0.631.242.011•Zollübereinkommen über die vorübergehende Einfuhr von wissenschaftlichem Gerät
0.631.242.011Multilateral International Treaty14.02.1974
Abgeschlossen in Brüssel am 11. Juni 1968
Von der Bundesversammlung genehmigt am 5. Juni 19732
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 14. November 1973
In Kraft getreten für die Schweiz am 14. Februar 1974
(Stand am 14. Juni 2005)
Präambel
Die Vertragsparteien des vorliegenden Übereinkommens, das im Rahmen des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens unter Mitwirkung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ausgearbeitet worden ist,
in der Erwägung, dass die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung und des Unterrichts für den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt von entscheidender Bedeutung ist,
in der Überzeugung, dass die Einführung allgemeiner Erleichterungen für die vorübergehende abgabenfreie Einfuhr von Gerät, das für die wissenschaftliche Forschung oder für den Unterricht bestimmt ist, hierzu wirksam beitragen kann,
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet: (a) «wissenschaftliches Gerät» Instrumente, Apparate, Maschinen und Zubehörteile, die zur wissenschaftlichen Forschung oder zum Unterricht verwendet werden; (b) «Eingangsabgaben» Zölle und alle anderen Abgaben, Steuern, Gebühren und sonstigen Belastungen, die anlässlich oder im Zusammenhang mit der Einfuhr von Waren erhoben werden, ohne die Gebühren und Belastungen, die dem Betrag nach ungefähr auf die Kosten der erbrachten Dienstleistungen beschränkt sind; (c) «vorübergehende Einfuhr» das vorübergehende Einbringen ohne Entrichtung von Eingangsabgaben und frei von Einfuhrverboten und Einfuhrbeschränkungen mit der Verpflichtung zur Wiederausfuhr; (d) «zugelassene Anstalten» öffentliche oder private wissenschaftliche oder Lehranstalten, die im wesentlichen keinen Erwerbszweck verfolgen und von den zuständigen Behörden des Einfuhrlandes dazu ermächtigt sind, wissenschaftliches Gerät vorübergehend einzuführen; (e) «Ratifikation» die eigentliche Ratifikation, die Annahme oder Genehmigung; (f) «Rat» die Organisation, die aufgrund der am 15. Dezember 19503in Brüssel geschlossenen Konvention betreffend die Gründung eines Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens gebildet wurde.
Jede Vertragspartei verpflichtet sich, zur vorübergehenden Einfuhr zuzulassen: (a) wissenschaftliches Gerät, das in ihrem Gebiet ausschliesslich für die wissenschaftliche Forschung oder den Unterricht verwendet werden soll; (b) Ersatzteile für das nach Buchstaben (a) zur vorübergehenden Einfuhr zugelassene wissenschaftliche Gerät; (c) Werkzeuge, die eigens hergestellt worden sind zur Instandhaltung, Prüfung, Einstellung oder Instandsetzung wissenschaftlichen Geräts, das innerhalb ihres Gebiets ausschliesslich für die wissenschaftliche Forschung oder den Unterricht verwendet wird.
Die Zulassung von wissenschaftlichem Gerät, Ersatzteilen und Werkzeugen zur vorübergehenden Einfuhr kann den folgenden Bedingungen unterworfen werden: (a) dass sie von zugelassenen Anstalten eingeführt und unter deren Aufsicht und Verantwortung verwendet werden; (b) dass sie im Einfuhrland für nichtgewerbliche Zwecke verwendet werden; (c) dass sie in Mengen eingeführt werden, die ihrer Zweckbestimmung angemessen sind; (d) dass sich ihre Nämlichkeit bei der Wiederausfuhr feststellen lässt; (e) dass sie das Eigentum einer natürlichen Person mit Wohnsitz im Ausland oder einer juristischen Person mit Sitz im Ausland bleiben, solange sie sich im Einfuhrland befinden.
Jede Vertragspartei kann die Erfüllung der Verpflichtungen, die sie im vorliegenden Übereinkommen eingegangen ist, ganz oder teilweise aussetzen, wenn Waren vom gleichen wissenschaftlichen Wert wie die wissenschaftlichen Geräte oder Ersatzteile, deren vorübergehende Einfuhr beabsichtigt ist, im Einfuhrland hergestellt werden und verfügbar sind.
Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in allen Fällen, in denen sie es für möglich hält, keine Sicherheitsleistung für den Eingangsabgabenbetrag zu verlangen, sondern sich mit einer schriftlichen Verpflichtungserklärung zu begnügen. Diese Verpflichtungserklärung kann entweder bei jeder Einfuhr oder allgemein für einen bestimmten Zeitraum oder gegebenenfalls für die Dauer der Zulassung der Anstalt verlangt werden.
Zur vorübergehenden Einfuhr zugelassenes wissenschaftliches Gerät kann in einer Sendung oder in mehreren Sendungen über jedes für derartige Abfertigungen zuständige Zollamt wiederausgeführt werden, auch wenn dieses nicht das Eingangszollamt ist.
