0.631.244.53•Zollabkommen über die vorübergehende Einfuhr von Umschliessungen
0.631.244.53Multilateral International Treaty31.07.1963
Abgeschlossen in Brüssel am 6. Oktober 1960
Von der Bundesversammlung genehmigt am 7. März 19631
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 30. April 1963
In Kraft getreten für die Schweiz am 31. Juli 1963
(Stand am 26. Juni 2020)
Präambel
Die Regierungen der Signatarstaaten dieses Abkommens,
die im Rahmen des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens und der Vertragsparteien des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens2zusammengetreten sind,
in Anbetracht der von Vertretern des internationalen Handels unterbreiteten Vorschläge, den Anwendungsbereich der vorübergehenden abgabenfreien Einfuhr zu erweitern, vom Wunsche geleitet, den internationalen Handel zu erleichtern,
in der Überzeugung, dass die Einführung allgemeiner Vorschriften über die vorübergehende abgabenfreie Einfuhr von Umschliessungen dem internationalen Handel beträchtliche Vorteile bieten wird,
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinne dieses Abkommens bedeutet der Begriff: (a) «Umschliessungen» alle Gegenstände, die in dem Zustand, in dem sie eingeführt werden, als Umschliessung dienen oder dienen sollen, insbesondere: (i) Umhüllungen, die als äussere oder innere Verpackung für Waren verwendet werden oder verwendet werden sollen; (ii) Warenträger, die zum Aufrollen, Aufwickeln oder Befestigen von Waren verwendet werden oder verwendet werden sollen; er umfasst nicht Verpackungsmaterial, wie z. B. Stroh, Papier, Glaswolle und Späne, das lose geladen eingeführt wird; er umfasst gleichfalls nicht Beförderungsmittel, insbesondere «Behälter» im Sinne des Artikels 1 Buchstabe (b) des am 18. Mai 1956)3in Genf unterzeichneten Zollabkommens über Behälter. (b) «Eingangsabgaben» die Zölle und alle anderen Abgaben und Steuern, die anlässlich oder im Zusammenhang mit der Einfuhr erhoben werden, sowie alle inneren Abgaben und Verbrauchssteuern, denen die eingeführten Waren unterliegen, ausgenommen davon sind jedoch die Gebühren und sonstigen Belastungen, die dem Betrag nach ungefähr auf die Kosten der erbrachten Dienstleistungen beschränkt sind und weder einen mittelbaren Schutz für inländische Waren noch eine Besteuerung der Einfuhr zur Erzielung von Einnahmen darstellen; (c) «vorübergehende Einfuhr» das vorübergehende Einbringen ohne Entrichtung von Eingangsabgaben und frei von Einfuhrverboten und Einfuhrbeschränkungen, mit der Verpflichtung zur Wiederausfuhr; (d) «Umschliessungen mit Inhalt» Umschliessungen, die in Verbindung mit anderen Waren verwendet werden; (e) «die in Umschliessungen enthaltenen Waren» Waren, die in Verbindung mit Umschliessungen vorgeführt werden; (f) «Person» sowohl natürliche als auch juristische Personen.
Die vorübergehende Einfuhr wird für Umschliessungen gewährt, wenn ihre Nämlichkeit bei der Wiederausfuhr festgestellt werden kann und wenn
(a) bei Umschliessungen mit Inhalt in der Zolldeklaration angegeben wird, dass sie leer oder mit Inhalt wiederausgeführt werden sollen; (b) bei leeren Umschliessungen in der Zolldeklaration angegeben wird, dass sie gefüllt wiederausgeführt werden sollen;
in beiden Fällen muss die Wiederausfuhr von der Person vorgenommen werden, der die vorübergehende Einfuhr gewährt worden ist.
Dieses Abkommen ändert nicht die Rechtsvorschriften der Vertragsparteien über die Festsetzung der Eingangsabgaben für die in den Umschliessungen enthaltenen Waren.
Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in allen Fällen, in denen sie es für möglich hält, auf eine Sicherheitsleistung zu verzichten und lediglich eine Verpflichtungserklärung darüber zu verlangen, dass die Umschliessungen wieder ausgeführt werden.
Zur vorübergehenden Einfuhr zugelassene Umschliessungen sind, wenn sie gefüllt eingeführt werden, innerhalb von sechs Monaten nach dem Tag der Einfuhr und wenn sie leer eingeführt werden, innerhalb von drei Monaten nach dem Tag der Einfuhr wieder auszuführen. Liegen triftige Gründe vor, so können die Zollbehörden des Einfuhrlandes diese Fristen nach den Rechtsvorschriften ihres Landes verlängern.
