0.440.8•Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen
0.440.8Multilateral International Treaty16.10.2008
Abgeschlossen in Paris am 20. Oktober 2005
Von der Bundesversammlung genehmigt am 20. März 20081
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 16. Juli 2008
In Kraft getreten für die Schweiz am 16. Oktober 2008
(Stand am 20. März 2025)
Die Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen
für Erziehung, Wissenschaft und Kultur,
im Folgenden «UNESCO» genannt,
die vom 3. bis zum 21. Oktober 2005 in Paris zu ihrer 33. Tagung zusammengetreten ist,
in Bekräftigung dessen, dass die kulturelle Vielfalt ein bestimmendes Merkmal der Menschheit ist;
in der Erkenntnis, dass die kulturelle Vielfalt ein gemeinsames Erbe der Menschheit darstellt und zum Nutzen aller geachtet und erhalten werden soll;
in dem Bewusstsein, dass die kulturelle Vielfalt eine reiche und vielfältige Welt schafft, wodurch die Wahlmöglichkeiten erhöht und die menschlichen Fähigkeiten und Werte bereichert werden, und dass sie daher eine Hauptantriebskraft für die nachhaltige Entwicklung von Gemeinschaften, Völkern und Nationen ist;
eingedenk dessen, dass die kulturelle Vielfalt, die sich in einem Rahmen von Demokratie, Toleranz, sozialer Gerechtigkeit und gegenseitiger Achtung der Völker und Kulturen entfaltet, für Frieden und Sicherheit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene unabdingbar ist;
in Würdigung der Bedeutung der kulturellen Vielfalt für die volle Verwirklichung der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in anderen allgemein anerkannten Übereinkünften verkündeten Menschenrechte und Grundfreiheiten;
unter Betonung der Notwendigkeit, die Kultur als strategisches Element in die nationale und internationale Entwicklungspolitik sowie in die internationale Entwicklungszusammenarbeit aufzunehmen, auch unter Berücksichtigung der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen (2000), in der besonderer Nachdruck auf die Beseitigung der Armut gelegt wird;
in Anbetracht dessen, dass die Kultur in Zeit und Raum vielfältige Formen annimmt und dass diese Vielfalt durch die Einzigartigkeit und Pluralität der Identitäten und kulturellen Ausdrucksformen der Völker und Gesellschaften verkörpert wird, aus denen die Menschheit besteht;
in Anerkennung der Bedeutung des traditionellen Wissens als Quelle immateriellen und materiellen Reichtums, insbesondere der Wissenssysteme indigener Völker, und seines positiven Beitrags zur nachhaltigen Entwicklung sowie der Notwendigkeit, es angemessen zu schützen und zu fördern;
in Anerkennung der Notwendigkeit, Massnahmen zum Schutz der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, einschliesslich ihrer Inhalte, zu ergreifen, insbesondere in Situationen, in denen kulturellen Ausdrucksformen möglicherweise die Auslöschung oder schwerer Schaden droht;
unter Betonung der Bedeutung der Kultur für den sozialen Zusammenhalt im Allgemeinen und insbesondere ihres Potenzials für die Verbesserung der Stellung und der Rolle der Frau in der Gesellschaft;
in dem Bewusstsein, dass die kulturelle Vielfalt durch den freien Austausch von Ideen gestärkt wird und dass sie durch den ständigen Austausch und die Interaktion zwischen den Kulturen bereichert wird;
in Bekräftigung dessen, dass die Gedankenfreiheit, die freie Meinungsäusserung und die Informationsfreiheit sowie die Medienvielfalt die Entfaltung kultureller Ausdrucksformen in den Gesellschaften ermöglichen;
in Anerkennung dessen, dass die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, einschliesslich traditioneller kultureller Ausdrucksformen, ein wichtiger Faktor ist, der Einzelpersonen und Völkern die Möglichkeit gibt, ihre Ideen und Werte auszudrücken und anderen mitzuteilen;
eingedenk dessen, dass die Sprachenvielfalt ein grundlegender Bestandteil der kulturellen Vielfalt ist, und in Bekräftigung der wesentlichen Rolle, die die Bildung beim Schutz und bei der Förderung kultureller Ausdrucksformen spielt;
