0.725.11•Europäisches Übereinkommen über die Hauptstrassen des internationalen Verkehrs (AGR)
0.725.11AGRMultilateral International Treaty03.11.1988
Abgeschlossen in Genf am 15. November 1975
Von der Bundesversammlung genehmigt am 1. März 19881
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 5. August 1988
In Kraft getreten für die Schweiz am 3. November 1988
(Stand am 3. Dezember 2024)
Die Vertragsparteien,
in dem Bewusstsein der Notwendigkeit, den internationalen Strassenverkehr in Europa zu erleichtern und zu entwickeln, in der Erwägung, dass es zur Sicherstellung und Entwicklung der Beziehungen zwischen den europäischen Ländern erforderlich ist, einen koordinierten Plan für den Bau und Ausbau von Strassen vorzusehen, die den Erfordernissen des künftigen internationalen Verkehrs entsprechen,
haben folgendes vereinbart:
Die Vertragsparteien billigen das vorgeschlagene Strassennetz, im folgenden als «internationales E‑Strassen‑Netz» bezeichnet und in Anlage I^2^beschrieben, als koordinierten Plan für den Bau und Ausbau der Strassen von internationaler Bedeutung; sie beabsichtigen, diesen Plan im Rahmen ihrer nationalen Ausbauprogramme zu verwirklichen.
Das internationale E‑Strassen‑Netz besteht aus einem Rastersystem, das durch Strassen des Hauptrasters gebildet wird, die im allgemeinen in Richtung Nord–Süd und West–Ost verlaufen; das Netz umfasst auch Strassen des Zwischenrasters, die zwischen den Strassen des Hauptrasters verlaufen sowie Abzweigungen, Zubringer oder Verbindungsstrassen.
Die Strassen des internationalen E‑Strassen‑Netzes, auf das sich Artikel 1 bezieht, haben den Bestimmungen der Anlage II zu entsprechen.
Der Hauptwortlaut dieses Übereinkommens kann durch eines der in diesem Artikel vorgesehenen Verfahren geändert werden.
Auf Antrag von mindestens einem Drittel der Vertragsparteien beruft der Generalsekretär eine Konferenz ein, zu der die in Artikel 5 genannten Staaten eingeladen werden. Das in Absatz 2 Buchstaben a und b bezeichnete Verfahren findet für jede Änderung Anwendung, die durch eine solche Konferenz geprüft wird.
4. Jeder nach Absatz 3 übermittelte Änderungsvorschlag ist angenommen, wenn binnen sechs Monaten nach dem Zeitpunkt seiner Übermittlung keine der zuständigen Verwaltungen der unmittelbar betroffenen Vertragsparteien beim Generalsekretär Einspruch gegen die Änderung erhebt. Erklärt die Verwaltung einer Vertragspartei, dass nach ihrem innerstaatlichen Recht ihre Zustimmung von einer Sonderermächtigung oder der Genehmigung durch eine gesetzgebende Körperschaft abhängt, so gilt ihre Zustimmung zur Änderung der Anlage I so lange als nicht erteilt und der Änderungsvorschlag als nicht angenommen, bis diese Verwaltung dem Generalsekretär notifiziert, dass die erforderliche Ermächtigung oder Genehmigung erteilt worden ist. Erfolgt diese Notifikation nicht binnen 18 Monaten nach dem Zeitpunkt, zu dem der Änderungsvorschlag der Verwaltung mitgeteilt worden ist, oder erhebt die zuständige Verwaltung der unmittelbar betroffenen Vertragspartei innerhalb der vorerwähnten Frist von sechs Monaten Einspruch gegen die vorgeschlagene Änderung, so ist diese nicht angenommen.
5. Jede angenommene Änderung wird vom Generalsekretär allen Vertragsparteien mitgeteilt und tritt drei Monate nach dem Zeitpunkt ihrer Mitteilung für diese Vertragsparteien in Kraft.
Jeder Staat teilt bei der Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme oder Genehmigung dieses Übereinkommens oder bei seinem Beitritt zu diesem dem Generalsekretär den Namen und die Anschrift der Verwaltung mit, der nach den Artikeln 8 und 9 die Vorschläge zur Änderung der Anlagen zu übermitteln sind.
Jede Vertragspartei kann dieses Übereinkommen durch eine an den Generalsekretär gerichtete schriftliche Notifikation kündigen. Die Kündigung wird ein Jahr nach Eingang der Notifikation beim Generalsekretär wirksam.
Dieses Übereinkommen tritt ausser Kraft, wenn die Zahl der Vertragsparteien während zwölf aufeinanderfolgender Monate weniger als acht beträgt.
Dieses Übereinkommen ist nicht so auszulegen, als hindere es eine Vertragspartei daran, die mit der Charta der Vereinten Nationen übereinstimmenden und auf das jeweils Erforderliche beschränkten Massnahmen zu treffen, die nach ihrer Auffassung für ihre äussere oder innere Sicherheit notwendig sind.
