0.814.291.1•Protokoll zum Internationalen Übereinkommen von 1969 über die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden
0.814.291.1Multilateral International Treaty14.03.1988
Abgeschlossen in London am 19. November 1976
Von der Bundesversammlung genehmigt am 20. März 19872
Schweizerische Beitrittsurkunde hinterlegt am 15. Dezember 1987
In Kraft getreten für die Schweiz am 14. März 1988
(Stand am 25. Juli 2007)
Die Vertragsparteien dieses Protokolls,
als Vertragsparteien des am 29. November 19693in Brüssel beschlossenen
internationalen Übereinkommens über die zivilrechtliche Haftung für
Ölverschmutzungsschäden,
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinne dieses Protokolls haben die nachstehenden Ausdrücke folgende Bedeutung:
Artikel V des Übereinkommens wird wie folgt geändert:
«1. Der Eigentümer eines Schiffes ist berechtigt, seine Haftung auf Grund dieses Übereinkommens für jedes Ereignis auf einen Gesamtbetrag von 133 Rechnungseinheiten je Tonne Raumgehalt des Schiffes zu beschränken. Der Gesamtbetrag darf jedoch 14 Millionen Rechnungseinheiten nicht überschreiten.» 2. Absatz 9 wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:
«9.a) Die in Absatz 1 genannte «Rechnungseinheit» ist das Sonderziehungsrecht des Internationalen Währungsfonds. Die in Absatz 1 genannten Beträge werden in die Landeswährung des Staates, in dem der Fonds errichtet wird, entsprechend dem Wert dieser Währung gegenüber dem Sonderziehungsrecht am Tag der Errichtung des Fonds umgerechnet. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Vertragsstaats, der Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird nach der vom Internationalen Währungsfonds angewendeten Bewertungsmethode errechnet, die an dem betreffenden Tag für seine Operationen und Transaktionen gilt. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Vertragsstaats, der nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird auf eine von diesem Staat bestimmte Weise errechnet.
b) Dessenungeachtet kann ein Vertragsstaat, der nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist und dessen Recht die Anwendung des Buchstabens a nicht zulässt, bei der Ratifikation, der Annahme oder der Genehmigung des Übereinkommens oder dem Beitritt zu dem Übereinkommen oder jederzeit danach erklären, dass die in seinem Hoheitsgebiet geltenden Haltungshöchstbeträge des Absatzes 1 für jedes Ereignis ein Gesamtbetrag von 2000 Werteinheiten je Tonne Raumgehalt des Schiffes sind, wobei dieser Gesamtbetrag 210 Millionen Werteinheiten nicht überschreiten darf. Die in diesem Absatz genannte Werteinheit entspricht 65½ Milligramm Gold von 900/1000 Feingehalt. Die Umrechnung dieser Beträge in die Landeswährung erfolgt nach dem Recht des betreffenden Staates.
c) Die unter Buchstabe a letzter Satz genannte Berechnung und die unter Buchstabe b genannte Umrechnung erfolgen in der Weise, dass die Beträge in Absatz 1, in der Landeswährung des Vertragsstaats ausgedrückt, soweit wie möglich dem dort in Rechnungseinheiten ausgedrückten tatsächlichen Wert entsprechen. Die Vertragsstaaten teilen dem Depositar die Art der Berechnung nach Buchstabe a oder das Ergebnis der Umrechnung nach Buchstabe b bei der Hinterlegung einer der in Artikel IV genannten Urkunden sowie immer dann mit, wenn sich die Berechnungsart oder das Umrechnungsergebnis ändert.»
a) unterrichtet alle Staaten, die das Protokoll unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, i) von jeder weiteren Unterzeichnung oder Hinterlegung einer Urkunde unter Angabe des Zeitpunkts; ii) vom Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls; iii) von der Hinterlegung jeder Urkunde zur Kündigung dieses Protokolls unter Angabe des Zeitpunkts, zu dem die Kündigung wirksam wird; iv) von jeder Änderung dieses Protokolls. b) übermittelt allen Staaten, die dieses Protokoll unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, beglaubigte Abschriften dieses Protokolls.