in Anbetracht der Bedeutung der Lebendigkeit der Kulturen, auch für Personen, die Minderheiten oder indigenen Völkern angehören, die in der Freiheit dieser Personen zum Ausdruck kommt, ihre traditionellen kulturellen Ausdrucksformen zu schaffen, zu verbreiten, zu vertreiben und Zugang zu ihnen zu haben, um so ihre eigene Entwicklung zu fördern;
unter Betonung der wesentlichen Rolle der kulturellen Interaktion und der Kreativität, die kulturelle Ausdrucksformen bereichern und erneuern sowie die Bedeutung der Rolle derer erhöhen, die an der Entwicklung der Kultur beteiligt sind, um den Fortschritt der Gesellschaft insgesamt zu fördern;
in Anerkennung der Bedeutung der Rechte des geistigen Eigentums zur Unterstützung derer, die an der kulturellen Kreativität beteiligt sind;
in der Überzeugung, dass kulturelle Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen sowohl eine wirtschaftliche als auch eine kulturelle Natur haben, da sie Träger von Identitäten, Werten und Sinn sind, und daher nicht so behandelt werden dürfen, als hätten sie nur einen kommerziellen Wert;
angesichts dessen, dass der Prozess der Globalisierung, der durch die rasche Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien erleichtert worden ist, noch nie da gewesene Voraussetzungen für eine bessere Interaktion zwischen den Kulturen geschaffen hat, gleichzeitig jedoch eine Herausforderung für die kulturelle Vielfalt darstellt, insbesondere im Hinblick auf die Gefahr von Ungleichgewichten zwischen reichen und armen Ländern;
in dem Bewusstsein des besonderen Auftrags der UNESCO, die Achtung der Vielfalt der Kulturen zu gewährleisten und internationale Übereinkünfte zu empfehlen, die sie für notwendig hält, um den freien Austausch von Ideen durch Wort und Bild zu erleichtern;
unter Bezugnahme auf die Bestimmungen der von der UNESCO angenommenen internationalen Übereinkünfte betreffend die kulturelle Vielfalt und die Ausübung der kulturellen Rechte und insbesondere die Allgemeine Erklärung über die kulturelle Vielfalt aus dem Jahr 2001,
nimmt dieses Übereinkommen am 20. Oktober 2005 an:
Die Ziele dieses Übereinkommens sind:
Die kulturelle Vielfalt kann nur dann geschützt und gefördert werden, wenn die Menschenrechte und Grundfreiheiten, wie die freie Meinungsäusserung, die Informations- und die Kommunikationsfreiheit sowie die Möglichkeit der Einzelpersonen, ihre kulturellen Ausdrucksformen zu wählen, garantiert sind. Niemand darf unter Berufung auf dieses Übereinkommen die Menschenrechte und Grundfreiheiten, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt oder durch Völkerrecht garantiert sind, verletzen oder ihren Geltungsbereich einschränken. 2. Grundsatz der Souveränität
Die Staaten haben nach der Charta der Vereinten Nationen2und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht, Massnahmen und eine Politik zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in ihrem Hoheitsgebiet zu beschliessen. 3. Grundsatz der gleichen Würde und der Achtung aller Kulturen
Der Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen setzen die Anerkennung der gleichen Würde und die Achtung aller Kulturen, einschliesslich der Kulturen von Personen, die Minderheiten oder indigenen Völkern angehören, voraus. 4. Grundsatz der internationalen Solidarität und Zusammenarbeit
Die internationale Zusammenarbeit und Solidarität sollen darauf abzielen, alle Länder, insbesondere die Entwicklungsländer, in die Lage zu versetzen, ihre Mittel des kulturellen Ausdrucks auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu schaffen und zu stärken; dies umfasst ihre Kulturwirtschaft, unabhängig davon, ob diese gerade entsteht oder bereits länger besteht. 5. Grundsatz der Komplementarität der wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte der Entwicklung
Da die Kultur eine der Hauptantriebskräfte der Entwicklung ist, sind die kulturellen Aspekte der Entwicklung ebenso wichtig wie ihre wirtschaftlichen Aspekte; Einzelpersonen und Völker haben das Grundrecht, an ihnen teilzuhaben und sie zu geniessen. 6. Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung
