Jobcenter employees count for release quota at agencies

BVerwG 6 PB 25/13Bverwg / 6. Abteilung18.09.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Administrative Court rejected the applicant’s complaint against the Higher Administrative Court’s refusal to authorize a legal appeal. The court held that the alleged fundamental question was not properly substantiated because the complaint failed to engage with the statutory provisions governing jobcenters. It stressed that the SGB II expressly treats jobcenters as service units and provides that staff-representation rules apply there. The right-to-be-heard complaint also failed: the lower court did not need to address constitutional concerns about assignments under § 44g SGB II because those concerns were unfounded.

Omnilex-Regeste

§ 46 Abs. 4 S. 1 BPersVG; § 44h Abs. 1 S. 1, Abs. 2, 3, § 44b Abs. 3 S. 2 Hs. 2, § 44c Abs. 2, 3, § 44d Abs. 5 SGB II; requirements of a non-admission complaint in staff-representation matters. A jobcenter is a service unit by express statutory attribution; a material derivation of service-unit status is therefore unnecessary. Employees assigned to a jobcenter are to be treated under the statutory special rules applicable there, including the representation regime and the office of the managing director as service-unit head. A fundamental-question complaint must engage substantively with this legislative scheme; a mere repetition of the argument that jobcenters lack material service-unit status does not satisfy the pleading burden. Constitutional objections to the assignment mechanism under § 44g SGB II do not render the provision ineffective where the asserted risk can be addressed through co-determination and individual legal protection.

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 6 PB 25/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-09-18

Aktenzeichen: 6 PB 25/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 46 Abs 4 S 1 BPersVG, § 44h Abs 1 S 1 SGB 2, § 44b Abs 3 S 2 Halbs 2 SGB 2, § 44c Abs 2 SGB 2, § 44c Abs 3 SGB 2, § 44d Abs 5 SGB 2

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 13. Juni 2013, Az: 20 A 2811/12.PVB, Beschluss

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Freistellungsstaffel; Jobcenter; Dienststellenbegriff

Gründe

1 Die Beschwerde des Antragstellers gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde durch das Oberverwaltungsgericht gemäß § 83 Abs. 2 BPersVG in Verbindung mit § 92a Satz 1 ArbGG hat keinen Erfolg.

2 1. Die Grundsatzrüge gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1, § 92 Abs. 1 Satz 2 ArbGG ist unzulässig. Sie genügt nicht den insoweit zu stellenden Darlegungsanforderungen (§ 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1, § 92a Satz 2 ArbGG).

3 Der Antragsteller will sinngemäß geklärt wissen, ob diejenigen Beschäftigten der Bundesagentur, denen eine Tätigkeit beim Jobcenter zugewiesen wurde, im Rahmen der Freistellungsstaffel nach § 46 Abs. 4 Satz 1 BPersVG bei den Agenturen für Arbeit mitzählen. Zur Darlegung, dass diese Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung ist, hätte mindestens gehört, dass der Antragsteller sich mit dem angefochtenen Beschluss anhand der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen substantiiert auseinander gesetzt hätte. Daran fehlt es jedoch. Die Beschwerdebegründung erschöpft sich im Wesentlichen in Ausführungen dazu, dass die Jobcenter den materiellen Dienststellenbegriff in § 6 Abs. 1 und 2 BPersVG nicht erfüllen. Diese Annahme geht offensichtlich fehl. § 44h Abs. 1 Satz 1 SGB II legt fest, dass in den gemeinsamen Einrichtungen (= Jobcenter; § 6d SGB II) eine Personalvertretung gebildet wird. Schon darin kommt eindeutig zum Ausdruck, dass der Gesetzgeber dem Jobcenter Dienststelleneigenschaft beimisst, eine materielle Herleitung mithin entbehrlich ist. Dies bekräftigen die weiteren gesetzlichen Bestimmungen, wonach für den Personalrat beim Jobcenter die Regelungen des Bundespersonalvertretungsgesetzes entsprechend gelten, wonach die Beschäftigten für die Zeit ihrer Tätigkeit beim Jobcenter das Wahlrecht zum dortigen Personalrat besitzen und wonach der Personalrat des Jobcenters alle Rechte entsprechend den Regelungen des Bundespersonalvertretungsgesetzes hat, soweit Trägerversammlung und Geschäftsführer über personalvertretungsrechtlich relevante Entscheidungsbefugnisse verfügen (§ 44h Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 und 3 SGB II). Der Antragsteller berücksichtigt ferner nicht, dass sich das Weisungsrecht der Träger gerade nicht auf die personalvertretungsrechtlichen Angelegenheiten des Jobcenters erstreckt (§ 44b Abs. 3 Satz 2 Halbs. 2, § 44c Abs. 2 und 3 SGB II) und dass der Geschäftsführer Dienststellenleiter im personalvertretungsrechtlichen Sinne ist (§ 44d Abs. 5 SGB II). Die Ausführungen in der Beschwerdebegründung sind demnach schon im Ansatz ungeeignet, die Argumentation des Oberverwaltungsgerichts in Frage zu stellen.

