32006L0129•Richtlinie 2006/129/EG der Kommission vom 8. Dezember 2006 zur Änderung und Berichtigung der Richtlinie 96/77/EG zur Festlegung spezifischer Reinheitskriterien für andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel (Text von Bedeutung für den EWR)
32006L0129Directive29.12.2006
vom 8. Dezember 2006
zur Änderung und Berichtigung der Richtlinie 96/77/EG zur Festlegung spezifischer Reinheitskriterien für andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel
(Text von Bedeutung für den EWR)
DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 89/107/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen 1 , insbesondere auf Artikel 3 Absatz 3 Buchstabe a,
nach Anhörung des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Die Richtlinie 96/77/EG der Kommission vom 2. Dezember 1996 zur Festlegung spezifischer Reinheitskriterien für andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel 2 enthält die Reinheitskriterien für die in der Richtlinie 95/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Februar 1995 über andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel 3 genannten Zusatzstoffe.
(2) Die Reinheitskriterien für die Stoffe E 216 Propyl-p-hydroxybenzoat und E 217 Natriumpropyl-p-hydroxybenzoat, die nicht mehr als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet werden dürfen, sind zu streichen.
(3) Mehrere Sprachfassungen der Richtlinie 96/77/EG enthalten Fehler bei folgenden Stoffen: E 307 alpha-Tocopherol, E 315 Isoascorbinsäure, E 415 Xanthan. Diese Fehler müssen berichtigt werden. Außerdem müssen die im Codex Alimentarius aufgeführten, vom Gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) festgelegten Spezifikationen und Analysemethoden für Zusatzstoffe berücksichtigt werden. Die Reinheitskriterien wurden insbesondere angepasst, um gegebenenfalls den Grenzwerten für bestimmte Schwermetalle Rechnung zu tragen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist der gesamte Eintrag zu diesen Stoffen zu ersetzen.
(4) Bei den Reinheitskriterien für E 472 c Zitronensäureester der Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren sollte der Gehalt an Sulfatasche angepasst werden, um teilweise oder vollständig neutralisierten Produkten Rechnung zu tragen.
(5) Es muss sichergestellt werden, dass E 559 Aluminiumsilikat aus rohem Kaolinit-Ton gewonnen wird, der frei von nicht vertretbarer Dioxinkontamination ist. Daher ist der Dioxingehalt in rohem Kaolinit-Ton so niedrig wie möglich festzusetzen.
(6) Für die folgenden neuen Zusatzstoffe, die mit der Richtlinie 2006/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juli 2006 zur Änderung der Richtlinie 95/2/EG über andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel sowie der Richtlinie 94/35/EG über Süßungsmittel, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen, zugelassen wurden, sind Spezifikationen festzulegen: E 319 Tertiär-Butylhydrochinon (TBHQ), E 426 Sojabohnen-Polyose, E 462 Ethylcellulose, E 586 4-Hexylresorcin, E 1204 Pullulan und E 1452 Stärkealuminiumoctenylsuccinat.
(7) Die Richtlinie 96/77/EG sollte entsprechend geändert und berichtigt werden.
(8) Die in dieser Richtlinie vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit —
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Der Anhang der Richtlinie 96/77/EG wird gemäß dem Anhang der vorliegenden Richtlinie geändert und berichtigt.
(1) Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft, um dieser Richtlinie spätestens am 15. Februar 2008 nachzukommen. Sie teilen der Kommission unverzüglich den Wortlaut dieser Rechtsvorschriften mit und fügen eine Tabelle der Entsprechungen zwischen der Richtlinie und diesen innerstaatlichen Rechtsvorschriften bei. Bei Erlass dieser Vorschriften nehmen die Mitgliedstaaten in den Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten der Bezugnahme.
(2) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wortlaut der wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
Diese Richtlinie tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
Brüssel, den 8. Dezember 2006 Für die Kommission Markos KYPRIANOU Mitglied der Kommission
1 ABl. L 40 vom 11.2.1989, S. 27 . Richtlinie zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates ( ABl. L 284 vom 31.10.2003, S. 1 ).
2 ABl. L 339 vom 30.12.1996, S. 1 . Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie 2004/45/EG ( ABl. L 113 vom 20.4.2004, S. 19 ).
3 ABl. L 61 vom 18.3.1995, S. 1 . Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie 2006/52/EG ( ABl. L 204 vom 26.7.2006, S. 10 ).
Der Anhang der Richtlinie 96/77/EG wird wie folgt geändert und berichtigt:
1. Die Einträge zu E 216 Propyl-p-hydroxybenzoat und E 217 Natriumpropyl-p-hydroxybenzoat werden gestrichen.
| 2. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Brechungsindex | n D 20 1,503 bis 1,507 |; | Spezifische Absorption E 1 % 1 cm in Ethanol | E 1 % 1 cm (292 nm) 72 bis 76 (0,01 g in 200 ml reinem Ethanol) |; | Sulfatasche | Höchstens 0,1 % |; | Spezifische Drehung | [α] 25 D 0° ± 0,05° (10 %ige Lösung in Chloroform) |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg“. | |
|---|
| 3. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Trocknungsverlust | Höchstens 0,4 % nach dreistündigem Trocknen unter verringertem Druck auf Kieselsäuregel |; | Sulfatasche | Höchstens 0,3 % |; | Spezifische Drehung | [α] 25 D – 16,5° bis – 18,0° (10 % (w/v) wässrige Lösung) |; | Oxalate | Bei Hinzufügung von zwei Tropfen Eisessig und 5 ml einer 10 %igen Calciumacetatlösung zu einer Lösung von 1 g in 10 ml Wasser sollte die Lösung klar bleiben |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg“. | |
|---|
| 4. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Tertiär -Butyl- p -benzochinon | Höchstens 0,2 % |; | 2,5- Di-tertiär -butyl-hydrochinon | Höchstens 0,2 % |; | Hydroxychinon | Höchstens 0,1 % |; | Toluol | Höchstens 25 mg/kg |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg“. | |
|---|
| 5. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Trocknungsverlust | Höchstens 15 % (bei 105 °C, 2 1 / 2 Std.) |; | Asche (insgesamt) | Höchstens 16 % (bezogen auf die Trockensubstanz) nach vierstündigem Trocknen bei 105 °C und Glühen bei 650 °C |; | Brenztraubensäure | Mindestens 1,5 % |; | Stickstoff | Höchstens 1,5 % |; | Ethanol und Isopropanol | Einzeln oder zusammen höchstens 500 mg/kg |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg |; | Gesamtkeimzahl | Höchstens 5 000 Kolonien pro Gramm |; | Hefen und Schimmelpilze | Höchstens 300 Kolonien pro Gramm |; | E. coli | Keine in 5 g |; | Salmonella spp. | Keine in 10 g |; | Xanthomonas campestris | Keine lebensfähigen Zellen in 1 g“. | |
|---|
| 6. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Trocknungsverlust | Höchstens 7 % (105 °C, 4 Std.) |; | Protein | Höchstens 14 % |; | Asche (insgesamt) | Höchstens 9,5 % (600 °C, 4 Std.) |; | Arsen | Höchstens 2 mg/kg |; | Blei | Höchstens 5 mg/kg |; | Quecksilber | Höchstens 1 mg/kg |; | Cadmium | Höchstens 1 mg/kg |; | Standardkeimzahl | Höchstens 3 000 Kolonien pro Gramm |; | Hefen und Schimmelpilze | Höchstens 100 Kolonien pro Gramm |; | E. Coli | Keine in 10 g“. | |
|---|
| 7. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Trocknungsverlust | Höchstens 3 % (105 °C, 2 Std.) |; | Sulfatasche | Höchstens 0,4 % |; | pH-Wert einer 1 %igen kolloidalen Lösung | Neutral bei Lackmustest |; | Arsen | Höchstens 3 mg/kg |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg |; | Quecksilber | Höchstens 1 mg/kg |; | Cadmium | Höchstens 1 mg/kg“. | |
|---|
| 8. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Andere Säuren als Zitronen- und Fettsäuren | Nicht nachweisbar |; | Freies Glycerin | Höchstens 2 % |; | Gesamtglycerin | Zwischen 8 % und 33 % |; | Gesamtzitronensäure | Zwischen 13 % und 50 % |; | Sulfatasche (bestimmt bei 800 ± 25 °C) | Nicht neutralisierte Produkte: höchstens 0,5 % Teileweise oder vollständig neutralisierte Produkte: höchstens 10 % |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg |; | Freie Fettsäuren | Höchstens 3 %, ausgedrückt als Ölsäure |; | Die Reinheitskriterien gelten für den Lebensmittelzusatzstoff ohne Natrium-, Kalium- und Calciumsalze von Fettsäuren; diese Stoffe dürfen jedoch bis zu einer Höchstmenge von 6 % (ausgedrückt als Natriumoleat) enthalten sein. “. | | |
|---|
| 9. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Glühverlust | Zwischen 10 und 14 % (1 000 °C, konstantes Gewicht) |; | Wasserlösliche Bestandteile | Höchstens 0,3 % |; | Säurelösliche Bestandteile | Höchstens 2 % |; | Eisen | Höchstens 5 % |; | Kaliumoxid (K 2 O) | Höchstens 5 % |; | Kohlenstoff | Höchstens 0,5 % |; | Arsen | Höchstens 3 mg/kg |; | Blei | Höchstens 5 mg/kg |; | Quecksilber | Höchstens 1 mg/kg“. | |
|---|
| 10. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Acidität | Höchstens 0,05 % |; | Sulfatasche | Höchstens 0,1 % |; | Resorcin und andere Phenole | Etwa 1 g der Probe werden einige Minuten lang mit 50 ml Wasser geschüttelt und filtriert. Das Filtrat wird mit 3 Tropfen Eisenchlorid Testlösung versetzt. Es bildet sich keine rote oder blaue Farbe |; | Nickel | Höchstens 2 mg/kg |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg |; | Quecksilber | Höchstens 3 mg/kg“. | |
|---|
| 11. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | Trocknungsverlust | Höchstens 6 % (90 °C, Druck höchstens 50 mm Hg, 6 Std.) |; | Mono-, Di- und Oligosaccharide | Höchstens 10 %, ausgedrückt als Glucose |; | Viskosität | 100-180 mm 2 /s (10 % w/w wässrige Lösung bei 30 °C) |; | Blei | Höchstens 1 mg/kg |; | Hefen und Schimmelpilze | Höchstens 100 Kolonien pro Gramm |; | Coliforme Keime | Keine in 25 g |; | Salmonellen | Keine in 25 g“. | |
|---|
| 12. | | Reinheit | |; | --- | --- |; | (alle Werte außer Trocknungsverlust bezogen auf die Trockensubstanz) | |; | Trocknungsverlust | Höchstens 21 % |; | Octenylsuccinylgruppen | Höchstens 3 % |; | Octenylbernsteinsäurerückstand | Höchstens 0,3 % |; | Schwefeldioxid | Höchstens 50 mg/kg für modifizierte Getreidestärken Sofern nicht anders spezifiziert höchstens 10 mg/kg für andere modifizierte Stärken |; | Arsen | Höchstens 1 mg/kg |; | Blei | Höchstens 2 mg/kg |; | Quecksilber | Höchstens 0,1 mg/kg |; | Aluminium | Höchstens 0,3 %“. | |
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