Die kulturelle Vielfalt stellt einen grossen Reichtum für Einzelpersonen und Gesellschaften dar. Der Schutz, die Förderung und der Erhalt der kulturellen Vielfalt sind eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung zu Gunsten gegenwärtiger und künftiger Generationen. 7. Grundsatz des gleichberechtigten Zugangs
Der gleichberechtigte Zugang zu einem reichen und vielfältigen Spektrum kultureller Ausdrucksformen aus der ganzen Welt und der Zugang der Kulturen zu den Mitteln des Ausdrucks und der Verbreitung stellen wichtige Elemente dar, um die kulturelle Vielfalt zu vergrössern und das gegenseitige Verständnis zu fördern. 8. Grundsatz der Offenheit und Ausgewogenheit
Beschliessen die Staaten Massnahmen, um die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zu unterstützen, so sollen sie danach streben, in geeigneter Weise die Offenheit gegenüber anderen Kulturen der Welt zu fördern und sicherzustellen, dass diese Massnahmen im Einklang mit den durch dieses Übereinkommen verfolgten Zielen stehen.
Dieses Übereinkommen findet Anwendung auf die Politik und die Massnahmen, die die Vertragsparteien im Zusammenhang mit dem Schutz und der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen beschliessen.
Im Sinne dieses Übereinkommens gilt Folgendes:
«Kulturelle Vielfalt» bezieht sich auf die mannigfaltige Weise, in der die Kulturen von Gruppen und Gesellschaften zum Ausdruck kommen. Diese Ausdrucksformen werden innerhalb von Gruppen und Gesellschaften sowie zwischen ihnen weitergegeben.
Die kulturelle Vielfalt zeigt sich nicht nur in der unterschiedlichen Weise, in der das Kulturerbe der Menschheit durch eine Vielzahl kultureller Ausdrucksformen zum Ausdruck gebracht, bereichert und weitergegeben wird, sondern auch in den vielfältigen Arten des künstlerischen Schaffens, der Herstellung, der Verbreitung, des Vertriebs und des Genusses von kulturellen Ausdrucksformen, unabhängig davon, welche Mittel und Technologien verwendet werden. 2. Kultureller Inhalt
«Kultureller Inhalt» bezieht sich auf die symbolische Bedeutung, die künstlerische Dimension und die kulturellen Werte, die aus kulturellen Identitäten entstehen oder diese zum Ausdruck bringen. 3. Kulturelle Ausdrucksformen
«Kulturelle Ausdrucksformen» sind die Ausdrucksformen, die durch die Kreativität von Einzelpersonen, Gruppen und Gesellschaften entstehen und einen kulturellen Inhalt haben. 4. Kulturelle Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen
«Kulturelle Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen» bezieht sich auf die Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen, die zu dem Zeitpunkt, zu dem sie hinsichtlich eines besonderen Merkmals, einer besonderen Verwendung oder eines besonderen Zwecks betrachtet werden, kulturelle Ausdrucksformen verkörpern oder übermitteln, und zwar unabhängig vom kommerziellen Wert, den sie möglicherweise haben. Kulturelle Aktivitäten können ein Zweck an sich sein oder zur Herstellung von kulturellen Gütern und Dienstleistungen beitragen. 5. Kulturwirtschaft
«Kulturwirtschaft» bezieht sich auf die Wirtschaftszweige, die kulturelle Güter oder Dienstleistungen im Sinne der Nummer 4 herstellen und vertreiben. 6. Kulturpolitik und kulturpolitische Massnahmen
«Kulturpolitik und kulturpolitische Massnahmen» bezieht sich auf die Politik und die Massnahmen im Zusammenhang mit Kultur auf lokaler, nationaler, regionaler oder internationaler Ebene, die entweder Kultur als solche zum Gegenstand haben oder darauf abzielen, sich unmittelbar auf die kulturellen Ausdrucksformen von Einzelpersonen, Gruppen oder Gesellschaften auszuwirken, einschliesslich des Schaffens, der Herstellung, der Verbreitung und des Vertriebs kultureller Aktivitäten, Güter oder Dienstleistungen sowie des Zugangs zu ihnen. 7. Schutz
«Schutz» bedeutet das Beschliessen von Massnahmen, die auf die Erhaltung, Sicherung und Erhöhung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen abzielen.