Sobald dieses Protokoll in Kraft tritt, übermittelt der Generalsekretär dem Sekretariat der Vereinten Nationen eine beglaubigte Abschrift des Protokolls zur Registrierung und Veröffentlichung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen.
Dieses Protokoll ist in einer Urschrift in englischer und französischer Sprache abgefasst, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist. Amtliche Übersetzungen in die russische und spanische Sprache werden angefertigt und mit der unterzeichneten Urschrift hinterlegt.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Protokoll unterschrieben.Geschehen zu London am 19. November 1976.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 3. Februar | 1989 B | 4. Mai | 1989 |
| Albanien | 6. April | 1994 B | 5. Juli | 1994 |
| Antigua und Barbuda | 23. Juni | 1997 B | 21. September | 1997 |
| Aserbaidschan | 16. Juli | 2004 B | 14. Oktober | 2004 |
| Australien | 7. November | 1983 B | 5. Februar | 1984 |
| Bahamas | 3. März | 1980 | 8. April | 1981 |
| Bahrain | 3. Mai | 1996 B | 1. August | 1996 |
| Barbados | 6. Mai | 1994 B | 4. August | 1994 |
| Belgien | 15. Juni | 1989 B | 13. September | 1989 |
| Belize | 2. April | 1991 B | 1. Juli | 1991 |
| Brunei | 29. September | 1992 B | 28. Dezember | 1992 |
| Costa Rica | 8. Dezember | 1997 B | 8. März | 1998 |
| Dänemark | 3. Juni | 1981 B | 1. September | 1981 |
| Deutschland | 28. August | 1980 | 8. April | 1981 |
| El Salvador | 2. Januar | 2002 B | 2. April | 2002 |
| Finnland | 8. Januar | 1981 B | 8. April | 1981 |
| Frankreich | 7. November | 1980 | 8. April | 1981 |
| Georgien | 25. August | 1995 B | 23. November | 1995 |
| Griechenland | 10. Mai | 1989 B | 8. August | 1989 |
| Indien | 1. Mai | 1987 B | 30. Juli | 1987 |
| Island | 24. März | 1994 B | 22. Juni | 1994 |
| Italien | 3. Juni | 1983 B | 1. September | 1983 |
| Japan | 24. August | 1994 B | 22. November | 1994 |
| Jemen | 4. Juni | 1979 B | 8. April | 1981 |
| Kambodscha | 8. Juni | 2001 B | 6. September | 2001 |
| Kamerun | 14. Mai | 1984 B | 12. August | 1984 |
| Kanada | 24. Januar | 1989 B | 24. April | 1989 |
| Korea (Süd-) | 8. Dezember | 1992 B | 8. März | 1993 |
| Kuwait | 1. Juli | 1981 B | 29. September | 1981 |
| Liberia | 17. Februar | 1981 B | 8. April | 1981 |
| Luxemburg | 14. Februar | 1991 B | 15. Mai | 1991 |
| Malediven | 14. Juni | 1981 B | 12. September | 1981 |
| Marshallinseln | 24. Januar | 1994 B | 24. April | 1994 |
| Mauretanien | 17. November | 1995 B | 15. Februar | 1996 |
| Mauritius | 6. April | 1995 B | 5. Juli | 1995 |
| Mexiko | 13. Mai | 1994 B | 11. August | 1994 |
| Nicaragua | 4. Juni | 1996 B | 2. September | 1996 |
| Niederlande | 3. August | 1982 B | 1. November | 1982 |
| Norwegen | 17. Juli | 1978 B | 8. April | 1981 |
| Oman | 24. Januar | 1985 B | 24. April | 1985 |
| Peru | 24. Februar | 1987 B | 25. Mai | 1987 |
| Polen* | 30. Oktober | 1985 B | 28. Januar | 1986 |
| Portugal | 2. Januar | 1986 B | 2. April | 1986 |
| Russland* | ||||
| Saudi-Arabien | 15. April | 1993 B | 14. Juli | 1993 |
| Schweden | 7. Juli | 1978 | 8. April | 1981 |
| Schweiz* | 15. Dezember | 1987 B | 14. März | 1988 |
| Singapur | 15. Dezember | 1981 B | 15. März | 1982 |
| Spanien | 22. Oktober | 1981 B | 20. Januar | 1982 |
