0.211.221.311•Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen Adoption
0.211.221.311Multilateral International Treaty01.01.2003
Abgeschlossen in Den Haag am 29. Mai 1993
Von der Bundesversammlung genehmigt am 22. Juni 20011
Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 24. September 2002
In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Januar 2003
(Stand am 7. Mai 2025)
Die Unterzeichnerstaaten dieses Übereinkommens,
in der Erkenntnis, dass das Kind zur vollen und harmonischen Entfaltung seiner Persönlichkeit in einer Familie und umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollte,
unter Hinweis darauf, dass jeder Staat vorrangig angemessene Massnahmen treffen sollte, um es dem Kind zu ermöglichen, in seiner Herkunftsfamilie zu bleiben,
in der Erkenntnis, dass die internationale Adoption den Vorteil bieten kann, einem Kind, für das in seinem Heimatstaat keine geeignete Familie gefunden werden kann, eine dauerhafte Familie zu geben,
überzeugt von der Notwendigkeit, Massnahmen zu treffen, um sicherzustellen, dass internationale Adoptionen zum Wohl des Kindes und unter Wahrung seiner Grundrechte stattfinden, und die Entführung und den Verkauf von Kindern sowie den Handel mit Kindern zu verhindern,
in dem Wunsch, zu diesem Zweck gemeinsame Bestimmungen festzulegen, die von den Grundsätzen ausgehen, die in internationalen Übereinkünften anerkannt sind, insbesondere dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 20. November 19892über die Rechte des Kindes und der Erklärung der Vereinten Nationen über die sozialen und rechtlichen Grundsätze für den Schutz und das Wohl von Kindern unter besonderer Berücksichtigung der Aufnahme in eine Pflegefamilie und der Adoption auf nationaler und internationaler Ebene (Resolution 41/85 der Generalversammlung vom 3. Dezember 1986),
haben die folgenden Bestimmungen vereinbart:
Ziel dieses Übereinkommens ist es:
(1). Das Übereinkommen ist anzuwenden, wenn ein Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt in einem Vertragsstaat («Heimatstaat») in einen anderen Vertragsstaat («Aufnahmestaat») gebracht worden ist, wird oder werden soll, entweder nach seiner Adoption im Heimatstaat durch Ehegatten oder eine Person mit gewöhnlichem Aufenthalt im Aufnahmestaat oder im Hinblick auf eine solche Adoption im Aufnahme- oder Heimatstaat. (2). Das Übereinkommen betrifft nur Adoptionen, die ein dauerhaftes Eltern-Kind-Verhältnis begründen.
Das Übereinkommen ist nicht mehr anzuwenden, wenn die in Artikel 17 Buchstabe c vorgesehenen Zustimmungen nicht erteilt wurden, bevor das Kind das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat.
Eine Adoption nach dem Übereinkommen kann nur durchgeführt werden, wenn die zuständigen Behörden des Heimatstaats:
2. dass diese Personen, Institutionen und Behörden ihre Zustimmung unbeeinflusst in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erteilt haben und diese Zustimmung schriftlich gegeben oder bestätigt worden ist;
3. dass die Zustimmungen nicht durch irgendeine Zahlung oder andere Gegenleistung herbeigeführt worden sind und nicht widerrufen wurden und
4. dass die Zustimmung der Mutter, sofern erforderlich, erst nach der Geburt des Kindes erteilt worden ist, und
d) sich unter Berücksichtigung des Alters und der Reife des Kindes vergewissert haben, 1. dass das Kind beraten und gebührend über die Wirkungen der Adoption und seiner Zustimmung zur Adoption, soweit diese Zustimmung notwendig ist, unterrichtet worden ist;
2. dass die Wünsche und Meinungen des Kindes berücksichtigt worden sind;
3. dass das Kind seine Zustimmung zur Adoption, soweit diese Zustimmung notwendig ist, unbeeinflusst in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erteilt hat und diese Zustimmung schriftlich gegeben oder bestätigt worden ist und
4. dass diese Zustimmung nicht durch irgendeine Zahlung oder andere Gegenleistung herbeigeführt worden ist.