«Schützen» bedeutet, derartige Massnahmen zu beschliessen. 8. Interkulturalität
«Interkulturalität» bezieht sich auf die Existenz verschiedener Kulturen und die gleichberechtigte Interaktion zwischen ihnen sowie die Möglichkeit, durch den Dialog und die gegenseitige Achtung gemeinsame kulturelle Ausdrucksformen zu schaffen.
Die Vertragsparteien:
Die Vertragsparteien:
Die Vertragsparteien erkennen die grundlegende Rolle der Zivilgesellschaft beim Schutz und bei der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen an. Die Vertragsparteien ermutigen die Zivilgesellschaft zur aktiven Beteiligung an ihren Bemühungen, die Ziele dieses Übereinkommens zu erreichen.
Die Vertragsparteien bemühen sich, ihre zweiseitige, regionale und internationale Zusammenarbeit zu verstärken, um Voraussetzungen zu schaffen, die der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen dienen, wobei sie die in den Artikeln 8 und 17 bezeichneten Situationen besonders berücksichtigen; insbesondere verfolgen sie die Absicht:
Die Vertragsparteien bemühen sich, die Kultur auf allen Ebenen in ihre Entwicklungspolitik zu integrieren, um Voraussetzungen zu schaffen, die der nachhaltigen Entwicklung dienen, und innerhalb dieses Rahmens die Aspekte, die in Zusammenhang mit dem Schutz und der Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen stehen, zu begünstigen.
Die Vertragsparteien bemühen sich, die Zusammenarbeit zu Gunsten der nachhaltigen Entwicklung und der Bekämpfung der Armut zu unterstützen, insbesondere im Hinblick auf die besonderen Bedürfnisse der Entwicklungsländer, um das Entstehen eines dynamischen Kultursektors unter anderem durch folgende Mittel zu fördern:
ii) ihren kulturellen Aktivitäten, Gütern und Dienstleistungen ein breiterer Zugang zum Weltmarkt und zu den internationalen Vertriebsnetzen erleichtert wird,
iii) das Entstehen funktionsfähiger lokaler und regionaler Märkte ermöglicht wird,
iv) in den entwickelten Ländern, soweit möglich, geeignete Massnahmen ergriffen werden, um kulturellen Aktivitäten, Gütern und Dienstleistungen aus den Entwicklungsländern den Zugang zu ihrem Hoheitsgebiet zu erleichtern,
v) die kreative Arbeit unterstützt und die Mobilität der Künstler aus den Entwicklungsländern, soweit möglich, erleichtert wird,
vi) eine geeignete Zusammenarbeit zwischen den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern, unter anderem in den Bereichen Musik und Film, gefördert wird;
b) Aufbau von Kapazitäten durch den Austausch von Informationen, Erfahrung und Fachwissen sowie durch die Ausbildung der menschlichen Ressourcen in den Entwicklungsländern im öffentlichen und privaten Sektor, unter anderem in den Bereichen Planungs- und Managementkapazitäten, Entwicklung und Umsetzung von Politik, Förderung und Vertrieb kultureller Ausdrucksformen, Entwicklung von mittleren, kleinen und Kleinstunternehmen, Einsatz von Technologien sowie Entwicklung und Weitergabe von Fertigkeiten;
c) Weitergabe von Technologie und Know-how durch die Einführung geeigneter Anreizmassnahmen, insbesondere im Bereich der Kulturwirtschaft und ‑unternehmen;
d) finanzielle Unterstützung durch:
i) die Errichtung eines Internationalen Fonds für kulturelle Vielfalt, wie in Artikel 18 vorgesehen,
ii) die Gewährung staatlicher Entwicklungshilfe, einschliesslich technischer Hilfe, zur Anregung und Unterstützung der Kreativität, falls erforderlich,
iii) andere Formen finanzieller Hilfe wie Darlehen mit niedrigem Zinssatz, Beihilfen oder andere Finanzierungsmechanismen.
