0.814.32•Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung
0.814.32Multilateral International Treaty04.08.1983
Abgeschlossen in Genf am 13. November 1979
Von der Bundesversammlung genehmigt am 17. März 19832
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 6. Mai 1983
In Kraft getreten für die Schweiz am 4. August 1983
(Stand am 17. Juli 2008)
Die Vertragsparteien dieses Übereinkommens,
gewillt, die Beziehungen und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu fördern;
im Bewusstsein der Bedeutung der Tätigkeiten der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa für die Verstärkung dieser Beziehungen und Zusammenarbeit, insbesondere auf dem Gebiet der Luftverunreinigung, einschliesslich des weiträumigen Transports von luftverunreinigenden Stoffen;
in Anerkennung des Beitrags der Wirtschaftskommission für Europa zur mehrseitigen Durchführung der einschlägigen Bestimmungen der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa;
in Kenntnis der Hinweise in dem der Umwelt gewidmeten Kapitel der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, in dem eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Luftverunreinigung und ihrer Auswirkungen, einschliesslich des weiträumigen Transports von luftverunreinigenden Stoffen, und bei der Aufstellung eines umfassenden Programms zur Überwachung und Beurteilung des weiträumigen Transports von luftverunreinigenden Stoffen, beginnend mit Schwefeldioxid und möglicherweise später andere luftverunreinigende Stoffe einbeziehend, im Rahmen internationaler Zusammenarbeit gefordert wird;
im Hinblick auf die einschlägigen Bestimmungen der Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen, insbesondere auf den Grundsatz 21, in dem die allgemeine Überzeugung ausgedrückt wird, dass die Staaten nach der Charta der Vereinten Nationen3und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht haben, ihre eigenen Naturschätze gemäss ihrer eigenen Umweltpolitik zu nutzen, sowie die Pflicht, dafür zu sorgen, dass durch Tätigkeiten, die innerhalb ihres Hoheitsbereichs oder unter ihrer Kontrolle ausgeübt werden, der Umwelt in anderen Staaten oder in Gebieten ausserhalb der nationalen Hoheitsbereiche kein Schaden zugefügt wird;
in Anerkennung der Möglichkeit, dass die Luftverunreinigung, einschliesslich der grenzüberschreitenden Luftverunreinigung, früher oder später schädliche Auswirkungen hat;
besorgt darüber, dass der voraussichtliche Anstieg des Emissionsniveaus von luftverunreinigenden Stoffen in der Region solche schädlichen Auswirkungen verstärken kann;
in Anerkennung der Notwendigkeit, die Folgen des weiträumigen Transports von luftverunreinigenden Stoffen zu untersuchen und sich um Lösungen für die aufgezeigten Probleme zu bemühen;
ihre Bereitschaft bekräftigend, die aktive internationale Zusammenarbeit zu verstärken, um eine angemessene nationale Politik zu entwickeln und durch den Austausch von Informationen, Konsultationen, Forschungs‑ und Überwachungsarbeiten die Massnahmen der einzelnen Staaten zur Bekämpfung der Luftverunreinigung, einschliesslich der weiträumigen grenzüberschreitenden Luftverunreinigung, zu koordinieren,
sind wie folgt übereingekommen:
Im Sinne dieses Übereinkommens
Unter gebührender Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten und Probleme sind die Vertragsparteien entschlossen, den Menschen und seine Umwelt gegen Luftverunreinigung zu schützen; sie bemühen sich, die Luftverunreinigung einschliesslich der weiträumigen grenzüberschreitenden Luftverunreinigung einzudämmen und soweit wie möglich schrittweise zu verringern und zu verhindern.
Die Vertragsparteien entwickeln im Rahmen dieses Übereinkommens durch Informationsaustausch, Konsultationen, Forschungs‑ und Überwachungsarbeiten ohne ungebührliche Verzögerung Politiken und Strategien, die der Bekämpfung der Einleitung von luftverunreinigenden Stoffen dienen sollen; dabei werden die Bemühungen berücksichtigt, die bereits auf nationaler und internationaler Ebene unternommen worden sind.
