0.814.08•Protokoll über Schadstofffreisetzungs- und -transferregister
0.814.08Multilateral International Treaty08.10.2009
Abgeschlossen in Kiew am 21. Mai 2003
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 27. April 2007
In Kraft getreten für die Schweiz am 8. Oktober 2009
(Stand am 16. Oktober 2024)
Die Vertragsparteien dieses Protokolls,
unter Hinweis auf Artikel 5 Absatz 9 und Artikel 10 Absatz 2 des Übereinkommens von 1998 über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (Aarhus-Übereinkommen),
in der Erkenntnis, dass Schadstofffreisetzungs- und -transferregister2ein wichtiges Instrument darstellen, um mehr Verantwortlichkeit der Unternehmen zu erreichen, die Umweltbelastung zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, wie dies in der Erklärung von Lucca festgestellt wird, die auf der ersten Tagung der Vertragsparteien des Aarhus-Übereinkommens beschlossen wurde,
gestützt auf Grundsatz 10 der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung von 1992,
ferner gestützt auf die Grundsätze und Verpflichtungen, die auf der 1992 abgehaltenen Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung vereinbart wurden, insbesondere auf Kapitel 19 der Agenda 21,
in Anbetracht des Programms für die weitere Umsetzung der Agenda 21, das von der Generalversammlung der Vereinten Nationen auf ihrer neunzehnten Sondertagung 1997 angenommen wurde und in dem sie unter anderem die Erweiterung nationaler Kapazitäten und Möglichkeiten zur Erhebung, zur Verarbeitung und zur Verbreitung von Informationen forderte, um den öffentlichen Zugang zu Informationen über globale Umweltfragen durch geeignete Mittel zu erleichtern,
gestützt auf den Durchführungsplan des Weltgipfels von 2002 für nachhaltige Entwicklung, der die Erarbeitung zusammenhängender, integrierter Informationen zu Chemikalien anregt, beispielsweise mittels nationaler Schadstofffreisetzungs- und ‑transferregister,
unter Berücksichtigung der Arbeit des Zwischenstaatlichen Forums für Chemikaliensicherheit, insbesondere der Erklärung von Bahia über Chemikaliensicherheit aus dem Jahr 2000, der Massnahmenprioritäten für den Zeitraum nach dem Jahr 2000 und des Aktionsplans zu Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern/Emissionsinventaren,
ferner unter Berücksichtigung der im Rahmen des Interinstitutionellen Programms für den umweltgerechten Umgang mit Chemikalien durchgeführten Tätigkeiten,
des Weiteren unter Berücksichtigung der Arbeit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), insbesondere der Empfehlung ihres Rates zur Einführung von Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern, in welcher der Rat die Mitgliedstaaten auffordert, nationale Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregister einzurichten und öffentlich verfügbar zu machen,
in dem Wunsch, ein Instrumentarium bereitzustellen, das dazu beiträgt, dass jeder Mensch heutiger und künftiger Generationen in einer seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden zuträglichen Umwelt leben kann, indem die Entwicklung von öffentlich zugänglichen Umweltinformationssystemen sichergestellt wird,
ferner in dem Wunsch, dafür zu sorgen, dass bei der Entwicklung derartiger Systeme bestimmte Grundsätze berücksichtigt werden, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, beispielsweise der Vorsorgeansatz, der in Grundsatz 15 der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung von 1992 niedergelegt ist,
in der Erkenntnis, dass zwischen angemessenen Umweltinformationssystemen und der Ausübung der im Aarhus-Übereinkommen aufgeführten Rechte ein Zusammenhang besteht,
in Anbetracht der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit anderen internationalen Initiativen zu Schadstoffen und Abfällen, darunter das Stockholmer Übereinkommen von 20013über persistente organische Schadstoffe und das Basler Übereinkommen von 19894über die Kontrolle des grenzüberschreitenden Transfers gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung,
in der Erkenntnis, dass mit einem integrierten Vorgehen zur Minimierung der Umweltbelastung und des Abfallaufkommens aus dem Betrieb von Industrieanlagen und sonstigen Quellen ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt erreicht, Fortschritte hin zu einer nachhaltigen, umweltverträglichen Entwicklung erzielt und die Gesundheit gegenwärtiger und künftiger Generationen geschützt werden sollen,
überzeugt vom Nutzen von Schadstofffreisetzungs- und -transferregistern als einem kosteneffizienten Instrument, mit dem Verbesserungen im Umweltverhalten angeregt werden können, das den öffentlichen Zugang zu Informationen über Schadstoffe gewährleistet, die in einem menschlichen Lebensumfeld freigesetzt oder innerhalb eines solchen oder durch ein solches hindurch transferiert werden, und das von den Regierungen dazu genutzt werden kann, Trends zu verfolgen, Fortschritte bei der Verringerung der Umweltbelastung nachzuweisen, die Einhaltung bestimmter internationaler Übereinkünfte zu überwachen sowie Prioritäten zu setzen und die Fortschritte zu bewerten, die im Rahmen umweltpolitischer Strategien und Programme erzielt wurden,
im Vertrauen darauf, dass Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregister der Industrie wegen des verbesserten Umgangs mit Schadstoffen spürbare Vorteile bringen können,
in Anbetracht der verschiedenen Möglichkeiten, die Daten aus Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern in Verbindung mit gesundheitsbezogenen, ökologischen, demographischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Arten einschlägiger Daten zu dem Zweck zu verwenden, mögliche Probleme besser zu begreifen, Stellen, an denen besonders gravierende Probleme auftreten, zu ermitteln, Vorbeugungs‑ und Abmilderungsmassnahmen zu ergreifen sowie Prioritäten für den Umweltschutz zu setzen,