Die Vertragsparteien regen die Entwicklung von Partnerschaften im öffentlichen und privaten Sektor und in nicht auf Gewinn ausgerichteten Organisationen sowie zwischen diesen an, um mit den Entwicklungsländern bei der Verbesserung ihrer Kapazitäten zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zusammenzuarbeiten. Bei diesen innovativen Partnerschaften wird in Übereinstimmung mit den praktischen Bedürfnissen der Entwicklungsländer der Schwerpunkt auf die weitere Entwicklung der Infrastruktur, der menschlichen Ressourcen und der Politik sowie auf den Austausch kultureller Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen gelegt.
Die entwickelten Länder erleichtern den Kulturaustausch mit Entwicklungsländern, indem sie in geeigneten institutionellen und rechtlichen Rahmen Künstlern, Kulturschaffenden und anderen im Kulturbereich Tätigen sowie kulturellen Gütern und Dienstleistungen aus Entwicklungsländern eine Vorzugsbehandlung gewähren.
Die Vertragsparteien arbeiten zusammen, indem sie einander und insbesondere den Entwicklungsländern in den in Artikel 8 bezeichneten Situationen Hilfe gewähren.
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Ziele und Grundsätze dieses Übereinkommens in anderen internationalen Foren zu fördern. Zu diesem Zweck konsultieren die Vertragsparteien einander unter Berücksichtigung dieser Ziele und Grundsätze, falls erforderlich.
Jede Vertragspartei bezeichnet, wenn sie Vertragspartei dieses Übereinkommens wird, eine Kontaktstelle im Sinne des Artikels 9.
In Anerkennung der Tatsache, dass internationale Übereinkünfte für alle Vertragsparteien unabhängig von ihren Verfassungssystemen gleichermassen bindend sind, gelten folgende Bestimmungen für die Vertragsparteien, die ein bundesstaatliches oder ein nicht einheitsstaatliches Verfassungssystem haben:
Der Generaldirektor der UNESCO unterrichtet als Verwahrer dieses Übereinkommens die Mitgliedstaaten der Organisation, die Nichtmitgliedstaaten der Organisation und die in Artikel 27 bezeichneten Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration sowie die Vereinten Nationen von der Hinterlegung aller Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden nach den Artikeln 26 und 27 und von den Kündigungen nach Artikel 31.
Dieses Übereinkommen ist in arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache abgefasst, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist.
Auf Ersuchen des Generaldirektors der UNESCO wird dieses Übereinkommen nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen4beim Sekretariat der Vereinten Nationen registriert.
(Es folgen die Unterschriften)
Auf Antrag einer der Streitparteien wird eine Vergleichskommission gebildet. Sofern die Parteien nichts anderes vereinbaren, besteht die Kommission aus fünf Mitgliedern, zwei von jeder beteiligten Partei bestellten Mitgliedern und einem von diesen Mitgliedern einvernehmlich gewählten Präsidenten.
Bei Streitigkeiten zwischen mehr als zwei Parteien bestellen die Parteien mit demselben Interesse ihre Mitglieder für die Kommission einvernehmlich. Sind zwei oder mehr Parteien mit unterschiedlichen Interessen vorhanden oder besteht Unstimmigkeit darüber, ob sie dasselbe Interesse haben, so bestellen sie ihre Mitglieder getrennt.
Sind innerhalb von zwei Monaten nach dem Antrag auf Bildung einer Vergleichskommission nicht alle Mitglieder der Kommission von den Parteien bestellt worden, so nimmt der Generaldirektor der UNESCO auf Ersuchen der Partei, die den Antrag gestellt hat, diese Bestellungen innerhalb einer weiteren Frist von zwei Monaten vor.
Ist der Präsident der Vergleichskommission innerhalb von zwei Monaten nach Bestellung des letzten Mitglieds der Kommission nicht ernannt worden, so ernennt der Generaldirektor der UNESCO auf Ersuchen einer Partei innerhalb einer weiteren Frist von zwei Monaten den Präsidenten.