Eine Adoption nach dem Übereinkommen kann nur durchgeführt werden, wenn die zuständigen Behörden des Aufnahmestaats:
(1). Jeder Vertragsstaat bestimmt eine Zentrale Behörde, welche die ihr durch dieses Übereinkommen übertragenen Aufgaben wahrnimmt. (2). Einem Bundesstaat, einem Staat mit mehreren Rechtssystemen oder einem Staat, der aus autonomen Gebietseinheiten besteht, steht es frei, mehrere Zentrale Behörden zu bestimmen und deren räumliche und persönliche Zuständigkeit festzulegen. Macht ein Staat von dieser Möglichkeit Gebrauch, so bestimmt er die Zentrale Behörde, an welche Mitteilungen zur Übermittlung an die zuständige Zentrale Behörde in diesem Staat gerichtet werden können.
(1). Die Zentralen Behörden arbeiten zusammen und fördern die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden ihrer Staaten, um Kinder zu schützen und die anderen Ziele des Übereinkommens zu verwirklichen.
(2). Sie treffen unmittelbar alle geeigneten Massnahmen, um:
Die Zentralen Behörden treffen unmittelbar oder mit Hilfe staatlicher Stellen alle geeigneten Massnahmen, um unstatthafte Vermögens- oder sonstige Vorteile im Zusammenhang mit einer Adoption auszuschliessen und alle den Zielen des Übereinkommens zuwiderlaufenden Praktiken zu verhindern.
Die Zentralen Behörden treffen unmittelbar oder mit Hilfe staatlicher Stellen oder anderer in ihrem Staat ordnungsgemäss zugelassener Organisationen alle geeigneten Massnahmen, um insbesondere:
Die Zulassung erhalten und behalten nur Organisationen, die darlegen, dass sie fähig sind, die ihnen übertragenen Aufgaben ordnungsgemäss auszuführen.
Eine zugelassene Organisation muss:
Eine in einem Vertragsstaat zugelassene Organisation kann in einem anderen Vertragsstaat nur tätig werden, wenn die zuständigen Behörden beider Staaten dies genehmigt haben.
Jeder Vertragsstaat teilt die Bestimmung der Zentralen Behörden und gegebenenfalls den Umfang ihrer Aufgaben sowie die Namen und Anschriften der zugelassenen Organisationen dem Ständigen Büro der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht mit.
Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt in einem Vertragsstaat, die ein Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt in einem anderen Vertragsstaat adoptieren möchten, haben sich an die Zentrale Behörde im Staat ihres gewöhnlichen Aufenthalts zu wenden.
(1). Hat sich die Zentrale Behörde des Aufnahmestaats davon überzeugt, dass die Antragsteller für eine Adoption in Betracht kommen und dazu geeignet sind, so verfasst sie einen Bericht, der Angaben zur Person der Antragsteller und über ihre rechtliche Fähigkeit und ihre Eignung zur Adoption, ihre persönlichen und familiären Umstände, ihre Krankheitsgeschichte, ihr soziales Umfeld, die Beweggründe für die Adoption, ihre Fähigkeit zur Übernahme der mit einer internationalen Adoption verbundenen Aufgaben sowie die Eigenschaften der Kinder enthält, für die zu sorgen sie geeignet wären. (2). Sie übermittelt den Bericht der Zentralen Behörde des Heimatstaats.
(1). Hat sich die Zentrale Behörde des Heimatstaats davon überzeugt, dass das Kind adoptiert werden kann, so:
(2). Sie übermittelt der Zentralen Behörde des Aufnahmestaats ihren Bericht über das Kind, den Nachweis über das Vorliegen der notwendigen Zustimmungen sowie die Gründe für ihre Entscheidung über die Unterbringung, wobei sie dafür sorgt, dass die Identität der Mutter und des Vaters nicht preisgegeben wird, wenn diese im Heimatstaat nicht offen gelegt werden darf.
Eine Entscheidung, ein Kind künftigen Adoptiveltern anzuvertrauen, kann im Heimatstaat nur getroffen werden, wenn:
Die Zentralen Behörden beider Staaten treffen alle erforderlichen Massnahmen, um die Bewilligung der Ausreise des Kindes aus dem Heimatstaat sowie der Einreise in den Aufnahmestaat und des ständigen Aufenthalts dort zu erwirken.
