0.747.363.4•Internationales Übereinkommen von 1989 über Bergung
0.747.363.4Multilateral International Treaty14.07.1996
Abgeschlossen in London am 28. April 1989
Von der Bundesversammlung genehmigt am 28. September 19921
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 12. März 1993
Inkrafttreten für die Schweiz am 14. Juli 1996
(Stand am 27. März 2023)
Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens –
in der Erkenntnis, dass es wünschenswert ist, durch eine Übereinkunft einheitliche internationale Regeln für Bergungsmassnahmen festzulegen,
in Anbetracht dessen, dass wichtige neue Umstände, insbesondere die zunehmende Sorge um den Schutz der Umwelt, die Notwendigkeit der Überarbeitung der internationalen Regeln deutlich gemacht haben, die gegenwärtig in dem am 23. September 19102in Brüssel beschlossenen Übereinkommen zur einheitlichen Feststellung einzelner Regeln über die Hilfeleistung und Bergung in Seenot enthalten sind,
eingedenk des bedeutenden Beitrags, den wirksame und rechtzeitige Bergungsmassnahmen zur Sicherheit von in Gefahr befindlichen Schiffen und anderen Vermögensgegenständen und zum Schutz der Umwelt leisten können,
überzeugt von der Notwendigkeit sicherzustellen, dass ausreichende Anreize für diejenigen vorhanden sind, die für in Gefahr befindliche Schiffe und andere Vermögensgegenstände Bergungsmassnahmen unternehmen –
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinn dieses Übereinkommens
Dieses Übereinkommen ist anzuwenden, wenn in einem Vertragsstaat ein gerichtliches oder schiedsgerichtliches Verfahren anhängig gemacht wird, das sich auf Regelungsgegenstände des Übereinkommens bezieht.
Dieses Übereinkommen ist auf feste oder schwimmende Plattformen oder der Küste vorgelagerte bewegliche Bohreinrichtungen nicht anzuwenden, wenn sich diese Plattformen oder Einrichtungen zur Erforschung, Ausbeutung oder Gewinnung mineralischer Ressourcen des Meeresbodens vor Ort im Einsatz befinden.
Ein Vertrag oder einzelne seiner Bestimmungen können für nichtig erklärt oder abgeändert werden,
2. Der Eigentümer und der Kapitän des Schiffes oder der Eigentümer der sonstigen Vermögensgegenstände, die sich in Gefahr befinden, sind gegenüber dem Berger verpflichtet,
Dieses Übereinkommen berührt nicht das Recht des betroffenen Küstenstaats, in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts für seine Küste oder in Bezug auf verwandte Interessen Massnahmen zum Schutz vor Verschmutzung oder drohender Verschmutzung zu treffen, die sich aus einem Seeunfall oder aus damit zusammenhängenden Handlungen ergibt, von denen bei vernünftiger Betrachtungsweise schädliche Auswirkungen erheblichen Ausmasses zu erwarten sind, und zwar einschliesslich des Rechts eines Küstenstaats, in Bezug auf Bergungsmassnahmen Weisungen zu erteilen.
Erlässt ein Vertragsstaat Regelungen oder fasst er Beschlüsse in Angelegenheiten, die sich auf Bergungsmassnahmen beziehen, wie etwa das Gestatten des Anlaufens von Häfen durch Schiffe, die in Seenot geraten sind, oder das Bereitstellen von Einrichtungen für Berger, so hat er hierbei die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Bergern, anderen Beteiligten und Behörden zu berücksichtigen, um eine wirksame und erfolgreiche Durchführung von Bergungsmassnahmen zur Rettung von Menschenleben oder von in Gefahr befindlichen Vermögensgegenständen sowie zur allgemeinen Verhütung von Umweltschäden sicherzustellen.
Eine Zahlung nach diesem Übereinkommen wird nicht geschuldet, sofern die erbrachten Leistungen nicht über das hinausgehen, was bei vernünftiger Betrachtungsweise als ordnungsgemässe Erfüllung eines vor Eintritt der Gefahr eingegangenen Vertrags angesehen werden kann.