| Vanuatu | 13. Januar | 1989 B | 13. April | 1989 |
| Venezuela | 21. Januar | 1992 B | 20. April | 1992 |
| Vereinigte Arabische Emirate | 14. März | 1984 B | 12. Juni | 1984 |
| Zypern | 19. Juni | 1989 B | 17. September | 1989 |
| * Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. | ||||
| PolenPolen wird nunmehr die finanziellen Verbindlichkeiten im Fall der Beschränkung der Haftung der Eigentümer von Seeschiffen und der Haftung im Rahmen des Internationalen Fonds zur Entschädigung für Ölverschmutzungsschäden auf der Grundlage des Sonderziehungsrechts des Internationalen Währungsfonds berechnen.Diese Sonderziehungsrechte werden jedoch nach der von Polen bestimmten Methode umgerechnet, da Polen nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist. Die Umrechnungsmethode ist folgende: Die polnische Nationalbank wird einen Wechselkurs von Sonderziehungsrecht zu polnischem Zloty festsetzen, indem sie das Sonderziehungsrecht entsprechend den von Reuter veröffentlichten jeweils gültigen Wechselkursen in US-Dollar umrechnet. Der Betrag in US-Dollar wird dann zu dem von der polnischen Nationalbank ihrer jeweils gültigen Tabelle der Kurse fremder Währungen entnommenen Wechselkurs in polnischen Zloty umgerechnet.Die genannte Berechnungsmethode steht im Einklang mit Artikel II Absatz 9 Buchstabe a*(in fine)* des Protokolls zum Internationalen Übereinkommen über die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden und Artikel II des Protokolls zum Internationalen Übereinkommen über die Errichtung eines Internationalen Fonds zur Entschädigung für Ölverschmutzungsschäden.RusslandGemäss Artikel V Absatz 9c) des Internationalen Übereinkommens von 1969 über die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden, im Wortlaut von Artikel II des Protokolls von 1976 zum erwähnten Übereinkommen, wird erklärt, dass der in russischen Rubeln ausgedrückte Wert des «Sonderziehungsrechts» berechnet wird auf der Grundlage des Wechselkurses des Dollars der Vereinigten Staaten gegenüber dem «Sonderziehungsrecht», wie er vom Internationalen Währungsfonds am Tag der Berechnung festgelegt wird und auf der Grundlage des Wechselkurses des Dollars der Vereinigten Staaten gegenüber dem russischen Rubel, wie er von der Staatsbank Russland am selben Tag festgelegt wird.SchweizDer schweizerische Bundesrat erklärt, mit Bezug auf Artikel V Absatz 9 Buchstaben a und c des Internationalen Übereinkommens von 1969 über die zivilrechtliche Haftung für Ölverschmutzungsschäden, die aufgrund von Artikel II des Protokolls vom 19. November 1976 eingeführt worden sind, dass die Schweiz den in Sonderziehungsrechten (SZR) ausgedrückten Wert ihrer Landeswährung wie folgt berechnet:Die Schweizerische Nationalbank (SNB) meldet täglich dem Internationalen Währungsfond (IWF) den Mittelkurs des Dollars der Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Devisenmarkt von Zürich. Der in Schweizerfranken ausgedrückte Gegenwert eines SZR bestimmt sich nach diesem Dollarkurs und dem vom IWF errechneten Kurs des Dollars zu den SZR. Basierend auf diesen Werten errechnet die SNB einen Mittelkurs des SZR, den sie in ihrem Monatsbericht veröffentlicht. |
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