0.353.3•Europäisches Übereinkommen zur Bekämpfung des Terrorismus
0.353.3Multilateral International Treaty20.08.1983
Abgeschlossen in Strassburg am 27. Januar 1977
Von der Bundesversammlung genehmigt am 14. Dezember 19821
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 19. Mai 1983
In Kraft getreten für die Schweiz am 20. August 1983
(Stand am 26. August 2025)
Die Mitgliedstaaten des Europarats, die dieses Übereinkommen unterzeichnen,
von der Erwägung geleitet, dass es das Ziel des Europarates ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen;
angesichts der wachsenden Besorgnis, die durch die Zunahme terroristischer Handlungen verursacht wird;
in dem Bestreben, wirksame Massnahmen zu treffen, damit die Urheber solcher Handlungen der Verfolgung und Bestrafung nicht entgehen;
überzeugt, dass die Auslieferung ein besonders wirksames Mittel zur Erreichung dieses Zieles ist,
sind wie folgt übereingekommen:
Für die Zwecke der Auslieferung zwischen den Vertragsstaaten wird keine der folgenden Straftaten als politische Straftat, als eine mit einer politischen Straftat zusammenhängende oder als eine auf politischen Beweggründen beruhende Straftat angesehen:
Die Bestimmungen aller zwischen Vertragsstaaten anwendbaren Auslieferungsverträge und ‑übereinkommen, einschliesslich des Europäischen Auslieferungsübereinkommens4, werden im Verhältnis zwischen den Vertragsstaaten geändert, soweit sie mit dem vorliegenden Übereinkommen unvereinbar sind.
Für die Zwecke dieses Übereinkommens wird eine Straftat, die in Artikel 1 oder 2 genannt und nicht in einem zwischen Vertragsstaaten bestehenden Auslieferungsvertrag oder ‑übereinkommen als auslieferungsfähige Straftat aufgeführt ist, so angesehen, als sei sie darin als eine solche enthalten.
Dieses Übereinkommen ist nicht so auszulegen, als enthalte es eine Verpflichtung zur Auslieferung, wenn der ersuchte Staat ernstliche Gründe für die Annahme hat, dass das Auslieferungsersuchen wegen einer in Artikel 1 oder 2 genannten Straftat gestellt worden ist, um eine Person wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Staatsangehörigkeit oder ihrer politischen Anschauungen zu verfolgen oder zu bestrafen, oder dass die Lage dieser Person aus einem dieser Gründe erschwert werden könnte.
Ein Vertragsstaat, in dessen Hoheitsgebiet eine Person aufgefunden wird, die einer in Artikel 1 genannten Straftat verdächtigt wird, und der ein Auslieferungsersuchen nach Massgabe des Artikels 6 Absatz 1 erhalten hat, unterbreitet, wenn er die Person nicht ausliefert, den Fall ohne irgendeine Ausnahme und ohne unangemessene Verzögerung seinen zuständigen Behörden zum Zweck der Strafverfolgung. Diese Behörden treffen ihre Entscheidung in der gleichen Weise wie im Fall einer Straftat schwerer Art nach dem Recht dieses Staates.
In allen Fällen ist das Recht des ersuchten Staates betreffend die Rechtshilfe in Strafsachen anwendbar. Die Rechtshilfe darf jedoch nicht allein mit der Begründung verweigert werden, dass es sich um eine politische Straftat, um eine mit einer politischen Straftat zusammenhängende oder um eine auf politischen Beweggründen beruhende Straftat handelt. 2. Dieses Übereinkommen ist nicht so auszulegen, als enthalte es eine Verpflichtung zur Rechtshilfe, wenn der ersuchte Staat ernstliche Gründe für die Annahme hat, dass das Rechtshilfeersuchen wegen einer in Artikel 1 oder 2 genannten Straftat gestellt worden ist, um eine Person wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Staatsangehörigkeit oder ihrer politischen Anschauungen zu verfolgen oder zu bestrafen, oder dass die Lage dieser Person aus einem dieser Gründe erschwert werden könnte. 3. Die Bestimmungen aller zwischen Vertragsstaaten anwendbaren Verträge und Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen, einschliesslich des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen5, werden im Verhältnis zwischen den Vertragsstaaten geändert, soweit sie mit dem vorliegenden Übereinkommen unvereinbar sind.
2. Jeder Staat kann einen von ihm nach Absatz 1 gemachten Vorbehalt durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete Erklärung ganz oder teilweise zurücknehmen; die Erklärung wird mit ihrem Eingang wirksam.
3. Ein Staat, der einen Vorbehalt nach Absatz 1 gemacht hat, kann nicht verlangen, dass ein anderer Staat Artikel 1 anwendet; er kann jedoch, wenn es sich um einen Teilvorbehalt oder einen bedingten Vorbehalt handelt, die Anwendung jenes Artikels insoweit verlangen, wie er selbst ihn angenommen hat.
Jeder Vertragsstaat kann dieses Übereinkommen durch eine an den Generalsekretär des Europarats gerichtete schriftliche Notifikation kündigen. Die Kündigung wird sofort oder zu einem in der Notifikation genannten späteren Zeitpunkt wirksam.
