits bezahlten Betrages ein Restanspruch in Höhe von 161,50 EUR.

Zinsen schulden die Beklagten als Rechtshängigkeitszinsen.

Hinsichtlich außergerichtlicher Rechtsanwaltskosten ist die Klage unbegründet.

Der geltend gemachte Anspruch scheitert insoweit bereits daran, dass die Beklagten unwidersprochen vorgetragen haben, dass der Kläger rechtsschutzversichert ist, wobei Regressansprüche auf die Rechtsschutzversicherung gemäß § 86 VVG übergegangen sind.

Die Nebenentscheidungen folgen aus §§ 92 II, 708 Ziffer 11, 713 ZPO.

Schlagwörter

motor-vehicle damageexpert feesreasonable costsdamage assessmentcost estimationlegal-expenses insurance

The recoverable expert fee was reasonably estimated at EUR 351.00; after crediting the amount already paid, the defendant owed relief for EUR 161.50.

Under § 249(2) BGB, only costs reasonably necessary from the injured party's perspective are recoverable. The court estimated reasonable fees under § 287 ZPO using the BVSK-HUK-Coburg-Bruderhilfe table, including a flat rate for ancillary expenses.

The claim for extrajudicial attorney fees was unsuccessful because the plaintiff's legal-expenses insurer had acquired the recourse claim.

The defendant's uncontested submission established that the plaintiff had legal-expenses insurance and that the claim had transferred to the insurer under § 86 VVG.

The litigation costs were set off against each other.

The court applied the cost-allocation provisions cited in its decision.

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