in der Erkenntnis, dass es wichtig ist, die Privatsphäre bestimmter oder bestimmbarer natürlicher Personen bei der Verarbeitung von Informationen, die an Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregister übermittelt werden, im Einklang mit den geltenden internationalen Datenschutznormen zu schützen,
des Weiteren in der Erkenntnis, dass es wichtig ist, international kompatible nationale Systeme von Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern zu entwickeln, um die Vergleichbarkeit der Daten zu erhöhen,
in Anbetracht dessen, dass viele Mitgliedstaaten der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa, die Europäische Gemeinschaft und die Vertragsparteien des nordamerikanischen Freihandelsabkommens damit befasst sind, Daten über die Freisetzung und den Transfer von Schadstoffen aus verschiedenen Quellen zu erfassen und öffentlich zugänglich zu machen, und in besonderer Anerkennung der langjährigen wertvollen Erfahrungen bestimmter Länder auf diesem Gebiet,
unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bereits bestehende Emissionsregister auf unterschiedlichen Ansätzen beruhen, und der Notwendigkeit, Doppelarbeit zu vermeiden, und in der Erkenntnis, dass daher ein gewisses Mass an Flexibilität erforderlich ist,
mit der nachdrücklichen Aufforderung, schrittweise nationale Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregister aufzubauen,
des Weiteren mit der nachdrücklichen Aufforderung, Verknüpfungen zwischen den nationalen Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern und den Informationssystemen zu sonstigen Freisetzungen von öffentlichem Interesse einzurichten,
sind wie folgt übereingekommen:
Ziel dieses Protokolls ist die Verbesserung des öffentlichen Zugangs zu Informationen durch die Einrichtung von zusammenhängenden und integrierten landesweiten Schadstofffreisetzungs‑ und ‑transferregistern (PRTR –Pollutant Release and Transfer Registers ) nach Massgabe dieses Protokolls, wodurch die Beteiligung der Öffentlichkeit an umweltbezogenen Entscheidungsverfahren erleichtert und ein Beitrag zur Vermeidung und Verminderung der Umweltbelastung geleistet werden könnte.
Im Sinne dieses Protokolls:
In Übereinstimmung mit diesem Protokoll richtet jede Vertragspartei ein öffentlich zugängliches nationales Schadstofffreisetzungs- und -transferregister ein und unterhält es; dieses Register:
Die genannten Gründe für die Vertraulichkeit sind eng auszulegen; dabei sind das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe sowie die Frage zu berücksichtigen, ob sich die Informationen auf Freisetzungen in die Umwelt beziehen. 2. Im Rahmen des Absatzes 1 Buchstabe c wird bei jeder Information über Freisetzungen, die für den Umweltschutz von Belang ist, nach innerstaatlichem Recht die Bekanntgabe erwogen. 3. Jedes Mal wenn nach Absatz 1 Informationen vertraulich behandelt werden, ist im Register anzugeben, welche Art von Information vorenthalten wird, beispielsweise, falls möglich, durch Nennung der allgemeinen Stoffbezeichnungen, und aus welchem Grund sie vorenthalten wird.
Die Anhänge dieses Protokolls sind Bestandteil des Protokolls, und soweit nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, sind Bezugnahmen auf das Protokoll zugleich Bezugnahmen auf seine Anhänge.
Der Exekutivsekretär der Wirtschaftskommission für Europa erfüllt folgende Sekretariatsaufgaben im Rahmen dieses Protokolls:
Auf ihrem ersten Treffen legt die Tagung der Vertragsparteien durch Konsens aussergerichtliche, nicht konfrontative und auf Konsultation beruhende kooperative Verfahren und institutionelle Regelungen zur Beurteilung und Förderung der Einhaltung der Bestimmungen dieses Protokolls und zur Behandlung von Fällen fest, in denen die Bestimmungen nicht eingehalten wurden. Bei der Festlegung dieser Verfahren und Regelungen prüft die Tagung der Vertragsparteien unter anderem, ob Mitteilungen von Mitgliedern der Öffentlichkeit zu Angelegenheiten im Zusammenhang mit diesem Protokoll zugelassen werden.
Eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration kann in Bezug auf ein Schiedsverfahren nach dem unter Buchstabe b genannten Verfahren eine Erklärung mit gleicher Wirkung abgeben. 3. Haben die Streitparteien beide in Absatz 2 genannten Mittel der Streitbeilegung anerkannt, so darf die Streitigkeit nur dem Internationalen Gerichtshof vorgelegt werden, sofern die Streitparteien nichts anderes vereinbaren.
Dieses Protokoll liegt vom 21. bis zum 23. Mai 2003 in Kiew (Ukraine) anlässlich der Fünften Ministerkonferenz «Umwelt für Europa» und danach bis zum 31. Dezember 2003 am Sitz der Vereinten Nationen in New York für alle Staaten, welche Mitglieder der Vereinten Nationen sind, und für Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration, die aus souveränen Staaten, welche Mitglieder der Vereinten Nationen sind, gebildet werden und denen ihre Mitgliedstaaten die Zuständigkeit für vom Protokoll erfasste Angelegenheiten, einschliesslich der Zuständigkeit, über diese Angelegenheiten Verträge zu schliessen, übertragen haben, zur Unterzeichnung auf.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen nimmt die Aufgaben des Verwahrers dieses Protokolls wahr.
Vorbehalte zu diesem Protokoll sind nicht zulässig.
Eine Vertragspartei kann jederzeit nach Ablauf von drei Jahren nach dem Tag, an dem dieses Protokoll für sie in Kraft getreten ist, durch eine an den Verwahrer gerichtete schriftliche Notifikation von dem Protokoll zurücktreten. Der Rücktritt wird am neunzigsten Tag nach Eingang der Notifikation beim Verwahrer wirksam.
