Constitutional complaint inadmissible for lack of subsidiarity

BVerfG 1 BvR 2554/13Bverfg / 1. Senat 3. Kammer26.09.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The First Senate’s Third Chamber of the Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint for decision. The complainant had argued that the labour courts wrongly treated Art. 33(2) GG as inapplicable in a dispute against a privately organized employer supported by public-law institutions. The Court held that the complaint was inadmissible because the complainant had not first pursued the merits proceedings before the ordinary labour courts, as required by subsidiarity under § 90(2) BVerfGG. No concrete indication showed that a permanent, legally binding filling of the temporary post would cause irreparable loss of rights before those proceedings ended.

Omnilex-Regeste

Art. 90 Abs. 2 BVerfGG; Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde bei vorbeugender Inanspruchnahme fachgerichtlichen Rechtsschutzes; eine Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, wenn der Beschwerdeführer zunächst den fachgerichtlichen Hauptsacherechtsschutz zu ergreifen hat. Bei nur befristeter Stellenbesetzung genügt der bloße Hinweis auf eine mögliche spätere Erledigung regelmäßig nicht, um ausnahmsweise auf den vorherigen Durchlauf des Hauptsacheverfahrens zu verzichten; es bedarf konkreter Anhaltspunkte für einen irreversiblen Rechtsverlust vor Abschluss des fachgerichtlichen Verfahrens.

Gesamter Gesetzestext

BVerfG — 1 BvR 2554/13, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2013-09-26

Aktenzeichen: 1 BvR 2554/13

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2013:rk20130926.1bvr255413

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 33 Abs 2 GG, § 90 Abs 2 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend LArbG Berlin-Brandenburg, 4. Juli 2013, Az: 18 SaGa 848/13, Urteilvorgehend ArbG Berlin, 17. April 2013, Az: 48 Ga 4955/13, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde bei ausstehender Inanspruchnahme von fachgerichtlichem Hauptsacherechtsschutz

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres grundrechtsgleichen Rechts auf gleichen Zugang zu einem öffentlichen Amt aus Art. 33 Abs. 2 GG rügt, weil die Arbeitsgerichte diesen in einem Verfahren gegen eine privatrechtlich organisierte, aber von Anstalten öffentlichen Rechts getragene Arbeitgeberin für nicht anwendbar erachteten, genügt die Verfassungsbeschwerde nicht dem Grundsatz der Subsidiarität aus § 90 Abs. 2 BVerfGG. Die Beschwerdeführerin ist insoweit gehalten, zunächst das Hauptsacheverfahren durchzuführen. Es ist angesichts der befristeten Besetzung der von der Beschwerdeführerin erstrebten Stelle ohne weitere Anhaltspunkte nicht ersichtlich, dass vor Durchführung des Hauptsacheverfahrens ein endgültiger Rechtsverlust durch eine rechtlich verbindliche, dauerhafte Besetzung der Stelle droht.

2 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Schlagwörter

constitutional complaintsubsidiaritypublic officetemporary appointmentinadmissibilitylabour court

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the constitutional complaint was admissible despite the complainant not first pursuing the main proceedings before the labour courts.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the principle of subsidiarity required the complainant to first pursue main proceedings.

Extrahierte Begründung

No exceptional circumstances showed that a final loss of rights would occur before completion of the main proceedings; the post was only temporarily filled.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could proceed based on the alleged violation of equal access to public office under Art. 33(2) GG.

Extrahierter Entscheid

The Court did not examine the merits because the complaint failed the subsidiarity requirement.

Extrahierte Begründung

The complainant had to first seek ordinary judicial protection in the merits proceedings.

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