0.941.334.91•Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Französischen Republik über die gegenseitige Anerkennung der amtlichen Stempel auf Edelmetall- und Mehrmetallwaren
0.941.334.91Bilateral International Treaty01.09.2021
Abgeschlossen am 19. Juni 2018
In Kraft getreten durch Notenaustausch am 1. September 2021
(Stand am 1. September 2021)
Der Schweizerische Bundesrat
und
die Regierung der Französischen Republik,
nachfolgend als die «Parteien» bezeichnet,
vom Wunsch geleitet, den Austausch von Edelmetallwaren unter Gewährleistung des Konsumentenschutzes und der Lauterkeit des Handelsverkehrs zu fördern und zu erleichtern,
haben Folgendes vereinbart:
Im Sinne dieses Abkommens bedeuten:
1. im Falle der Schweiz das Zentralamt für Edelmetallkontrolle,
2. im Falle von Frankreich die Generaldirektion der französischen Zollverwaltung und der Indirekten Steuern (Direction générale des douanes et droits indirects );
e. der Ausdruck «schweizerisches Gesetz» das Bundesgesetz vom 20. Juni 19331über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren und seine Vollzugsverordnung vom 8. Mai 19342;
f. der Ausdruck «französisches Gesetz» die Artikel 521–553 desCode général des Impôts (CGI) sowie die entsprechenden Dekrete und Erlasse, mit Ausnahme der Vorschriften über Gold-, Silber- und Platinplaqué oder -doublé;
g. der Ausdruck «Edelmetallwaren» Waren aus Gold-, Silber- und Platinlegierungen, wie sie im schweizerischen und französischen Gesetz vorgesehen sind;
h. der Ausdruck «Mehrmetallwaren» Waren, die aus Edel- und unedlen Metallen zusammengesetzt sind, das heisst:
1. für die Schweiz: Mehrmetallwaren gemäss Definition in den Artikeln 1 und 7a des schweizerischen Gesetzes,
2. für Frankreich: Mehrmetallwaren gemäss Definition in Artikel 4 des Décret no84-624 du 16 juillet 1984 portant suppression et création de poinçons utilisés en matière de garantie des métaux précieux;
i. der Ausdruck «amtlicher Stempel»:
1. für die Schweiz: der in Artikel 15 des schweizerischen Gesetzes vorgesehene amtliche Stempel (Garantiepunze) sowie die Garantiepunzen und Kontermarken, die zwischen dem 8. Mai 1934 und dem 31. Juli 1995 verwendet wurden,
2. für Frankreich: die in den Artikeln 523 und 524 des CGI vorgesehenen Punzen;
j. der Ausdruck «Stempel des Fabrikanten» («Fabrikantenstempel»):
1. für die Schweiz: die in Artikel 9 des schweizerischen Gesetzes vorgesehene Verantwortlichkeitsmarke,
2. für Frankreich: den in Artikel 524 Absatz 2 und Artikel 548 Absatz 1 des CGI vorgesehenen Stempel;
k. der Ausdruck «Feingehaltsangabe» die in Artikel 7 des schweizerischen Gesetzes vorgesehene Bezeichnung.
Vorbehalten bleiben die in Artikel 4 dieses Abkommens vorgesehenen Stichproben.
Nach der Zollabfertigung werden die Waren einem Kontrollamt vorgelegt, welches das Vorhandensein der amtlichen französischen Stempel überprüft. 2. Edelmetall- und Mehrmetallwaren, die zum Zeitpunkt ihrer Einfuhr in Frankreich den amtlichen schweizerischen Stempel, den Stempel des Fabrikanten und die Feingehaltsangabe tragen, werden nicht einer neuerlichen Prüfung, einer neuen Kontrolle oder Stempelung – weder der amtlichen Stempelung noch der Stempelung mit dem Fabrikantenstempel – unterworfen, vorausgesetzt, diese Waren entsprechen den Bestimmungen des französischen Gesetzes.
Vorbehalten bleiben die in Artikel 4 dieses Abkommens vorgesehenen Stichproben.
Nach der Zollabfertigung werden die Waren einem Garantieamt (Bureau de garantie ) vorgelegt, welches das Vorhandensein der amtlichen schweizerischen Stempel überprüft. 3. Edelmetall- und Mehrmetallwaren, die keine amtlichen schweizerischen oder französischen Stempel tragen, kommen nicht in den Genuss der Bestimmungen dieses Abkommens. Solche Waren sind dem normalen Kontroll- und Stempelungsverfahren im Einfuhrland unterworfen.
Die Bestimmungen dieses Abkommens hindern keine der beiden Parteien daran, Stichproben bei Edelmetall- oder Mehrmetallwaren vorzunehmen, welche die in Artikel 2 dieses Abkommens vorgesehenen Stempel tragen. Diese Proben dürfen nicht so vorgenommen werden, dass sie die Einfuhr oder den Verkauf von Edelmetall- und Mehrmetallwaren, die den Vorschriften dieses Abkommens entsprechend gestempelt sind, ungebührend behindern.
Edelmetall- und Mehrmetallwaren aus der einen Partei, die nicht den anerkannten gesetzlichen Bestimmungen der anderen Partei entsprechen, werden unter Angabe der genauen Gründe an den Absender zurückgewiesen. Die zuständige Behörde der anderen Partei wird darüber informiert.
Die zuständigen Behörden bemühen sich, allfällige Schwierigkeiten, die sich aus der Anwendung dieses Abkommens ergeben, einvernehmlich zu lösen.
Auf Antrag einer der zuständigen Behörden sprechen sie sich zudem ab, um:
Dieses Abkommen bleibt in Kraft, solange es nicht von einer der Parteien gekündigt wird.
Jede Partei kann das Abkommen jederzeit auf diplomatischem Wege kündigen.
Es tritt ein Jahr nach seiner Kündigung ausser Kraft.
Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, die hiezu gehörig bevollmächtigt sind, dieses Abkommen unterzeichnet.Geschehen in Paris, am 19. Juni 2018, in doppelter Ausfertigung, in französischer Sprache.
| Für den Schweizerischen Bundesrat: Christian Bock | Für die Regierung der Französischen Republik: Rodolphe Gintz |
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