(1). Das Kind kann nur in den Aufnahmestaat gebracht werden, wenn die Voraussetzungen des Artikels 17 erfüllt sind. (2). Die Zentralen Behörden beider Staaten sorgen dafür, dass das Kind sicher und unter angemessenen Umständen in den Aufnahmestaat gebracht wird und dass die Adoptiveltern oder die künftigen Adoptiveltern das Kind wenn möglich begleiten. (3). Wird das Kind nicht in den Aufnahmestaat gebracht, so werden die in den Artikeln 15 und 16 vorgesehenen Berichte an die absendenden Behörden zurückgesandt.
Die Zentralen Behörden halten einander über das Adoptionsverfahren und die zu seiner Beendigung getroffenen Massnahmen sowie über den Verlauf der Probezeit, falls eine solche verlangt wird, auf dem Laufenden.
(1). Soll die Adoption erst durchgeführt werden, nachdem das Kind in den Aufnahmestaat gebracht worden ist, und dient es nach Auffassung der Zentralen Behörde dieses Staates nicht mehr dem Wohl des Kindes, wenn es in der Aufnahmefamilie bleibt, so trifft diese Zentrale Behörde die zum Schutz des Kindes erforderlichen Massnahmen, indem sie insbesondere:
(2). Unter Berücksichtigung insbesondere des Alters und der Reife des Kindes ist es zu den nach diesem Artikel zu treffenden Massnahmen zu befragen und gegebenenfalls seine Zustimmung dazu einzuholen.
(1). Die Aufgaben einer Zentralen Behörde nach diesem Kapitel können von staatlichen Stellen oder nach Kapitel III zugelassenen Organisationen wahrgenommen werden, soweit das Recht des Staates der Zentralen Behörde dies zulässt.
(2). Ein Vertragsstaat kann gegenüber dem Depositar des Übereinkommens erklären, dass die Aufgaben der Zentralen Behörde nach den Artikeln 15 bis 21 in diesem Staat in dem nach seinem Recht zulässigen Umfang und unter Aufsicht seiner zuständigen Behörden auch von Organisationen oder Personen wahrgenommen werden können, welche:
(3). Ein Vertragsstaat, der die in Absatz 2 vorgesehene Erklärung abgibt, teilt dem Ständigen Büro der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht regelmässig die Namen und Anschriften dieser Organisationen und Personen mit.
(4). Ein Vertragsstaat kann gegenüber dem Depositar des Übereinkommens erklären, dass Adoptionen von Kindern, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in seinem Hoheitsgebiet haben, nur durchgeführt werden können, wenn die Aufgaben der Zentralen Behörden in Übereinstimmung mit Absatz 1 wahrgenommen werden.
(5). Ungeachtet jeder nach Absatz 2 abgegebenen Erklärung werden die in den Artikeln 15 und 16 vorgesehenen Berichte in jedem Fall unter der Verantwortung der Zentralen Behörde oder anderer Behörden oder Organisationen in Übereinstimmung mit Absatz 1 verfasst.
(1). Eine Adoption wird in den anderen Vertragsstaaten kraft Gesetzes anerkannt, wenn die zuständige Behörde des Staates, in dem sie durchgeführt worden ist, bescheinigt, dass sie gemäss dem Übereinkommen zu Stande gekommen ist. Die Bescheinigung gibt an, wann und von wem die Zustimmungen nach Artikel 17 Buchstabe c erteilt worden sind. (2). Jeder Vertragsstaat notifiziert dem Depositar des Übereinkommens bei der Unterzeichnung, der Ratifikation, der Annahme, der Genehmigung oder dem Beitritt Identität und Aufgaben der Behörde oder Behörden, die in diesem Staat für die Ausstellung der Bescheinigung zuständig sind. Er notifiziert ihm ferner jede Änderung in der Bezeichnung dieser Behörden.
Die Anerkennung einer Adoption kann in einem Vertragsstaat nur versagt werden, wenn die Adoption seiner öffentlichen Ordnung offensichtlich widerspricht, wobei das Wohl des Kindes zu berücksichtigen ist.
Jeder Vertragsstaat kann gegenüber dem Depositar des Übereinkommens erklären, dass er nicht verpflichtet ist, auf Grund des Übereinkommens Adoptionen anzuerkennen, die in Übereinstimmung mit einer nach Artikel 39 Absatz 2 geschlossenen Vereinbarung zu Stande gekommen sind.
