BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 17.08.2023 - 2 BvR 1851/22•BVerfG, 2023-08-17 — 2 BvR 1851/22
BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss vom 17.08.2023 - 2 BvR 1851/22Bverfg / 2. Senat 2. Kammer17.08.2023
BVerfG | Stattgebender Kammerbeschluss | 2023-08-17 | 2 BvR 1851/22 | Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Zur Berücksichtigung grundrechtlicher Belange des Vollstreckungsschuldners durch das Vollstreckungsgericht im Rahmen der Auslegung und Anwendung des § 261 Abs 1 BGB (Änderung einer eidesstattlichen Versicherung) - hier: Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie des Gehörsanspruchs im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens über einen Auskunftsanspruch
Entscheidungsdatum: 2023-08-17
Aktenzeichen: 2 BvR 1851/22
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2023:rk20230817.2bvr185122
Dokumenttyp: Stattgebender Kammerbeschluss
Normen: Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 19 Abs 3 GG, Art 103 Abs 1 GG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, § 261 Abs 1 BGB, § 889 ZPO
Vorinstanz: vorgehend BVerfG, 20. Juni 2023, Az: 2 BvR 1851/22, Einstweilige Anordnungvorgehend BVerfG, 4. Januar 2023, Az: 2 BvR 1851/22, Einstweilige Anordnungvorgehend LG München I, 30. September 2022, Az: 16 T 10239/22, Beschlussvorgehend LG München I, 16. September 2022, Az: 16 T 10239/22, Beschlussvorgehend LG München I, 14. September 2022, Az: 16 T 10239/22, Beschlussvorgehend LG München I, 25. August 2022, Az: 16 T 10239/22, Beschlussvorgehend AG München, 15. August 2022, Az: 1537 M 30975/21, Beschlussvorgehend AG München, 28. März 2022, Az: 1537 M 30975/21, Beschluss
Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer
Teilweise stattgebender Kammerbeschluss: Zur Berücksichtigung grundrechtlicher Belange des Vollstreckungsschuldners durch das Vollstreckungsgericht im Rahmen der Auslegung und Anwendung des § 261 Abs 1 BGB (Änderung einer eidesstattlichen Versicherung) - hier: Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie des Gehörsanspruchs im Rahmen des Vollstreckungsverfahrens über einen Auskunftsanspruch
Der Beschluss des Landgerichts München I vom 25. August 2022 - 16 T 10239/22 - verletzt die Beschwerdeführerin zu 1. in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör aus Artikel 103 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 19 Absatz 3 des Grundgesetzes und den Beschwerdeführer zu 2. in seinem Grundrecht aus Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes. Der Beschluss wird daher aufgehoben. Die Sache wird an das Landgericht München I zurückverwiesen.
Im Übrigen wird die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.
Die einstweilige Aussetzung der Zwangsvollstreckung aus dem Schlussurteil des Landgerichts Düsseldorf vom 27. Januar 2020 - 5 O 390/16 - wird bis zu einer erneuten Entscheidung des Landgerichts München I über die sofortige Beschwerde der Beschwerdeführerin zu 1. verlängert.
Der Freistaat Bayern hat den Beschwerdeführern ihre notwendigen Auslagen im Verfassungsbeschwerdeverfahren zu erstatten.