412.101.220.15•Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Podologin/Podologe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.220.15Federal Office Ordinance01.01.2021
vom 29. September 2020 (Stand am 1. Januar 2026)
| 82118 | Podologin EFZ / Podologe EFZ |
|---|---|
| Assistante en podologie CFC / Assistant en podologie CFC | |
| Podologa AFC / Podologo AFC |
Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI),
gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021,
auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032(BBV)
und auf Artikel 4a Absatz 13der Jugendarbeitsschutzverordnung
vom 28. September 20074(ArGV 5),
verordnet:
Podologinnen und Podologen auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:
1. für Patientinnen und Patienten, die zu keiner Risikogruppe gemäss der Definition der Organisation Podologie Schweiz (OPS)5gehören, interpretieren sie ärztliche Diagnosen und Verordnungen und erstellen Behandlungspläne eigenständig,
2. bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten, die zu einer Risikogruppe gemäss der Definition der OPS gehören, arbeiten sie auf Anweisung und unter Verantwortung einer dipl. Podologin HF, eines dipl. Podologen HF, einer Fachperson mit einem gleichwertigen Abschluss oder einer Inhaberin oder eines Inhabers eines der folgenden Abschlüsse:
– Fähigkeitszeugnis als Podologin oder Podologe des Schweizerischen Podologen-Verbandes (SPV),
– Fähigkeitszeugnis des Fachverbandes Schweizerischer Podologen (FSP), oder
– Diplom als Podologin oder Podologe des Kantons Tessin ergänzt mit dem bestandenen Kurs über den diabetischen Fuss des Centro professionale sociosanitario (CPS) di Lugano in Zusammenarbeit mit der Unione dei podologi della Svizzera italiana (UPSI).
c. Sie übernehmen administrative Tätigkeiten zur Verwaltung der Behandlungstermine und der Patientendokumentation, zur Materialbewirtschaftung und zur Abrechnung der Behandlungskosten.
d. Sie sorgen für ein hygienisch einwandfreies Arbeitsumfeld, bereiten die podologischen Instrumente auf und entsorgen Verbrauchs- und Behandlungsmaterial; dabei beachten sie die Vorgaben der Arbeitssicherheit und des Gesundheits- und Umweltschutzes.
e. Sie arbeiten geschickt und präzise; sie können gut mit Nähe und Distanz zu Patientinnen und Patienten umgehen; sie zeichnen sich durch adressatengerechte Kommunikation, Flexibilität bei der Verrichtung ihrer Dienstleistungen und multidisziplinäres und vernetztes Denken aus.
Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nachstehenden Handlungskompetenzen: a. Betreuen der Patientinnen und Patienten: 1. Beratungen zu podologischen Fragestellungen durchführen, 2. Informationen zur Behandlung und zum Behandlungsverlauf an Angehörige, Betreuungspersonen und medizinische Fachpersonen weitergeben, 3. Bedürfnisse von Personen mit körperlichen, geistigen oder sprachlichen Einschränkungen berücksichtigen, 4. Verkaufsgespräche über Produkte der Praxis führen, 5. Befundaufnahme erfassen, 6. Behandlungspläne erstellen; b. Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen: 1. Nägel behandeln, 2. Hühneraugen (Clavi) entfernen, 3. eingewachsene Nägel (Onychokryptose) behandeln, 4. Hornhaut (Hyperkeratose) abtragen, 5. Nagelveränderungen behandeln; c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten: 1. künstliche Teilnagelergänzung (Teilnagelprothetik) und Überzug applizieren, 2. podologische Entlastungen (Orthesen) nach Mass anfertigen, 3. Nagelkorrektur mittels Klebespange (Orthonyxie) am Nagel applizieren, 4. Verbände am Fuss anlegen, 5. podologische Konfektionsprodukte und Halbfabrikate abgeben und über deren Einsatz instruieren; d. Vor- und Nachbereiten des Arbeitsumfeldes: 1. Behandlungsraum für die nächste Behandlung vorbereiten, 2. Arbeitsfeld grundreinigen und auffüllen, 3. Instrumente im Labor aufbereiten, 4. Behandlungen ausserhalb der Praxis vorbereiten, 5. Verbrauchs- und Behandlungsmaterial entsorgen; e. Ausführen von administrativen Aufgaben: 1. Material für den Praxisbedarf, Verkaufsprodukte und podologisches Behandlungsmaterial bewirtschaften, 2. Tagesabrechnung der Praxis erstellen, 3. Behandlungskosten abrechnen, 4. Behandlungstermine planen und vereinbaren, 5. Patientendokumentation aktualisieren.
Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.
| Unterricht | 1. Lehrjahr | 2. Lehrjahr | 3. Lehrjahr | Total |
|---|---|---|---|---|
| a. Berufskenntnisse | ||||
| – Betreuen der Patientinnen und Patienten Vor- und Nachbereiten des Arbeitsumfeldes Ausführen von administrativen Aufgaben | 100 | 100 | 140 | 340 |
| – Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten | 100 | 100 | 60 | 260 |
| Total Berufskenntnisse | 200 | 200 | 200 | 600 |
| b. Allgemeinbildung | 120 | 120 | 120 | 360 |
| c. Sport | 40 | 40 | 40 | 120 |
| Total Lektionen | 360 | 360 | 360 | 1080 |
| Lehrjahr | Kurse | Handlungskompetenzbereich | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | 1 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten | 3 Tage |
| d. Vor- und Nachbereiten des Arbeitsumfeldes | |||
| 1 | 2 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten | 2 Tage |
| c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten | |||
| e. Ausführen von administrativen Aufgaben | |||
| 1 | 3 | b. Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen: | 2 Tage |
| c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten | |||
| 2 | 4 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten | 6 Tage |
| b. Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen | |||
| c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten | |||
| 3 | 5 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten | 5 Tage |
| c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten | |||
| Total | 18 |
Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:
Die Berufsfachschule dokumentiert die Leistungen der lernenden Person in den unterrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellt ihr am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.
Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung absolviert hat:
1. die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,
2. von dieser beruflichen Erfahrung mindestens zwei Jahre im Bereich der Podologin EFZ und des Podologen EFZ erworben hat, und
3. glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.
In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.
| Position | Handlungskompetenzbereiche | Gewichtung |
|---|---|---|
| 1 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten b. Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen e. Ausführen von administrativen Aufgaben | 40 % |
| 2 | c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten d. Vor- und Nachbereiten des Arbeitsumfeldes | 40 % |
| 3 | Fachgespräch | 20 % |
b. Berufskenntnisse, im Umfang von 3 Stunden; dafür gilt Folgendes: 1. dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft, 2. der Qualifikationsbereich wird schriftlich geprüft und umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche in nachstehender Dauer und mit den nachstehenden Gewichtungen:
| Position | Handlungskompetenzbereiche | Dauer | Gewichtung |
|---|---|---|---|
| 1 | a. Betreuen der Patientinnen und Patienten | 70 Min. | 40 % |
| 2 | b. Ausführen von nicht operativen podologischen Behandlungen c. Anbringen von podologischen Hilfsmitteln und Spezialitäten d. Vor- und Nachbereiten des Arbeitsumfeldes | 70 Min. | 40 % |
| 3 | e. Ausführen von administrativen Aufgaben | 40 Min. | 20 % |
c. Allgemeinbildung; der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung des SBFI vom 9. April 202510über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung11. 2. In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen oder -experten die Leistungen.
Im Hinblick auf die Zulassung zu einer weiteren Ausbildung auf der Sekundarstufe II oder der Tertiärstufe sowie einer Weiterbildung sind folgende Abschlüsse dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis gemäss Artikel 21 gleichgestellt:
Die Verordnung des SBFI vom 26. September 2012^12^über die berufliche Grundbildung Podologin/Podologe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.
SR 412.10 ↩
SR 412.101 ↩
Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512 ) auf den 1. April 2024 angepasst (sieheAS 2024 156). ↩
SR 822.115 ↩
«Definition von Risikogruppen» der Organisation Podologie Schweiz (OPS), verfügbar auf der Website:www.podologie.swissund als Anhang zum Bildungsplan nach Art. 9. ↩
Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512 ) auf den 1. April 2024 angepasst (sieheAS 2024 156). ↩
SR 412.101.241 ↩
Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512 ) auf den 1. Jan. 2026 angepasst (sieheAS 2025 593). ↩
Der Bildungsplan vom 29. September 2020 ist zu finden auf der Website des SBFI über das Berufsverzeichnis unter:www.bvz.admin.ch> Berufe A–Z. ↩
SR 412.101.241 ↩
Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512 ) auf den 1. Jan. 2026 angepasst (sieheAS 2025 593). ↩
[AS 2012 6475, 2017 7331Ziff. I 8 und II 8] ↩
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