(1). Die Anerkennung einer Adoption umfasst die Anerkennung:
(2). Bewirkt die Adoption die Beendigung des früheren Eltern-Kind-Verhältnisses, so geniesst das Kind im Aufnahmestaat und in jedem anderen Vertragsstaat, in dem die Adoption anerkannt wird, Rechte entsprechend denen, die sich aus Adoptionen mit dieser Wirkung in jedem dieser Staaten ergeben.
(3). Die Absätze 1 und 2 lassen die Anwendung für das Kind günstigerer Bestimmungen unberührt, die in einem Vertragsstaat gelten, der die Adoption anerkennt.
(1). Bewirkt eine im Heimatstaat durchgeführte Adoption nicht die Beendigung des früheren Eltern-Kind-Verhältnisses, so kann sie im Aufnahmestaat, der die Adoption nach dem Übereinkommen anerkennt, in eine Adoption mit einer derartigen Wirkung umgewandelt werden, wenn
(2). Artikel 23 ist auf die Umwandlungsentscheidung anzuwenden.
Das Übereinkommen steht Rechtsvorschriften des Heimatstaats nicht entgegen, nach denen die Adoption eines Kindes mit gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Staat auch dort durchgeführt werden muss oder nach denen es untersagt ist, vor einer Adoption das Kind in einer Familie im Aufnahmestaat unterzubringen oder es in diesen Staat zu bringen.
Zwischen den künftigen Adoptiveltern und den Eltern des Kindes oder jeder anderen Person, welche die Sorge für das Kind hat, darf kein Kontakt stattfinden, solange die Erfordernisse des Artikels 4 Buchstaben a bis c und des Artikels 5 Buchstabe a nicht erfüllt sind, es sei denn, die Adoption finde innerhalb einer Familie statt oder der Kontakt entspreche den von der zuständigen Behörde des Heimatstaats aufgestellten Bedingungen.
(1). Die zuständigen Behörden eines Vertragsstaats sorgen dafür, dass die ihnen vorliegenden Angaben über die Herkunft des Kindes, insbesondere über die Identität seiner Eltern, sowie über die Krankheitsgeschichte des Kindes und seiner Familie aufbewahrt werden. (2). Sie gewährleisten, dass das Kind oder sein Vertreter unter angemessener Anleitung Zugang zu diesen Angaben hat, soweit das Recht des betreffenden Staates dies zulässt.
Unbeschadet des Artikels 30 werden die auf Grund des Übereinkommens gesammelten oder übermittelten personenbezogenen Daten, insbesondere die in den Artikeln 15 und 16 bezeichneten, nur für die Zwecke verwendet, für die sie gesammelt oder übermittelt worden sind.
(1). Niemand darf aus einer Tätigkeit im Zusammenhang mit einer internationalen Adoption unstatthafte Vermögens- oder sonstige Vorteile erlangen. (2). Nur Kosten und Auslagen, einschliesslich angemessener Honorare an der Adoption beteiligter Personen, dürfen in Rechnung gestellt und gezahlt werden. (3). Die Leiter, Verwaltungsmitarbeiter und Angestellten von Organisationen, die an einer Adoption beteiligt sind, dürfen keine im Verhältnis zu den geleisteten Diensten unangemessen hohe Vergütung erhalten.
Eine zuständige Behörde, die feststellt, dass eine der Bestimmungen des Übereinkommens nicht beachtet worden ist oder missachtet zu werden droht, unterrichtet sofort die Zentrale Behörde ihres Staates. Diese Zentrale Behörde ist dafür verantwortlich, dass geeignete Massnahmen getroffen werden.
Wenn die zuständige Behörde des Bestimmungsstaats eines Schriftstücks darum ersucht, ist eine beglaubigte Übersetzung beizubringen. Sofern nichts anderes bestimmt ist, werden die Kosten der Übersetzung von den künftigen Adoptiveltern getragen.
Die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten handeln in Adoptionsverfahren mit der gebotenen Eile.
Bestehen in einem Staat auf dem Gebiet der Adoption zwei oder mehr Rechtssysteme, die in verschiedenen Gebietseinheiten gelten, so ist:
Bestehen in einem Staat auf dem Gebiet der Adoption zwei oder mehr Rechtssysteme, die für verschiedene Personengruppen gelten, so ist eine Verweisung auf das Recht dieses Staates als Verweisung auf das Rechtssystem zu verstehen, das sich aus dem Recht dieses Staates ergibt.
