0.748.410.4•Zusatzprotokoll Nr. 2 zur Änderung des am 12. Oktober 1929 in Warschau unterzeichneten Abkommens zur Vereinheitlichung von Regeln über die Beförderung im internationalen Luftverkehr in der Fassung des Haager Protokolls vom 28. September 1955
0.748.410.4Multilateral International Treaty15.02.1996
Abgeschlossen in Montreal am 25. September 1975
Von der Bundesversammlung genehmigt am 9. Juni 19871
Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 9. Dezember 1987
In Kraft getreten für die Schweiz am 15. Februar 1996
(Stand am 14. August 2019)
Die Unterzeichnerregierungen,
in der Erwägung, dass es wünschenswert ist, das am 12. Oktober 19292in Warschau unterzeichnete Abkommen zur Vereinheitlichung von Regeln über die Beförderung im internationalen Luftverkehr in der Fassung des Haager Protokolls vom 28. September 19553zu ändern,
sind wie folgt übereingekommen:
Das durch dieses Kapitel geänderte Abkommen ist das Warschauer Abkommen in der Fassung von Den Haag 1955.
Artikel 22 des Abkommens erhält folgende Fassung:
«Art. 22
Bei der Beförderung von Personen haftet der Luftfrachtführer jedem Reisenden gegenüber nur bis zu einem Betrag von 16 600 Sonderziehungsrechten. Kann nach dem Recht des angerufenen Gerichts die Entschädigung in Form einer Geldrente festgesetzt werden, so darf der Kapitalwert der Rente diesen Höchstbetrag nicht übersteigen. Der Reisende kann jedoch mit dem Luftfrachtführer eine höhere Haft-
summe besonders vereinbaren.
Die Haftung des Luftfrachtführers für Gegenstände, die der Reisende in seiner Obhut behält, ist auf einen Höchstbetrag von 332 Sonderziehungsrechten gegenüber jedem Reisenden beschränkt.
Die in diesem Artikel festgesetzten Haftungsbeschränkungen hindern das Gericht nicht, zusätzlich nach seinem Recht einen Betrag zuzusprechen, der ganz oder teilweise den vom Kläger aufgewendeten Gerichtskosten und sonstigen Ausgaben für den Rechtsstreit entspricht. Diese Bestimmung findet keine Anwendung, wenn der zugesprochene Schadenersatz ohne Berücksichtigung der Gerichtskosten und der sonstigen Ausgaben für den Rechtsstreit denjenigen Betrag nicht übersteigt, den der Luftfrachtführer dem Kläger schriftlich innerhalb einer Frist von sechs Monaten seit dem Ereignis, das den Schaden verursacht hat, oder, falls die Klage nach Ablauf dieser Frist erhoben worden ist, vor ihrer Erhebung angeboten hat.
Die in diesem Artikel angegebenen Beträge von Sonderziehungsrechten beziehen sich auf das vom Internationalen Währungsfonds festgelegte Sonderziehungsrecht. Die Umrechnung dieser Beträge in Landeswährungen erfolgt im Fall eines gerichtlichen Verfahrens nach dem Wert dieser Währungen in Sonderziehungsrechten im Zeitpunkt der Entscheidung. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Hohen Vertragschliessenden Teiles, der Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird nach der vom Internationalen Währungsfonds angewendeten Bewertungsmethode errechnet, die im Zeitpunkt der Entscheidung für seine Operationen und Transaktionen gilt. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Hohen Vertragschliessenden Teiles, der nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird auf die von diesem Hohen Vertragschliessenden Teil bestimmte Weise errechnet.
Dessen ungeachtet können Staaten, die nicht Mitglieder des Internationalen Währungsfonds sind und deren Recht die Anwendung des Artikels 22 Absätze 1, 2 Buchstabe a und 3 nicht zulässt, bei der Ratifikation oder dem Beitritt oder jederzeit danach erklären, dass die Haftung des Luftfrachtführers in gerichtlichen Verfahren in ihrem Gebiet im Fall des Artikels 22 Absatz 1 auf 250 000 Werteinheiten je Reisenden, im Fall des Artikels 22 Absatz 2 Buchstabe a auf 250 Werteinheiten für das Kilogramm und im Fall des Artikels 22 Absatz 3 auf 5000 Werteinheiten je Reisenden begrenzt ist. Diese Werteinheit entspricht 651/2Milligramm Gold von900/1000Feingehalt. Diese Beträge können in abgerundete Beträge der Landeswährung umgerechnet werden. Die Umrechnung der Beträge in die Landeswährung erfolgt nach dem Recht des betreffenden Staates.»
