0.631.20•Internationales Übereinkommen zur Vereinfachung und Harmonisierung der Zollverfahren
0.631.20Multilateral International Treaty13.07.1977
Abgeschlossen in Kyoto am 18. Mai 1973
Von der Bundesversammlung genehmigt am 17. März 19762
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 13. April 1977
In Kraft getreten für die Schweiz am 13. Juli 1977
(Stand am 3. Februar 2006)
Präambel
Die Vertragsparteien dieses Übereinkommens, das im Rahmen des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens ausgearbeitet worden ist,
in dem Bewusstsein, dass Unterschiede zwischen den Zollverfahren der einzelnen Länder den internationalen Verkehr hemmen können,
in der Erwägung, dass es im Interesse aller Länder liegt, diesen Verkehr und die internationale Zusammenarbeit zu fördern, in der Erwägung, dass die Vereinfachung und Harmonisierung ihrer Zollverfahren auf wirksame Weise zur Entwicklung des internationalen Handels und anderer Formen des internationalen Verkehrs beitragen können,
in der Überzeugung, dass ein internationaler Vertrag, der Bestimmungen enthält, zu deren frühestmöglicher Anwendung sich die Länder verpflichten, schrittweise zu einer weitgehenden Vereinfachung und Harmonisierung der Zollverfahren und damit zu einem der Hauptziele des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens führen würde,
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet
Jede Vertragspartei verpflichtet sich, die Vereinfachung und die Harmonisierung der Zollverfahren zu fördern und sich zu diesem Zweck unter den in diesem Übereinkommen vorgesehenen Bedingungen nach den Normen und empfohlenen Praktiken in den Anlagen zu diesem Übereinkommen zu richten. Es steht jedoch jeder Vertragspartei frei, weitergehende als die in diesem Übereinkommen vorgesehenen Erleichterungen zu gewähren, und es wird ihr empfohlen, so weit wie möglich solche weitergehenden Erleichterungen zu gewähren.
Dieses Übereinkommen schliesst die Anwendung der Verbote und Beschränkungen nicht aus, die sich aus den nationalen Rechtsvorschriften ergeben.
Jede Anlage zu diesem Übereinkommen besteht grundsätzlich aus
Für die Abstimmung im Rat und im Ständigen Technischen Ausschuss gilt jede Anlage als ein Übereinkommen für sich.
Für die Zwecke dieses Übereinkommens bildet jede für eine Vertragspartei geltende Anlage einen Bestandteil dieses Übereinkommens; für diese Vertragspartei bedeutet daher jede Bezugnahme auf dieses Übereinkommen auch eine Bezugnahme auf eine solche Anlage.
Die Vertragsparteien, die eine Zoll- oder Wirtschaftsunion bilden, können dem Generalsekretär des Rates notifizieren, dass ihre Hoheitsgebiete für die Zwecke einer bestimmten Anlage zu diesem Übereinkommen als ein einziges Hoheitsgebiet zu betrachten sind. In allen Fällen, in denen sich infolge einer solchen Notifikation Abweichungen zwischen den Bestimmungen dieser Anlage und denen des im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien geltenden Rechts ergeben, machen die betreffenden Staaten hinsichtlich der betroffenen Norm oder empfohlenen Praktik einen Vorbehalt nach Artikel 5.
Einladung richtet, kann Vertragspartei dieses Übereinkommens werden, indem er ihm nach seinem Inkrafttreten beitritt. 4. Jeder der in den Absätzen 1 oder 3 bezeichneten Staaten nennt im Zeitpunkt der Unterzeichnung oder der Ratifikation dieses Übereinkommens oder bei seinem Beitritt die Anlage oder die Anlagen, die er annimmt, wobei er mindestens eine Anlage annehmen muss. Er kann dem Generalsekretär des Rates später notifizieren, dass er eine oder mehrere weitere Anlage(n) annimmt. 5. Die Ratifikations- oder Beitrittsurkunden werden beim Generalsekretär des Rates hinterlegt. 6. Der Generalsekretär des Rates notifiziert den Vertragsparteien dieses Übereinkommens, den anderen Unterzeichnerstaaten, den Mitgliedstaaten des Rates, die keine Vertragsparteien dieses Übereinkommens sind, und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen jede neue Anlage, die der Rat in dieses Übereinkommen aufzunehmen beschliesst. Die Vertragsparteien, die diese neue Anlage annehmen, notifizieren dies dem Generalsekretär des Rates nach Absatz 4. 7. Absatz 1 gilt auch für die in Artikel 9 genannten Zoll- oder Wirtschaftsunionen, sofern ihre zuständigen Organe nach den Übereinkünften über die Gründung solcher Zoll- oder Wirtschaftsunionen verpflichtet sind, im eigenen Namen zu handeln. Diese Organe haben jedoch kein Stimmrecht.