Anstelle der Wiederausfuhr kann das zur vorübergehenden Einfuhr zugelassene wissenschaftliche Gerät auch einer anderen Bestimmung zugeführt, insbesondere zum freien Verkehr abgefertigt werden; Voraussetzung dafür ist, dass die Bedingungen und Formalitäten erfüllt werden, die in den Gesetzen und sonstigen Vorschriften des Landes der vorübergehenden Einfuhr vorgesehen sind.
Abweichend von der in diesem Abkommen festgelegten Verpflichtung zur Wiederausfuhr braucht im Falle eines gehörig nachgewiesenen Unfalls schwer beschädigtes wissenschaftliches Gerät nicht ganz oder teilweise wiederausgeführt zu werden, wenn je nach Verlangen der Zollbehörden: (a) die darauf entfallenden Eingangsabgaben entrichtet werden oder (b) es dem Staat, in dessen Gebiet es vorübergehend eingeführt worden ist, kostenlos überlassen wird oder (c) es unter amtlicher Aufsicht vernichtet wird, ohne dass dem Staat, in dessen Gebiet es vorübergehend eingeführt, worden ist, Kosten daraus entstehen.
Art. 9 gilt auch für Teile, die bei einer Instandsetzung oder Änderung des wissenschaftlichen Geräts ersetzt worden sind, während es sich im Lande der vorübergehenden Einfuhr befand.
Die Artikel 6 bis 9 gelten auch für die Ersatzteile und die Werkzeuge des Artikels 2.
Dieses Übereinkommen setzt nur Mindesterleichterungen fest und hindert die Vertragsparteien nicht, gegenwärtig oder künftig aufgrund autonomer Bestimmungen oder aufgrund zweiseitiger oder mehrseitiger Übereinkünfte weitergehende Erleichterungen zu gewähren.
Für die Zwecke dieses Übereinkommens können die Gebiete der Vertragsparteien, die eine Zoll‑ oder Wirtschaftsunion bilden, als ein einziges Gebiet angesehen werden.
Dieses Übereinkommen hindert nicht die Anwendung der nach autonomen Gesetzen und sonstigen Vorschriften aus Gründen der öffentlichen Moral oder Ordnung, der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Hygiene oder Gesundheit oder zum Schutz von Patenten und Fabrikmarken auferlegten Verbote und Beschränkungen.
Jede Verletzung dieses Übereinkommens, jede Unterschiebung, falsche Erklärung oder Handlung, die bewirkt, dass eine (natürliche oder juristische) Person oder ein Gerät ungerechtfertigt in den Genuss der in diesem Übereinkommen vorgesehenen Erleichterungen gelangt, setzt den Zuwiderhandelnden den Rechtsfolgen nach den Gesetzen und sonstigen Vorschriften des Landes aus, in dem die Zuwiderhandlung begangen worden ist, und verpflichtet ihn gegebenenfalls zur Entrichtung der Eingangsabgaben.
Vorbehalte zu diesem Übereinkommen sind nicht zulässig.
Der Generalsekretär des Rates notifiziert allen Vertragsparteien, den anderen Unterzeichnerstaaten, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen sowie dem Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO): (a) die Unterzeichnungen, Ratifikationen und Beitritte nach Artikel 19; (b) den Zeitpunkt, in dem dieses Übereinkommen nach Artikel 20 in Kraft tritt; (c) die Kündigungen nach Artikel 21; (d) jede nach Artikel 22 als angenommen geltende Änderung und den Tag ihres Inkrafttretens; (e) den Eingang der Notifikationen nach Artikel 23.
