0.923.05•Übereinkommen über die Fischerei und die Erhaltung der biologischen Reichtümer der Hohen See
0.923.05Multilateral International Treaty17.06.1966
Abgeschlossen in Genf am 29. April 1958
Von der Bundesversammlung genehmigt am 14. Dezember 19652
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 18. Mai 1966
In Kraft getreten für die Schweiz am 17. Juni 1966
(Stand am 24. Februar 2016)
Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens,
in der Erwägung, dass die Entwicklung moderner Verfahren zur Ausbeutung der biologischen Reichtümer der See die Menschen in steigendem Masse befähigt, den Nahrungsbedarf der ständig wachsenden Bevölkerung der Welt zu decken, und dass deshalb diese Reichtümer teilweise der Gefahr des Raubbaus ausgesetzt sind,
in der Erwägung, dass die Art der Probleme, die mit der Erhaltung der biologischen Reichtümer der Hohen See zusammenhängen, eindeutig eine Lösung erfordert, die – soweit irgend möglich – auf dem gemeinsamen Vorgehen aller beteiligten Staaten im Wege internationaler Zusammenarbeit beruht,
haben folgendes vereinbart:
2. Jeder Staat ist verpflichtet, von sich aus oder im Zusammenwirken mit anderen Staaten hinsichtlich seiner Staatsangehörigen die erforderlichen Massnahmen zur Erhaltung der biologischen Reichtümer der Hohen See zu treffen.
Im Sinne dieses Übereinkommens bezeichnet der Ausdruck «Erhaltung der biologischen Reichtümer der Hohen See» die Gesamtheit der Massnahmen, die unter Aufrechterhaltung einer möglichst reichlichen laufenden Versorgung mit Nahrungsmitteln und sonstigen Erzeugnissen aus dem Meer den optimalen dauernden Ertrag ermöglichen. Die Programme zur Erhaltung dieser Reichtümer sind so zu gestalten, dass sie in erster Linie der menschlichen Ernährung dienen.
Ein Staat, dessen Staatsangehörige den Fang einer oder mehrerer Bestände an Fischen oder sonstigen biologischen Meeresreichtümer in einer Zone der Hohen See betreiben, in der Staatsangehörige anderer Staaten nicht fischen, trifft nötigenfalls in bezug auf seine Staatsangehörigen Massnahmen zur Erhaltung der in Frage kommenden Reichtümer.
3. Entsteht ein Streit über die Rechtsgültigkeit dieser Massnahmen, so bleiben sie in Kraft, solange der Streit nicht gemäss den einschlägigen Bestimmnungen dieses Übereinkommens beigelegt ist.
4. Nehmen die anderen beteiligten Staaten diese Massnahme nicht an, so kann jede Partei das in Artikel 9 vorgesehene Verfahren einleiten. Vorbehältlich des Artikels 10 Absatz 2 bleiben die getroffenen Massnahmen in Kraft, solange die Sonderkommission nicht entschieden hat.
5. Kommen die Küsten mehrerer Staaten in Frage, so finden die in Artikel 12 des Übereinkommens über das Küstenmeer und die Anschlusszone3niedergelegten Grundsätze der geographischen Abgrenzung Anwendung.
Die Entscheide der Sonderkommission sind für die beteiligten Staaten verbindlich; Artikel 94 Absatz 2 der Charta der Vereinten Nationen5findet Anwendung. Sind dem Entscheid Empfehlungen beigefügt, so sind diese in grösstmöglichstem Umfang zu berücksichtigen.
In den Artikeln 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 8 bezeichnet der Ausdruck «Staatsangehörige» Fischereiboote und sonstige Fischereifahrzeuge jeder Grösse, die nach den Rechtsvorschriften des betreffenden Staates dessen Nationalität besitzen, ungeachtet der Staatsangehörigkeit der Mitglieder der Schiffsbesatzung.
Dieses Übereinkommen wird bis zum 31. Oktober 1958 für alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen oder einer ihrer Spezialorganisationen, sowie jeden anderen Staat zur Unterzeichnung aufgelegt, der von der Generalversammlung eingeladen wird, Vertragspartei des Übereinkommens zu werden.