Die Urschrift dieses Protokolls, dessen englischer, französischer und russischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Abkommen unterschrieben.Geschehen zu Kiew am 21. Mai 2003.(Es folgen die Unterschriften)
| Nr. | Tätigkeit | Kapazitätsschwellenwert (Spalte 1) | Mitarbeiterschwellenwert (Spalte 2) |
|---|---|---|---|
| 1. | Energiesektor | ||
| a) | Mineralöl- und Gasraffinerien | * | 10 Mitarbeiter |
| b) | Vergasungs- und Verflüssigungsanlagen | * | |
| c) | Wärmekraftwerke und andere Feuerungsanlagen | mit einer Feuerungswärmeleistung von 50 Megawatt (MW) | |
| d) | Kokereien | * | |
| e) | Anlagen zum Mahlen von Kohle | mit einer Kapazität von 1 t pro Stunde | |
| f) | Anlagen zur Herstellung von Kohleprodukten und festen, rauchfreien Brennstoffen | * | |
| 2. | Herstellung und Verarbeitung von Metallen | ||
| a) | Röst- oder Sinteranlagen für Metallerz (einschliesslich sulfidischer Erze) | * | 10 Mitarbeiter |
| b) | Anlagen für die Herstellung von Roheisen oder Stahl (Primär- oder Sekundärschmelzung) einschliesslich Stranggiessen | mit einer Kapazität von 2,5 t pro Stunde | |
| c) | Anlagen zur Verarbeitung von Eisenmetallen durch | ||
| i) Warmwalzen | mit einer Kapazität von 20 t Rohstahl pro Stunde | ||
| ii) Schmieden mit Hämmern | mit einer Schlagenergie von 50 Kilojoule pro Hammer bei einer Wärmeleistung von über 20 MW | ||
| iii) Aufbringen von schmelzflüssigen metallischen Schutzschichten | mit einer Verarbeitungskapazität von 2 t Rohstahl pro Stunde | ||
| d) | Eisenmetallgiessereien | mit einer Produktionskapazität von 20 t pro Tag | |
| e) | Anlagen | ||
| i) zur Gewinnung von Nichteisenrohmetallen aus Erzen, Konzentraten oder sekundären Rohstoffen durch metallurgische, chemische oder elektrolytische Verfahren | * | ||
| ii) zum Schmelzen, einschliesslich Legieren, von Nichteisenmetallen, darunter auch Wiedergewinnungsprodukten (Raffination, Giessen usw.) | mit einer Schmelzkapazität von 4 t pro Tag bei Blei und Kadmium oder 20 t pro Tag bei allen anderen Metallen | ||
| f) | Anlagen zur Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen durch ein elektrolytisches oder chemisches Verfahren | wenn das Wirkbadvolumen 30 m3beträgt | |
| 3. | Mineralverarbeitende Industrie | ||
| a) | Untertage-Bergbau und damit verbundene Tätigkeiten | * | 10 Mitarbeiter |
| b) | Tagebau | wenn die Oberfläche des Abbaugebiets 25 ha entspricht | |
| c) | Anlagen zur Herstellung von | ||
| i) Zementklinkern in Drehrohröfen | mit einer Produktionskapazität von 500 t pro Tag | ||
| ii) Kalk in Drehrohröfen | mit einer Produktionskapazität von über 50 t pro Tag | ||
| iii) Zementklinkern oder Kalk in anderen Öfen | mit einer Produktionskapazität von 50 t pro Tag | ||
| d) | Anlagen zur Gewinnung von Asbest und zur Herstellung von Erzeugnissen aus Asbest | * | |
| e) | Anlagen zur Herstellung von Glas einschliesslich Anlagen zur Herstellung von Glasfasern | mit einer Schmelzkapazität von 20 t pro Tag | |
| f) | Anlagen zum Schmelzen mineralischer Stoffe einschliesslich der Herstellung von Mineralfasern | mit einer Schmelzkapazität von 20 t pro Tag | |
| g) | Anlagen zur Herstellung von keramischen Erzeugnissen durch Brennen, und zwar insbesondere von Dachziegeln, Ziegelsteinen, feuerfesten Steinen, Fliesen, Steinzeug oder Porzellan | mit einer Produktionskapazität von 75 t pro Tag oder einer Ofenkapazität von 4 m3und einer Besatzdichte pro Ofen von 300 kg/m3 | |
| 4. | Chemische Industrie | ||
| a) | Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von organischen Grundchemikalien wie | * | 10 Mitarbeiter |
| i) einfachen Kohlenwasserstoffen (linearen oder ringförmigen, gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen oder aromatischen) | |||
| ii) sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Alkoholen, Aldehyden, Ketonen, Carbonsäuren, Estern, Acetaten, Ethern, Peroxiden, Epoxidharzen | |||
| iii) schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen | |||
| iv) stickstoffhaltigen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Aminen, Amiden, Nitroso-, Nitro- oder Nitratverbindungen, Nitrilen, Cyanaten, Isocyanaten | |||
| v) phosphorhaltigen Kohlenwasserstoffen | |||
| vi) halogenhaltigen Kohlenwasserstoffen | |||
| vii) metallorganischen Verbindungen | |||
| viii) Basiskunststoffen (Polymeren, Chemiefasern, Fasern auf Zellstoffbasis) | |||
| ix) synthetischen Kautschuken | |||
| x) Farbstoffen und Pigmenten | |||
| xi) Tensiden | |||
| b) | Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von anorganischen Grundchemikalien wie | * | |
| i) von Gasen wie Ammoniak, Chlor oder Chlorwasserstoff, Fluor oder Fluorwasserstoff, Kohlenstoffoxiden, Schwefelverbindungen, Stickstoffoxiden, Wasserstoff, Schwefeldioxid, Phosgen | |||
| ii) von Säuren wie Chromsäure, Flusssäure, Phosphorsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure, Oleum, schwefeligen Säuren | |||
