0.192.110.978.4•Protokoll über INTELSAT‑Vorrechte, ‑Befreiungen und ‑Immunitäten
0.192.110.978.4Multilateral International Treaty28.02.1981
Abgeschlossen In Washington am 19. Mai 1978
Von der Bundesversammlung genehmigt am 9. Oktober 19801
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 29. Januar 1981
In Kraft getreten für die Schweiz am 28. Februar 1981
(Stand am 7. Juli 2020)
Präambel
Die Vertragsstaaten dieses Protokolls,
von der Erwägung geleitet, dass Artikel XV Buchstabe c des Übereinkommens über die Internationale Fernmeldesatellitenorganisation «INTELSAT»2vorsieht, dass alle Vertragsparteien einschliesslich derjenigen Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet sich der Sitz der INTELSAT befindet, angemessene Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten gewähren;
in der Erwägung, dass die INTELSAT mit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ein Sitzabkommen geschlossen hat, das am 24. November 1976 in Kraft getreten ist;
in der Erwägung, dass Artikel XV Buchstabe c des Übereinkommens über die INTELSAT den Abschluss eines Protokolls über Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten durch alle Vertragsparteien mit Ausnahme derjenigen Vertragspartei vorsieht, in deren Hoheitsgebiet sich der Sitz der INTELSAT befindet;
in Bekräftigung dessen, dass die von diesem Protokoll erfassten Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten den Zweck haben, die wirksame Wahrnehmung der Aufgaben der INTELSAT zu gewährleisten,
sind wie folgt übereingekommen:
In diesem Protokoll haben die nachstehenden Ausdrücke folgende Bedeutung: (a) «Übereinkommen» bezeichnet das am 20. August 1971 an Washington zur Unterzeichnung durch die Regierungen aufgelegte Übereinkommen über die Internationale Fernmeldesatellitenorganisation «INTELSAT» einschliesslich der Anlagen; (b) «Betriebsübereinkommen» bezeichnet das am 20. August 19713in Washington zur Unterzeichnung durch die Regierungen oder die von den Regierungen bestimmten Fernmelde‑Rechtsträger aufgelegte Übereinkommen einschliesslich der Anlage; (c) «INTELSAT‑Übereinkommen» bezeichnet das unter Buchstabe (a) bezeichnete Übereinkommen und das unter Buchstabe (b) bezeichnete Betriebsübereinkommen; (d) «INTELSAT‑Vertragspartei» bezeichnet einen Staat, für den das Übereinkommen in Kraft ist; (e) «INTELSAT‑Unterzeichner» bezeichnet diejenigen INTELSAT‑Vertragsparteien oder von einer INTELSAT‑Vertragspartei bestimmten Fernmelde‑Rechtsträger, für die das Betriebsübereinkommen in Kraft ist; (f) «Vertragspartei» bezeichnet eine INTELSAT‑Vertragspartei, für die dieses Protokoll in Kraft getreten ist; (g) «Mitglieder des Personals der INTELSAT» bezeichnet den Generaldirektor und diejenigen Mitglieder des Personals des geschäftsführenden Organs, die Planstellen oder befristete Stellen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr innehaben und die vollzeitlich innerhalb der Organisation beschäftigt sind, ausgenommen Hausbedienstete der INTELSAT; (h) «Vertreter der Vertragsparteien» bezeichnet Vertreter der INTELSAT‑Vertragsparteien und bezeichnet jeweils Delegationsleiter, ihre Stellvertreter und Berater; (i) «Vertreter der Unterzeichner» bezeichnet Vertreter der INTELSAT‑Unterzeichner und bezeichnet jeweils Delegationsleiter, ihre Stellvertreter und Berater; j) «Vermögenswert» bezeichnet jeden wie auch immer gearteten Gegenstand, der Eigentum sein kann, sowie vertragliche Rechte; (k) «Archive» umfasst alle Aufzeichnungen, Schriftwechsel, Dokumente, Manuskripte, Fotografien, Filme, optische und magnetische Unterlagen, die sich im Eigentum oder Besitz der INTELSAT befinden.
Die Archive der INTELSAT sind unverletzlich, gleichviel wo sie sich befinden.
(a) von jeder Form der Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung und Zwangsverwaltung; (b) von der Enteignung; jedoch können Liegenschaften im öffentlichen Interesse gegen umgehende Zahlung einer angemessenen Entschädigung enteignet werden; (c) von jedem behördlichen Zwang und jeder vorläufigen gerichtlichen Massnahme, sofern diese nicht zur Verhinderung und Untersuchung von Unfällen, an denen der INTELSAT gehörende oder für die INTELSAT betriebene Kraftfahrzeuge oder andere Verkehrsmittel beteiligt sind, vorübergehend erforderlich sind.