Das Warschauer Abkommen in der Fassung von Den Haag 1955 und dieses Protokolls gilt für internationale Beförderungen im Sinne des Artikels 1 des Abkommens, sofern der Abgangs- und Bestimmungsort in den Gebieten von zwei Vertragsstaaten dieses Protokolls oder im Gebiet nur eines Vertragsstaats dieses Protokolls liegen, jedoch eine Zwischenlandung im Gebiet eines anderen Staates vorgesehen ist.
Zwischen den Vertragsparteien dieses Protokolls werden das Warschauer Abkommen in der Fassung von Den Haag 1955 sowie dieses Protokoll als eine einheitliche Urkunde angesehen und ausgelegt und als Warschauer Abkommen in der Fassung von Den Haag 1955 und des Zusatzprotokolls Nr. 2 von Montreal 1975 bezeichnet.
Dieses Protokoll liegt bis zum Zeitpunkt seines Inkrafttretens nach Artikel VII für alle Staaten zur Unterzeichnung auf.
Ein Vorbehalt zu diesem Protokoll ist nicht zulässig. Ein Staat kann jedoch durch eine an die Regierung der Volksrepublik Polen gerichtete Notifikation jederzeit erklären, dass das Abkommen in der Fassung dieses Protokolls nicht auf die Beförderung von Personen, Reisegepäck und Gütern für seine Militärbehörden durch Luftfahrzeuge anzuwenden ist, die in diesem Staat eingetragen sind und deren gesamter Laderaum von diesen Behörden oder für sie reserviert worden ist.
Die Regierung der Volksrepublik Polen benachrichtigt umgehend alle Staaten, die Vertragsparteien des Warschauer Abkommens oder dieses Abkommens in seiner geänderten Fassung sind, alle Staaten, die dieses Protokoll unterzeichnen oder ihm beitreten, sowie die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation vom Zeitpunkt jeder Unterzeichnung, vom Zeitpunkt der Hinterlegung jeder Ratifikations- oder Beitrittsurkunde sowie vom Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls und übermittelt die sonstigen zweckdienlichen Angaben.
Zwischen den Vertragsparteien dieses Protokolls, die auch Vertragsparteien des am 18. September 19614in Guadalajara unterzeichneten Zusatzabkommens zum Warschauer Abkommen zur Vereinheitlichung von Regeln über die von einem anderen als dem vertraglichen Luftfrachtführer ausgeführte Beförderung im internationalen Luftverkehr (im Folgenden als «Abkommen von Guadalajara» bezeichnet) sind, bedeutet jede in dem Abkommen von Guadalajara enthaltene Bezugnahme auf das «Warschauer Abkommen» eine Bezugnahme auf das Warschauer Abkommen in der Fassung von Den Haag 1955 und des Zusatzprotokolls Nr. 2 von Montreal 1975, sofern die Beförderung aufgrund eines Vertrags im Sinne des Artikels 1 Buchstabe b des Abkommens von Guadalajara unter dieses Protokoll fällt.
Dieses Protokoll liegt bis zum 1. Januar 1976 am Sitz der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation zur Unterzeichnung auf; danach liegt es bis zu seinem Inkrafttreten nach Artikel VII im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten der Regierung der Volksrepublik Polen zur Unterzeichnung auf. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation benachrichtigt umgehend die Regierung der Volksrepublik Polen von jeder Unterzeichnung und deren Zeitpunkt während des Zeitraumes, innerhalb dessen das Protokoll am Sitz der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation zur Unterzeichnung aufliegt.
Zu Urkunde dessen haben die unterzeichneten gehörig befugten Bevollmächtigten dieses Protokoll unterschrieben.Geschehen zu Montreal am 25. September 1975 in vier verbindlichen Wortlauten in englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache. Bei Abweichungen ist der Wortlaut in französischer Sprache, in der auch das Warschauer Abkommen vom 12. Oktober 1929 abgefasst worden ist, massgebend.