| iii) von Basen wie Ammoniumhydroxid, Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid | |||
| iv) von Salzen wie Ammoniumchlorid, Kaliumchlorat, Kaliumkarbonat, Natriumkarbonat, Perborat, Silbernitrat | |||
| v) von Nichtmetallen, Metalloxiden oder sonstigen anorganischen Verbindungen wie Kalziumkarbid, Silicium, Siliciumkarbid | |||
| c) | Chemieanlagen zur industriellen Herstellung vonphosphor-, stickstoff- oder kaliumhaltigen Düngemitteln (Einnährstoff- oder Mehrnährstoffdünger) | * | |
| d) | Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von Ausgangsstoffen für Pflanzenschutzmittel und von Bioziden | * | |
| e) | Anlagen zur industriellen Herstellung von Grundarzneimitteln unter Verwendung eines chemischen oder biologischen Verfahrens | * | |
| f) | Chemieanlagen zur industriellen Herstellung von Explosivstoffen und Feuerwerksmaterial | * | |
| 5. | Abfall- und Abwasserwirtschaft | ||
| a) | Anlagen zur Verbrennung, Pyrolyse, Verwertung, chemischen Behandlung oder Deponierung gefährlicher Abfälle | mit einer Aufnahmekapazität von 10 t pro Tag | 10 Mitarbeiter |
| b) | Anlagen zur Verbrennung von Siedlungsabfall | mit einer Kapazität von 3 t pro Stunde | |
| c) | Anlagen zur Beseitigung ungefährlicher Abfälle | mit einer Kapazität von 50 t pro Tag | |
| d) | Deponien (mit Ausnahme der Deponien für Inertabfälle) | mit einer Aufnahmekapazität von 10 t pro Tag oder mit einer Gesamtkapazität von 25 000 t | |
| e) | Anlagen zur Beseitigung oder Verwertung von Tierkörpern und tierischen Abfällen | mit einer Verarbeitungskapazität von 10 t pro Tag | |
| f) | Kommunale Abwasserbehandlungsanlagen | mit einer Kapazität von 100 000 Einwohnergleichwerten | |
| g) | Eigenständig betriebene Industrieabwasserbehandlungsanlagen für eine oder mehrere der in diesem Anhang beschriebenen Tätigkeiten | mit einer Kapazität von 10 000 m3pro Tag | |
| 6. | Papier und Holz | ||
| a) | Industrieanlagen für die Herstellung von Zellstoff aus Holz oder anderen Faserstoffen | * | 10 Mitarbeiter |
| b) | Industrieanlagen für die Herstellung von Papier und Pappe und sonstigen primären Holzprodukten (wie Spanplatten, Faserplatten und Sperrholz) | mit einer Produktionskapazität von 20 t pro Tag | |
| c) | Industrieanlagen für den Schutz von Holz und Holzprodukten mit Chemikalien | mit einer Produktionskapazität von 50 m3pro Tag | |
| 7. | Intensive Tierhaltung und Aquakultur | ||
| a) | Anlagen zur Intensivhaltung oder ‑aufzucht von Geflügel oder Schweinen | i) mit 40 000 Plätzen für Geflügel | 10 Mitarbeiter |
| ii) mit 2 000 Plätzen für Mastschweine (über 30 kg) | |||
| iii) mit 750 Plätzen für Sauen | |||
| b) | Intensive Aquakultur | 1 000 t Fisch und Schalentiere pro Jahr | |
| 8. | Tierische und pflanzliche Produkte aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor | ||
| a) | Anlagen zum Schlachten | mit einer Schlachtkapazität (Tierkörper) von 50 t pro Tag | 10 Mitarbeiter |
| b) | Behandlungs- und Verarbeitungsanlagen zur Herstellung von Nahrungsmittel- und Getränkeerzeugnissen aus | ||
| i) tierischen Rohstoffen (mit Ausnahme von Milch) | mit einer Produktionskapazität von 75 t Fertigerzeugnissen pro Tag | ||
| ii) pflanzlichen Rohstoffen | mit einer Produktionskapazität von 300 t Fertigerzeugnissen pro Tag (Vierteljahresdurchschnittswert) | ||
| c) | Anlagen zur Behandlung und Verarbeitung von Milch | mit einer Aufnahmekapazität von 200 t pro Tag (Jahresdurchschnittswert) | |
| 9. | Sonstige Tätigkeiten | ||
| a) | Anlagen zur Vorbehandlung (zum Beispiel Waschen, Bleichen, Mercerisieren) oder zum Färben von Fasern oder Textilien | mit einer Verarbeitungskapazität von 10 t pro Tag | 10 Mitarbeiter |
| b) | Anlagen zum Gerben von Häuten oder Fellen | mit einer Verarbeitungskapazität von 12 t Fertigerzeugnissen pro Tag | |
| c) | Anlagen zur Behandlung von Oberflächen von Stoffen, Gegenständen oder Erzeugnissen unter Verwendung von organischen Lösungsmitteln, insbesondere zum Appretieren, Bedrucken, Beschichten, Entfetten, Imprägnieren, Kleben, Lackieren, Reinigen oder Tränken | mit einer Verbrauchskapazität von 150 kg Lösungsmitteln proStunde oder 200 tpro Jahr | |
| d) | Anlagen zur Herstellung von Kohlenstoff (Hartbrandkohle) oder Elektrographit durch Brennen oder Graphitieren | * | |
| e) | Anlagen für den Bau von und zum Lackieren oder zum Entfernen von Lackierungen von Schiffen | mit einer Kapazität für 100 m lange Schiffe |
Erläuternde Anmerkungen:
Spalte 1 enthält die in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a genannten Kapazitätsschwellenwerte.
Ein Sternchen (*) bedeutet, dass kein Kapazitätsschwellenwert gilt (alle Anlagen sind meldepflichtig).
Spalte 2 enthält die in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe b genannten Mitarbeiterschwellenwerte.
