Dangerous-dog tax and alleged confiscatory effect

BVerwG 9 B 13/17, 9 B 13/17, 9 PKH 3/17Bverwg / Division 909.08.2017Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court rejected the applicant’s request for legal aid and counsel appointment and dismissed the complaint against the refusal of leave to appeal. The case concerned a dangerous-dog tax of EUR 1,000 per year and the allegation that it had a confiscatory effect. The court held that the asserted question of principle was not open, because its case law already clarified the relevant assessment criteria: not only average keeping costs, but also the tax increase compared with non-dangerous dogs and the relation to average keeping costs must be considered. Costs were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

§ 132 Abs. 2 Nr. 1, § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO; confiscatory effect of a dangerous-dog tax as a question of fundamental importance: no need for further clarification where the complaint merely attacks the lower court’s application of settled criteria. The assessment of an allegedly prohibitive tax does not depend solely on the average costs of keeping the animal; decisive are also the rate differential vis-à-vis ordinary dog tax and the relationship between the tax burden and average keeping costs (consid. 4). A complaint failing to show an unresolved, revisable question of federal law is inadmissible in substance and cannot found legal aid due to lack of prospects of success (consid. 1–2).

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 9 B 13/17, 9 B 13/17, 9 PKH 3/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-08-09

Aktenzeichen: 9 B 13/17, 9 B 13/17, 9 PKH 3/17

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2017:090817B9B13.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: Art 14 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, 17. Januar 2017, Az: 6 A 10616/16, Urteilvorgehend VG Trier, 10. März 2016, Az: 2 K 1639/15

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Kampfhundesteuer; Beurteilung der erdrosselnden Wirkung

Gründe

1 1. Der Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung seines Verfahrensbevollmächtigten für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist abzulehnen, weil die Rechtsverfolgung - wie sich aus den nachstehenden Gründen ergibt - keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 166 VwGO i.V.m. §§ 114, 121 Abs. 1 ZPO).

2 2. Die Beschwerde, mit der allein eine grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) geltend gemacht wird, hat keinen Erfolg.

3 Grundsätzliche Bedeutung im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO kommt einer Rechtssache nur zu, wenn sie eine für die erstrebte Revisionsentscheidung erhebliche Rechtsfrage des revisiblen Rechts aufwirft, die im Interesse der Einheit oder der Fortbildung des Rechts revisionsgerichtlicher Klärung bedarf. Dabei muss die Beschwerde gemäß § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO erläutern, dass und inwiefern die Revisionsentscheidung zur Klärung der aufgeworfenen, bisher revisionsgerichtlich nicht beantworteten fallübergreifenden Rechtsfrage(n) des Bundesrechts oder einer der in § 137 Abs. 1 Nr. 2 VwGO genannten Vorschriften führen kann (stRspr, vgl. u.a. BVerwG, Beschluss vom 19. August 1997 - 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26).

4 Die Beschwerde legt nicht dar, dass die aufgeworfene Frage,

ob bereits dann, wenn die jährliche Hundesteuer den durchschnittlichen jährlichen finanziellen Aufwand der Haltung eines gefährlichen Hundes um etwa 15% überschreitet, von einem deutlichen Übersteigen und somit davon ausgegangen werden kann, dass die Jahressteuer außer Verhältnis zu dem besteuerten Aufwand steht, was die Annahme einer erdrosselnden Wirkung zur Folge hätte,

die genannten Voraussetzungen erfüllt. Denn die Frage, ob einer Steuer für Kampfhunde eine unzulässige faktische Verbotswirkung ("erdrosselnde Wirkung") zukommt, ist in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts - soweit sie einer grundsätzlichen Antwort zugänglich ist - bereits geklärt. Danach kommt es nicht nur auf die Höhe der durchschnittlichen Haltungskosten an; vielmehr stellen der Steigerungssatz im Verhältnis zu dem Steuersatz für Nichtkampfhunde und die Relation zu den durchschnittlichen Hundehaltungskosten zwei entscheidende Kriterien für die Bewertung der erdrosselnden Wirkung dar (BVerwG, Urteil vom 15. Oktober 2014 - 9 C 8.13 - BVerwGE 150, 225 Rn. 25). Hiervon ausgehend hat das Berufungsgericht bei dem hier streitigen Steuersatz von 1 000 € jährlich für gefährliche Hunde eine erdrosselnde Wirkung verneint, weil der im Urteil näher begründete "Mindestaufwand für das Halten eines gefährlichen Hundes in Höhe von über 800 € jährlich" mit der Steuer jedenfalls nicht deutlich überschritten werde. Der Steigerungssatz, der hier das 16,7-Fache betrage, bewege sich ebenso wie die absolute Höhe der Steuer von 1 000 € im oberen Bereich, falle aber keineswegs "völlig aus dem Rahmen". Letzteres wird mit Nachweisen aus der Rechtsprechung belegt. Weitergehender abstrakter Klärungsbedarf ist aus dem Beschwerdevorbringen nicht erkennbar.

5 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3 sowie § 52 Abs. 3 GKG.

Schlagwörter

dangerous-dog taxconfiscatory effectfundamental importancelegal aidleave to appealtax burdendog keeping costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether legal aid and appointment of counsel should be granted for the Federal Administrative Court proceedings

Extrahierter Entscheid

Refused because the intended legal pursuit lacked sufficient prospects of success.

Extrahierte Begründung

Since the complaint had no chance of success, the statutory requirements for legal aid were not met.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint on the ground of fundamental importance justified leave to appeal

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not show a revisable legal question requiring clarification.

Extrahierte Begründung

The alleged question about confiscatory effect was already clarified in case law. For dangerous-dog tax, not only average keeping costs matter; the rate increase compared with tax on non-dangerous dogs and the relation to average dog-keeping costs are decisive.

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