Dieses Übereinkommen tritt in Bezug auf einen Vertragsstaat ausser Kraft, der aus dem Europarat austritt oder aufhört, dessen Mitglied zu sein.
Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Rates
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.Geschehen zu Strassburg am 27. Januar 1977 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarates hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarates übermittelt allen Unterzeichnerstaaten beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Albanien | 21. September | 2000 | 22. Dezember | 2000 | |||
| Andorra | 18. Oktober | 2022 | 19. Januar | 2023 | |||
| Armenien | 23. März | 2004 | 24. Juni | 2004 | |||
| Aserbaidschan* | 11. Februar | 2004 | 12. Mai | 2004 | |||
| Belgien* ** | 31. Oktober | 1985 | 1. Februar | 1986 | |||
| Bosnien und Herzegowina | 3. Oktober | 2003 | 4. Januar | 2004 | |||
| Bulgarien | 17. Februar | 1998 | 18. Mai | 1998 | |||
| Deutschland* ** | 3. Mai | 1978 | 4. August | 1978 | |||
| Dänemark* | 27. Juni | 1978 | 28. September | 1978 | |||
| Estland* | 27. März | 1997 | 28. Juni | 1997 | |||
| Finnland | 9. Februar | 1990 | 10. Mai | 1990 | |||
| Frankreich* | 21. September | 1987 | 22. Dezember | 1987 | |||
| Georgien* | 14. Dezember | 2000 | 15. März | 2001 | |||
| Griechenland* | 4. August | 1988 | 5. November | 1988 | |||
| Irland | 21. Februar | 1989 | 22. Mai | 1989 | |||
| Island* | 11. Juli | 1980 | 12. Oktober | 1980 | |||
| Italien* | 28. Februar | 1986 | 1. Juni | 1986 | |||
| Kroatien* | 15. Januar | 2003 | 16. April | 2003 | |||
| Lettland | 20. April | 1999 | 21. Juli | 1999 | |||
| Liechtenstein | 13. Juni | 1979 | 14. September | 1979 | |||
| Litauen | 7. Februar | 1997 | 8. Mai | 1997 | |||
| Luxemburg | 11. September | 1981 | 12. Dezember | 1981 | |||
| Malta* | 19. März | 1996 | 20. Juni | 1996 | |||
| Moldau | 23. September | 1999 | 24. Dezember | 1999 | |||
| Monaco* | 18. September | 2007 | 1. Januar | 2008 | |||
| Montenegro | 6. Juni | 2006 N | 6. Juni | 2006 | |||
| Niederlande* | 18. April | 1985 | 19. Juli | 1985 | |||
| Aruba | 10. Februar | 2006 | 10. Februar | 2006 | |||
| Curaçao* | 8. Dezember | 2023 | 8. Dezember | 2023 | |||
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 10. Oktober | 2010 | 10. Oktober | 2010 | |||
| Nordmazedonien | 29. November | 2004 | 1. März | 2004 | |||
| Norwegen | 10. Januar | 1980 | 11. April | 1980 | |||
| Österreich | 11. August | 1977 | 4. August | 1978 | |||
| Polen | 30. Januar | 1996 | 1. Mai | 1996 | |||
| Portugal* | 14. Dezember | 1981 | 15. März | 1982 | |||
| Rumänien | 2. Mai | 1997 | 3. August | 1997 | |||
| San Marino* | 17. April | 2002 | 18. Juli | 2002 | |||
| Schweden* | 15. September | 1977 | 4. August | 1978 | |||
| Schweiz | 19. Mai | 1983 | 20. August | 1983 | |||
| Serbien* | 15. Mai | 2003 | 16. August | 2003 | |||
| Slowakeia | 15. April | 1992 | 1. Januar | 1993 | |||
| Slowenien | 29. November | 2000 | 1. März | 2001 | |||
| Spanien | 20. Mai | 1980 | 21. August | 1980 | |||
| Tschechische Republika | 15. April | 1992 | 1. Januar | 1993 | |||
| Türkei | 19. Mai | 1981 | 20. August | 1981 | |||
| Ukraine* | 13. März | 2002 | 14. Juni | 2002 | |||
| Ungarn* | 6. Mai | 1997 | 7. August | 1997 | |||
| Vereinigtes Königreich* | 24. Juli | 1978 | 25. Oktober | 1978 | |||
| Gibraltar | 21. November | 1988 | 21. November | 1988 | |||
| Guernsey | 24. Juli | 1978 | 25. Oktober | 1978 | |||
| Insel Man | 24. Juli | 1978 | 25. Oktober | 1978 | |||
| Jersey | 24. Juli | 1978 | 25. Oktober | 1978 | |||
| Zypern* | 26. Februar | 1979 | 27. Mai | 1979 | |||
| * Vorbehalte und Erklärungen. ** Einwendungen. Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite des Europarats:http://conventions.coe.int> Français > À propos > Bureau des Traités > Liste complète eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Datum der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik. Geltungsbereich des Übereinkommens am 1. Oktober 1990 |
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