Bei ihrem amtlichen Nachrichtenverkehr und der Übermittlung aller ihrer Schriftstücke hat die INTELSAT im Hoheitsgebiet jeder Vertragspartei Anspruch auf eine nicht weniger günstige Behandlung, als sie anderen zwischenstaatlichen nichtregionalen Organisationen in bezug auf Prioritäten, Posttarife und ‑gebühren und alle Arten von Fernmeldeverbindungen gewährt wird, soweit dies mit internationalen Übereinkünften, Regelungen und Absprachen vereinbar ist, denen diese Vertragspartei angehört. Der amtliche Nachrichtenverkehr der INTELSAT, gleichviel mit welchem Nachrichtenmittel, unterliegt nicht der Zensur.
Im Rahmen ihrer durch die INTELSAT‑Übereinkommen genehmigten Tätigkeit unterliegen die im Besitz der INTELSAT befindlichen Geldmittel keinen Kontrollen, Beschränkungen, Regelungen oder Stillhaltevereinbarungen irgendwelcher Art, sofern die Geschäfte mit diesen Geldmitteln den Gesetzen der Vertragspartei entsprechen.
Die in diesem Protokoll vorgesehenen Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten werden nicht zum persönlichen Vorteil einzelner gewährt. Wenn die Gefahr besteht, dass diese Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten verhindern, dass der Gerechtigkeit Genüge geschieht, und wenn sie ohne Beeinträchtigung der wirksamen Wahrnehmung der Aufgaben der INTELSAT aufgehoben werden können, werden die nachstehend aufgeführten Stellen damit einverstanden sein, die Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten aufzuheben: (a) die Vertragsparteien hinsichtlich ihrer Vertreter und der Vertreter ihrer Unterzeichner; (b) der Gouverneursrat hinsichtlich des Generaldirektors der INTELSAT; (c) der Generaldirektor der INTELSAT hinsichtlich der INTELSAT und der übrigen Mitglieder des Personals; (d) der Gouverneursrat hinsichtlich der Personen, die an den in Artikel 8 Absatz 3 genannten Schiedsverfahren teilnehmen.
Jede Vertragspartei behält sich das Recht vor, alle im Interesse ihrer Sicherheit erforderlichen Massnahmen zu treffen.
Die INTELSAT und die Mitglieder ihres Personals arbeiten jederzeit mit den zuständigen Behörden der betreffenden Vertragsparteien zusammen, um eine geordnete Rechtspflege zu erleichtern, die Einhaltung der Gesetze und sonstigen Vorschriften der betreffenden Vertragsparteien zu gewährleisten und jeden Missbrauch der in diesem Protokoll vorgesehenen Vorrechte, Befreiungen und Immunitäten zu verhindern.
Die INTELSAT kann mit einzelnen oder mehreren Vertragsparteien Ergänzungsabkommen zur Durchführung dieses Protokolls in bezug auf diese Vertragspartei oder Vertragsparteien sowie sonstige Übereinkünfte schliessen, um eine wirksame Tätigkeit der INTELSAT zu gewährleisten.
Jede Streitigkeit zwischen der INTELSAT und einer Vertragspartei oder zwischen Vertragsparteien über die Auslegung oder Anwendung dieses Protokolls, die nicht durch Verhandlungen oder sonstige vereinbarte Mittel beigelegt wird, ist zur endgültigen Entscheidung einem aus drei Schiedsrichtern bestehenden Gericht vorzulegen. Jede Streitpartei bestellt einen dieser Schiedsrichter innerhalb von sechzig (60) Tagen nach dem Tag, an dem eine Partei der anderen ihre Absicht mitgeteilt hat, die Streitigkeit einem Schiedsverfahren zu unterwerfen. Der dritte Schiedsrichter, der Obmann des Schiedsgerichts ist, wird von den beiden ersten Schiedsrichtern ausgewählt. Können sich die beiden ersten Schiedsrichter binnen sechzig (60) Tagen nach Bestellung des zweiten Schiedsrichters nicht auf den dritten Schiedsrichter einigen, so wird dieser vom Generalsekretär der Vereinten Nationen ausgewählt.
Jede INTELSAT‑Vertragspartei kann bei der Hinterlegung ihrer Ratifikations‑, Annahme‑, Genehmigungs‑ oder Beitrittsurkunde Vorbehalte zu jeder Bestimmung dieses Protokolls machen. Die Vorbehalte können jederzeit durch eine an den Generaldirektor der INTELSAT gerichtete diesbezügliche Erklärung zurückgenommen werden. Sofern in der Erklärung nichts anderes angegeben ist, wird die Zurücknahme mit ihrem Eingang beim Generaldirektor wirksam.
Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, von ihren Regierungen gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben.Geschehen zu Washington am 19. Mai 1978.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 28. Juli | 1986 | 27. August | 1986 |
| Argentinien* | 5. August | 1996 | 4. September | 1996 |
| Bahamas | 13. Februar | 1990 B | 15. März | 1990 |
| Barbados | 8. April | 1981 B | 8. Mai | 1981 |
| Belgien | 14. Januar | 1992 | 13. Februar | 1992 |
| Brasilien | 10. Dezember | 1979 | 9. Oktober | 1980 |
| Chile | 8. Januar | 1980 | 9. Oktober | 1980 |
| China | 27. März | 1986 B | 26. April | 1986 |
| Dänemark | 22. März | 1988 | 21. April | 1988 |
| Deutschland* | 5. September | 1980 | 9. Oktober | 1980 |
| El Salvador* | 9. September | 1980 | 9. Oktober | 1980 |
| Finnland | 26. Mai | 1981 B | 25. Juni | 1981 |
| Frankreich* | 31. Januar | 1989 B | 2. März | 1989 |
| Griechenland | 2. September | 1988 | 2. Oktober | 1988 |
| Indien* | 14. Oktober | 1987 B | 13. November | 1987 |
| Indonesien* | 6. Mai | 1986 | 5. Juni | 1986 |
| Irak | 17. September | 1982 | 17. Oktober | 1982 |
| Irland | 2. August | 1993 B | 1. September | 1993 |
| Italien | 25. September | 1981 | 25. Oktober | 1981 |
| Japan* | 17. August | 1981 B | 16. September | 1981 |
| Jordanien* | 9. Oktober | 1979 B | 9. Oktober | 1980 |
| Kamerun | 29. März | 1982 | 28. April | 1982 |
| Kanada | 15. Dezember | 1981 B | 14. Januar | 1982 |
| Kolumbien | 2. Juli | 1990 | 1. August | 1990 |
| Korea (Nord-) | 14. Dezember | 1978 B | 9. Oktober | 1980 |
| Kuwait | 26. Juli | 1979 B | 9. Oktober | 1980 |
| Liechtenstein | 24. September | 1980 | 24. Oktober | 1980 |
| Luxemburg | 19. September | 1994 | 19. Oktober | 1994 |
| Malawi | 25. Juli | 1986 | 24. August | 1986 |
| Mexiko* | 7. März | 1980 | 9. Oktober | 1980 |
| Niederlande* | 15. Juni | 1983 B | 15. Juli | 1983 |
| Aruba | 15. Juni | 1983 | 15. Juli | 1983 |
| Curaçao | 15. Juni | 1983 | 15. Juli | 1983 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 15. Juni | 1983 | 15. Juli | 1983 |
| Sint Maarten | 15. Juni | 1983 | 15. Juli | 1983 |
| Norwegen* | 11. Januar | 1991 B | 10. Februar | 1991 |
| Oman | 30. Juni | 1987 B | 30. Juli | 1987 |
| Österreich | 5. Mai | 1988 B | 4. Juni | 1988 |
| Pakistan | 31. Juli | 1979 | 9. Oktober | 1980 |
| Philippinen | 13. Juni | 1988 B | 13. Juli | 1988 |
| Portugal* | 19. Januar | 1996 B | 19. Februar | 1996 |
| Rumänien | 7. April | 1992 B | 8. Mai | 1992 |
| Sambia | 28. Mai | 1981 | 27. Juni | 1981 |
| Saudi-Arabien | 19. April | 1990 B | 19. Mai | 1990 |
| Schweden | 22. Februar | 1979 B | 9. Oktober | 1980 |
| Schweiz* | 29. Januar | 1981 | 28. Februar | 1981 |
| Senegal | 28. Juli | 1980 | 9. Oktober | 1980 |
| Spanien | 20. Februar | 1981 | 22. März | 1981 |
| Thailand | 20. November | 1981 B | 20. Dezember | 1981 |
| Tschad | 7. Juli | 1986 | 6. August | 1986 |
| Venezuela* | 13. September | 1984 | 13. Oktober | 1984 |
| Vereinigtes Königreich | 24. Oktober | 1979 | 9. Oktober | 1980 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. | ||||
| Schweiz 5Die Schweiz betrachtet als feststellbare Warenumsatzsteuer im Sinne von Artikel 4 Absatz 2 des Protokolls die Steuer, die auf der Lieferung von Waren im Werte von mehr als 100 Schweizerfranken an die INTELSAT erhoben wird. |
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