«10 Mitarbeiter» bedeutet das Äquivalent von 10 Vollzeitbeschäftigten.
| Nr. | CAS-Nummer | Schadstoff | Schwellenwert für Freisetzungen (Spalte 1) | Schwellenwert für Transfers von Schadstoffen aus dem Betrieb hinaus (Spalte 2) | Schwellenwert für die Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung (Spalte 3) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in Luft (Spalte 1a) | in Wasser (Spalte 1b) | in den Boden (Spalte 1c) | |||||
| kg/Jahr | kg/Jahr | kg/Jahr | kg/Jahr | kg/Jahr | |||
| 1 | 74-82-8 | Methan (CH | 100 000 | – | – | – | * |
| 2 | 630-08-0 | Kohlenmonoxid (CO) | 500 000 | – | – | – | * |
| 3 | 124-38-9 | Kohlendioxid (CO | 100 Mio. | – | – | – | * |
| 4 | teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKWs) | 100 | – | – | – | * | |
| 5 | 10024-97-2 | Distickstoffoxid (N | 10 000 | – | – | – | * |
| 6 | 7664-41-7 | Ammoniak (NH | 10 000 | – | – | – | 10 000 |
| 7 | flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) | 100 000 | – | – | – | * | |
| 8 | Stickstoffoxide (NO | 100 000 | – | – | – | * | |
| 9 | perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKWs) | 100 | – | – | – | * | |
| 10 | 2551-62-4 | Schwefelhexafluorid (SF | 50 | – | – | – | * |
| 11 | Schwefeloxide (SO | 150 000 | – | – | – | * | |
| 12 | Gesamtstickstoff | – | 50 000 | 50 000 | 10 000 | 10 000 | |
| 13 | Gesamtphosphor | – | 5 000 | 5 000 | 10 000 | 10 000 | |
| 14 | teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKWs) | 1 | – | – | 100 | 10 000 | |
| 15 | Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) | 1 | – | – | 100 | 10 000 | |
| 16 | Halone | 1 | – | – | 100 | 10 000 | |
| 17 | 7440-38-2 | Arsen und Verbindungen (als As) | 20 | 5 | 5 | 50 | 50 |
| 18 | 7440-43-9 | Cadmium und Verbindungen (als Cd) | 10 | 5 | 5 | 5 | 5 |
| 19 | 7440-47-3 | Chrom und Verbindungen (als Cr) | 100 | 50 | 50 | 200 | 10 000 |
| 20 | 7440-50-8 | Kupfer und Verbindungen (als Cu) | 100 | 50 | 50 | 500 | 10 000 |
| 21 | 7439-97-6 | Quecksilber und Verbindungen (als Hg) | 10 | 1 | 1 | 5 | 5 |
| 22 | 7440-02-0 | Nickel und Verbindungen (als Ni) | 50 | 20 | 20 | 500 | 10 000 |
| 23 | 7439-92-1 | Blei und Verbindungen (als Pb) | 200 | 20 | 20 | 50 | 50 |
| 24 | 7440-66-6 | Zink und Verbindungen (als Zn) | 200 | 100 | 100 | 5 000 | 10 000 |
| 25 | 15972-60-8 | Alachlor | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 26 | 309-00-2 | Aldrin | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 27 | 1912-24-9 | Atrazin | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 28 | 57-74-9 | Chlordan | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 29 | 143-50-0 | Chlordecon | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 30 | 470-90-6 | Chlorfenvinphos | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 31 | 85535-84-8 | Chloralkane, C | – | 1 | 1 | 10 | 10 000 |
| 32 | 2921-88-2 | Chlorpyrifos | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 33 | 50-29-3 | DDT | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 34 | 107-06-2 | 1,2-Dichlorethan (EDC) | 5 000 | 10 | 10 | 100 | 10 000 |
| 35 | 75-09-2 | Dichlormethan (DCM) | 5 000 | 10 | 10 | 100 | 10 000 |
| 36 | 60-57-1 | Dieldrin | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 37 | 330-54-1 | Diuron | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 38 | 115-29-7 | Endosulfan | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 39 | 72-20-8 | Endrin | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 40 | Halogenierte organische Verbindungen (als AOX) | – | 5 000 | 5 000 | 5 000 | 10 000 | |
| 41 | 76-44-8 | Heptachlor | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 42 | 118-74-1 | Hexachlorbenzol (HCB) | 10 | 1 | 1 | 1 | 5 |
| 43 | 87-68-3 | Hexachlorbutadien (HCBD) | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 44 | 608-73-1 | 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan (HCH) | 10 | 1 | 1 | 1 | 10 |
| 45 | 58-89-9 | Lindan | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 46 | 2385-85-5 | Mirex | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 47 | PCDD +PCDF (Dioxine +Furane) (als Teq) | 0,001 | 0,001 | 0,001 | 0,001 | 0,001 | |
| 48 | 608-93-5 | Pentachlorbenzol | 1 | 1 | 1 | 5 | 50 |
| 49 | 87-86-5 | Pentachlorphenol (PCP) | 10 | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 50 | 1336-36-3 | Polychlorierte Biphenyle (PCBs) | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 1 | 50 |
| 51 | 122-34-9 | Simazin | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 52 | 127-18-4 | Tetrachlorethylen (PER) | 2 000 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 53 | 56-23-5 | Tetrachlormethan (TCM) | 100 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 54 | 12002-48-1 | Trichlorbenzole (TCBs) | 10 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 55 | 71-55-6 | 1,1,1-Trichlorethan | 100 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 56 | 79-34-5 | 1,1,2,2-Tetrachlorethan | 50 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 57 | 79-01-6 | Trichlorethylen | 2 000 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 58 | 67-66-3 | Trichlormethan | 500 | – | – | 5 000 | 10 000 |
