0.922.74•Internationales Übereinkommen zur Regelung des Walfangs
0.922.74Multilateral International Treaty29.05.1980
Abgeschlossen in Washington am 2. Dezember 1946
Von der Bundesversammlung genehmigt am 4. März 19801
Beitritt der Schweiz notifiziert am 29. Mai 1980
In Kraft getreten für die Schweiz am 29. Mai 1980
(Stand am 14. November 2019)
Die Regierungen, deren ordnungsgemäss bevollmächtigte Vertreter dieses Übereinkommen unterzeichnet haben,
in Anerkennung des Interesses, das die Nationen der Welt daran haben, den kommenden Generationen den grossen natürlichen Reichtum zu erhalten, den die Walbestände darstellen;
in der Meinung, dass der Walfang im Laufe seiner Entwicklung dermassen zur übermässigen Ausbeutung eines Fanggrunds nach dem andern und einer Walart nach der andern geführt hat, dass es heute unerlässlich geworden ist, alle Walarten vor künftiger übermässiger Jagd zu schützen;
in der Überzeugung, dass die Walbestände auf natürliche Weise wieder zunehmen, wenn der Fang angemessen reglementiert wird und dass die Vergrösserung der Walbestände eine Erhöhung der Fangquoten erlauben wird, ohne diese natürlichen Reserven zu gefährden;
in der Überzeugung, dass es im gemeinsamen Interesse liegt, so schnell wie möglich optimale Walbestände zu erreichen, ohne indessen ausgedehnte Wirtschafts‑ und Ernährungsschwierigkeiten zu verursachen;
in der Überzeugung, dass auf dem Weg zu diesem Ziel der Walfang auf jene Arten beschränkt werden sollte, welche die Ausbeutung am besten ertragen, um so gewissen stark dezimierten Arten eine Erholungspause zu gönnen;
in der Absicht, ein internationales Reglementierungssystem für den Walfang zu schaffen, um die vernünftige und wirksame Erhaltung und Entwicklung der Walbestände zu sichern, gestützt auf die Bestimmungen des Londoner Internationalen Abkommens über die Reglementierung des Walfangs vom 8. Juni 1937 und die Protokolle dazu vom 24. Juni 1938 und 26. November 1945;
entschlossen, eine Vereinbarung zur vernünftigen Erhaltung der Walbestände zu treffen und so die geordnete Entwicklung der Walfangindustrie zu ermöglichen, sind übereingekommen:
Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet:
1.3Die Kommission kann von Zeit zu Zeit die Bestimmungen des Anhangs durch die Aufnahme von Vorschriften zur Erhaltung und Nutzung der Walbestände ändern, indem sie die folgenden Einzelheiten festsetzt:
2. Diese Änderungen des Anhangs sollen:
a. zur Erreichung des Ziels und Zwecks dieser Vereinbarung notwendig sein und die Erhaltung, Vermehrung und optimale Nutzung der Walbestände sicherstellen;
b. wissenschaftlich abgestützt sein;
c. weder Beschränkungen der Zahl und Nationalität von Mutterschiffen und Landstationen enthalten noch irgendeinem Mutterschiff, irgendeiner Landstation oder irgendwelchen Gruppen von Mutterschiffen oder Landstationen besondere Quoten zuweisen;
d. die Interessen der Verbraucher von Walprodukten und der Walfangindustrie berücksichtigen.
3. Jede solche Änderung wird für die vertragschliessenden Regierungen innert neunzig Tagen seit der Mitteilung der Änderung an jede vertragschliessende Regierung durch die Kommission rechtskräftig, ausser in folgenden Fällen:
a. wenn eine Regierung vor Ablauf dieser neunzigtägigen Frist bei der Kommission Einspruch gegen eine Änderung erhebt, wird die Änderung für eine weitere Frist von neunzig Tagen für keine Regierung rechtskräftig;
b. in diesem Fall kann jede andere vertragschliessende Regierung vor Ablauf der zusätzlichen neunzigtägigen Frist oder innert dreissig Tagen nach Eingang des letzten Einspruchs innerhalb der zusätzlichen neunzigtägigen Frist, wobei das spätere Datum ausschlaggebend ist, ihrerseits Einspruch gegen die Änderung erheben;
c. danach wird die Änderung für jede vertragschliessende Regierung, die keinen Einspruch erhoben hat, rechtsgültig; sie wird aber für jene Regierungen, die Einspruch erhoben haben, nicht rechtsgültig, bis sie den Einspruch zurückziehen. Die Kommission benachrichtigt jede vertragschliessende Regierung unmittelbar nach Erhalt eines jeden Einspruchs und Rückzugs, und jede vertragschliessende Regierung bestätigt den Empfang einer jeden Benachrichtigung über Änderungen, Einsprüche und Rückzüge.
