BGH, Beschluss vom 15.02.2023 - VII ZR 13/22•BGH, 2023-02-15 — VII ZR 13/22
BGH, Beschluss vom 15.02.2023 - VII ZR 13/22Bgh / 7. Zivilsenat15.02.2023
BGH | Beschluss | 2023-02-15 | VII ZR 13/22 | Prozessführungsbefugnis einer WEG für werkvertragliche Gewährleistungsansprüche
Entscheidungsdatum: 2023-02-15
Aktenzeichen: VII ZR 13/22
ECLI: ECLI:DE:BGH:2023:150223BVIIZR13.22.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 634 Nr 2 BGB, § 637 Abs 3 BGB, § 9a Abs 2 WoEigG
Vorinstanz: vorgehend OLG München, 10. Dezember 2021, Az: 9 U 3706/21 Bauvorgehend LG München I, 28. April 2021, Az: 24 O 13354/20
Spruchkörper: 7. Zivilsenat
Prozessführungsbefugnis einer WEG für werkvertragliche Gewährleistungsansprüche
Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 10. Dezember 2021 wird zurückgewiesen.
Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens mit Ausnahme der durch die Nebenintervention auf Beklagtenseite verursachten Kosten; diese trägt die Streithelferin selbst (§ 97 Abs. 1, § 101 Abs. 1 ZPO).
Gegenstandswert: 27.370 €
1 Der von der Beschwerde geltend gemachte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Frage, ob ein vor dem 1. Dezember 2020 ergangener Vergemeinschaftungsbeschluss einer Wohnungseigentümergemeinschaft bezüglich werkvertraglicher Ansprüche eines Erwerbers, die auf die Beseitigung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum gerichtet sind, durch das In-Kraft-Treten von § 9a Abs. 2 WEG seine Wirksamkeit verloren hat, liegt nicht mehr vor. Der Bundesgerichtshof hat die genannte Frage im Urteil vom 11. November 2022 - V ZR 213/21 Rn. 18 ff., Rn. 24 ff., Rn. 30 ff., NJW 2023, 217 in dem Sinne beantwortet, dass die Prozessführungsbefugnis einer Wohnungseigentümergemeinschaft, die sich aus einem vor dem 1. Dezember 2020 erlassenen Vergemeinschaftungsbeschluss ergibt, auch nach der Neuregelung der Ausübungsbefugnis der Wohnungseigentümergemeinschaft in § 9a Abs. 2 WEG fortbesteht. Das gilt sowohl, wenn ein entsprechender Anspruch des Erwerbers auf eine kaufvertragliche Nachbesserungspflicht gestützt wird, als auch, wenn - wie hier - ein werkvertraglicher Anspruch auf Kostenvorschuss (§ 634 Nr. 2, § 637 Abs. 3 BGB) in Rede steht.
2 Die Entscheidung des Berufungsgerichts steht im Einklang mit der nunmehr ergangenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 11. November 2022 - V ZR 213/21, NJW 2023, 217).
3 Eine Revision der Beklagten hätte auch im Übrigen in der Sache keine Aussicht auf Erfolg.
4 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist (§ 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).
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