0.822.723.2•Übereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub
0.822.723.2Multilateral International Treaty09.07.1993
(Neufassung vom Jahre 1970)
Abgeschlossen in Genf am 24. Juni 1970
Von der Bundesversammlung genehmigt am 28. Januar 19921
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 9. Juli 1992
In Kraft getreten für die Schweiz am 9. Juli 1993
(Stand am 2. Juni 2025)
Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation,
die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist,
hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den bezahlten Urlaub, eine Frage, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und
dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen.
Die Konferenz nimmt heute, am 24. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Neufassung), 1970, bezeichnet wird:
Die Bestimmungen dieses Übereinkommens sind durch die innerstaatliche Gesetzgebung durchzuführen, soweit ihre Durchführung nicht durch Gesamtarbeitsverträge, Schiedssprüche, gerichtliche Entscheidungen, amtliche Verfahren zur Lohnfestsetzung oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise erfolgt, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint.
Ein Arbeitnehmer, der eine Mindestdienstzeit zurückgelegt hat, wie sie nach Artikel 5 Absatz 1 dieses Übereinkommens verlangt werden kann, hat bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf einen bezahlten Urlaub im Verhältnis zu der Dienstzeit, für die er keinen solchen Urlaub erhalten hat, oder auf eine Urlaubsabgeltung oder ein gleichwertiges Urlaubsguthaben.
Jede Vereinbarung über die Abdingung des Anspruchs auf den in Artikel 3 Absatz 3 dieses Übereinkommens vorgeschriebenen bezahlten Mindestjahresurlaub oder über den Verzicht auf diesen Urlaub gegen Entschädigung oder auf irgendeine andere Art hat je nach den Verhältnissen des betreffenden Landes als nichtig zu gelten oder ist zu verbieten.
Von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land können besondere Regelungen für Fälle festgelegt werden, in denen der Arbeitnehmer während des Urlaubs eine Erwerbstätigkeit ausübt, die mit dem Urlaubszweck unvereinbar ist.
Es sind mit der Art der Durchführung dieses Übereinkommens im Einklang stehende wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften oder Bestimmungen über den bezahlten Urlaub durch eine angemessene Aufsicht oder durch sonstige Mittel zu gewährleisten.
2. Jedes Mitglied hat in seiner Ratifikationsurkunde anzugeben, ob es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen, für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen oder für beide Personengruppen übernimmt.
3. Jedes Mitglied, das bei der Ratifikation die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen entweder nur für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen oder nur für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen übernommen hat, kann in der Folge dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes mitteilen, dass es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für alle Personengruppen übernimmt, für die dieses Übereinkommen gilt.
Dieses Übereinkommen ändert das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, und das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nach Massgabe der folgenden Bestimmungen:
Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen.
Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen3vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen.
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll.
Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend.
| Vertragsstaaten | Ratifikation Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Armeniena | 27. Januar | 2006 | 27. Januar | 2007 | |
| Aserbaidschanb | 20. Mai | 2016 | 20. Mai | 2016 | |
| Belarusc | 13. Februar | 2020 | 13. Februar | 2021 | |
| Belgiend | 2. Juni | 2003 | 2. Juni | 2004 | |
| Bosnien und Herzegowinae | 2. Juni | 1993 N | 2. Juni | 1993 | |
| Brasilienf | 23. September | 1998 | 23. September | 1999 | |
| Burkina Fasob | 12. Juli | 1974 | 12. Juli | 1975 | |
| Deutschlande | 1. Oktober | 1975 | 1. Oktober | 1976 | |
| Finnlandg | 15. Januar | 1990 | 15. Januar | 1991 | |
| Guineab | 2. Juni | 1977 | 2. Juni | 1978 | |
| Irakh | 19. Februar | 1974 | 19. Februar | 1975 | |
| Irlandi | 20. Juni | 1974 | 20. Juni | 1975 | |
| Italienh | 28. Juli | 1981 | 28. Juli | 1982 | |
| Jemenj | 1. November | 1976 | 1. November | 1977 | |
| Kamerunh | 7. August | 1973 | 7. August | 1974 | |
| Keniab | 9. April | 1979 | 9. April | 1980 | |
| Kroatiene | 8. Oktober | 1991 N | 8. Oktober | 1991 | |
| Lettlandk | 10. Juni | 1994 | 10. Juni | 1995 | |
| Luxemburgl | 1. Oktober | 1979 | 1. Oktober | 1980 | |
| Madagaskarh | 8. Februar | 1972 | 30. Juni | 1973 | |
| Maltab | 9. Juni | 1988 | 9. Juni | 1989 | |
| Moldaug | 27. Januar | 1998 | 27. Januar | 1999 | |
| Montenegroe | 3. Juni | 2006 N | 3. Juni | 2006 | |
| Nordmazedoniene | 17. November | 1991 N | 17. November | 1991 | |
| Norwegeng | 22. Juni | 1973 | 22. Juni | 1974 | |
| Portugalm | 17. März | 1981 | 17. März | 1982 | |
| Ruandan | 13. Mai | 1991 | 13. Mai | 1992 | |
| Russlanda | 6. September | 2010 | 6. September | 2011 | |
| Schwedeno | 7. Juni | 1978 | 7. Juni | 1979 | |
| Schweizp | 9. Juli | 1992 | 9. Juli | 1993 | |
| Serbiene | 24. November | 2000 N | 12. Mai | 1976 | |
| Sloweniene | 29. Mai | 1992 N | 29. Mai | 1992 | |
| Spanieni | 30. Juni | 1972 | 30. Juni | 1973 | |
| Tschadg | 15. Dezember | 2000 | 15. Dezember | 2001 | |
| Tschechische Republikh | 23. August | 1996 | 23. August | 1997 | |
| Ukraineg | 25. Oktober | 2001 | 25. Oktober | 2002 | |
| Ungarnq | 19. August | 1998 | 19. August | 1999 | |
| Uruguayq | 2. Juni | 1977 | 2. Juni | 1978 | |
| Usbekistanb | 6. Januar | 2025 | 6. Januar | 2026 | |
| a | Angegebene Urlaubsdauer: 28 Tage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| b | Angegebene Urlaubsdauer: 21 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| c | Angegebene Urlaubsdauer: 1 Kalendermonat. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| d | Minimale Urlaubsdauer: 24 Tage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| e | Angegebene Urlaubsdauer: 18 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| f | Angegebene Urlaubsdauer: 30 Kalendertage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| g | Angegebene Urlaubsdauer: 24 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| h | Angegebene Urlaubsdauer: 3 Wochen. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| i | Angegebene Urlaubsdauer: 3 Wochen. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a angenommen. | ||||
| j | Angegebene Urlaubsdauer: 21 Tage für die Arbeiter und 30 Tage für die Angestellten. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a angenommen. | ||||
| k | Angegebene Urlaubsdauer: 4 Wochen. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| l | Angegebene Urlaubsdauer: 25 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| m | Angegebene Urlaubsdauer: 21 Tage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| n | Angegebene Urlaubsdauer: 18 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a angenommen. | ||||
| o | Angegebene Urlaubsdauer: 5 Wochen. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| p | Angegebene Urlaubsdauer: 4 Wochen für die Arbeitnehmer und 5 Wochen für die noch nicht 20 Jährigen. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. | ||||
| q | Angegebene Urlaubsdauer: 20 Werktage. Hat die Bestimmungen von Art. 15 Abs. 1 Bst. a und b angenommen. |
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