Die nach diesem Übereinkommen geschuldete Zahlung kann einem Berger ganz oder teilweise versagt werden, soweit die Bergungsmassnahmen durch Verschulden des Bergers notwendig oder schwieriger geworden sind oder wenn sich der Berger des Betrugs oder eines anderen unredlichen Verhaltens schuldig gemacht hat.
Leistungen, die gegen das ausdrückliche und vernünftige Verbot des Eigentümers oder Kapitäns des Schiffes oder des Eigentümers eines sonstigen in Gefahr befindlichen Vermögensgegenstands, der sich nicht an Bord des Schiffes befindet oder befunden hat, erbracht werden, begründen keinen Anspruch auf Zahlung nach diesem Übereinkommen.
Der Anspruch des Bergers auf Zinsen für jede nach diesem Übereinkommen geschuldete Zahlung bestimmt sich nach dem Recht des Staates, in dem sich das mit der Sache befasste Gericht befindet.
Dieses Übereinkommen darf ohne Zustimmung des Eigentümerstaats nicht als Grundlage für ein Verfahren zur Beschlagnahme, Sicherungsbeschlagnahme oder Zurückbehaltung von staatseigener nichtgewerblicher Ladung, die im Zeitpunkt der Bergungsmassnahmen nach den allgemein anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts Staatenimmunität geniesst, oder für ein dingliches Verfahren in Bezug auf solche Ladung herangezogen werden.
Dieses Übereinkommen darf nicht als Grundlage für eine Beschlagnahme, Sicherungsbeschlagnahme oder Zurückbehaltung von Ladung, die ein Staat für humanitäre Zwecke spendet, herangezogen werden, wenn sich ein solcher Staat bereit erklärt hat, die im Hinblick auf diese Ladung erbrachten Bergungsleistungen zu bezahlen.
Die Vertragsstaaten fördern, soweit dies möglich ist und die Parteien zustimmen, die Veröffentlichung der in Bergungssachen ergangenen Schiedssprüche.
3. Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder Beitritt erfolgt durch Hinterlegung einer entsprechenden Urkunde beim Generalsekretär.
2. Vorbehalte, die im Zeitpunkt der Unterzeichnung angebracht werden, bedürfen der Bestätigung bei der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung.
3. Jeder Staat, der einen Vorbehalt zu diesem Übereinkommen angebracht hat, kann ihn jederzeit durch eine an den Generalsekretär gerichtete Notifikation zurücknehmen. Die Rücknahme wird im Zeitpunkt des Eingangs der Notifikation wirksam. Wird in der Notifikation erklärt, dass die Rücknahme eines Vorbehalts zu einem darin genannten Zeitpunkt wirksam werden soll, und ist dies ein späterer Zeitpunkt als der Zeitpunkt des Eingangs der Notifikation beim Generalsekretär, so wird die Rücknahme zu diesem späteren Zeitpunkt wirksam.
a) unterrichtet alle Staaten, die dieses Übereinkommen unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, sowie alle Mitglieder der Organisation i) von jeder weiteren Unterzeichnung oder Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde unter Angabe des Zeitpunkts; ii) vom Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Übereinkommens; iii) von der Hinterlegung jeder Urkunde zur Kündigung dieses Übereinkommens unter Angabe des Zeitpunkts ihres Eingangs und des Zeitpunkts, zu dem die Kündigung wirksam wird; iv) von jeder nach Artikel 32 angenommenen Änderung; v) vom Eingang jedes Vorbehalts, jeder Erklärung oder jeder Notifikation aufgrund dieses Übereinkommens; b) übermittelt allen Staaten, die dieses Übereinkommen unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, beglaubigte Abschriften des Übereinkommens. 3. Sobald dieses Übereinkommen in Kraft tritt, übermittelt der Depositar dem Generalsekretär der Vereinten Nationen eine beglaubigte Abschrift des Übereinkommens zur Registrierung und Veröffentlichung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen3.
