Unsanctioned interpreter oath can require reversal of conviction

BGH 4 StR 273/13Bgh / Criminal Chamber 408.10.2013Remanded

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice upheld a procedural complaint that the interpreter used to communicate with the non-German-speaking accused in the main hearing had not been shown to be duly sworn. Because the minutes contained no reference to an oath or to a general oath under Section 189 GVG, the defect was proven for cassation purposes. The court could not exclude that the lack of oath affected the translation. The Regional Court judgment, including findings, was set aside and the matter remitted to another criminal chamber for a new trial and decision, including costs.

Omnilex-Regeste

§ 189 GVG, § 274 StPO; requirement of oath for court-appointed interpreter in the main hearing and consequences of omission. An interpreter used for communication with the defendant in the main hearing must either take the interpreter’s oath under § 189(1) GVG or validly refer to a general oath under § 189(2) GVG. Compliance is a formal requirement of the hearing and, pursuant to § 274 StPO, can be proven only by the record. If the minutes contain no reference to an oath or to a general oath, the omission is established in cassation proceedings. The judgment must be set aside unless it can be excluded, on concrete circumstances, that the defect affected the translation and thus the verdict (consid. 5-6).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 4 StR 273/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-10-08

Aktenzeichen: 4 StR 273/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 189 GVG

Vorinstanz: vorgehend LG Halle (Saale), 18. Januar 2013, Az: 3 KLs 507 Js 29857/10 - 12/12

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Relativer Revisionsgrund: Beruhen des Strafurteils auf Übersetzungen eines nicht ordnungsgemäß vereidigten Dolmetschers

Tenor

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Halle vom 18. Januar 2013 mit den Feststellungen aufgehoben.

Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Einbeziehung der Freiheitsstrafe aus einer früheren Verurteilung zu der Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Hiergegen richtet sich die auf mehrere Verfahrensbeanstandungen und die Sachbeschwerde gestützte Revision des Angeklagten. Das Rechtsmittel hat mit einer Verfahrensrüge Erfolg.

2 Die Revision beanstandet zu Recht die Verletzung des § 189 GVG.

3 a) Die Rüge ist zulässig erhoben (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Entgegen der Auffassung des Generalbundesanwalts handelt es sich nicht lediglich um eine unzulässige Protokollrüge (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Juni 2011 - 4 StR 111/11, StraFo 2011, 317; Urteil vom 20. April 2006 - 4 StR 604/05, NStZ-RR 2007, 52, 53). Dem Revisionsvorbringen ist vielmehr die bestimmte Behauptung zu entnehmen, dass die von der Strafkammer zur Verständigung mit dem der deutschen Sprache nicht mächtigen Angeklagten beigezogene Dolmetscherin in der Hauptverhandlung weder vereidigt worden sei noch sich auf einen allgemein geleisteten Eid berufen habe.

4 b) Die Verfahrensbeanstandung ist auch begründet.

5 Nach der Vorschrift des § 189 GVG muss ein für die Hauptverhandlung beigezogener Dolmetscher den Dolmetschereid leisten (§ 189 Abs. 1 GVG) oder, sofern er für Übertragungen der betreffenden Art in einem Land nach den landesrechtlichen Vorschriften allgemein beeidigt ist, sich auf den geleisteten Eid berufen (§ 189 Abs. 2 GVG). Hierbei handelt es sich um eine für die Hauptverhandlung vorgeschriebene Förmlichkeit, deren Beachtung nach § 274 StPO nur durch das Protokoll bewiesen werden kann (vgl. BGH, Beschluss vom 10. März 2005 - 4 StR 3/05, BGHR GVG § 189 Beeidigung 4). Da die Sitzungsniederschrift keinen Hinweis auf eine eidliche Bekräftigung der Übertragung durch die in der Hauptverhandlung zur Verständigung mit dem Angeklagten beigezogene Dolmetscherin enthält, steht deren Fehlen für das Revisionsverfahren fest.

6 Der Senat vermag bei der gegebenen Sachlage nicht auszuschließen, dass das Urteil auf der Verletzung des § 189 GVG beruht. Konkrete Umstände, welche den Schluss zuließen, dass sich das Fehlen der eidlichen Bekräftigung im Einzelfall nicht auf die Übersetzung ausgewirkt hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. Juli 2005 - 1 StR 208/05, NStZ 2005, 705, 706; vom 15. Dezember 2011 - 1 StR 579/11, BGHR GVG § 189 Beeidigung 5; Wickern in Löwe/ Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 189 GVG Rn. 12 mwN), ergeben sich weder aus dem aus den Akten ersichtlichen Verfahrensablauf noch aus der das Rügevorbringen der Revision bestätigenden Gegenerklärung der Staatsanwaltschaft.

| Sost-Scheible | | RinBGH Roggenbuck ist urlaubsbedingt ortsabwesend und deshalb an der Beifügung der Unterschrift gehindert. | | Cierniak | | --- | --- | --- | --- | --- | | | | Sost-Scheible | | | | | Mutzbauer | | Bender | |

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the conviction had to be set aside because the interpreter used in the main hearing was not duly sworn under Section 189 GVG.

Extrahierter Entscheid

Yes. The record contained no proof of oath or reference to a general oath, and the court could not exclude that the breach affected the translation and thus the judgment.

Extrahierte Begründung

For interpreters in the main hearing, Section 189 GVG requires either a special oath or a valid reference to a general oath. This formal requirement is proven exclusively by the minutes under Section 274 StPO. Since the minutes lacked any indication of oath or reference, the omission was established; no concrete circumstances showed that the defect was harmless.

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