Revision complaint inadmissible after appellate annulment without reservation

13 Ur 2001.00026-42Li Supreme Court03.05.2001Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The LG ordered seizure of assets and bank documents in criminal pre-investigation proceedings against NN and XY Holding AG. On complaint, the OG annulled the seizure order and remitted the case to the LG for a new decision after supplementation of the proceedings, without adding a reservation of finality. The StA then filed a revision complaint. The OGH held that, under § 244 StPO in conjunction with § 235 Abs 3 StPO, such a true annulment order is not challengeable absent an express finality reservation. It therefore rejected the prosecution's complaint as inadmissible.

Omnilex-Regeste

§§ 244, 235 Abs 3 StPO; § 487 Z 3 ZPO; admissibility of revision complaint against an appellate annulment and remittal order. In complaint proceedings, the rules on appeal and revision apply mutatis mutandis. If the appellate court sets aside the first-instance decision and remits the case for a new decision after supplementation of the proceedings, the order is a genuine annulment order. Such an order is challengeable by revision only if the appellate court expressly provides that execution of the remittal order is to occur only after its finality. Absent such a reservation, the revision complaint is inadmissible; the distinction is not altered by the fact that the lower court must decide anew after curing procedural defects (consid. 1a, 1b).

Gesamter Gesetzestext

13 Ur 2001.00026-42

Leitsatz 1a

§§ 235 Abs 3, 244 StPO

Auch im Beschlussverfahren ist gem § 244 StPO die Bestimmung des § 235 Abs 3 StPO anzuwenden.

Wird der erstinstanzliche B vom Beschwerdegericht aufgehoben, dem LG eine neuerliche E aufgetragen und kein Rechtskraftvorbehalt gesetzt, so ist dagegen die Revisionsbeschwerde unzulässig.

Leitsatz 1b

§ 487 Z 3 ZPO

Ein echter Aufhebungsbeschluss und nicht in Wahrheit ein abändernder B liegt vor, wenn die aufgetragene erstrichterliche E nach Ergänzung des mangelhaften Verfahrens zu fällen ist.

Sachverhalt

Beim LG sind Vorerhebungen gegen NN wegen Verdachtes des Verbrechens des schweren Betruges nach §§ 146, 147 Abs 2 StGB und des Vergehens nach Art 53 f Treuhändergesetz anhängig.

Im Zuge dieser Vorerhebungen pfändete das LG gem § 97a StPO sämtliche Vermögenswerte des Verdächtigten NN und der XY Holding AG bei der RR Bank, Vaduz. Ferner erteilte es der Bank den Auftrag, sämtliche Kontounterlagen herauszugeben, wobei gleichzeitig deren Beschlagnahme angeordnet wurde.

Das LG sah die Voraussetzungen für die getroffene Massnahme insbesonders den dringenden Tatverdacht für gegeben an.

Gegen die Kontensperre erhoben der Verdächtigte NN und die XY Holding AG Beschwerde an das OG.

Mit B vom 07.03.2001 gab das OG der Beschwerde Folge und trug dem LG auf, über die beantragten Kontensperren neuerlich zu entscheiden. Es vertrat den Standpunkt, dass der angefochtene B ungesetzlich sei, da es ihm an der durch die StPO vorgeschriebenen Begründung fehle, insbesonders reiche die vom LG angeführte Begründung für die Annahme eines Tatverdachtes in Richtung des Betruges nach § 146 StGB nicht aus.

Gegen diesen B erhob die StA Revisionsbeschwerde zum OGH wegen Ungesetzlichkeit und Unangemessenheit.

Der OGH wies mit B vom 03.05.2001 die Revisionsbeschwerde als unzulässig zurück.

Aus der Begründung

Gemäss § 244 StPO finden auf die Beschwerde, soweit in der Strafprozessordnung keine Abweichung enthalten ist, die Bestimmungen über die Berufung und die Revision entsprechende Anwendung. § 235 Abs 3 StPO besagt nun hinsichtlich der Revision: "Wird das angefochtene U vom OG aufgehoben und dem LG eine neuerliche Schlussverhandlung aufgetragen, so kann das U des OG nur dann angefochten werden, wenn in demselben bestimmt ist, dass erst nach Eintritt seiner Rechtskraft mit dem Vollzuge des dem LG erteilten Auftrages vorzugehen sei." Diese Regelung entspricht jener des § 487 Z 3 ZPO (§§ 479, 519, 527 öZPO).

Das Beschwerdegericht hat mit dem angefochtenen B den erstinstanzlichen B aufgehoben und dem LG nach Verfahrensergänzung eine neuerliche E aufgetragen. Ein Rechtskraftvorbehalt iS des § 235 Abs 3 StPO wurde nicht gesetzt. Die dagegen von der StA erhobene Revisionsbeschwerde ist daher unzulässig, da es sich um einen sogenannten echten Aufhebungsbeschluss und nicht etwa um einen verdeckten abändernden B handelt (RZ 1938, 60; RZ 1937, 348; EvBl 1958/63; JBl 1958, 212, ua). Da in der Strafprozessordnung eine für aufhebende Beschlüsse abweichende Regelung nicht enthalten ist, war daher die Revisionsbeschwerde als unzulässig zurückzuweisen (s auch Stotter, Die liechtensteinische Strafprozessordnung, Erläuterungen zur Regierungsvorlage, S 174/175).

Schlagwörter

admissibilityrevision complaintannulment orderremittalfinality reservationcriminal procedureseizure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the prosecution's revision complaint against the appellate court's annulment and remittal was admissible without a reservation of finality.

Extrahierter Entscheid

No. An appellate order annulling the first-instance decision and remitting the case for a new decision is not separately challengeable unless the court expressly reserves finality.

Extrahierte Begründung

Under § 244 StPO, the rules on appeal and revision apply mutatis mutandis. § 235(3) StPO makes an appellate annulment challengeable only if it states that the lower court's order is to be executed only after the appellate decision becomes final. Because the OG made no such reservation, the prosecution's complaint was inadmissible.

Kernrechtsfrage

Whether the OG's ruling was a true annulment or a disguised amendment.

Extrahierter Entscheid

It was a true annulment order, not a disguised modifying decision, because the lower court had to decide again after curing the procedural defect.

Extrahierte Begründung

The appellate court merely set aside the first-instance order and directed a renewed decision after supplementation of the proceedings, which fits the concept of an echte Aufhebungsbeschluss under the analogous civil-procedure rule.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.