Die Vergleichskommission entscheidet mit der Mehrheit ihrer Mitglieder. Sofern die Streitparteien nichts anderes vereinbaren, bestimmt die Kommission ihr Verfahren. Sie legt einen Lösungsvorschlag zu der Streitigkeit vor, den die Parteien nach Treu und Glauben prüfen.
Bei Uneinigkeit darüber, ob die Vergleichskommission zuständig ist, entscheidet die Kommission.
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Afghanistan | 30. März | 2009 | 30. Juni | 2009 |
| Ägypten | 23. August | 2007 | 23. November | 2007 |
| Albanien | 17. November | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Algerien | 26. Februar | 2015 | 26. Mai | 2015 |
| Andorra | 6. Februar | 2007 B | 6. Mai | 2007 |
| Angola | 7. Februar | 2012 B | 7. Mai | 2012 |
| Antigua und Barbuda | 25. April | 2013 B | 25. Juli | 2013 |
| Äquatorialguinea | 17. Juni | 2010 | 17. September | 2010 |
| Argentinien* | 7. Mai | 2008 | 7. August | 2008 |
| Armenien | 27. Februar | 2007 B | 27. Mai | 2007 |
| Aserbaidschan* | 15. Februar | 2010 B | 15. Mai | 2010 |
| Äthiopien | 2. September | 2008 | 2. Dezember | 2008 |
| Australien* | 18. September | 2009 B | 18. Dezember | 2009 |
| Bahamas | 29. Dezember | 2014 | 29. März | 2015 |
| Bangladesch | 31. Mai | 2007 | 31. August | 2007 |
| Barbados | 2. Oktober | 2008 B | 2. Januar | 2009 |
| Belarus | 6. September | 2006 | 18. März | 2007 |
| Belgien | 9. August | 2013 | 9. November | 2013 |
| Belize | 24. März | 2015 B | 24. Juni | 2015 |
| Benin | 20. Dezember | 2007 | 20. März | 2008 |
| Bolivien | 4. August | 2006 | 18. März | 2007 |
| Bosnien und Herzegowina | 27. Januar | 2009 | 27. April | 2009 |
| Botsuana | 7. Januar | 2020 A | 7. April | 2020 |
| Brasilien | 16. Januar | 2007 | 16. April | 2007 |
| Bulgarien | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Burkina Faso | 15. September | 2006 | 18. März | 2007 |
| Burundi | 14. Oktober | 2008 | 14. Januar | 2009 |
| Chile* | 13. März | 2007 | 13. Juni | 2007 |
| China | 30. Januar | 2007 | 30. April | 2007 |
| Hongkong | 30. Januar | 2007 | 30. April | 2007 |
| Macau | 30. Januar | 2007 | 30. April | 2007 |
| Costa Rica | 15. März | 2011 | 15. Juni | 2011 |
| Côte d’Ivoire | 16. April | 2007 | 16. Juli | 2007 |
| Dänemark | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Färöer | 22. November | 2023 | 22. November | 2023 |
| Deutschland | 12. März | 2007 | 18. März | 2007 |
| Dominica | 7. August | 2015 B | 7. November | 2015 |
| Dominikanische Republik | 24. September | 2009 B | 24. Dezember | 2009 |
| Dschibuti | 9. August | 2006 | 18. März | 2007 |
| Ecuador | 8. November | 2006 B | 18. März | 2007 |
| El Salvador | 2. Juli | 2013 | 2. Oktober | 2013 |
| Estland | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Eswatini | 30. Oktober | 2012 | 30. Januar | 2013 |
| Europäische Union* | 18. Dezember | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Finnland | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Frankreich | 18. Dezember | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Gabun | 15. Mai | 2007 | 15. August | 2007 |
| Gambia | 26. Mai | 2011 | 26. August | 2011 |
| Georgien | 1. Juli | 2008 | 1. Oktober | 2008 |
| Ghana | 20. Januar | 2016 | 20. April | 2016 |