Die Vertragsparteien tauschen Informationen aus und überprüfen ihre Politik, ihre wissenschaftlichen Tätigkeiten und technischen Massnahmen, die darauf abzielen, die Einleitung von luftverunreinigenden Stoffen, die schädliche Auswirkungen haben können, soweit wie möglich zu bekämpfen und dadurch zur Verringerung der Luftverunreinigung, einschliesslich der weiträumigen grenzüberschreitenden Luftverunreinigung, beizutragen.
Zwischen Vertragsparteien, die von einer weiträumigen grenzüberschreitenden Luftverunreinigung tatsächlich betroffen oder durch eine solche Verunreinigung erheblich gefährdet sind, und Vertragsparteien, in deren Hoheitsbereich durch Tätigkeiten, die dort durchgeführt oder in Aussicht genommen werden, ein wesentlicher Beitrag zur weiträumigen grenzüberschreitenden Luftverunreinigung seinen Ursprung nimmt oder nehmen könnte, werden auf entsprechendes Ersuchen frühzeitig Konsultationen abgehalten.
Unter Berücksichtigung der Artikel 2–5, der laufenden Forschungsarbeiten, des Austausches von Informationen und der Überwachung und ihrer Ergebnisse, der Kosten und der Wirksamkeit örtlicher und sonstiger Abhilfemassnahmen und zur Bekämpfung der Luftverunreinigung, insbesondere der aus neuen oder umgebauten Anlagen stammenden, verpflichtet sich jede Vertragspartei, die bestmöglichen Politiken und Strategien einschliesslich der Systeme der Luftreinhaltung und der dazugehörigen Kontrollmassnahmen zu erarbeiten, die mit einer ausgewogenen Entwicklung vereinbar sind, vor allem durch den Einsatz der besten verfügbaren und wirtschaftlich vertretbaren Technologie sowie abfallarmer und abfallfreier Technologien.
Die Vertragsparteien nehmen entsprechend ihrem Bedarf Forschungs‑ und/oder Entwicklungsarbeiten, bei denen sie zusammenarbeiten, in folgenden Bereichen auf:
Die Vertragsparteien tauschen im Rahmen des in Artikel 10 genannten Exekutivorgans oder auf zweiseitiger Ebene in gemeinsamem Interesse verfügbare Informationen aus:
Die Vertragsparteien betonen die Notwendigkeit der Durchführung des bestehenden «Programms über die Zusammenarbeit bei der Messung und Bewertung der weiträumigen Übertragung von luftverunreinigenden Stoffen in Europa» (im Folgenden als «EMEP» bezeichnet); hinsichtlich der Weiterentwicklung dieses Programms betonen sie einvernehmlich folgendes:
3. Das Exekutivorgan nutzt die Dienste des Lenkungsorgans des EMEP, damit dieses eine wesentliche Rolle bei der Durchführung dieses Übereinkommens spielt, insbesondere im Hinblick auf die Sammlung von Daten und auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit.
4. Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben verwendet das Exekutivorgan nach Bedarf auch Informationen, die von anderen zuständigen internationalen Organisationen stammen.
Der Exekutivsekretär der Wirtschaftskommission für Europa nimmt folgende Sekretariatsaufgaben für das Exekutivorgan wahr:
Entsteht zwischen zwei oder mehr Vertragsparteien dieses Übereinkommens eine Streitigkeit über seine Auslegung oder Anwendung, so bemühen sich diese Vertragsparteien um eine Lösung durch Verhandlungen oder durch ein anderes Verfahren der Beilegung, das für die Streitparteien annehmbar ist.
Eine Vertragspartei kann jederzeit nach Ablauf von fünf Jahren nach dem Zeitpunkt, zu dem dieses Übereinkommen für sie in Kraft getreten ist, durch eine an den Verwahrer gerichtete schriftliche Notifikation von dem Übereinkommen zurücktreten. Der Rücktritt wird am neunzigsten Tag nach dem Eingang der Notifikation bei dem Verwahrer wirksam.