| 59 | 8001-35-2 | Toxaphen | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| 60 | 75-01-4 | Vinylchlorid | 5 000 | 10 | 10 | 100 | 10 000 |
| 61 | 120-12-7 | Anthracen | 50 | 1 | 1 | 50 | 50 |
| 62 | 71-43-2 | Benzol | 5 000 | 200 (als BTEX) a | 200 (als BTEX) a | 2 000 (als BTEX) a | 10 000 |
| 63 | Bromierte Diphenylether (PBDE) | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 | |
| 64 | Nonylphenolethoxylate (NP/NPEs) und verwandte Stoffe | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 | |
| 65 | 100-41-4 | Ethylbenzol | – | 200 (als BTEX) a | 200 (als BTEX) a | 2 000 (als BTEX) a | 10 000 |
| 66 | 75-21-8 | Ethylenoxid | 5 000 | 10 | 10 | 100 | 10 000 |
| 67 | 34123-59-6 | Isoproturon | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 68 | 91-20-3 | Naphthalin | 100 | 10 | 10 | 100 | 10 000 |
| 69 | zinnorganische Verbindungen (als Gesamt-Sn) | – | 50 | 50 | 50 | 10 000 | |
| 70 | 117-81-7 | Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) | 10 | 1 | 1 | 100 | 10 000 |
| 71 | 108-95-2 | Phenole (als Gesamt-C) | – | 20 | 20 | 200 | 10 000 |
| 72 | Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs)b | 50 | 5 | 5 | 50 | 50 | |
| 73 | 108-88-3 | Toluol | – | 200 (als BTEX) a | 200 (als BTEX) a | 2 000 (als BTEX) a | 10 000 |
| 74 | Tributylzinn und Verbindungen | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 | |
| 75 | Triphenylzinn und Verbindungen | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 | |
| 76 | gesamter organischer Kohlenstoff (TOC) (als Gesamt-C oder CSB/3) | – | 50 000 | – | – | ** | |
| 77 | 1582-09-8 | Trifluralin | – | 1 | 1 | 5 | 10 000 |
| 78 | 1330-20-7 | Xylole | – | 200 (als BTEX) a | 200 (als BTEX) a | 2 000 (als BTEX) a | 10 000 |
| 79 | Chloride (als Gesamt-Cl) | – | 2 Mio. | 2 Mio. | 2 Mio. | 10 000c | |
| 80 | Chlor und anorganische Verbindungen (als HCl) | 10 000 | – | – | – | 10 000 | |
| 81 | 1332-21-4 | Asbest | 1 | 1 | 1 | 10 | 10 000 |
| 82 | Cyanide (als Gesamt-CN) | – | 50 | 50 | 500 | 10 000 | |
| 83 | Fluoride (als Gesamt-F) | – | 2 000 | 2 000 | 10 000 | 10 000c | |
| 84 | Fluor und anorganische Verbindungen (als HF) | 5 000 | – | – | – | 10 000 | |
| 85 | 74-90-8 | Cyanwasserstoff (HCN) | 200 | – | – | – | 10 000 |
| 86 | Feinstaub (PM | 50 000 | – | – | – | * | |
| a Einzelschadstoffe sind zu melden, wenn der Schwellenwert für BTEX (der Summenparameter von Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol) überschritten wird. b Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) sind als Benzo(a)pyren (50-32-8), Benzo(b)fluoranthen (205-99-2), Benzo(k)fluoranthen (207-08-9), Indeno(1,2,3-cd)pyren (193-39-5) zu messen (hergeleitet aus dem Protokoll zum Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung betreffend persistente organische Schadstoffe). c Als anorganische Verbindungen. |
Erläuternde Anmerkungen:
Die CAS-Nummer des Schadstoffs bezeichnet die genaue Kennung im Chemical Abstracts Service.
Spalte 1 enthält die in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i und iv genannten Schwellenwerte. Wird der Schwellenwert in einer bestimmten Teilspalte (Luft, Wasser oder Boden) überschritten, so sind bei Vertragsparteien, die sich für ein Meldesystem nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a entschieden haben, in Bezug auf den jeweiligen Betrieb Freisetzungen oder – bei Schadstoffen in Abwasser, das der Abwasserbehandlung zugeführt wird – Transfers in das in dieser Spalte genannte Umweltmedium zu melden.
Spalte 2 enthält die in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii genannten Schwellenwerte. Wird der Schwellenwert in dieser Spalte für einen bestimmten Schadstoff überschritten, so sind bei Vertragsparteien, die sich für ein Meldesystem nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii entschieden haben, in Bezug auf den jeweiligen Betrieb Transfers dieses Schadstoffs aus dem Betrieb hinaus zu melden.
Spalte 3 enthält die in Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe b genannten Schwellenwerte. Wird der Schwellenwert in dieser Spalte für einen bestimmten Schadstoff überschritten, so sind bei Vertragsparteien, die sich für ein Meldesystem nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe b entschieden haben, in Bezug auf den jeweiligen Betrieb Freisetzungen und Transfers dieses Schadstoffs aus dem Betrieb hinaus zu melden.
Ein Strich (–) bedeutet, dass der betreffende Parameter keine Meldepflicht zur Folge hat.
Ein Sternchen (*) bedeutet, dass bei diesem Schadstoff der in Spalte 1a genannte Freisetzungsschwellenwert zu verwenden ist und nicht ein Schwellenwert für die Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung.
Zwei Sternchen (**) bedeuten, dass bei diesem Schadstoff der in Spalte 1b genannte Freisetzungsschwellenwert zu verwenden ist und nicht ein Schwellenwert für die Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung.
