Fees in lease validity declaration: value under GKG, not ZPO

BGH XII ZR 81/16Bgh / Civil Chamber 1216.08.2017Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court rejected the defendant’s counsel’s objection to the Senate’s prior dispute-value fixing. It held that a request for a declaration that a lease agreement remained effective is valued for fee purposes under § 41(1) GKG, not under § 8 ZPO. The one-year rent of EUR 6,000 was therefore the relevant base value. Together with the additional claims already assessed by the Court of Appeal, the total amount in dispute remained EUR 50,000. The counsel’s challenge was timely but unfounded.

Omnilex-Regeste

§ 41 Abs. 1 GKG; Gebührenstreitwert für Klage auf Feststellung der Wirksamkeit eines Mietvertrages; § 8 ZPO ist hierfür nicht maßgeblich, sondern nur für Zuständigkeitswert und Beschwerdewert. Bei einem Antrag auf Feststellung, dass ein Mietvertrag nicht durch Kündigung beendet sei, bemisst sich der Gebührenstreitwert nach dem einjährigen Entgelt; die vom Berufungsgericht für weitere Anträge festgesetzten Werte bleiben unberührt (vgl. consid. 2). Eine Gegenvorstellung gegen die Streitwertfestsetzung ist zwar analog §§ 32 Abs. 2 Satz 1 RVG, 68 Abs. 1 Satz 1 GKG zulässig und fristgerecht einlegbar, führt aber nur bei materieller Unrichtigkeit zu einer Anpassung.

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZR 81/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-08-16

Aktenzeichen: XII ZR 81/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:160817BXIIZR81.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 41 Abs 1 GKG, § 8 ZPO

Vorinstanz: vorgehend BGH, 21. Juni 2017, Az: XII ZR 81/16vorgehend OLG Karlsruhe, 22. Juli 2016, Az: 4 U 199/14vorgehend LG Freiburg (Breisgau), 3. November 2014, Az: 12 O 20/13

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Bemessung des Gebührenstreitwerts: Antrag auf Feststellung der Wirksamkeit des Mietvertrages

Tenor

Die Gegenvorstellung des Prozessbevollmächtigten der Beklagten gegen die Festsetzung des Streitwerts im Beschluss des Senats vom 21. Juni 2017 wird zurückgewiesen.

Gründe

1 Die aus eigenem Recht eingelegte Gegenvorstellung des Prozessbevollmächtigten der Beklagten gibt keinen Anlass, den Streitwert heraufzusetzen. Sie ist zwar in entsprechender Anwendung von §§ 32 Abs. 2 Satz 1 RVG, 68 Abs. 1 Satz 1 GKG statthaft sowie innerhalb der analog geltenden sechsmonatigen Frist gemäß §§ 68 Abs. 1 Satz 3, 63 Abs. 3 Satz 2 GKG eingelegt worden (vgl. BGH Beschluss vom 7. Februar 2017 - XI ZR 366/15 - juris Rn. 2), aber unbegründet.

2 Für den von der Klägerin mit der Nichtzulassungsbeschwerde weiterverfolgten Antrag auf Feststellung, dass der zwischen den Parteien geschlossene Mietvertrag wirksam (weil nicht durch Kündigung beendet) sei, ist nicht der vom Oberlandesgericht offensichtlich herangezogene § 8 ZPO maßgeblich. Denn diese Vorschrift ist nur für den Zuständigkeitswert und den Wert der Beschwer einschlägig. Der hier in Rede stehende Gebührenstreitwert richtet sich dagegen nach § 41 Abs. 1 GKG und beläuft sich auf das einjährige Entgelt von 6.000 € (vgl. Senatsbeschluss vom 22. Februar 2006 - XII ZR 134/03 - NJW-RR 2006, 1004). Im Übrigen folgt der Senat der Streitwertfestsetzung des Oberlandesgerichts, so dass für die weiteren Anträge 44.000 € hinzuzurechnen sind, woraus sich der festgesetzte Streitwert von 50.000 € ergibt.

DoseSchillingNedden-Boeger
BoturGuhling

Schlagwörter

dispute valuelease contractdeclaratory actionfeesGKGZPOcourt costsobjection

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the defendant’s counsel’s Gegenvorstellung against the prior dispute-value assessment should lead to an increase of the amount in dispute.

Extrahierter Entscheid

The objection was admissible by analogy and filed in time, but it was unfounded; no increase of the dispute value was warranted.

Extrahierte Begründung

For a claim seeking a declaration that the lease agreement remained effective and had not ended by notice, the relevant fee dispute value is governed by § 41(1) GKG, not by § 8 ZPO, which applies only to jurisdictional value and value of the aggrieved party. The Senate therefore kept the previous valuation and added the other claims as already fixed by the Court of Appeal.

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