4. Keine Änderung wird vor dem 1. Juli 1949 rechtskräftig.
Die Kommission kann von Zeit zu Zeit an eine oder alle der vertragschliessenden Regierungen Empfehlungen zu allen Fragen abgeben, die im Zusammenhang mit dem Wal oder Walfang oder dem Ziel und Zweck dieser Vereinbarung stehen.
Die vertragschliessenden Regierungen sorgen dafür, dass Mitteilungen sowie statistische und andere Informationen, die von diesem Übereinkommen vorgeschrieben werden, in einer von der Kommission festgelegten Art und Weise unverzüglich an das Internationale Büro für Walfangstatistik in Sandefjord, Norwegen, oder an andere von der Kommission bezeichnete Körperschaften weitergeleitet werden.
Jede vertragschliessende Regierung kann auf den 30. Juni eines jeden Jahres von diesem Übereinkommen zurücktreten, wenn sie die Depositarregierung spätestens am 1. Januar desselben Jahrs davon unterrichtet. Die Depositarregierung bringt eine solche Mitteilung nach ihrem Empfang unverzüglich den andern vertragschliessenden Regierungen zur Kenntnis. Jede andere vertragschliessende Regierung kann ihrerseits innert einem Monat nach Empfang der Kopie einer solchen Mitteilung von der Depositarregierung seinen Rücktritt erklären, so dass das Übereinkommen am dreissigsten Juni desselben Jahres für die Regierungen, die auf diese Weise ihren Rücktritt erklären, ausser Kraft tritt.
Dieses Übereinkommen trägt das Datum, an dem es zur Unterzeichnung aufgelegt wurde, und es liegt von da an während einer Frist von 14 Tagen zur Unterzeichnung auf.
Zeugnis dessen haben die Unterzeichneten, dazu ordnungsgemäss bevollmächtigt, dieses Übereinkommen unterzeichnet.Gegeben zu Washington am 2. Dezember 1946 in einem Original in englischer Sprache, das in den Archiven der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika verwahrt werden soll. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird allen andern unterzeichnenden und beitretenden Regierungen beglaubigte Abschriften davon übermitteln.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Antigua und Barbuda | 21. Juli | 1982 B | 21. Juli | 1982 |
| Argentinien** | 18. Mai | 1960 | 18. Mai | 1960 |
| Australien** | 1. Dezember | 1947 | 10. November | 1948 |
| Belgien | 14. Juli | 2004 B | 14. Juli | 2004 |
| Belize | 17. Juni | 2003 B | 17. Juni | 2003 |
| Benin | 26. April | 2002 B | 26. April | 2002 |
| Brasilien** | 4. Januar | 1974 B | 4. Januar | 1974 |
| Bulgarien | 10. August | 2009 B | 10. August | 2009 |
| Chile* ** | 6. Juli | 1979 | 6. Juli | 1979 |
| China* | 24. September | 1980 B | 24. September | 1980 |
| Hongkong | 3. Juni | 1997 | 1. Juli | 1997 |
| Costa Rica | 24. Juli | 1981 B | 24. Juli | 1981 |
| Côte d’Ivoire | 8. Juli | 2004 B | 8. Juli | 2004 |
| Dänemark | 23. Mai | 1950 | 23. Mai | 1950 |
| Deutschland** | 2. Juli | 1982 B | 2. Juli | 1982 |
| Dominica | 18. Juni | 1992 B | 18. Juni | 1992 |
| Dominikanische Republik | 30. Juli | 2008 B | 30. Juli | 2008 |
| Ecuador | 10. Mai | 2007 | 10. Mai | 2007 |
| Eritrea | 10. Oktober | 2007 B | 10. Oktober | 2007 |
| Estland | 7. Januar | 2009 B | 7. Januar | 2009 |
| Finnland | 23. Februar | 1983 B | 23. Februar | 1983 |
| Frankreich** | 3. Dezember | 1948 | 3. Dezember | 1948 |
| Gabun | 8. Mai | 2002 | 8. Mai | 2002 |
| Gambia | 17. Mai | 2005 B | 17. Mai | 2005 |
| Ghana | 17. Juli | 2009 B | 17. Juli | 2009 |
| Grenada | 7. April | 1993 B | 7. April | 1993 |
| Guinea | 21. Juni | 2000 B | 21. Juni | 2000 |
| Guinea-Bissau | 29. Mai | 2007 B | 29. Mai | 2007 |
| Indien | 9. März | 1981 B | 9. März | 1981 |
| Irland | 2. Januar | 1985 B | 2. Januar | 1985 |
| Island* | 10. Oktober | 2002 B | 10. Oktober | 2002 |