Der Generalsekretär des Rates notifiziert den Vertragsparteien dieses Übereinkommens, den anderen Unterzeichnerstaaten, den Mitgliedstaaten des Rates, die keine Vertragsparteien dieses Übereinkommens sind, und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen
Nach Artikel 102 der Satzung der Vereinten Nationen5wird dieses Übereinkommen auf Antrag des Generalsekretärs des Rates beim Sekretariat der Vereinten Nationen registriert.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig Bevollmächtigten dieses Übereinkommen unterzeichnet.Geschehen zu Kyoto am achtzehnten Mai neunzehnhundertdreiundsiebzig in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die beim Generalsekretär des Rates hinterlegt wird; dieser übermittelt allen in Artikel 11 Absatz 1 bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
| Anlage A. 1: | – | Anlage über die Zollformalitäten vor Abgabe der Zolldeklaration |
|---|---|---|
| Anlage A. 2: | – | Anlage über die vorübergehende Verwahrung von Waren |
| Anlage A. 3: | – | Anlage über die Zollformalitäten für Beförderungsmittel zur gewerblichen Verwendung |
| Anlage B. 1: | – | Anlage über die Abfertigung zum freien Verkehr |
| Anlage B. 2: 6 | – | Anlage über die Befreiung von Eingangsabgaben für zum freien Verkehr angemeldete Waren |
| Anlage B. 3: | – | Anlage über die Wiedereinfuhr in unverändertem Zustand (Retourwaren) |
| Anlage C. 1: | – | Anlage über die endgültige Ausfuhr |
| Anlage D. 1: | – | Anlage über Ursprungsregeln (BBl 1975 II 787) |
| Anlage D. 2: | – | Anlage über Ursprungsnachweise (BBl 1975 II 795) |
| Anlage D. 3: | – | Anlage über die Nachprüfung von Ursprungsnachweisen |
| Anlage E. 1: | – | Anlage über den zollgebundenen Transit |
| Anlage E. 3: | – | Anlage über Zolllager (BBl 1975 II 750) |
| Anlage E. 4: | – | Anlage über Zollrückvergütung (drawback) (BBl 1975 II 757) |
| Anlage E. 5: | – | Anlage über die vorübergehende Einfuhr mit Wiederausfuhr in unverändertem Zustand (BBl 1975 II 761) |
| Anlage E. 6: | – | Anlage über die vorübergehende Einfuhr zur aktiven Veredelung (BBl 1975 II 770) |
| Anlage E. 8: | – | Anlage über die vorübergehende Ausfuhr zur passiven Veredelung |
| Anlage F. 1: | – | Anlage über die Freizonen |
| Anlage F. 3: 7 | – | Anlage über Zollerleichterungen für Reisende |
| Anlage F. 4: 8 | – | Anlage über die Zollformalitäten im Postverkehr |
| Anlage F. 5: | – | Anlage über dringende Sendungen |
| Anlage F. 6: | – | Anlage über die Rückerstattung von Eingangsabgaben (BBl 1975 II808) |
| Anlage G. 1: | – | Anlage über Auskünfte der Zollbehörden |
| Anlage G. 2: | – | Anlage über die Beziehungen zwischen Zollbehörden und Dritten |
| Anlage H. 1: | – | Anlage über die Rechtsmittel in Zollangelegenheiten |
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) | In-Kraft-Treten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Algerien | 12. Oktober | 1976 B | 12. Januar | 1977 | |
| Australien | 3. Dezember | 1974 B | 3. März | 1975 | |
| Belgien | 20. Oktober | 1975 | 20. Januar | 1976 | |
| Botswana | 5. Juli | 1991 B | 5. Oktober | 1991 | |
| Bulgarien | 20. April | 1982 B | 20. Juli | 1982 | |
| Burundi | 25. Juni | 1974 U | 25. September | 1974 | |
| China | 9. Mai | 1988 B | 9. August | 1988 | |
| Côte d’Ivoire | 2. Juni | 1978 B | 2. September | 1978 | |
| Dänemark | 28. Juni | 1974 U | 28. September | 1974 | |
| Deutschland | 11. Juni | 1974 U | 25. September | 1974 | |
| Europäische Gemeinschaft | |||||
| (EG/EU/EWG) | 26. Juni | 1974 U | 26. September | 1974 | |
| Finnland* | 23. November | 1977 | 23. Februar | 1978 | |
| Frankreich | 28. Juni | 1974 U | 28. September | 1974 | |
| Gambia | 16. Januar | 1974 U | 25. September | 1974 | |
| Griechenland | 15. Juli | 1988 B | 15. Oktober | 1988 | |
| Indien | 18. Oktober | 1976 B | 18. Januar | 1977 | |
| Irland | 27. Juni | 1974 U | 27. September | 1974 | |