Ein Staat, in dem verschiedene Gebietseinheiten ihre eigenen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet der Adoption haben, ist nicht verpflichtet, das Übereinkommen anzuwenden, wenn ein Staat mit einheitlichem Rechtssystem dazu nicht verpflichtet wäre.
(1). Das Übereinkommen lässt internationale Übereinkünfte unberührt, denen Vertragsstaaten als Vertragsparteien angehören und die Bestimmungen über die in dem Übereinkommen geregelten Angelegenheiten enthalten, sofern die durch eine solche Übereinkunft gebundenen Staaten keine gegenteilige Erklärung abgeben. (2). Jeder Vertragsstaat kann mit einem oder mehreren anderen Vertragsstaaten Vereinbarungen zur erleichterten Anwendung des Übereinkommens in ihren gegenseitigen Beziehungen schliessen. Diese Vereinbarungen können nur von den Bestimmungen der Artikel 14 bis 16 und 18 bis 21 abweichen. Die Staaten, die eine solche Vereinbarung geschlossen haben, übermitteln dem Depositar des Übereinkommens eine Abschrift.
Vorbehalte zu dem Übereinkommen sind nicht zulässig.
Das Übereinkommen ist in jedem Fall anzuwenden, in dem ein Antrag nach Artikel 14 eingegangen ist, nachdem das Übereinkommen im Aufnahme- und im Heimatstaat in Kraft getreten ist.
Der Generalsekretär der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht beruft in regelmässigen Abständen eine Spezialkommission zur Prüfung der praktischen Durchführung des Übereinkommens ein.
(1). Das Übereinkommen liegt für die Staaten, die zur Zeit der siebzehnten Tagung der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht Mitglied der Konferenz waren, sowie für die anderen Staaten, die an dieser Tagung teilgenommen haben, zur Unterzeichnung auf. (2). Es bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung; die Ratifikations‑, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten des Königreichs der Niederlande, dem Depositar des Übereinkommens, hinterlegt.
(1). Jeder andere Staat kann dem Übereinkommen beitreten, nachdem es gemäss Artikel 46 Absatz 1 in Kraft getreten ist. (2). Die Beitrittsurkunde wird beim Depositar hinterlegt. (3). Der Beitritt wirkt nur in den Beziehungen zwischen dem beitretenden Staat und den Vertragsstaaten, die innerhalb von sechs Monaten nach Eingang der in Artikel 48 Buchstabe b vorgesehenen Notifikation keinen Einspruch gegen den Beitritt erhoben haben. Nach dem Beitritt kann ein solcher Einspruch auch von jedem Staat in dem Zeitpunkt erhoben werden, in dem er das Übereinkommen ratifiziert, annimmt oder genehmigt. Die Einsprüche werden dem Depositar notifiziert.
(1). Ein Staat, der aus zwei oder mehr Gebietseinheiten besteht, in denen für die in dem Übereinkommen behandelten Angelegenheiten unterschiedliche Rechtssysteme gelten, kann bei der Unterzeichnung, der Ratifikation, der Annahme, der Genehmigung oder dem Beitritt erklären, dass das Übereinkommen auf alle seine Gebietseinheiten oder nur auf eine oder mehrere davon erstreckt wird; er kann diese Erklärung durch Abgabe einer neuen Erklärung jederzeit ändern. (2). Jede derartige Erklärung wird dem Depositar unter ausdrücklicher Bezeichnung der Gebietseinheiten notifiziert, auf die das Übereinkommen angewendet wird. (3). Gibt ein Staat keine Erklärung nach diesem Artikel ab, so ist das Übereinkommen auf sein gesamtes Hoheitsgebiet anzuwenden.
(1). Das Übereinkommen tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf einen Zeitabschnitt von drei Monaten nach der in Artikel 43 vorgesehenen Hinterlegung der dritten Ratifikations‑, Annahme- oder Genehmigungsurkunde folgt.