Zur vorübergehenden Einfuhr zugelassene Umschliessungen können in einer Sendung oder in mehreren Sendungen in jedes Land und über jedes für derartige Abfertigungen zuständige Zollamt wiederausgeführt werden, auch wenn dieses nicht das Eingangszollamt ist.
Zur vorübergehenden Einfuhr zugelassene Umschliessungen dürfen innerhalb des Einfuhrlandes nicht, auch gelegentlich nicht, für andere Zwecke als für die Ausfuhr von Waren verwendet werden. Diese Beschränkung gilt für in gefülltem Zustand eingeführte Umschliessungen erst dann, wenn die Umschliessungen entleert worden sind.
(a) die auf die Umschliessungen entfallenden Eingangsabgaben entrichtet werden oder (b) die Umschliessungen kostenlos dem Staat, in dessen Gebiet sie vorübergehend eingeführt worden sind, überlassen werden oder (c) die Umschliessungen unter amtlicher Aufsicht vernichtet werden, ohne dass dem Staat, in dessen Gebiet sie vorübergehend eingeführt worden sind, Kosten daraus entstehen. 2. Können vorübergehend eingeführte Umschliessungen wegen einer Beschlagnahme, die nicht von einer Privatperson veranlasst worden ist, nicht wiederausgeführt werden, so wird die Wiederausfuhrfrist für die Dauer der Beschlagnahme gehemmt.
Jede Verletzung der Bestimmungen dieses Abkommens, jede Unterschiebung, falsche Deklaration oder Handlung, die bewirkt, dass eine Person oder ein Gegenstand ungerechtfertigt in den Genuss der in diesem Abkommen vorgesehenen Regelungen gelangt, macht den Schuldigen nach den Rechtsvorschriften des Landes, in dem die Zuwiderhandlung begangen worden ist, strafbar und verpflichtet ihn gegebenenfalls zur Entrichtung der Eingangsabgaben.
Die Bestimmungen dieses Abkommens hindern nicht die Anwendung der nach den autonomen Rechtsvorschriften aus Gründen der öffentlichen Moral, öffentlichen Sicherheit, Hygiene oder öffentlichen Gesundheit sowie aus veterinärpolizeilichen oder pflanzenschutzrechtlichen Gründen auferlegten Beschränkungen und Kontrollen.
Für die Zwecke dieses Abkommens können die Gebiete der Vertragsparteien, die eine Zoll‑ oder Wirtschaftsunion bilden, als ein einziges Gebiet angesehen werden.
Die Bestimmungen dieses Abkommens setzen nur Mindesterleichterungen fest und hindern die Vertragsparteien nicht, gegenwärtig oder künftig auf Grund autonomer Bestimmungen oder auf Grund zweiseitiger oder mehrseitiger Abkommen weitergehende Erleichterungen zu gewähren.
(a) durch Unterzeichnung ohne Vorbehalt der Ratifikation; (b) durch Ratifikation, nachdem sie das Abkommen unter dem Vorbehalt der Ratifikation unterzeichnet haben; (c) durch Beitritt. 2. Dieses Abkommen liegt bis einschliesslich 3 1. März 1961 in Brüssel am Sitz des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens zur Unterzeichnung durch die Regierungen der in Absatz 1 bezeichneten Staaten auf. Nach diesem Tag steht es zum Beitritt offen. 3. Im Falle des Absatzes 1 Buchstabe (b) bedarf dieses Abkommen der Ratifikation durch die Signatarstaaten gemäss ihren verfassungsrechtlichen Verfahren. 4. Die Regierung eines jeden Staates, der den in Absatz 1 bezeichneten Organisationen nicht als Mitglied angehört, kann nach Inkrafttreten dieses Abkommens durch Beitritt Vertragspartei werden, wenn sie der von den Vertragsparteien dazu beauftragte Generalsekretär des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens einlädt. 5. Die Ratifikations‑ oder Beitrittsurkunden werden beim Generalsekretär des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens hinterlegt.
Der Generalsekretär des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens notifiziert allen Signatar‑ und Beitrittsstaaten, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen und den Vertragsparteien des Allgemeinen Zoll‑ und Handelsabkommens5
(a) die Unterzeichnungen, Ratifikationen und Beitritte nach Artikel 15; (b) den Zeitpunkt, in dem dieses Abkommen nach Artikel 16 in Kraft tritt; (c) die Kündigungen nach Artikel 17; (d) das Inkrafttreten jeder Änderung nach Artikel 18; (e) den Eingang der Notifizierungen nach Artikel 19; (f) den Eingang der Erklärungen und Notifizierungen nach Artikel 20 Absätze 1 und 2.
Nach Artikel 102 der Satzung der Vereinten Nationen6wird dieses Abkommen auf Antrag des Generalsekretärs des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens beim Sekretär der Vereinten Nationen registriert.