| Israel | 31. März | 1977 B | 30. Juni | 1977 | |
| Italien | 28. Juni | 1974 U | 28. September | 1974 | |
| Japan | 10. Juni | 1976 | 10. September | 1976 | |
| Kamerun | 12. Januar | 1977 B | 12. April | 1977 | |
| Kanada | 19. April | 1974 U | 25. September | 1974 | |
| Kenia | 31. August | 1983 B | 1. Dezember | 1983 | |
| Kongo (Kinshasa) | 24. Oktober | 1977 B | 24. Januar | 1978 | |
| Korea (Süd-) | 15. Juli | 1983 B | 15. Oktober | 1983 | |
| Kroatien | 29. September | 1994 B | 29. Dezember | 1994 | |
| Kuba | 3. November | 1995 B | 3. Februar | 1996 | |
| Lesotho | 14. Mai | 1982 B | 14. August | 1982 | |
| Lettland | 10. Dezember | 1998 B | 10. März | 1999 | |
| Liechtenstein | 13. April | 1977 | 13. Juli | 1977 | |
| Litauen | 14. Februar | 2003 B | 15. Mai | 2003 | |
| Luxemburg | 28. Juni | 1974 U | 28. September | 1974 | |
| Malawi | 29. März | 1993 B | 29. Juni | 1993 | |
| Malaysia | 8. Juni | 1983 B | 8. September | 1983 | |
| Marokko | 2. Juni | 1987 | 2. September | 1987 | |
| Neuseeland* | 20. August | 1975 | 20. November | 1975 | |
| Niederlande | 8. Juni | 1977 | 8. September | 1977 | |
| Nigeria | 6. Juli | 1976 B | 6. Oktober | 1976 | |
| Norwegen | 5. August | 1975 | 5. November | 1975 | |
| Österreich* | 11. Juni | 1974 U | 25. September | 1974 | |
| Pakistan | 9. Januar | 1981 B | 9. April | 1981 | |
| Polen | 11. Februar | 1980 B | 11. Mai | 1980 | |
| Portugal | 2. Februar | 1982 B | 2. Mai | 1982 | |
| Ruanda | 22. April | 1981 B | 22. Juli | 1981 | |
| Sambia | 21. Mai | 1984 B | 21. August | 1984 | |
| Saudi-Arabien | 18. März | 1985 B | 18. Juni | 1985 | |
| Schweden | 31. August | 1976 | 30. November | 1976 | |
| Schweiz* | 13. April | 1977 | 13. Juli | 1977 | |
| Senegal | 18. Mai | 1983 B | 18. August | 1983 | |
| Serbien und Montenegro | 21. Oktober | 1993 B | 12. Februar | 1983 | |
| Simbabwe | 20. Juni | 1988 B | 20. September | 1988 | |
| Slowakei | 5. Februar | 1993 N | 18. März | 1991 | |
| Slowenien | 23. November | 1992 B | 23. Februar | 1993 | |
| Spanien | 4. Dezember | 1979 | 4. März | 1980 | |
| Sri Lanka | 19. Dezember | 1984 B | 19. März | 1985 | |
| Südafrika | 19. Mai | 1981 B | 19. August | 1981 | |
| Tschechische Republik | 1. Januar | 1993 N | 18. März | 1991 | |
| Türkei | 15. Mai | 1995 B | 15. August | 1995 | |
| Uganda | 11. Juli | 1989 B | 11. Oktober | 1989 | |
| Ungarn | 18. Dezember | 1981 B | 18. März | 1982 | |
| Vereinigte Staaten | 28. Oktober | 1983 B | 28. Januar | 1984 | |
| Vereinigtes Königreich | 27. Juni | 1974 U | 27. September | 1974 | |
| Insel Man | 14. Mai | 1975 B | 14. August | 1975 | |
| Kanalinseln | 14. Mai | 1975 B | 14. August | 1975 | |
| Vietnam | 4. Juli | 1997 B | 4. Oktober | 1997 | |
| Zypern | 25. Oktober | 1976 B | 25. Januar | 1977 | |
| * | Vorbehalte und Erklärungen. | ||||
| Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme derjenigen der Schweiz. Sie können auf der Internetseite der Weltzollorganisation (World Customs Organization) www.wcoomd.org/ie/fr/Conventions/conventions.html eingesehen oder bei der Oberzolldirektion, Sektion für internationale Angelegenheiten, 3003 Bern bezogen werden. |
Schweiz
Das Übereinkommen gilt für das Fürstentum Liechtenstein, solange dieses durch einen Zollanschlussvertrag9an die Schweizerische Eidgenossenschaft gebunden ist.
Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung. ↩
Art. 1 des BB vom 17. März 1976 (AS 1977 1435). ↩
SR 0.631.121.2 ↩
SR 0.631.121.2 ↩
SR 0.120 ↩
AS 1989 1158 ↩
Bereinigt gemäss Beschlüssen Nr. 241 und 248 des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zollwesens, in Kraft seit 11. Aug. 1987 (AS 1987 1358). ↩
Bereinigt gemäss Beschlüssen Nr. 241 und 248 des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zollwesens, in Kraft seit 11. Aug. 1987 (AS 1987 1358). ↩
SR 0.631.112.514 ↩
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