– Ablagerungen in oder auf dem Boden (z.B. Deponien) – Behandlung im Boden (z.B. biologischer Abbau von flüssigen oder schlammigen Abfällen im Erdreich) – Verpressung (z.B. Verpressung pumpfähiger Abfälle in Bohrlöcher, Salzdome oder natürliche Hohlräume) – Oberflächenaufbringung (z.B. Ableitung flüssiger oder schlammiger Abfälle in Gruben, Teiche oder Lagunen) – Speziell angelegte Deponien (z.B. Ablagerung in abgedichteten, getrennten Räumen, die gegeneinander und gegen die Umwelt verschlossen und isoliert werden) – Einleitung in ein Gewässer mit Ausnahme von Meeren/Ozeanen – Einleitung in Meere/Ozeane einschliesslich Einbringung in den Meeresboden – Biologische Behandlung, die nicht an anderer Stelle in diesem Anhang beschrieben ist und durch die Endverbindungen oder Gemische entstehen, die mit einem der Verfahren nach diesem Abschnitt entsorgt werden – Chemisch/physikalische Behandlung, die nicht an anderer Stelle in diesem Anhang beschrieben ist und durch die Endverbindungen oder Gemische entstehen, die mit einem der Verfahren nach diesem Abschnitt entsorgt werden (z.B. Verdampfen, Trocknen, Kalzinieren, Neutralisieren, Ausfällen) – Verbrennung an Land – Verbrennung auf See – Dauerlagerung (z.B. Lagerung von Behältern in einem Bergwerk) – Vermengung oder Vermischung vor Anwendung eines der Verfahren nach diesem Abschnitt – Rekonditionierung vor Anwendung eines der Verfahren nach diesem Abschnitt – Lagerung bis zur Anwendung eines der Verfahren nach diesem Abschnitt – Lagerung bis zur Anwendung eines der Verfahren nach diesem Abschnitt
– Verwendung als Brennstoff (ausser zur direkten Verbrennung) oder andere Mittel der Energieerzeugung – Rückgewinnung/Regenerierung von Lösemitteln – Verwertung/Rückgewinnung organischer Stoffe, die nicht als Lösemittel verwendet werden – Verwertung/Rückgewinnung von Metallen und Metallverbindungen – Verwertung/Rückgewinnung anderer anorganischer Stoffe – Regenerierung von Säuren oder Basen – Wiedergewinnung von Bestandteilen, die der Bekämpfung der Verunreinigungen dienen – Wiedergewinnung von Katalysatorbestandteilen – Altölraffination oder andere Wiederverwendungsmöglichkeiten von Altöl – Aufbringung auf den Boden zum Nutzen der Landwirtschaft oder der Ökologie – Verwendung von Rückständen, die bei einem der vorgenannten Verwertungsverfahren nach diesem Abschnitt gewonnen werden – Austausch von Abfällen, um sie einem der vorgenannten Verwertungsverfahren nach diesem Abschnitt zu unterziehen – Ansammlung von Stoffen, die für eines der Verfahren nach diesem Abschnitt vorgesehen sind.
1. Wird eine Streitigkeit einem Schiedsverfahren nach Artikel 23 Absatz 2 dieses Protokolls unterworfen, so notifiziert die eine Streitpartei oder notifizieren die einen Streitparteien auf diplomatischem Weg der anderen Streitpartei oder den anderen Streitparteien sowie dem Sekretariat den Gegenstand des Schiedsverfahrens und geben insbesondere die Artikel des Protokolls an, deren Auslegung oder Anwendung strittig ist. Das Sekretariat leitet die erhaltenen Informationen an alle Vertragsparteien des Protokolls weiter.
2. Das Schiedsgericht besteht aus drei Mitgliedern. Sowohl die antragstellende(n) Partei(en) als auch die andere(n) Streitpartei(en) bestellen einen Schiedsrichter; die so bestellten Schiedsrichter ernennen einvernehmlich einen dritten Schiedsrichter zum Präsidenten des Schiedsgerichts. Dieser darf weder Staatsangehöriger einer der Streitparteien sein, seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Hoheitsgebiet einer dieser Parteien haben oder im Dienst einer derselben stehen noch in anderer Eigenschaft mit der Sache befasst gewesen sein.
3. Ist der Präsident des Schiedsgerichts nicht binnen zwei Monaten nach Bestellung des zweiten Schiedsrichters ernannt worden, so ernennt der Exekutivsekretär der Wirtschaftskommission für Europa den Präsidenten auf Antrag einer der Streitparteien binnen weiterer zwei Monate.
4. Bestellt eine der Streitparteien nicht innerhalb von zwei Monaten nach der in Absatz 1 genannten Notifikation einen Schiedsrichter, so kann die andere Partei den Exekutivsekretär der Wirtschaftskommission für Europa davon in Kenntnis setzen; dieser ernennt den Präsidenten des Schiedsgerichts binnen weiterer zwei Monate. Nach seiner Ernennung fordert der Präsident des Schiedsgerichts die Partei, die keinen Schiedsrichter bestellt hat, auf, diese Bestellung binnen zweier Monate vorzunehmen. Kommt die Partei dieser Aufforderung innerhalb dieser Frist nicht nach, so unterrichtet der Präsident den Exekutivsekretär der Wirtschaftskommission für Europa, der die Bestellung binnen weiterer zwei Monate vornimmt.
5. Das Schiedsgericht trifft seine Entscheidung nach Massgabe des Völkerrechts und dieses Protokolls.
6. Jedes nach diesem Anhang gebildete Schiedsgericht gibt sich eine Verfahrensordnung.
7. Das Schiedsgericht entscheidet über verfahrensrechtliche und materiellrechtliche Fragen mit der Mehrheit seiner Mitglieder.
8. Das Gericht kann zur Feststellung der Tatsachen alle geeigneten Massnahmen ergreifen.
9. Die Streitparteien erleichtern die Arbeit des Schiedsgerichts; insbesondere werden sie ihm mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln
10. Die Parteien und die Schiedsrichter wahren die Vertraulichkeit aller während des Verfahrens vor dem Schiedsgericht vertraulich erhaltenen Mitteilungen.
11. Das Schiedsgericht kann auf Antrag einer der Parteien einstweilige Schutzmassnahmen empfehlen.
12. Erscheint eine der Streitparteien nicht vor dem Schiedsgericht oder unterlässt sie es, sich zur Sache zu äussern, so kann die andere Partei das Gericht ersuchen, das Verfahren fortzuführen und seine endgültige Entscheidung zu fällen. Abwesenheit oder das Versäumnis einer Partei, sich zur Sache zu äussern, stellt kein Hindernis für das Verfahren dar. Vor seiner endgültigen Entscheidung muss sich das Schiedsgericht davon überzeugen, dass die Klage tatsächlich und rechtlich begründet ist.
