0.414.31•Europäisches Abkommen über die Gleichwertigkeit der Studienzeiten an den Universitäten
0.414.31Multilateral International Treaty25.04.1991
Abgeschlossen in Paris am 15. Dezember 1956
Von der Bundesversammlung genehmigt am 6. März 19911
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 25. April 1991
In Kraft getreten für die Schweiz am 25. April 1991
(Stand am 26. Februar 2002)
Die unterzeichneten Regierungen, Mitglieder des Europarates,
im Hinblick auf die am 11. Dezember 19532in Paris unterzeichnete Europäische Konvention über die Gleichwertigkeit der Reifezeugnisse,
im Hinblick auf das am 19. Dezember 19543in Paris unterzeichnete Europäische Kulturabkommen,
in der Erwägung, dass ein wichtiger Beitrag zur europäischen Verständigung geleistet werden würde, wenn eine grössere Zahl von Studierenden, insbesondere von Studierenden der lebenden Sprachen, eine Zeitlang im Ausland studieren könnte, und wenn die von diesen Studierenden während dieser Studienzeit bestandenen Prüfungen und die von ihnen belegten Vorlesungen von ihrer Heimatuniversität anerkannt würden,
in der Erwägung ferner, dass die Anerkennung der im Ausland verbrachten Studienzeiten zur Lösung des Problems, das durch den Mangel an hochqualifizierten wissenschaftlichen Fachkräften aufgeworfen wird, beitragen würde,
sind wie folgt übereingekommen:
Jede Vertragspartei unterrichtet den Generalsekretär des Europarates, wer in ihrem Hoheitsgebiet für die Behandlung der Gleichwertigkeitsfragen zuständig ist.
2. Der Ausdruck «Universitäten» bedeutet:
Die unter Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a) fallenden Vertragsparteien prüfen, in welcher Weise eine Studienzeit anerkannt werden kann, die an einer Universität eines anderen Mitgliedslandes des Europarates von Studierenden anderer Wissenschaften als denen der lebenden Sprachen, insbesondere von Studierenden der reinen und angewandten mathematisch‑naturwissenschaftlichen Fächer, zurückgelegt wurde.
Die unter Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a) fallenden Vertragsparteien werden bemüht sein, durch ein‑ oder zweiseitige Regelungen die Bedingungen festzulegen, unter denen eine von einem Studierenden während seiner Studienzeit an der Universität eines anderen Mitgliedslandes des Europarates bestandene Prüfung oder eine von ihm an dieser Universität belegte Vorlesung als gleichwertig mit einer an seiner Heimatuniversität bestandenen entsprechenden Prüfung oder einer an dieser Universität von ihm belegten Vorlesung angesehen werden kann.
Die unter Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe b) fallenden Vertragsparteien übermitteln den Wortlaut dieses Abkommens den Behörden der Universitäten in ihrem Hoheitsgebiet und legen ihnen nahe, die in den Artikeln 2, 3 und 4 niedergelegten Grundsätze wohlwollend zu prüfen und zur Anwendung zu bringen.
Die unter Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe c) fallenden Vertragsparteien wenden die Bestimmungen der Artikel 2, 3 und 4 gegenüber den Universitäten, für welche die Regelung der in diesem Abkommen behandelten Fragen in die Zuständigkeit des Staates fällt, und die Bestimmungen des Artikels 5 gegenüber den Universitäten an, die selbst in diesen Angelegenheiten zuständig sind.
Jede Vertragspartei richtet innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieses Abkommens einen schriftlichen Bericht über die zur Durchführung der Bestimmungen der Artikel 2, 3, 4, 5 und 6 getroffenen Massnahmen an den Generalsekretär des Europarates.
Der Generalsekretär des Europarates notifiziert den anderen Vertragsparteien die Mitteilungen, die er von jeder Vertragspartei gemäss Artikel 7 erhalten hat, und hält das Ministerkomitee über die bei der Anwendung dieses Abkommens erzielten Fortschritte auf dem laufenden.