| Grenada | 15. Januar | 2009 | 15. April | 2009 |
| Griechenland | 3. Januar | 2007 | 3. April | 2007 |
| Guatemala | 25. Oktober | 2006 | 18. März | 2007 |
| Guinea | 20. Februar | 2008 | 20. Mai | 2008 |
| Guyana | 14. Dezember | 2009 B | 14. März | 2010 |
| Haiti | 8. Februar | 2010 | 8. Mai | 2010 |
| Honduras | 31. August | 2010 B | 30. November | 2010 |
| Indien | 15. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Indonesien* | 12. Januar | 2012 B | 12. April | 2012 |
| Irak | 22. Juli | 2013 | 22. Oktober | 2013 |
| Irland | 22. Dezember | 2006 | 22. März | 2007 |
| Island | 1. Februar | 2007 | 1. Mai | 2007 |
| Italien | 19. Februar | 2007 | 19. Mai | 2007 |
| Jamaika | 4. Mai | 2007 | 4. August | 2007 |
| Jemen | 5. Juni | 2024 | 5. September | 2024 |
| Jordanien | 16. Februar | 2007 | 16. Mai | 2007 |
| Kambodscha | 19. September | 2007 B | 19. Dezember | 2007 |
| Kamerun | 22. November | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Kanada | 28. November | 2005 | 18. März | 2007 |
| Kap Verde | 26. Mai | 2021 | 26. August | 2021 |
| Katar | 21. April | 2009 B | 21. Juli | 2009 |
| Kenia | 24. Oktober | 2007 | 24. Januar | 2008 |
| Kolumbien | 19. März | 2013 | 19. Juni | 2013 |
| Komoren | 20. November | 2013 | 20. Februar | 2014 |
| Kongo (Brazzaville) | 22. Oktober | 2008 | 22. Januar | 2009 |
| Kongo (Kinshasa) | 28. September | 2010 | 28. Dezember | 2010 |
| Korea (Süd-) | 1. April | 2010 | 1. Juli | 2010 |
| Kroatien | 31. August | 2006 | 18. März | 2007 |
| Kuba | 29. Mai | 2007 | 29. August | 2007 |
| Kuwait | 3. August | 2007 B | 3. November | 2007 |
| Laos | 5. November | 2007 B | 5. Februar | 2008 |
| Lesotho | 18. Februar | 2010 B | 18. Mai | 2010 |
| Lettland | 6. Juli | 2007 B | 6. Oktober | 2007 |
| Litauen | 18. Dezember | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Luxemburg | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Madagaskar | 11. September | 2006 | 18. März | 2007 |
| Malawi | 16. März | 2010 B | 16. Juni | 2010 |
| Mali | 9. November | 2006 | 18. März | 2007 |
| Malta | 18. Dezember | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Marokko | 4. Juni | 2013 | 4. September | 2013 |
| Mauretanien | 24. März | 2015 | 24. Juni | 2015 |
| Mauritius | 29. März | 2006 | 18. März | 2007 |
| Mexiko* | 5. Juli | 2006 | 18. März | 2007 |
| Moldau | 5. Oktober | 2006 | 18. März | 2007 |
| Monaco | 31. Juli | 2006 | 18. März | 2007 |
| Mongolei | 15. Oktober | 2007 B | 15. Januar | 2008 |
| Montenegro | 24. Juni | 2008 | 24. September | 2008 |
| Mosambik | 18. Oktober | 2007 | 18. Januar | 2008 |
| Namibia | 29. November | 2006 | 18. März | 2007 |
| Neuseeland*a | 5. Oktober | 2007 B | 5. Januar | 2008 |
| Nicaragua | 5. März | 2009 | 5. Juni | 2009 |
| Niederlande | 9. Oktober | 2009 B | 9. Januar | 2010 |
| Niger | 14. März | 2007 | 14. Juni | 2007 |
| Nigeria | 21. Januar | 2008 | 21. April | 2008 |
| Niue | 15. November | 2019 | 15. Februar | 2020 |
| Nordmazedonien | 22. Mai | 2007 | 22. August | 2007 |
| Norwegen | 17. Januar | 2007 | 17. April | 2007 |
| Oman | 16. März | 2007 | 16. Juni | 2007 |
| Österreich | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Pakistan | 4. März | 2022 | 4. Juni | 2022 |
