Customs tariff classification of “Alebrijes” figures

BFH VII B 5/13Bfh / Division 712.09.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The BFH dismissed as inadmissible a complaint seeking revision of an FG Hamburg judgment on the tariff classification of hand-crafted “Alebrijes” figures. The court held that the appellant had not properly pleaded a ground of fundamental importance under § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO and § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO, because he merely challenged the FG’s substantive legal assessment. The BFH further noted that the legal criteria for original sculptural works under CN heading 9703 were already settled and that the distinction from commercial goods is largely factual.

Omnilex-Regeste

§ 115 Abs. 2 Nr. 1, § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO; complaint for leave to appeal on the ground of fundamental importance. A complaint invoking fundamental importance must formulate a specific, abstract legal question, explain its general significance, and substantiate why clarification is still required, including engagement with case law and literature. A mere attack on the correctness of the lower court’s substantive assessment does not satisfy these pleading requirements. As regards CN heading 9703, the concept of original sculptural works is settled; whether an item is an original work of sculpture or commercial goods depends predominantly on factual assessment and is binding on the review court if procedurally unobjectionable and logically possible.

Gesamter Gesetzestext

BFH — VII B 5/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-09-12

Aktenzeichen: VII B 5/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: Pos 9703 KN, Pos 4420 KN

Vorinstanz: vorgehend FG Hamburg, 23. November 2012, Az: 4 K 281/11, Urteil

Spruchkörper: 7. Senat

Titelzeile

Tarifierung von (Kunst-) Handwerksarbeiten mit der Bezeichnung "Alebrijes"

Leitsatz

NV: Ob es sich bei als "Alebrijes" bezeichneten, von Kunsthandwerken und Künstlern aus der Region Oaxaca/Mexiko - häufig gemeinschaftlich - gefertigten Figuren, die bestimmte Tiere oder Fabelwesen der alten mexikanischen Religionen darstellen und individuell von Hand bemalt werden, um Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst (Pos. 9703 KN) oder Handelswaren (Pos. 4420 KN) handelt, ist weitgehend eine Frage der tatsächlichen Würdigung.

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig. Der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) hat die behauptete grundsätzliche Bedeutung einer durch eine höchstrichterliche Entscheidung zu klärenden Rechtsfrage (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) nicht in der nach § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Weise dargelegt.

2 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu den Darlegungserfordernissen bei Behauptung grundsätzlicher Bedeutung muss der Beschwerdeführer zunächst eine konkrete Rechtsfrage formulieren und auf deren Bedeutung für die Allgemeinheit eingehen. Hierzu muss er darlegen, aus welchen Gründen diese Rechtsfrage (noch) klärungsbedürftig ist und erörtern, wie diese Frage bislang entschieden worden und in welchem Umfang und von welcher Seite sie umstritten ist. Dazu muss sich der Beschwerdeführer mit den in der Rechtsprechung und Literatur zu dieser Frage vertretenen Auffassungen auseinandersetzen und angeben, aus welchen Gründen die Beantwortung der als klärungsbedürftig angesehenen Rechtsfrage zweifelhaft ist (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschlüsse vom 27. Juni 1985 I B 27/85, BFHE 144, 137, BStBl II 1985, 625, und vom 29. August 2001 XI B 136/00, BFH/NV 2002, 202).

3 Solche Ausführungen enthält die Beschwerdebegründung nicht. Der Vortrag des Klägers wendet sich vielmehr allein gegen die vom Finanzgericht (FG) materiell-rechtlich vertretene Rechtsauffassung der Einreihung in die Pos. 4420 der Kombinierten Nomenklatur (KN) der als "Alebrijes" bezeichneten dreidimensionalen Figuren, die bestimmte Tiere oder Fabelwesen der alten mexikanischen Religionen darstellen, die unter Verwendung der Formen, Farbkombinationen, Ornamente und Bilderschriften der indigenen Vorfahren von Kunsthandwerken und Künstlern aus der Region Oaxaca/ Mexiko --häufig gemeinschaftlich-- gefertigt und mit traditionellen Symbolen oder surrealistisch in bunten Farben individuell von Hand bemalt werden. Damit rügt er die fehlerhafte Anwendung materiellen Rechts durch die Vorinstanz. Die Behauptung, ein Urteil sei rechtsfehlerhaft, gibt der Rechtssache jedoch keine grundsätzliche Bedeutung (vgl. BFH-Beschluss vom 18. März 1998 IX B 119/97, BFH/NV 1998, 1114, ständige Rechtsprechung).

4 Im Übrigen sind die Rechtsfragen zur Pos. 9703 KN, in die der Kläger die Arbeiten eingereiht haben möchte, insbesondere zum Begriff "Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst" geklärt. So hat der beschließende Senat --im Anschluss an die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (vgl. Urteil vom 18. September 1990 C-228/89 --Farfalla Flemming--, Slg. 1990, I-3387, Rz 18)-- entschieden, dass Bildhauerarbeiten im Sinne dieser Tarifposition höchstpersönliche Schöpfungen sind, mit denen der Künstler einem ästhetischen Ideal Ausdruck verleiht. Ob Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst oder Handelswaren vorliegen, ist weitgehend eine Frage der tatsächlichen Würdigung, die, falls verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und denkgesetzlich möglich, für das Revisionsgericht bindend ist (Senatsbeschluss vom 9. September 2010 VII B 63/10, BFH/NV 2011, 325; Senatsurteil vom 8. Januar 2003 VII R 11/02, BFHE 201, 352, Zeitschrift für Zölle und Verbrauchsteuern 2003, 197; Senatsurteil vom 26. November 1996 VII R 54/96, BFH/NV 1997, 724).

5 Das FG hat diese Rechtssätze seiner Entscheidung zugrunde gelegt und keine hiervon abweichenden Rechtssätze aufgestellt. Der Kläger setzt lediglich seine Rechtsauffassung an Stelle derjenigen des FG. Das vermag die Zulassung der Revision nicht zu rechtfertigen (BFH-Beschlüsse vom 18. März 2004 VII B 53/03, BFH/NV 2004, 978, und vom 26. August 2004 II B 117/03, BFH/NV 2004, 1625, je m.w.N.).

Schlagwörter

tariff classificationcustoms nomenclaturefundamental importanceadmissibilityfactual assessmentsculptural works

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint sufficiently pleaded a ground for leave to appeal based on fundamental importance.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not set out a concrete legal question, its general significance, or why it remained in need of clarification.

Extrahierte Begründung

The appellant merely attacked the FG’s substantive classification assessment. A bare allegation that the judgment is legally wrong does not satisfy the statutory pleading requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the tariff classification question concerning “Alebrijes” figures raised a fundamentally new legal issue under CN heading 9703.

Extrahierter Entscheid

No. The legal principles on original sculptures under CN heading 9703 were already settled; classification depended largely on factual evaluation.

Extrahierte Begründung

The court referred to its settled case law that sculptural works are highly personal creations expressing an aesthetic ideal, and that the distinction between original sculpture and commercial goods is mainly a question of fact binding on the reviewing court if procedurally sound.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.