13. Das Schiedsgericht kann über Gegenklagen, die mit dem Streitgegenstand unmittelbar im Zusammenhang stehen, verhandeln und entscheiden.
14. Sofern das Schiedsgericht nicht wegen der besonderen Umstände des Einzelfalls etwas anderes beschliesst, werden die Kosten des Gerichts, einschliesslich der Vergütung seiner Mitglieder, von den Streitparteien zu gleichen Teilen getragen. Das Gericht verzeichnet alle seine Kosten und legt den Parteien eine Schlussabrechnung vor.
15. Hat eine Vertragspartei dieses Protokolls ein rechtliches Interesse an dem Streitgegenstand und kann sie durch die Entscheidung des Falles berührt werden, so kann sie mit Zustimmung des Gerichts dem Verfahren beitreten.
16. Das Schiedsgericht fällt seinen Schiedsspruch binnen fünf Monaten nach dem Zeitpunkt, zu dem es gebildet wurde; hält es jedoch eine Verlängerung dieser Frist für notwendig, so soll diese fünf Monate nicht überschreiten.
17. Der Schiedsspruch des Schiedsgerichts ist mit einer Begründung zu versehen. Er ist endgültig und für alle Streitparteien bindend. Das Schiedsgericht übermittelt den Schiedsspruch den Streitparteien und dem Sekretariat. Dieses leitet die eingegangene Mitteilung an alle Vertragsparteien dieses Protokolls weiter.
18. Streitigkeiten zwischen den Parteien über die Auslegung oder Vollstreckung des Schiedsspruchs können von jeder Partei dem Schiedsgericht, das den Schiedsspruch gefällt hat, oder, falls dieses Gericht nicht befasst werden kann, einem anderen Gericht, das zu diesem Zweck auf die gleiche Weise gebildet wird wie das erste, unterbreitet werden.
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Albanien | 16. Juni | 2009 B | 8. Oktober | 2009 |
| Belgien* | 12. März | 2009 | 8. Oktober | 2009 |
| Bulgarien | 15. Januar | 2010 | 15. April | 2010 |
| Dänemark*a | 13. Oktober | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Deutschland | 28. August | 2007 | 8. Oktober | 2009 |
| Estland | 15. August | 2007 | 8. Oktober | 2009 |
| Europäische Union* | 21. Februar | 2006 | 8. Oktober | 2009 |
| Finnland | 21. April | 2009 | 8. Oktober | 2009 |
| Frankreich* | 10. Juli | 2009 | 8. Oktober | 2009 |
| Irland | 20. Juni | 2012 | 18. September | 2012 |
| Israel* | 14. Januar | 2013 B | 14. April | 2013 |
| Italien | 23. November | 2020 | 21. Februar | 2021 |
| Kasachstan | 24. Januar | 2020 B | 23. April | 2020 |
| Kroatien | 14. Juli | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Lettland | 24. April | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Litauen | 5. März | 2009 | 8. Oktober | 2009 |
| Luxemburg | 7. Februar | 2006 | 8. Oktober | 2009 |
| Malta | 20. Mai | 2016 B | 18. August | 2016 |
| Moldau | 23. Dezember | 2013 | 23. März | 2014 |
| Montenegro | 11. Oktober | 2017 N | 9. Januar | 2018 |
| Niederlande | 11. Februar | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Nordmazedonien | 2. November | 2010 | 31. Januar | 2011 |
| Norwegen | 27. Juni | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Österreich | 23. März | 2010 | 21. Juni | 2010 |
| Polen | 25. September | 2012 | 24. Dezember | 2012 |
| Portugal | 8. Oktober | 2009 | 6. Januar | 2010 |
| Rumänien | 26. August | 2009 | 24. November | 2009 |
| Schweden | 15. Oktober | 2008 | 8. Oktober | 2009 |
| Schweiz | 27. April | 2007 | 8. Oktober | 2009 |
| Serbien* | 23. November | 2011 | 21. Februar | 2012 |
| Slowakei | 1. April | 2008 B | 8. Oktober | 2009 |
| Slowenien | 23. April | 2010 | 22. Juli | 2010 |
| Spanien | 24. September | 2009 | 23. Dezember | 2009 |
| Tschechische Republik | 12. August | 2009 | 10. November | 2009 |
| Ukraine | 2. Mai | 2016 | 31. Juli | 2016 |
| Ungarn | 13. Juli | 2009 | 11. Oktober | 2009 |
| Vereinigtes Königreich | 31. Juli | 2009 | 29. Oktober | 2009 |
| Zypern | 5. November | 2012 | 3. Februar | 2012 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://treaties.un.org/eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Das Protokoll gilt nicht für die Färöer und Grönland. |
Zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz abgestimmte Übersetzung. ↩
Im gegenseitigen Einvernehmen mit Deutschland und Österreich verwendet die Schweiz in Abweichung von der abgestimmten Übersetzung durchgehend «Transfer» bzw. «transferieren» statt «Verbringung» bzw. «verbringen». ↩
SR 0.814.03 ↩
SR 0.814.05 ↩
Im gegenseitigen Einvernehmen mit Deutschland und Österreich verwendet die Schweiz in Abweichung von der abgestimmten Übersetzung durchgehend das Wort «Betrieb» statt «Betriebseinrichtung» (auch in der Zusammensetzung «betriebsspezifisch»). ↩
Im gegenseitigen Einvernehmen mit Deutschland verwenden die Schweiz und Österreich in Abweichung von der abgestimmten Übersetzung das Wort «Unterorgane» statt «Nebengremien». ↩
Siehe Fussnote 4. ↩
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