4 Die Darlegungsanforderungen vermag der Antragsteller ferner nicht durch die pauschale Bezugnahme auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zu erfüllen, auf welche er bereits in den Vorinstanzen hingewiesen hatte. Er setzt sich nicht damit auseinander, ob es auf die in § 16 Abs. 1 BPersVG vorgenommene Unterscheidung nach "wahlberechtigten Beschäftigten" und "Beschäftigten" im Lichte des angefochtenen Beschlusses und der dort zitierten jüngsten Senatsrechtsprechung zur Dienststellenzugehörigkeit der Beschäftigten des Jobcenters überhaupt ankommen kann. Mit dem Verweis auf Ausführungen der Beteiligten anderer Beschwerdeverfahren kann den Darlegungsanforderungen einer Nichtzulassungsbeschwerde nicht Rechnung getragen werden.

5 2. Die Gehörsrüge gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 3, § 92 Abs. 1 Satz 2 ArbGG ist - ihre Zulässigkeit unterstellt - jedenfalls offensichtlich unbegründet.

6 Das Oberverwaltungsgericht brauchte auf die im Beschwerdeverfahren geäußerten verfassungsrechtlichen Bedenken des Antragstellers gegen die gesetzlichen Regelungen zur Zuweisung nach § 44g SGB II nicht einzugehen, weil diese Bedenken fernliegen. Der Antragsteller stützt seine verfassungsrechtlichen Bedenken allein darauf, dass die Bundesagentur durch das Instrumentarium der Zuweisung auf die Zusammensetzung der Personalvertretungen ihres Geschäftsbereichs Einfluss nehmen könne. Dieser Einwand geht offensichtlich fehl. Wenn Verfassungsrecht verbietet, Personalratsmitglieder im Bereich der Bundesagentur gegen ihren Willen den Jobcentern zuzuweisen, so muss die Bundesagentur davon absehen; die Personalräte im Mitbestimmungsverfahren gemäß § 75 Abs. 1 Nr. 4a, § 76 Abs. 1 Nr. 5a BPersVG und die Gerichte im Rahmen des Individualrechtsschutzes würden dies sicherstellen. Die Rechtswirksamkeit der Regelung in § 44g SGB II bleibt davon unberührt.

Schlagwörter

staff representationjobcenterservice unitnon-admission complaintsubstantiation requirementsconstitutional objectionassignmentrelease quota

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the fundamental-question complaint was sufficiently substantiated regarding counting jobcenter-assigned employees under the release quota in § 46(4) sentence 1 BPersVG.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not engage concretely with the relevant statutory framework and therefore failed the substantiation requirements.

Extrahierte Begründung

The applicant argued only that jobcenters do not satisfy the material concept of a service unit. The court held this was misguided because § 44h(1) sentence 1 SGB II expressly gives the jobcenter service-unit status; the other cited provisions further confirm that staffing representation rules apply there and that the managing director is the service-unit head.

Kernrechtsfrage

Whether the right-to-be-heard complaint concerning constitutional objections to staff assignment under § 44g SGB II was well founded.

Extrahierter Entscheid

No. Even assuming admissibility, the complaint was manifestly unfounded because the lower court had no duty to address arguments that were plainly remote.

Extrahierte Begründung

The alleged constitutional concern that the Federal Employment Agency could influence staff-council composition through assignment is not convincing; any unconstitutional assignment would have to be prevented through co-determination and individual judicial protection, without affecting the validity of § 44g SGB II.

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