Dieses Übereinkommen ist in einer Urschrift in arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache abgefasst, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist.
Zu Urkund dessen haben die hierzu von ihren Regierungen gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.Geschehen zu London am 28. April 1989.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 14. März | 1991 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Albanien | 14. Juni | 2006 B | 14. Juni | 2007 | ||||
| Algerien | 26. März | 2012 B | 26. März | 2013 | ||||
| Aserbaidschan | 12. Juni | 2006 B | 12. Juni | 2007 | ||||
| Australien* | 8. Januar | 1997 B | 8. Januar | 1998 | ||||
| Barbados | 8. März | 2023 B | 8. März | 2024 | ||||
| Belgien | 30. Juni | 2004 B | 30. Juni | 2005 | ||||
| Brasilien | 29. Juli | 2009 B | 29. Juli | 2010 | ||||
| Bulgarien* | 14. März | 2005 B | 14. März | 2006 | ||||
| China* | 30. März | 1994 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Hongkong*a | 5. Juni | 1997 | 1. Juli | 1997 | ||||
| Dänemark | 30. Mai | 1995 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Deutschland* | 8. Oktober | 2001 | 8. Oktober | 2002 | ||||
| Dominica | 31. August | 2001 B | 31. August | 2002 | ||||
| Dschibuti | 12. Oktober | 2015 B | 12. Oktober | 2016 | ||||
| Ecuador* | 16. Februar | 2005 B | 16. Februar | 2006 | ||||
| Estland* | 31. Juli | 2001 B | 31. Juli | 2002 | ||||
| Fidschi | 8. März | 2016 B | 8. März | 2017 | ||||
| Finnland | 12. Januar | 2007 | 12. Januar | 2008 | ||||
| Frankreich* | 21. Dezember | 2001 B | 21. Dezember | 2002 | ||||
| Georgien | 25. August | 1995 B | 25. August | 1996 | ||||
| Griechenland | 3. Juni | 1996 B | 3. Juni | 1997 | ||||
| Guinea | 2. Oktober | 2002 B | 2. Oktober | 2003 | ||||
| Guyana | 10. Dezember | 1997 B | 10. Dezember | 1998 | ||||
| Indien | 18. Oktober | 1995 B | 18. Oktober | 1996 | ||||
| Irak | 1. März | 2023 B | 1. März | 2024 | ||||
| Iran* | 1. August | 1994 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Irland* | 6. Januar | 1995 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Island | 21. März | 2002 B | 21. März | 2003 | ||||
| Italien | 14. Juli | 1995 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Jamaika | 28. November | 2013 B | 28. November | 2014 | ||||
| Jemen | 23. September | 2008 B | 23. September | 2009 | ||||
| Jordanien | 3. Oktober | 1995 B | 3. Oktober | 1996 | ||||
| Kanada* | 14. November | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Kenia | 21. Juli | 1999 B | 21. Juli | 2000 | ||||
| Kiribati | 5. Februar | 2007 B | 5. Februar | 2008 | ||||
| Kongo (Brazzaville) | 7. September | 2004 B | 7. September | 2005 | ||||
| Kroatien* | 10. September | 1998 B | 10. September | 1999 | ||||
| Lettland | 17. März | 1999 B | 17. März | 2000 | ||||
| Liberia | 18. September | 2008 B | 18. September | 2009 | ||||
| Litauen* | 15. November | 1999 B | 15. November | 2000 | ||||
| Madagaskar | 26. Juli | 2019 B | 26. Juli | 2020 | ||||
| Marokko | 25. Februar | 2016 B | 25. Februar | 2017 | ||||
| Marshallinseln | 16. Oktober | 1995 B | 16. Oktober | 1996 | ||||
| Mauritius | 17. Dezember | 2002 B | 17. Dezember | 2003 | ||||
| Mexiko* | 10. Oktober | 1991 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Mongolei | 2. September | 2015 B | 2. September | 2016 | ||||
| Montenegro | 19. April | 2012 B | 19. April | 2013 | ||||
| Neuseeland* | 16. Oktober | 2002 B | 16. Oktober | 2003 | ||||
| Tokelau | 16. Oktober | 2002 B | 16. Oktober | 2003 | ||||
| Niederlande*b | 10. Dezember | 1997 | 10. Dezember | 1998 | ||||
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 10. Oktober | 2010 | 1. Oktober | 2010 | ||||