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 17. November | 1978 | 15. Februar | 1996 |
| Argentinien | 14. März | 1990 | 15. Februar | 1996 |
| Aserbaidschan | 24. Januar | 2000 B | 23. April | 2000 |
| Äthiopien | 14. Juli | 1987 | 15. Februar | 1996 |
| Bahrain | 12. März | 1998 B | 10. Juni | 1998 |
| Bosnien und Herzegowina | 3. März | 1995 N | 15. Februar | 1996 |
| Brasilien | 27. Juli | 1979 | 15. Februar | 1996 |
| Chile | 19. Mai | 1987 | 15. Februar | 1996 |
| Dänemark | 29. Juni | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Estland | 16. März | 1998 B | 14. Juni | 1998 |
| Finnland | 17. Juni | 1980 | 15. Februar | 1996 |
| Frankreich | 11. Februar | 1982 | 15. Februar | 1996 |
| Ghana | 11. August | 1997 | 9. November | 1997 |
| Griechenland | 12. November | 1988 | 15. Februar | 1996 |
| Guatemala | 30. Mai | 1997 | 28. August | 1997 |
| Guinea | 12. Februar | 1999 B | 12. Mai | 1999 |
| Honduras | 15. Februar | 1996 B | 15. Mai | 1996 |
| Irak | 18. Oktober | 2002 B | 16. Januar | 2003 |
| Iran | 16. Februar | 2016 B | 16. Mai | 2016 |
| Irland | 27. Juni | 1989 | 15. Februar | 1996 |
| Israel | 16. Februar | 1979 | 15. Februar | 1996 |
| Italien | 2. April | 1985 | 15. Februar | 1996 |
| Jordanien | 2. September | 1999 B | 1. Dezember | 1999 |
| Kanada | 17. November | 1995 | 15. Februar | 1996 |
| Kenia | 6. Juli | 1999 B | 4. Oktober | 1999 |
| Kolumbien | 20. Mai | 1982 | 15. Februar | 1996 |
| Kroatien | 14. Juli | 1993 N | 15. Februar | 1996 |
| Kuba* | 21. April | 1998 B | 20. Juli | 1998 |
| Kuwait | 8. November | 1996 | 6. Februar | 1997 |
| Libanon | 4. August | 2000 B | 2. November | 2000 |
| Marokko | 26. September | 2012 | 25. Dezember | 2012 |
| Mexiko | 18. Mai | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Montenegro | 1. April | 2008 N | 3. Juni | 2006 |
| Neuseeland* | 3. Dezember | 1999 B | 2. März | 2000 |
| Tokelau | 3. Dezember | 1999 B | 2. März | 2000 |
| Niederlande* | ||||
| Aruba | 7. Januar | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Curaçao | 7. Januar | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 7. Januar | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Sint Maarten | 7. Januar | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Niger | 15. Februar | 1996 B | 15. Mai | 1996 |
| Nordmazedonien | 1. September | 1994 N | 15. Februar | 1996 |
| Norwegen | 4. August | 1983 | 15. Februar | 1996 |
| Oman | 15. Februar | 1996 B | 15. Mai | 1996 |
| Peru | 4. Juli | 1997 B | 2. Oktober | 1997 |
| Portugal | 7. April | 1982 | 15. Februar | 1996 |
| Schweden | 28. Juni | 1978 | 15. Februar | 1996 |
| Schweiz | 9. Dezember | 1987 | 15. Februar | 1996 |
| Serbien | 18. Juli | 2001 N | 15. Februar | 1996 |
| Slowenien | 7. August | 1998 N | 15. Februar | 1996 |
| Spanien | 8. Januar | 1985 | 15. Februar | 1996 |
| Togo | 5. Mai | 1987 | 15. Februar | 1996 |
| Tunesien | 28. Mai | 1985 | 15. Februar | 1996 |
| Usbekistan | 27. Februar | 1997 B | 28. Mai | 1997 |
| Venezuela | 14. Juli | 1978 | 15. Februar | 1996 |
| Vereinigtes Königreich* | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Akrotiri und Dhekelia | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Anguilla | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Britisches Territorium im Indischen Ozean | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Bermudas | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Britisches Antarktis-Territorium | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Britische Jungferninseln | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Kaimaninseln | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Falklandinseln und abhängige Gebiete | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Guernsey | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Gibraltar | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Pitcairninseln (Henderson, Ducie, Oeno und Pitcairn) | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Jersey | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Insel Man | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Montserrat | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| St. Helena und Ascension | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Turks- und Caicosinseln | 5. Juli | 1984 | 15. Februar | 1996 |
| Zypern | 10. November | 1992 | 15. Februar | 1996 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite der Internationale Zivilluftfahrtorganisation: www.icao.int/ > Français > Recueil des traités > Current lists of parties to multilateral air law treaties oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. |
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