| Israel | 7. Juni | 2006 B | 7. Juni | 2006 |
| Italien** | 12. Februar | 1998 B | 12. Februar | 2002 |
| Kambodscha | 1. Juni | 2006 B | 1. Juni | 2006 |
| Kamerun | 14. Juni | 2005 B | 14. Juni | 2005 |
| Kenia | 2. Dezember | 1981 B | 2. Dezember | 1981 |
| Kiribati | 28. Dezember | 2004 B | 28. Dezember | 2004 |
| Kolumbien | 22. März | 2011 B | 22. März | 2011 |
| Kongo (Brazzaville) | 29. Mai | 2008 B | 29. Mai | 2008 |
| Korea (Süd-) | 29. Dezember | 1978 B | 29. Dezember | 1978 |
| Kroatien | 10. Januar | 2007 B | 10. Januar | 2007 |
| Laos | 22. Mai | 2007 B | 22. Mai | 2007 |
| Liberia | 10. August | 2018 B | 10. August | 2018 |
| Litauen | 25. November | 2008 B | 25. November | 2008 |
| Luxemburg | 10. Juni | 2005 B | 10. Juni | 2005 |
| Mali | 17. August | 2004 B | 17. August | 2004 |
| Marokko | 12. Februar | 2001 B | 12. Februar | 2001 |
| Marshallinseln | 1. Juni | 2006 B | 1. Juni | 2006 |
| Mauretanien | 23. Dezember | 2003 B | 23. Dezember | 2003 |
| Mexiko** | 30. Juni | 1949 B | 30. Juni | 1949 |
| Monaco** | 15. März | 1982 B | 15. März | 1982 |
| Mongolei | 16. Mai | 2002 | 16. Mai | 2002 |
| Nauru | 15. Juni | 2005 B | 15. Juni | 2005 |
| Neuseeland** | 15. Juni | 1976 B | 15. Juni | 1976 |
| Nicaragua | 5. Juni | 2003 B | 5. Juni | 2003 |
| Niederlande** | 14. Juni | 1977 B | 14. Juni | 1977 |
| Aruba | 9. Januar | 1986 | 1. Januar | 1986 |
| Curaçao | 14. Juni | 1977 B | 14. Juni | 1977 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 14. Juni | 1977 B | 14. Juni | 1977 |
| Sint Maarten | 14. Juni | 1977 B | 14. Juni | 1977 |
| Norwegen** | 3. März | 1948 | 10. November | 1948 |
| Oman | 15. Juli | 1980 B | 15. Juli | 1980 |
| Österreich | 20. Mai | 1994 B | 20. Mai | 1994 |
| Palau | 8. Mai | 2002 | 8. Mai | 2002 |
| Panama | 12. Juni | 2001 | 12. Juni | 2001 |
| Peru* ** | 18. Juni | 1979 | 18. Juni | 1979 |
| Polen | 17. April | 2009 B | 17. April | 2009 |
| Portugal | 14. Mai | 2002 | 14. Mai | 2002 |
| Rumänien | 9. April | 2008 B | 9. April | 2008 |
| Russland | 11. September | 1948 | 10. November | 1948 |
| Salomoninseln | 10. Mai | 1993 B | 10. Mai | 1993 |
| San Marino** | 16. April | 2002 B | 16. April | 2002 |
| São Tomé und Príncipe | 18. Mai | 2018 B | 18. Mai | 2018 |
| Schweden** | 15. Juni | 1979 B | 15. Juni | 1979 |
| Schweiz | 29. Mai | 1980 B | 29. Mai | 1980 |
| Senegal | 15. Juli | 1982 B | 15. Juli | 1982 |
| Slowakei | 22. März | 2005 B | 22. März | 2005 |
| Slowenien | 20. September | 2006 B | 20. September | 2006 |
| Spanien** | 6. Juli | 1979 B | 6. Juli | 1979 |
| St. Kitts und Nevis | 24. Juni | 1992 B | 24. Juni | 1992 |
| St. Lucia | 29. Juni | 1981 B | 29. Juni | 1981 |
| St. Vincent und die Grenadinen | 22. Juli | 1981 B | 22. Juli | 1981 |
| Südafrika | 5. Mai | 1948 | 10. November | 1948 |
| Suriname | 14. Juli | 2004 B | 14. Juli | 2004 |
| Tansania | 23. Juni | 2008 B | 23. Juni | 2008 |
| Togo | 15. Juni | 2005 B | 15. Juni | 2005 |
| Tschechische Republik | 26. Januar | 2005 B | 26. Januar | 2005 |
| Tuvalu | 30. Juni | 2004 B | 30. Juni | 2004 |
| Ungarn | 1. Juni | 2004 B | 1. Juni | 2004 |
| Uruguay | 27. September | 2007 B | 27. September | 2007 |
| Vereinigtes Königreich* ** | 17. Juni | 1947 | 10. November | 1948 |
| Vereinigte Staaten** | 18. Juli | 1947 | 10. November | 1948 |
| Zypern | 26. Februar | 2007 B | 26. Februar | 2007 |
| * Vorbehalte und Erklärungen. ** Einwendungen. Die Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Organisation der Vereinten Nationen (UNO):http://treaties.un.orgeingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. |
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