Zu Urkund dessen haben die dazu gehörig Bevollmächtigten dieses Abkommen unterzeichnet.Geschehen zu Brüssel, am sechsten Oktober neunzehnhundertsechzig, in französischer und englischer Sprache, wobei beide Texte in gleicher Weise authentisch sind, in einer einzigen Ausfertigung, die beim Generalsekretär des Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens hinterlegt wird; dieser übermittelt allen Signatar‑ und Beitrittsstaaten beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) | In-Kraft-Treten | ||
|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 25. März | 1963 B | 26. Juni | 1963 |
| Algerien* | 3. November | 1988 B | 3. Februar | 1989 |
| Belgien | 27. Juni | 1963 | 28. September | 1963 |
| Bulgarien | 5. August | 1969 B | 5. November | 1969 |
| Dänemark | 15. Dezember | 1961 B | 15. März | 1962 |
| Deutschland | 11. Juli | 1969 | 11. Oktober | 1969 |
| Finnland | 23. April | 1965 B | 24. Juli | 1965 |
| Frankreich | 26. Januar | 1961 U | 15. März | 1962 |
| Iran | 16. April | 1968 B | 16. Juli | 1968 |
| Irland | 15. September | 1965 B | 16. Dezember | 1965 |
| Israel* | 2. Juni | 1961 B | 15. März | 1962 |
| Italien | 30. Mai | 1963 | 31. August | 1963 |
| Kambodscha | 20. Februar | 1963 B | 21. Mai | 1963 |
| Kenia | 31. August | 1983 B | 1. Dezember | 1983 |
| Korea (Süd-) | 21. Oktober | 1975 B | 21. Januar | 1976 |
| Kroatien | 29. September | 1994 B | 29. Dezember | 1994 |
| Kuba* | 31. Oktober | 1963 | 1. Februar | 1964 |
| Lesotho | 27. Januar | 1982 B | 27. April | 1982 |
| Liechtenstein | 31. Juli | 1963 | ||
| Luxemburg | 12. Mai | 1964 | 13. August | 1964 |
| Niederlande | 21. November | 1962 B | 22. Februar | 1963 |
| Aruba | 1. Januar | 1986 | 1. Januar | 1986 |
| Curaçao | 21. November | 1962 | 22. Februar | 1963 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 21. November | 1962 | 22. Februar | 1963 |
| Sint Maarten | 21. November | 1962 | 22. Februar | 1963 |
| Norwegen | 21. November | 1961 B | 15. März | 1962 |
| Österreich | 9. März | 1962 | 10. Juni | 1962 |
| Polen | 29. Juni | 1965 B | 30. September | 1965 |
| Portugal | 23. Mai | 1990 B | 23. August | 1990 |
| Rumänien | 23. Dezember | 1966 B | 23. März | 1967 |
| Schweden | 21. März | 1961 U | 15. März | 1962 |
| Schweiz* | 30. April | 1963 | 31. Juli | 1963 |
| Serbien | 27. Dezember | 2001 N | 19. Dezember | 1962 |
| Simbabwe | 18. Februar | 1987 B | 18. Mai | 1987 |
| Slowakei | 1. Januar | 1993 N | 5. August | 1962 |
| Slowenien | 23. November | 1992 B | 23. Februar | 1993 |
| Spanien* | 8. Januar | 1965 B | 9. April | 1965 |
| Südafrika* | 11. Oktober | 1973 B | 11. Januar | 1974 |
| Tschechische Republik | 1. Januar | 1993 N | 5. August | 1962 |
| Türkei | 27. Dezember | 1965 | 28. März | 1966 |
| Uganda | 9. Januar | 1970 B | 9. April | 1970 |
| Vereinigtes Königreich* | 1. April | 1977 B | 1. Juli | 1977 |
| Gibraltar | 1. April | 1977 B | 1. Juli | 1977 |
| Guernsey | 18. Oktober | 1978 B | 18. Januar | 1979 |
| Insel Man | 18. Oktober | 1978 B | 18. Januar | 1979 |
| Jersey | 18. Oktober | 1978 B | 18. Januar | 1979 |
| Montserrat | 1. April | 1977 B | 1. Juli | 1977 |
| St. Helena | 1. April | 1977 B | 4. Juli | 1977 |
| Zentralafrikanische Republik | 23. Februar | 1962 B | 24. Mai | 1962 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Weltzollorganisation: www.wcoomd.org/ > Français > A notre propos > Conventions et Accords eingesehen oder bei der Zollverwaltung, Sektion internationales Geschäft, 3003 Bern, bezogen werden. |
1. Gleicher Vorbehalt wie Israel.
2. Das Abkommen erstreckt sich auf das Fürstentum Liechtenstein, solange dieses durch einen Zollanschlussvertrag7mit der Schweiz verbunden ist.
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