Jeder Staat kann bei der Unterzeichnung dieses Übereinkommens oder bei der Hinterlegung seiner Ratifikations‑, Annahme‑, Genehmigungs‑ oder Beitrittsurkunde erklären, dass er sich durch Artikel 13 nicht als gebunden betrachtet. Die anderen Vertragsparteien sind gegenüber einer Vertragspartei, die eine solche Erklärung abgegeben hat, durch Artikel 13 nicht gebunden.
Ausser den Erklärungen, Notifikationen und Mitteilungen nach den Artikeln 7, 8, 9 und 15 notifiziert der Generalsekretär den Vertragsparteien und den anderen in Artikel 5 genannten Staaten
Nach dem 31. Dezember 1976 wird die Urschrift dieses Übereinkommens beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt; dieser übermittelt allen in Artikel 5 genannten Staaten beglaubigte Abschriften.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.
Geschehen zu Genf am 15. November 1975 in einer Urschrift in englischer, französischer und russischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist.
(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Albanien | 2. August | 2006 B | 31. Oktober | 2006 |
| Armenien | 9. Juni | 2006 B | 7. September | 2006 |
| Aserbaidschan | 16. August | 1996 B | 14. November | 1996 |
| Belarus* | 17. Dezember | 1982 B | 17. März | 1983 |
| Belgien | 15. April | 1985 B | 14. Juli | 1985 |
| Bosnien und Herzegowina | 1. September | 1993 N | 6. März | 1992 |
| Bulgarien | 17. November | 1977 | 15. März | 1983 |
| Dänemark | 2. November | 1987 B | 31. Januar | 1988 |
| Deutschland | 3. August | 1978 | 15. März | 1983 |
| Finnland | 19. November | 1991 B | 17. Februar | 1992 |
| Frankreich | 15. Dezember | 1982 B | 15. März | 1983 |
| Georgien | 30. August | 1995 B | 28. November | 1995 |
| Griechenland | 11. Oktober | 1988 B | 9. Januar | 1989 |
| Italien | 2. Juli | 1981 B | 15. März | 1983 |
| Kasachstan | 17. Juli | 1995 B | 15. Oktober | 1995 |
| Kroatien | 2. Februar | 1994 N | 8. Oktober | 1991 |
| Lettland | 12. Juni | 1997 B | 10. September | 1997 |
| Litauen | 27. August | 1993 B | 25. November | 1993 |
| Luxemburg | 20. November | 1981 | 15. März | 1983 |
| Moldau | 25. Mai | 2006 B | 23. August | 2006 |
| Montenegro | 23. Oktober | 2006 N | 3. Juni | 2006 |
| Niederlande* | 12. Dezember | 1979 B | 15. März | 1983 |
| Nordmazedonien | 20. Dezember | 1999 N | 17. November | 1991 |
| Norwegen | 14. September | 1992 B | 13. Dezember | 1992 |
| Polen | 9. November | 1984 | 7. Februar | 1985 |
| Portugal | 8. Januar | 1991 B | 8. April | 1991 |
| Rumänien* | 2. Juli | 1985 B | 30. September | 1985 |
| Russland | 14. Dezember | 1982 B | 15. März | 1983 |
| Schweden | 27. Oktober | 1992 B | 25. Januar | 1993 |
| Schweiz | 5. August | 1988 | 3. November | 1988 |
| Serbien | 12. März | 2001 N | 27. April | 1992 |
| Slowakei* | 28. Mai | 1993 N | 1. Januar | 1993 |
| Slowenien | 6. Juli | 1992 N | 25. Juni | 1991 |
| Tschechische Republik* | 2. Juni | 1993 N | 1. Januar | 1993 |
| Turkmenistan | 31. August | 2020 B | 29. November | 2020 |
| Türkei | 16. Oktober | 1992 B | 14. Januar | 1993 |
| Ukraine* | 29. Dezember | 1982 B | 29. März | 1983 |
| Ungarn* | 1. September | 1978 B | 15. März | 1983 |
| * Les textes en français et en anglais peuvent être consultés à l’adresse du site Internet du Conseil de l’Europe:www.coe.int> Explorer > Bureau des Traités > Liste complète, ou obtenus auprès de la Direction du droit international public (DDIP), Section des traités internationaux, 3003 Berne. |
AS 1988 1833 ↩
AS 1992 811; 1996 881; 2004 3983; 2008 3969; 2010 3591; 2014 3607; 2018 543; 2024 585). Die Anlagen sowie die Änderungen der Anlagen werden in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte der Anlagen sowie der Änderungen der Anlagen können auf der Internetseite der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa eingesehen werden: https://unece.org/DAM/trans/doc/2017/sc1/ECE-TRANS-SC1-2016-03-Rev1f.pdf ,https://unece.org/DAM/trans/doc/2016/sc1/ECE-TRANS-SC1-2016-03-Rev1e.pdf ,https://unece.org/sites/default/files/2024-02/ECE-TRANS-SC.1-420f.pdf (Änderungen),https://unece.org/sites/default/files/2023-11/ECE-TRANS-SC.1-420e.pdf (Änderungen), oder können beim Bundesamt für Strassen, 3003 Bern, bezogen werden. Es existieren keine deutschen und italienischen Übersetzungen. ↩
Fassung gemäss der am 15. Jan. 2008 in Kraft getretenen Änd. (AS 2008 3969). ↩
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