| Nigeria | 11. Oktober | 1990 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Niue | 27. Juni | 2012 B | 27. Juni | 2013 | ||||
| Norwegen* | 3. Dezember | 1996 | 3. Dezember | 1997 | ||||
| Oman | 14. Oktober | 1991 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Palau | 29. September | 2011 B | 29. September | 2012 | ||||
| Polen | 16. Dezember | 2005 | 16. Dezember | 2006 | ||||
| Rumänien | 18. Mai | 2001 B | 18. Mai | 2002 | ||||
| Russland* | 25. Mai | 1999 | 25. Mai | 2000 | ||||
| San Marino | 19. April | 2021 B | 19. April | 2022 | ||||
| Saudi-Arabien* | 16. Dezember | 1991 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Schweden* | 19. Dezember | 1995 | 19. Dezember | 1996 | ||||
| Schweiz | 12. März | 1993 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Sierra Leone | 26. Juli | 2001 B | 26. Juli | 2002 | ||||
| Singapur | 24. Juli | 2020 B | 24. Juli | 2021 | ||||
| Slowenien | 23. Dezember | 2005 B | 23. Dezember | 2006 | ||||
| Spanien | 27. Januar | 2005 | 27. Januar | 2006 | ||||
| St. Kitts und Nevis | 7. Oktober | 2004 B | 7. Oktober | 2005 | ||||
| Syrien* | 19. März | 2002 B | 19. März | 2003 | ||||
| Thailand* | 28. November | 2019 B | 28. November | 2020 | ||||
| Tonga | 18. September | 2003 B | 18. September | 2004 | ||||
| Tunesien* | 5. Mai | 1999 B | 5. Mai | 2000 | ||||
| Türkei* | 27. Juni | 2014 B | 27. Juni | 2015 | ||||
| Ukraine | 15. Juni | 2017 B | 15. Juni | 2018 | ||||
| Vanuatu | 18. Februar | 1999 B | 18. Februar | 2000 | ||||
| Vereinigte Arabische Emirate | 4. Oktober | 1993 B | 14. Juli | 1996 | ||||
| Vereinigte Staaten | 27. März | 1992 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Vereinigtes Königreich* | 29. September | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Anguilla* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Britische Jungferninseln* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Britisches Antarktis- Territorium* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Britisches Territorium im Indischen Ozean* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Falkland-Inseln und abhängige Gebiete (Südgeorgien und Südliche Sandwich-Inseln)* | 29. September | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Guernsey | 14. September | 2001 | 14. September | 2001 | ||||
| Insel Man* | 29. September | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Jersey* | 29. September | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Kaimaninseln* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Montserrat* | 29. September | 1994 | 14. Juli | 1996 | ||||
| Pitcairn-Inseln (Ducie, Oeno, Henderson und Pitcairn)* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| St. Helena und Nebengebiete (Ascension und Tristan da Cunha)* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| Turks- und Caicosinseln* | 22. Juli | 1998 | 22. Juli | 1998 | ||||
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die englischen Texte können auf der Internetseite der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (OMI):www.imo.org> Publications > Catalogue & Code Listings oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. | ||||||||
| a Vom 29. Mai 1997 bis zum 30. Juni 1997 war das Übereink. auf Grund einer Ausdehnungserklärung des Vereinigten Königreichs in Hongkong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hongkong eine Besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 5. Juni 1997 ist das Übereink. seit dem 1. Juli 1997 auch in der SAR Hongkong anwendbar. | ||||||||
| b Das Übereink. gilt für das Königreich in Europa. |
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