Dieses Übereinkommen bedarf der Ratifizierung. Die Ratifikationsurkunden werden beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.
Dieses Übereinkommen steht jedem Staat, der einer der in Artikel 15 bezeichneten Kategorien angehört, zum Beitritt offen. Die Beitrittsurkunden werden beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen notifiziert allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und den anderen in Artikel 15 angeführten Staaten
Das Original dieses Übereinkommens, dessen chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt, der jedem der in Artikel 15 bezeichneten Staaten eine beglaubigte Abschrift übermittelt.
Zu Urkund dessen haben die von ihren Regierungen hierzu gehörig bevollmächtigten Unterzeichneten dieses Übereinkommen mit ihrer Unterschrift versehen.Geschehen zu Genf, am neunundzwanzigsten April neunzehnhundertachtundfünfzig.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Australien | 14. Mai | 1963 | 20. März | 1966 | |
| Belgien | 6. Januar | 1972 B | 5. Februar | 1972 | |
| Bosnien und Herzegowina | 12. Januar | 1994 N | 6. März | 1992 | |
| Burkina Faso | 4. Oktober | 1965 B | 20. März | 1966 | |
| Dänemark* | 26. September | 1968 | 26. Oktober | 1968 | |
| Dominikanische Republik | 11. August | 1964 | 20. März | 1966 | |
| Fidschi* | 25. März | 1971 | 10. Oktober | 1970 | |
| Finnland | 16. Februar | 1965 | 20. März | 1966 | |
| Frankreich | 18. September | 1970 | 18. Oktober | 1970 | |
| Haiti | 29. März | 1960 | 20. März | 1966 | |
| Jamaika* | 16. April | 1964 | 20. März | 1966 | |
| Kambodscha | 18. März | 1960 B | 20. März | 1966 | |
| Kenia | 20. Juni | 1969 B | 20. Juli | 1969 | |
| Kolumbien | 3. Januar | 1963 | 20. März | 1966 | |
| Kongo (Brazzaville) | 5. Dezember | 2012 B | 4. Januar | 2013 | |
| Lesotho* | 23. Oktober | 1973 | 4. Oktober | 1966 | |
| Madagaskar | 31. Juli | 1962 B | 20. März | 1966 | |
| Malawi | 3. November | 1965 B | 20. März | 1966 | |
| Malaysia | 21. Dezember | 1960 B | 20. März | 1966 | |
| Mauritius* | 5. Oktober | 1970 | 12. März | 1968 | |
| Mexiko | 2. August | 1966 B | 1. September | 1966 | |
| Montenegro | 23. Oktober | 2006 N | 3. Juni | 2006 | |
| Niederlande* | 18. Februar | 1966 | 20. März | 1966 | |
| Nigeria* | 26. Juni | 1961 | 20. März | 1966 | |
| Portugal | 8. Januar | 1963 | 20. März | 1966 | |
| Salomon-Inseln* | 3. September | 1981 | 7. Juli | 1978 | |
| Schweiz | 18. Mai | 1966 | 17. Juni | 1966 | |
| Serbien | 12. März | 2001 N | 27. April | 1992 | |
| Sierra Leone* | 13. März | 1962 | 20. März | 1966 | |
| Spanien* | 25. Februar | 1971 B | 27. März | 1971 | |
| Südafrika | 9. April | 1963 B | 20. März | 1966 | |
| Thailand | 2. Juli | 1968 | 1. August | 1968 | |
| Tonga* | 29. Juni | 1971 | 4. Juni | 1970 | |
| Trinidad und Tobago* | 11. April | 1966 | 20. März | 1966 | |
| Uganda | 14. September | 1964 B | 20. März | 1966 | |
| Venezuela | 10. Juli | 1963 | 20. März | 1966 | |
| Vereinigte Staaten* | 12. April | 1961 | 20. März | 1966 | |
| Vereinigtes Königreich* | 14. März | 1960 | 20. März | 1966 | |
| * Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach. Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die englischen Texte können bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. |
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