Die Urschrift dieses Übereinkommens, dessen englischer, französischer und russischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommens unterschrieben.Geschehen zu Genf am 13. November 1979.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Albanien | 2. Dezember | 2005 B | 2. März | 2006 | ||||
| Armenien | 21. Februar | 1997 B | 22. Mai | 1997 | ||||
| Aserbaidschan | 3 Juli | 2002 B | 1. Oktober | 2002 | ||||
| Belarus | 13. Juni | 1980 | 16. März | 1983 | ||||
| Belgien | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Bosnien und Herzegowina | 1. September | 1993 N | 6. März | 1992 | ||||
| Bulgarien | 9. Juni | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Dänemark | 18. Juni | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Deutschland | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Estland | 7. März | 2000 B | 5. Juni | 2000 | ||||
| Europäische Gemeinschaft (EG/EU/EWG) | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Finnland | 15. April | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Frankreich | 3. November | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Georgien | 11. Februar | 1999 B | 12. Mai | 1999 | ||||
| Griechenland | 30. August | 1983 | 28. November | 1983 | ||||
| Irland | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Island | 5. Mai | 1983 | 3. August | 1983 | ||||
| Italien | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Kanada | 15. Dezember | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Kasachstan | 11. Januar | 2001 B | 11. April | 2001 | ||||
| Kirgisistan | 25. Mai | 2000 B | 23. August | 2000 | ||||
| Kroatien | 21. September | 1992 N | 8. Oktober | 1991 | ||||
| Lettland | 15. Juli | 1994 B | 13. Oktober | 1994 | ||||
| Liechtenstein | 22. November | 1983 | 20. Februar | 1984 | ||||
| Litauen | 25. Januar | 1994 B | 25. April | 1994 | ||||
| Luxemburg | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Malta | 14. März | 1997 B | 12. Juni | 1997 | ||||
| Mazedonien | 30. Dezember | 1997 N | 17. September | 1991 | ||||
| Moldau | 9. Juni | 1995 B | 7. September | 1995 | ||||
| Monaco | 27. August | 1999 B | 25. November | 1999 | ||||
| Montenegro | 23. Oktober | 2006 N | 3. Juni | 2006 | ||||
| Niederlandea | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Norwegen | 13. Februar | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Österreich | 16. Dezember | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Polen | 19. Juli | 1985 | 17. Oktober | 1985 | ||||
| Portugal | 29. September | 1980 | 16. März | 1983 | ||||
| Rumänien | 27. Februar | 1991 | 28. Mai | 1991 | ||||
| Russland | 22. Mai | 1980 | 16. März | 1983 | ||||
| Schweden | 12. Februar | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Schweiz | 6. Mai | 1983 | 4. August | 1983 | ||||
| Serbien | 12. März | 2001 N | 27. April | 1992 | ||||
| Slowakei | 28. Mai | 1993 N | 1. Januar | 1993 | ||||
| Slowenien | 6. Juli | 1992 N | 25. Juni | 1991 | ||||
| Spanien | 15. Juni | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Tschechische Republik | 30. September | 1993 N | 1. Januar | 1993 | ||||
| Türkei | 18. April | 1983 | 17. Juli | 1983 | ||||
| Ukraine | 5. Juni | 1980 | 16. März | 1983 | ||||
| Ungarn | 22. September | 1980 | 16. März | 1983 | ||||
| Vereinigtes Königreich | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Akrotiri und Dhekelia | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Gibraltar | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Guernsey | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Insel Man | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Jersey | 15. Juli | 1982 | 16. März | 1983 | ||||
| Vereinigte Staaten | 30. November | 1981 | 16. März | 1983 | ||||
| Zypern | 20. November | 1991 B | 18. Februar | 1992 | ||||
| a Das Übereinkommen gilt für das Königreich in Europa. |
Übersetzung aus dem französischen und englischen Originaltext. Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung. ↩
AS 1983 886 ↩
SR 0.120 ↩
Dieses Übereinkommen enthält keine Bestimmung über die Haftung der Staaten im Zusammenhang mit Schäden. ↩
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