Das Ministerkomitee des Europarates kann jeden Staat, der nicht Mitglied des Europarates ist, einladen, diesem Abkommen beizutreten. Jeder Staat, der diese Einladung erhalten hat, kann dem Abkommen durch Hinterlegung einer Beitrittserklärung beim Generalsekretär des Europarates, der die Hinterlegung allen Vertragsparteien notifiziert, beitreten. Für die Zwecke dieses Abkommens gilt jeder beitretende Staat als Mitgliedsland des Europarates. Für jeden beitretenden Staat tritt dieses Abkommen mit der Hinterlegung seiner Beitrittserklärung in Kraft.
Zu Urkund dessen haben die von ihren Regierungen hiezu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Abkommen unterschrieben.Geschehen zu Paris, am 15. Dezember 1956, in französischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarates hinterlegt wird. Der Generalsekretär übermittelt jeder Unterzeichnerregierung und jeder Regierung, die ihren Beitritt erklärt, eine beglaubigte Abschrift.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | In-Kraft-Treten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Belgien* | 5. Juni | 1972 | 5. Juni | 1972 | |
| Bosnien und Herzegowina | 29. Dezember | 1994 B | 29. Dezember | 1994 | |
| Dänemark | 23. Juni | 1958 | 23. Juni | 1958 | |
| Deutschland | 8. Dezember | 1964 | 8. Dezember | 1964 | |
| Finnland | 16. September | 1991 | 16. September | 1991 | |
| Frankreich | 19. Februar | 1958 | 19. Februar | 1958 | |
| Irland | 20. Februar | 1957 | 18. September | 1957 | |
| Island | 5. April | 1963 | 5. April | 1963 | |
| Italien | 29. März | 1958 | 29. März | 1958 | |
| Jugoslawien | 15. September | 1977 B | 15. September | 1977 | |
| Kroatien | 27. Januar | 1993 B | 27. Januar | 1993 | |
| Liechtenstein | 22. Mai | 1991 | 22. Mai | 1991 | |
| Luxemburg | 23. Januar | 1968 | 23. Januar | 1968 | |
| Malta | 7. Mai | 1968 | 7. Mai | 1968 | |
| Mazedonien | 30. März | 1994 B | 30. März | 1994 | |
| Niederlande* | 10. Dezember | 1959 | 10. Dezember | 1959 | |
| Norwegen | 14. März | 1957 | 18. September | 1957 | |
| Österreich | 2. Oktober | 1957 | 2. Oktober | 1957 | |
| Polen | 10. Oktober | 1994 | 10. Oktober | 1994 | |
| Portugal | 8. September | 1982 | 8. September | 1982 | |
| Rumänien | 19. Mai | 1998 | 19. Mai | 1998 | |
| Russland | 17. September | 1999 | 17. September | 1999 | |
| Schweden | 21. Juni | 1967 | 21. Juni | 1967 | |
| Schweiz* | 25. April | 1991 | 25. April | 1991 | |
| Slowakeia | 26. März | 1991 | 1. Januar | 1993 | |
| Slowenien | 2. Juli | 1992 B | 2. Juli | 1992 | |
| Spanien | 25. April | 1975 B | 25. April | 1975 | |
| Tschechische Republika | 26. März | 1991 | 1. Januar | 1993 | |
| Türkei | 18. Februar | 1960 | 18. Februar | 1960 | |
| Vereinigtes Königreich* | 18. September | 1957 | 18. September | 1957 | |
| Insel Man | 5. Januar | 1996 | 5. Januar | 1996 | |
| * | Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. | ||||
| a | Datum der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik. | ||||
| SchweizObwohl das vorgenannte Abkommen keine spezifische Kündigungsklausel enthält, erachtet es der Schweizerische Bundesrat gestützt auf Artikel 56 des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 19694über das Recht der Verträge dennoch als kündbar.Der Schweizerische Bundesrat erklärt, dass der verfassungsmässigen Zuständigkeit der Kantone im Bildungswesen sowie der Hochschulautonomie bei der Anwendung des Abkommens Rechnung zu tragen ist. |
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