0.741.16•Europäisches Übereinkommen über die internationalen Wirkungen des Entzuges des Führerausweises für Motorfahrzeuge
0.741.16Multilateral International Treaty28.04.1983
Abgeschlossen in Brüssel am 3. Juni 1976
Von der Bundesversammlung genehmigt am 8. März 19782
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 10. Mai 1978
In Kraft getreten für die Schweiz am 28. April 1983
(Stand am 27. September 2010)
Präambel
Die Mitgliedstaaten des Europarats,
die dieses Übereinkommen unterzeichnen,
in Anbetracht der grossen Zahl von Verkehrsunfällen und ihrer schwerwiegenden Folgen;
von der Erwägung geleitet, dass es für die Verkehrssicherheit von grösster Bedeutung ist, Zuwiderhandlungen im Strassenverkehr mit geeigneten Mitteln zu bekämpfen;
in der Erwägung, dass der Entzug des Führerausweises für Motorfahrzeuge neben anderen Vorbeugungs‑ oder Strafmassnahmen ein wirksames Mittel zu diesem Zweck darstellt;
in der Erwägung, dass die Zunahme des internationalen Verkehrs verstärkte Bemühungen rechtfertigt, um die nationalen Rechtsvorschriften einander anzugleichen und den Entscheidungen auf Entzug des Führerausweises ausserhalb des Staates, der ihn angeordnet hat, Geltung zu verschaffen;
in der Erwägung, dass diese Zusammenarbeit bereits in der Entschliessung (71) 28 des Ministerkomitees des Europarats über den Entzug des Führerausweises für Motorfahrzeuge befürwortet worden ist;
in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen,
sind wie folgt übereingekommen:
In diesem Übereinkommen
Die Vertragspartei, welche den Entzug angeordnet hat, teilt dies unverzüglich der Vertragspartei, welche den Führerausweis erteilt hat, sowie der Vertragspartei mit, in deren Hoheitsgebiet der Täter seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Die Vertragspartei, der eine solche Entscheidung mitgeteilt worden ist, kann nach Massgabe ihres Rechts den Entzug anordnen, den sie für zweckmässig erachtet hätte, wenn die der Massnahme der anderen Vertragspartei zugrundeliegenden Handlungen und Umstände in ihrem eigenen Hoheitsgebiet eingetreten wären.
Die Vertragspartei, an welche die Mitteilung gerichtet worden ist, erteilt über das daraufhin Veranlasste Auskunft, wenn dies verlangt wird.
Dieses Übereinkommen schränkt das Recht der Vertragsparteien nicht ein, die in ihren Rechtsvorschriften vorgesehenen Massnahmen anzuwenden.
Die Vertragsparteien wenden ihre Vorschriften über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen auf die zur Durchführung dieses Übereinkommens erforderlichen Massnahmen an.
Urkunden, die auf Grund dieses Übereinkommens übermittelt werden, bedürfen keiner Art von Beglaubigung.
Die Vertragsparteien verzichten gegenseitig auf die Erstattung der durch die Anwendung dieses Übereinkommens entstandenen Kosten.
Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedstaaten des Rates und jedem Staat, der diesem Übereinkommen beigetreten ist,
Dieses Übereinkommen sowie die darin zugelassenen Erklärungen und Notifikationen sind nur auf Zuwiderhandlungen im Strassenverkehr anwendbar, die begangen werden, nachdem das Übereinkommen zwischen den beteiligten Vertragsparteien in Kraft getreten ist.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.Geschehen zu Brüssel am 3. Juni 1976 in englischer und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär des Europarats übermittelt allen Unterzeichnerstaaten und allen beitretenden Staaten beglaubigte Abschriften.(Es folgen die Unterschriften)
1. Fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung im Strassenverkehr.2. «Fahrerflucht», d. h. Verletzung der einem Fahrzeugführer nach einem Verkehrsunfall obliegenden Pflichten.3. Führen eines Fahrzeugs durch eine Person,a) die berauscht ist oder unter der Einwirkung von Alkohol steht;
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Aserbaidschan* | 26. Juni | 2000 B | 27. September | 2000 | |
| Bosnien und Herzegowina | 29. Dezember | 1994 B | 30. März | 1995 | |
| Griechenland* | 8. April | 1981 | 28. April | 1983 | |
| Italien* | 24. Mai | 1985 | 25. August | 1985 | |
| Kroatien | 14. September | 1994 B | 15. Dezember | 1994 | |
| Liechtenstein* | 27. Januar | 1983 | 28. April | 1983 | |
| Mazedonien | 30. März | 1994 B | 1. Juli | 1994 | |
| Montenegro | 6. Juni | 2006 N | 6. Juni | 2006 | |
| Rumänien* | 10. September | 1997 | 11. Dezember | 1997 | |
| Schweiz* | 10. Mai | 1978 | 28. April | 1983 | |
| Serbien | 28. Februar | 2001 B | 29. Mai | 2001 | |
| Slowenien | 20. Oktober | 1992 B | 21. Januar | 1993 | |
| * | Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. | ||||
| Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite des Europarates: http://conventions.coe.int/Treaty/Commun/QueVoulezVous.asp?NT=088&CM=7&DF=30/09/2010&CL=ENG eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. |
Schweiz
Nach Artikel 6 Absatz 1 des Übereinkommens hat die schweizerische Regierung erklärt, dass folgende Behörden befugt sind, die in Artikel 2 vorgesehenen Mitteilungen sowie jede andere Nachricht, die sich aus der Anwendung dieses Übereinkommens ergeben kann, zu übermitteln und entgegenzunehmen:
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