(2). Danach tritt das Übereinkommen in Kraft:
(1). Jeder Vertragsstaat kann das Übereinkommen durch eine an den Depositar gerichtete schriftliche Notifikation kündigen. (2). Die Kündigung wird am ersten Tag des Monats wirksam, der auf einen Zeitabschnitt von zwölf Monaten nach Eingang der Notifikation beim Depositar folgt. Ist in der Notifikation für das Wirksamwerden der Kündigung ein längerer Zeitabschnitt angegeben, so wird die Kündigung nach Ablauf des entsprechenden Zeitabschnitts nach Eingang der Notifikation wirksam.
Der Depositar notifiziert den Mitgliedstaaten der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht, den anderen Staaten, die an der siebzehnten Tagung teilgenommen haben, sowie den Staaten, die nach Artikel 44 beigetreten sind:
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.Geschehen in Den Haag am 29. Mai 1993, in französischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv der Regierung des Königreichs der Niederlande hinterlegt und von der jedem Staat, der zur Zeit der siebzehnten Tagung der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht Mitglied der Konferenz war, sowie jedem anderen Staat, der an dieser Tagung teilgenommen hat, auf diplomatischem Weg eine beglaubigte Abschrift übermittelt wird.(Es folgen die Unterschriften)
SchweizA. Zentrale eidgenössische Behörde:Bundesamt für Justiz
Zentralbehörde zur Behandlung internationaler Adoptionen
Bundesrain 20
3003 Bern
Schweiz
Telefon: +41 (58) 463 88 64
Telefax: +41 (58) 462 78 64
E-Mail:Adoption@bj.admin.chB. Zuständige kantonale Behörden3
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Albanien | 12. September | 2000 | 1. Januar | 2001 |
| Andorra* | 3. Januar | 1997 B | 1. Mai | 1997 |
| Angola | 14. März | 2024 B | 1. Juli | 2024 |
| Armenien* | 1. März | 2007 B | 1. Juni | 2007 |
| Aserbaidschan* | 22. Juni | 2004 B | 1. Oktober | 2004 |
| Australien* | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Ashmore- und Cartier-Inseln | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Australisches Antarktis-Territorium | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Kokos-Inseln | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Korallensee-Territorium | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Norfolk-Insel | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Territorium der Insel Heard und der McDonald-Inseln | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Weihnachts-Insel | 25. August | 1998 | 1. Dezember | 1998 |
| Belarus* | 17. Juli | 2003 | 1. November | 2003 |
| Belgien* | 26. Mai | 2005 | 1. September | 2005 |
| Belize | 20. Dezember | 2005 B | 1. April | 2006 |
| Benin | 28. Juni | 2018 | 1. Oktober | 2018 |
| Bolivien* | 12. März | 2002 | 1. Juli | 2002 |
| Botsuana | 14. November | 2022 B | 1. März | 2023 |
| Brasilien* | 10. März | 1999 | 1. Juli | 1999 |
| Bulgarien* | 15. Mai | 2002 | 1. September | 2002 |
| Burkina Faso* | 11. Januar | 1996 | 1. Mai | 1996 |
| Burundi | 15. Oktober | 1998 B | 1. Februar | 1999 |
| Chile | 13. Juli | 1999 | 1. November | 1999 |
| China* | 16. September | 2005 | 1. Januar | 2006 |
| Hongkong | 1. Januar | 2006 | 1. Januar | 2006 |
| Macau | 1. Januar | 2006 | 1. Januar | 2006 |
| Costa Rica | 30. Oktober | 1995 | 1. Februar | 1996 |
| Côte d’Ivoire | 11. Juni | 2015 B | 1. Oktober | 2015 |
| Deutschland* | 22. November | 2001 | 1. März | 2002 |
| Dominikanische Republik | 22. November | 2006 B | 1. März | 2007 |