| Palästina | 8. Dezember | 2011 | 8. Dezember | 2012 |
| Panama | 22. Januar | 2007 | 22. April | 2007 |
| Paraguay | 30. Oktober | 2007 | 30. Januar | 2008 |
| Peru | 16. Oktober | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Philippinen | 31. Mai | 2024 | 31. August | 2024 |
| Polen | 17. August | 2007 B | 17. November | 2007 |
| Portugal | 16. März | 2007 | 16. Juni | 2007 |
| Ruanda | 16. Juli | 2012 | 16. Oktober | 2012 |
| Rumänien | 20. Juli | 2006 B | 18. März | 2007 |
| Sambia | 11. Juli | 2023 B | 11. Oktober | 2023 |
| Samoa | 23. Oktober | 2015 B | 23. Januar | 2016 |
| San Marino | 10. Dezember | 2024 B | 10. März | 2025 |
| São Tomé und Príncipe | 3. Oktober | 2024 | 3. Oktober | 2025 |
| Saudi-Arabien | 22. April | 2024 B | 22. Juli | 2024 |
| Schweden | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Schweiz | 16. Juli | 2008 | 16. Oktober | 2008 |
| Senegal | 7. November | 2006 | 18. März | 2007 |
| Serbien | 2. Juli | 2009 | 2. Oktober | 2009 |
| Seychellen | 20. Juni | 2008 B | 20. September | 2008 |
| Simbabwe | 15. Mai | 2008 | 15. August | 2008 |
| Slowakei | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Slowenien | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| Spanien | 18. Dezember | 2006 | 18. März | 2007 |
| St. Kitts und Nevis | 26. April | 2016 | 26. Juli | 2016 |
| St. Lucia | 1. Februar | 2007 | 1. Mai | 2007 |
| St. Vincent und die Grenadinen | 25. September | 2009 B | 25. Dezember | 2009 |
| Südafrika | 21. Dezember | 2006 | 21. März | 2007 |
| Sudan | 19. Juni | 2008 | 19. September | 2008 |
| Südsudan | 9. März | 2016 B | 9. Juni | 2016 |
| Syrien | 5. Februar | 2008 B | 5. Mai | 2008 |
| Tadschikistan | 24. Oktober | 2007 | 24. Januar | 2008 |
| Tansania | 18. Oktober | 2011 | 18. Januar | 2012 |
| Timor-Leste | 31. Oktober | 2016 A | 31. Januar | 2017 |
| Togo | 5. September | 2006 | 18. März | 2007 |
| Trinidad und Tobago | 26. Juli | 2010 | 26. Oktober | 2010 |
| Tschad | 17. Juni | 2008 | 17. September | 2008 |
| Tschechische Republik | 12. August | 2010 B | 12. November | 2010 |
| Tunesien | 15. Februar | 2007 | 15. Mai | 2007 |
| Türkei* | 2. November | 2017 A | 2. Februar | 2018 |
| Turkmenistan | 2. April | 2021 B | 2. Juli | 2021 |
| Uganda | 8. April | 2015 | 8. Juli | 2015 |
| Ukraine | 10. März | 2010 | 10. Juni | 2010 |
| Ungarn | 9. Mai | 2008 | 9. August | 2008 |
| Uruguay | 18. Januar | 2007 | 18. April | 2007 |
| Usbekistan | 15. November | 2019 | 15. Februar | 2020 |
| Venezuela | 28. Mai | 2013 | 28. August | 2013 |
| Vereinigte Arabische Emirate* | 6. Juni | 2012 B | 6. September | 2012 |
| Vereinigtes Königreich | 7. Dezember | 2008 | 7. März | 2008 |
| Vietnam* | 7. August | 2007 | 7. November | 2007 |
| Vereinigte Arabische Emirate* | 6. Juni | 2012 B | 6. September | 2012 |
| Zypern | 19. Dezember | 2006 | 19. März | 2007 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO):www.unesco.org/fr/legal-affairs/convention-protection-and-promotion-diversity-cultural-expressions?hub=66535eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Das Übereinkommen gilt nicht für Tokelau. |
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