Nach Artikel 102 der Satzung der Vereinten Nationen wird dieses Übereinkommen auf Antrag des Generalsekretärs des Rates beim Sekretariat der Vereinten Nationen registriert.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig Bevollmächtigten dieses Übereinkommen unterzeichnet.Geschehen zu Brüssel, am elften Juni neunzehnhundertachtundsechzig, in französischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Anfertigung, die beim Generalsekretär des Rates hinterlegt wird; dieser übermittelt allen in Artikel 19 Absatz 1 bezeichneten Staaten beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) | In-Kraft-Treten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Algerien | 5. August | 1969 B | 5. November | 1969 | |
| Australien | 30. Juni | 1969 U | 30. September | 1969 | |
| Kokos-Inseln | 10. September | 1969 | 10. Dezember | 1969 | |
| Norfolk-Insel | 10. September | 1969 | 10. Dezember | 1969 | |
| Weihnachts-Insel | 10. September | 1969 | 10. Dezember | 1969 | |
| Belgien | 12. November | 1970 B | 12. Februar | 1971 | |
| Benin | 16. Januar | 1969 U | 5. September | 1969 | |
| Chile | 3. April | 1970 B | 3. Juli | 1970 | |
| China | 4. Februar | 1972 | 4. Mai | 1972 | |
| Macaua | 7. März | 2000 | 20. Dezember | 1999 | |
| Dänemark | 5. Juni | 1969 U | 5. September | 1969 | |
| Deutschland | 10. Juni | 1969 U | 10. September | 1969 | |
| Ecuador | 23. September | 1969 | 23. Dezember | 1969 | |
| Fidschi | 17. März | 1971 B | 17. Juni | 1971 | |
| Frankreich | 22. Mai | 1969 U | 5. September | 1969 | |
| Gabun | 25. August | 1969 B | 25. November | 1969 | |
| Ghana | 15. Januar | 1969 U | 5. September | 1969 | |
| Griechenland | 23. Januar | 1974 B | 23. April | 1974 | |
| Indien | 9. März | 1971 B | 9. Juni | 1971 | |
| Iran | 21. Januar | 1970 B | 21. April | 1970 | |
| Israel | 5. November | 1970 B | 5. Februar | 1971 | |
| Italien | 6. Mai | 1975 B | 6. August | 1975 | |
| Kamerun | 5. Dezember | 1969 B | 5. März | 1970 | |
| Kanada | 24. Juli | 1974 B | 24. Oktober | 1974 | |
| Kenia | 31. August | 1983 B | 1. Dezember | 1983 | |
| Korea (Süd-) | 18. Juni | 1982 B | 18. September | 1982 | |
| Lesotho | 27. Januar | 1982 B | 27. April | 1982 | |
| Libanon | 7. Mai | 1971 | 7. August | 1971 | |
| Libyen | 18. Juni | 1969 U | 18. September | 1969 | |
| Luxemburg | 9. März | 1972 B | 9. Juni | 1972 | |
| Mali | 31. Juli | 1987 B | 31. Oktober | 1987 | |
| Marokko | 22. Juni | 1978 | 22. September | 1978 | |
| Mexiko | 19. Juli | 1972 B | 19. Oktober | 1972 | |
| Neuseeland | 28. November | 1977 B | 28. Februar | 1978 | |
| Niederlande | 20. Oktober | 1970 B | 20. Januar | 1971 | |
| Niger | 21. Februar | 1969 U | 5. September | 1969 | |
| Österreich | 29. März | 1972 | 29. Juni | 1972 | |
| Philippinen | 10. April | 1973 | 10. Juli | 1973 | |
| Polen | 14. Juni | 1971 | 14. September | 1971 | |
| Portugal | 19. Oktober | 1971 B | 19. Januar | 1972 | |
| Rumänien | 7. Dezember | 1970 B | 7. März | 1971 | |
| Salomoninseln | 2. April | 1982 B | 2. Juli | 1982 | |
| Saudi-Arabien | 26. Mai | 1970 | 26. August | 1970 | |
| Schweiz* | 14. November | 1973 | 14. Februar | 1974 | |
| Senegal | 19. Mai | 1971 B | 19. August | 1971 | |
| Simbabwe | 5. November | 1986 B | 5. Februar | 1987 | |
| Singapur | 8. September | 1969 B | 8. Dezember | 1969 | |
| Slowakei | 5. Februar | 1993 N | 4. Mai | 1970 | |
| Spanien | 26. Februar | 1971 B | 26. Mai | 1971 | |
| Sri Lanka | 23. Mai | 1991 B | 23. August | 1991 | |
| Südafrika | 28. September | 1971 B | 28. Dezember | 1971 | |
| Syrien | 24. Oktober | 1974 B | 24. Januar | 1975 | |
| Thailand | 16. Oktober | 1970 B | 16. Januar | 1971 | |
| Tschad | 30. Juni | 1969 U | 30. September | 1969 | |
| Tschechische Republik | 1. Januar | 1993 N | 4. Mai | 1970 | |
| Türkei | 17. Mai | 1991 B | 17. August | 1991 | |
| Uganda | 11. Juli | 1989 B | 11. Oktober | 1989 | |
| Ungarn | 25. Februar | 1976 B | 25. Mai | 1976 | |
| Vereinigtes Königreich | 30. Juni | 1969 U | 30. September | 1969 | |
| Bermudas | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| Britische Jungferninseln | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| Gibraltar | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| Guernsey | 15. Dezember | 1969 | 15. März | 1970 | |
| Insel Man | 15. Dezember | 1969 | 15. März | 1970 | |
| Jersey | 15. Januar | 1970 | |||
| Montserrat | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| Pitcairn-Inseln (Ducie, Oeno, Henderson und Pitcairn) | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| St. Helena | 4. September | 1970 | 4. Dezember | 1970 | |
| Zypern | 12. Februar | 1971 | 12. Mai | 1971 | |
| * | Erkl. siehe hiernach. | ||||
| a | Seit dem 20. Dez. 1999 bildet Macau eine besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 7. März 2000 ist das Übereink. seit dem 20. Dez. 1999 auch in der SAR Macau anwendbar. |
Schweiz
Das Abkommen erstreckt sich auf das Fürstentum Liechtenstein, solange dieses durch einen Zollanschlussvertrag mit der Schweiz verbunden ist
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