| Dänemark | 2. Juli | 1997 | 1. November | 1997 |
| Färöer | 18. Dezember | 2006 | 1. April | 2007 |
| Grönland | 28. Januar | 2010 | 1. Mai | 2010 |
| Ecuador | 7. September | 1995 | 1. Januar | 1996 |
| El Salvador* | 17. November | 1998 | 1. März | 1999 |
| Estland | 22. Februar | 2002 B | 1. Juni | 2002 |
| Eswatini | 5. März | 2013 B | 1. Juli | 2013 |
| Fidschi | 29. April | 2012 B | 1. August | 2012 |
| Finnland | 27. März | 1997 | 1. Juli | 1997 |
| Frankreich* | 30. Juni | 1998 | 1. Oktober | 1998 |
| Georgien | 9. April | 1999 B | 1. August | 1999 |
| Ghana | 16. September | 2016 B | 1. Januar | 2017 |
| Griechenland* | 2. September | 2009 | 1. Januar | 2010 |
| Guatemala | 26. November | 2002 B | 1. März | 2003 |
| Guinea | 21. Oktober | 2003 B | 1. Februar | 2004 |
| Guyana | 5. Februar | 2019 B | 1. Juni | 2019 |
| Haiti | 16. Dezember | 2013 | 1. April | 2014 |
| Honduras | 6. März | 2019 | 1. Juli | 2019 |
| Indien | 6. Juni | 2003 | 1. Oktober | 2003 |
| Irland | 28. Juli | 2010 | 1. November | 2010 |
| Island | 17. Januar | 2000 B | 1. Mai | 2000 |
| Israel | 3. Februar | 1999 | 1. Juni | 1999 |
| Italien* | 18. Januar | 2000 | 1. Mai | 2000 |
| Kambodscha | 6. April | 2007 B | 1. August | 2007 |
| Kanada* | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Alberta | 23. Juli | 1997 | 1. November | 1997 |
| Britisch Kolumbien | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Manitoba | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Neubraunschweig | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Neufundland und Labrador | 15. August | 2003 | 1. Dezember | 2003 |
| Neuschottland | 21. Juni | 1999 | 1. Oktober | 1999 |
| Nordwestterritorien | 22. Dezember | 1999 | 1. April | 2000 |
| Nunavut | 15. Mai | 2001 | 1. September | 2001 |
| Ontario | 6. August | 1999 | 1. Dezember | 1999 |
| Prinz Eduard Insel | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Quebec | 28. Oktober | 2005 | 1. Februar | 2006 |
| Saskatchewan | 19. Dezember | 1996 | 1. April | 1997 |
| Yukon | 24. April | 1998 | 1. August | 1998 |
| Kap Verde | 4. September | 2009 B | 1. Januar | 2010 |
| Kasachstan | 9. Juli | 2010 B | 1. November | 2010 |
| Kenia | 12. Februar | 2007 B | 1. Juni | 2007 |
| Kirgisistan | 25. Juli | 2016 B | 1. November | 2016 |
| Kolumbien* | 13. Juli | 1998 | 1. November | 1998 |
| Kongo (Brazzaville) | 11. Dezember | 2019 B | 1. April | 2020 |
| Kroatien* | 5. Dezember | 2013 B | 1. April | 2014 |
| Kuba | 20. Februar | 2007 B | 1. Juni | 2007 |
| Lesotho | 24. August | 2012 B | 1. Dezember | 2012 |
| Lettland* | 9. August | 2002 | 1. Dezember | 2002 |
| Liechtenstein* | 26. Januar | 2009 B | 1. Mai | 2009 |
| Litauen | 29. April | 1998 B | 1. August | 1998 |
| Luxemburg* | 5. Juli | 2002 | 1. November | 2002 |
| Madagaskar | 12. Mai | 2004 | 1. September | 2004 |
| Mali | 2. Mai | 2006 B | 1. September | 2006 |
| Malta | 13. Oktober | 2004 B | 1. Februar | 2005 |
| Mauritius | 28. September | 1998 B | 1. Januar | 1999 |
| Mexiko* | 14. September | 1994 | 1. Mai | 1995 |
| Moldau | 10. April | 1998 B | 1. August | 1998 |
| Monaco | 29. Juni | 1999 B | 1. Oktober | 1999 |
| Mongolei | 25. April | 2000 B | 1. August | 2000 |
| Montenegro* | 9. März | 2012 B | 1. Juli | 2012 |
| Namibia* | 21. September | 2015 B | 1. Januar | 2016 |
| Neuseeland | 18. September | 1998 B | 1. Januar | 1999 |
| Niederlande | 26. Juni | 1998 | 1. Oktober | 1998 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 18. Oktober | 2010 | 1. Februar | 2011 |
