0.457.1•Protokoll zur Änderung des Europäischen Übereinkommens zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere
0.457.1Multilateral International Treaty02.12.2005
Abgeschlossen in Strassburg am 22. Juni 1998
Von der Bundesversammlung genehmigt am 21. September 19992
Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 15. März 2000
In Kraft getreten für die Schweiz am 2. Dezember 2005
(Stand am 2. Dezember 2005)
Die Mitgliedstaaten des Europarates und die Europäische Gemeinschaft,
die dieses Protokoll zum Europäischen Übereinkommen zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere, im folgenden «Übereinkommen» bezeichnet, das am 18. März 19863in Strassburg zur Unterzeichnung aufgelegt worden ist unterzeichnet haben,
im Hinblick auf das Übereinkommen welches allgemeine Vorschriften enthält, die dazu dienen sollen, Leiden, Schmerzen und Angst bei den Versuchstieren zu verhindern, und im Hinblick auf die Entschiedenheit der Mitgliedstaaten, die Verwendung von Tieren für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke einzuschränken, mit dem Ziel, die Verwendung überall dort zu ersetzen, wo dies möglich ist, namentlich mit der Suche nach Alternativmethoden und der Förderung, solche Methoden anzuwenden;
in Erwägung, dass die in den Anhängen aufgeführten Bestimmungen technischer Art sind;
in Anerkennung, dass es notwendig ist, letztere dem neuesten Stand der Forschung in den Bereichen anzupassen, die die Bestimmungen abdecken,
sind wie folgt übereingekommen:
Artikel 30 des Übereinkommens wird wie folgt geändert:
«1Die Vertragsparteien halten innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens und danach alle fünf Jahre oder öfter, wenn die Mehrheit der Vertragsparteien dies beantragt, multilaterale Konsultationen im Rahmen des Europarats ab mit dem Ziel, die Anwendung dieses Übereinkommens sowie die Zweckmässigkeit einer Revision des Übereinkommens oder einer Erweiterung einzelner Bestimmungen desselben zu prüfen. 2. Diese Konsultationen finden an Sitzungen statt, die vom Generalsekretär des Europarats anberaumt werden. Die Vertragsparteien teilen dem Generalsekretär des Europarats den Namen ihres Vertreters mindestens zwei Monate vor der Sitzung mit. 3. Vorbehaltlich der Bestimmungen dieses Übereinkommens geben sich die Vertragsparteien für die Konsultationen eine Geschäftsordnung.»
Das Übereinkommen wird mit einem neuen Titel XI «Änderungen» ergänzt, der folgenden neuen Artikel 31 enthält:
«1Jede von einer Vertragspartei oder vom Ministerkomitee vorgeschlagene Änderung von Anhang A und B wird dem Generalsekretär des Europarats übermittelt und von ihm an die Mitgliedstaaten des Europarats, der Europäischen Gemeinschaft und jedem dem Übereinkommen beigetretenen oder nach Artikel 34 zum Beitritt eingeladenen Nichtmitgliedstaat weitergeleitet. 2. Jede nach Absatz 1 vorgeschlagene Änderung wird frühestens sechs Monate nach dem Tag, an dem sie vom Generalsekretär weitergeleitet wurde, im Rahmen einer multilateralen Konsultation geprüft, auf der sie von einer Zweidrittelmehrheit der Vertragsparteien angenommen werden kann. Der angenommene Wortlaut wird den Vertragsparteien mitgeteilt. 3. Eine Änderung tritt zwölf Monate nach ihrer Annahme im Rahmen einer multilateralen Konsultation in Kraft, sofern nicht ein Drittel der Vertragsparteien Einwände notifiziert hat.»
Die bisherigen Artikel 31–37 des Übereinkommens werden zu den Artikeln 32–38.
Dieses Protokoll tritt am dreissigsten Tag in Kraft, der auf das Datum folgt, an dem alle Vertragsparteien des Übereinkommens nach Artikel 4 Vertragsparteien dieses Änderungsprotokolls geworden sind.
Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Europarats, den anderen Vertragsparteien des Übereinkommens und der Europäischen Gemeinschaft:
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.Geschehen zu Strassburg am 22. Juni 1998 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarats übermittelt allen Mitgliedstaaten des Europarats, den anderen Vertragsparteien und der Europäischen Gemeinschaft beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Belgien | 13. November | 2002 | 2. Dezember | 2005 |
| Bulgarien | 20. Juli | 2004 | 2. Dezember | 2005 |
| Dänemarka | 9. Juli | 2003 | 2. Dezember | 2005 |
| Deutschland | 24. September | 2004 | 2. Dezember | 2005 |
| Europäische Gemeinschaft (EG/EU/EWG) | 2. November | 2005 U | 2. Dezember | 2005 |
| Finnland | 9. Juni | 1999 | 2. Dezember | 2005 |
| Frankreich | 5. Juni | 2000 | 2. Dezember | 2005 |
| Griechenland | 5. August | 2005 | 2. Dezember | 2005 |
| Mazedonien | 22. Januar | 2004 U | 2. Dezember | 2005 |
| Niederlandeb | 21. Februar | 2000 | 2. Dezember | 2005 |
| Norwegen | 2. Oktober | 2002 | 2. Dezember | 2005 |
| Schweden | 22. Juni | 1998 U | 2. Dezember | 2005 |
| Schweiz | 15. März | 2000 | 2. Dezember | 2005 |
| Spanien | 17. November | 2003 | 2. Dezember | 2005 |
| Tschechische Republik | 20. März | 2003 | 2. Dezember | 2005 |
| Vereinigtes Königreich | 17. Dezember | 1999 | 2. Dezember | 2005 |
| Insel Man | 17. Dezember | 1999 | 2. Dezember | 2005 |
| Zypern | 9. Februar | 2000 | 2. Dezember | 2005 |
| a Das Protokoll gilt nicht für die Färöer-Inseln und Grönland. b Das Protokoll gilt für das Königreich in Europa. |
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