| Niger | 24. Mai | 2021 B | 1. September | 2021 |
| Nordmazedonien | 23. Dezember | 2008 B | 1. April | 2009 |
| Norwegen* | 25. September | 1997 | 1. Januar | 1998 |
| Österreich* | 19. Mai | 1999 | 1. September | 1999 |
| Panama* | 29. September | 1999 | 1. Januar | 2000 |
| Paraguay | 13. Mai | 1998 B | 1. September | 1998 |
| Peru | 14. September | 1995 | 1. Januar | 1996 |
| Philippinen | 2. Juli | 1996 | 1. November | 1996 |
| Polen* | 12. Juni | 1995 | 1. Oktober | 1995 |
| Portugal* | 19. März | 2004 | 1. Juli | 2004 |
| Ruanda | 28. März | 2012 B | 1. Juli | 2012 |
| Rumänien | 28. Dezember | 1994 | 1. Mai | 1995 |
| Sambia | 11. Juni | 2015 B | 1. Oktober | 2015 |
| San Marino | 6. Oktober | 2004 B | 1. Februar | 2005 |
| Schweden* | 28. Mai | 1997 | 1. September | 1997 |
| Schweiz* | 24. September | 2002 | 1. Januar | 2003 |
| Senegal | 24. August | 2011 B | 1. Dezember | 2011 |
| Serbien | 18. Dezember | 2013 B | 1. April | 2014 |
| Seychellen | 26. Juni | 2008 B | 1. Oktober | 2008 |
| Slowakei | 6. Juni | 2001 | 1. Oktober | 2001 |
| Slowenien | 24. Januar | 2002 | 1. Mai | 2002 |
| Spanien* | 11. Juli | 1995 | 1. November | 1995 |
| Sri Lanka | 23. Januar | 1995 | 1. Mai | 1995 |
| St. Kitts und Nevis | 26. Oktober | 2020 B | 1. Februar | 2021 |
| Südafrika | 21. August | 2003 B | 1. Dezember | 2003 |
| Thailand | 29. April | 2004 | 1. August | 2004 |
| Togo | 12. Oktober | 2009 B | 1. Februar | 2010 |
| Tschechische Republik | 11. Februar | 2000 | 1. Juni | 2000 |
| Türkei | 27. Mai | 2004 | 1. September | 2004 |
| Ungarn* | 6. April | 2005 | 1. August | 2005 |
| Uruguay | 3. Dezember | 2003 | 1. April | 2004 |
| Venezuela* | 10. Januar | 1997 | 1. Mai | 1997 |
| Vereinigte Staaten* | 12. Dezember | 2007 | 1. April | 2008 |
| Vereinigtes Königreich* | 27. Februar | 2003 | 1. Juni | 2003 |
| Insel Man | 1. Juli | 2003 | 1. November | 2003 |
| Vietnam | 1. November | 2011 | 1. Februar | 2012 |
| Zypern | 20. Februar | 1995 | 1. Juni | 1995 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die englischen Texte können auf der Internetseite des Depositars, des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten des Königreichs der Niederlande:https://treatydatabase.overheid.nl/en/Treaty/Details/005234.htmleingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht (DV), Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. Die Einsprüche gegen Beitritte von Staaten gemäss Artikel 44 Absatz 3 des Übereinkommens werden in der AS nicht publiziert. Sie können auf der Internetseite des Depositars:https://treatydatabase.overheid.nl/en/Treaty/Details/005234_db.htmleingesehen werden. | ||||
| SchweizArtikel 22Die Schweiz erklärt, dass Adoptionen von Kindern mit gewöhnlichem Aufenthalt im Hoheitsgebiet der Schweiz nur durchgeführt werden können, wenn die Aufgaben der Zentralen Behörden in Übereinstimmung mit Artikel 22 Absatz 1 wahrgenommen werden.Artikel 25Nach Artikel 25 erklärt die Schweiz, dass sie nicht verpflichtet ist, aufgrund des Übereinkommens Adoptionen anzuerkennen, die gemäss einer nach Artikel 39 Absatz 2 geschlossenen Vereinbarung zu Stande gekommen sind. |
AS 2003 414 ↩
SR 0.107 ↩
Die Übersicht über die zuständigen kantonalen Behörden kann eingesehen werden auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz:www.bj.admin.ch/> Gesellschaft > Internationale Adoption. ↩
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